Merck und GSK entwickeln neue Krebsimmuntherapie

Merck und GSK entwickeln neue Krebsimmuntherapie
Gemeinsam forscht es sich besser:Der Darmstädter Merck-Konzern und das britische Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline tun sich bei der klinischen Entwicklung der neuenKrebsimmuntherapie Bintrafusp alfa zusammen. Das klinischeForschungsprogramm soll laut Merck acht Studien umfassen. Im Falle einererfolgreichen Zulassung erhält Merck von GSK Zahlungen in Milliardenhöhe.

Der Pharmahersteller Merck aus Darmstadt und der britische Konzern GlaxoSmithKline (GSK) wollen die neue Krebsimmuntherapie Bintrafusp alfa gemeinsam entwickeln und vermarkten. Amheutigen Dienstag gab Merck die strategische Allianz gegenüber derNachrichtenagentur dpa bekannt.

Zwei Signalwege, ein Protein

Bintrafusp alfa(Entwicklungsname M7824) ist ein bifunktionales Fusionsprotein und bindet an den transformierendenWachstumsfaktor beta (TGF-β)-Trap sowie an den anti-programmiertenZelltod-Ligand 1 (PD-L1). Damit setzt der Onkologiekandidat an zwei immunsupprimierendenSignalwegen an, welche Krebszellen nutzen, um der Zerstörung durch dasImmunsystem zu entgehen. „DerArzneikandidat M7824 verfügt über das Potenzial, Krebspatienten neue Optionenzu eröffnen“, erklärte Belén Garijo, Chefin der Pharma-Sparte von Merckgegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Merck forscht, GSK zahlt

Daszugehörige Studienprogramm ist umfangreich: Laut Merck laufen derzeit acht klinische Studien oder sollenvoraussichtlich 2019 gestartet werden, darunter Studien bei nicht-kleinzelligemBronchialkarzinom und Tumoren des biliären Trakts. So umfasst dasStudienprogramm beispielsweise eine Phase-II-Studie, in der M7824 alsErstlinienbehandlung bei Patienten mit fortgeschrittenem, nicht-kleinzelligemBronchialkarzinom (NSCLC) mit PD-L1-Expression im Vergleich zu Pembrolizumabuntersucht wird. Neben der Anwendung als Monotherapie soll M7824 auch inKombination mit anderen Wirkstoffen getestet werden.

Die zugehörigeFinanzspritze erhält Merck von GSK. So erhält das Darmstädter Unternehmenzunächst 300 Millionen Euro als Vorauszahlung. Für den weiteren Verlauf desProjekts haben die Konzerne Meilensteine definiert. Merck erhält für dieTeiletappen Einzelzahlungen bis zu 500 Millionen Euro. Der potenzielleGesamtwert, also sollte es M7824 zur Marktreife schaffen, beläuft sich auf biszu 3,7 Milliarden Euro.

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