Schweizer Apothekerverband will einheitliche Margen

Schweizer Apothekerverband will einheitliche Margen
Im Herbst des letzten Jahres war in der Schweiz eine Anpassung desVertriebsanteils bei rezeptpflichtigen Arzneimitteln angestoßen worden, mitzwei verschiedenen Varianten. Beide sind bei den Stakeholdern durchgefallen. Stattdessenkommen nun der Apothekerverband pharmaSuisse und der KrankenkassenverbandCurafutura mit einem eigenen Vorschlag. Sie präferieren fixe statt dervorgeschlagenen degressiven Aufschläge.

In der Schweiz werden derzeit die Apothekenmargen für erstattungsfähigeArzneimittel angepasst. Hiermit sollen negative Anreize bei der Abgabe und beim Verkauf vonMedikamenten vermindert und die Abgabe preiswerter Generika gefördert werden. MitteSeptember 2018 hatte der Bundesrat die Vernehmlassung dazu eröffnet. DieAnhörung zur Änderung des betreffenden Paragraphen der derKrankenpflege-Leistungsverordnung (KLV) lief bis zum 14. Dezember 2018.

Was will der Bundesrat?

Der Vertriebsanteil, mit dem die Apotheken auch die Großhändlerbezahlen müssen, wird in der Schweiz vom Bundesamt für Gesundheit (BAG)festgelegt. Er besteht aus einem preisbezogenen Zuschlag auf denFabrikabgabepreis (derzeit degressiv gestaffelte Marge von 12, 7 oder 0 Prozent) und einem Zuschlag je Packung (Fixmarge, derzeit nach sechs nach Preisklassenzwischen vier und 240 Franken). Für die geplante Anpassung des preisbezogenenZuschlags wurden die Parameter zu dessen Berechnung neu kalkuliert. Kumuliertergäbe sich nach der Neuberechnung ein preisbezogener Zuschlag von neun Prozentauf den Fabrikabgabepreis. Auch die bestehenden Preisklassen sollen reduziertund neu strukturiert werden. Nach dem Vorschlag des Bundesrates würden in Zukunftmengenmäßig fast siebzig Prozent des Arzneimittelverkaufs in der gleichenPreisklasse abgegolten. Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) hattezwei Varianten in die Anhörung geschickt. Für beide wurden ähnlich großeEinsparungen zu Gunsten der Obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) vonungefähr 47 Millionen Franken erwartet, davon 26 Millionen zu Lasten derApotheken. 

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Abgelehnt

Nach den Ergebnissen der Anhörung fand jedoch keine der beidenVarianten Zustimmung. In einem aktuellen gemeinsamen Positionspapier lehnen derApothekerverband pharmasuisse und der Krankenkassenverband Curafutura dieisolierte Revision des Vertriebsanteils, wie vom EDI anvisiert, klar ab, und zwar mit folgender Begründung: Die negativen Anreize bei Abgabe undVerkauf von Arzneimitteln würden damit erhöht und die gewünschte Förderung derAbgabe von preiswerten Generika behindert, weil die Vertriebsmargen der Originalehöher seien.

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