Tele-Medizin im Norden: Bald auch Apotheker mit vernetzt

Tele-Medizin im Norden: Bald auch Apotheker mit vernetzt

Rund ein Jahr laufen inDeutschlands nördlichstem Bundesland nun bereits mehrere Tele-Medizin-Projekte– mit Erfolgen unter anderem auch in der Notfallbehandlung. Nun will dieApothekerkammer Schleswig-Holstein einen Schritt weiter gehen und mit einemProjekt auch die Apotheker in die Tele-Medizin einbinden.

Im Mai2018 hatte der Deutsche Ärztetag das Fernbehandlungsverbot gekippt. Bereits zuvor, seit2016 laufen in Baden-Württemberg Modellprojekte, machte der Bayrische Ärztetag den Weg frei. Und auch die Landesärztekammerim nördlichsten Bundesland Schleswig-Holstein lockerte schon im April 2018 das Verbot deutlich.

An der Küste hat die Tele-Medizindabei neben vierspezialisierten Projekten für Diabetes-, Herz- und Epilepsie-Patienten sowiefür Pflegeeinrichtungen auch eine Video-Sprechstunde beim Hausarzt zu bieten. Seit Anfang 2019 hatte man auch das Projekt HALLIGeMedin einem Testbetrieb. Dabei steht vorallem die Notfallmedizin im Mittelpunkt, denn auf den Halligen imnordfriesischen Wattenmeer gibt es keinen Rettungsdienst.

Projekt mit750.000 Euro gefördert, Übergang in Regelbetrieb

In dem zunächst auf drei Jahreangelegten Projekt, das mit 750.000 Euro gefördert wird, konnte das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein mit Sitz in Kiel jetzt vermelden, dass man mitder Telemedizinzentrale am Institut für Rettungs- und Notfallmedizin in den Regelbetrieb übergegangen sei. Erste Notfälle, bei denen Ärzte in Kiel permobilem Internet den Rettungssanitäter vor Ort unterstützen, habe man bereits erfolgreichbehandeln können, wie etwa eine Verlegung eines Patienten per Hubschrauber, beidenen die Vitaldaten engmaschig per Tele-Medizin überwacht werden konnten,heißt es in einem Berichtder „Biosphäre Die Halligen“ Arbeitsgemeinschaft. Dabei habe der Halligpfleger angeleitet durch den Tele-Arzt wichtigeMedikamente eine halbe Stunde vor Eintreffen des Hubschraubers verabreichenkönnen.

Medikamente sind dann auch dasStichwort für Frank Jaschkowski, Geschäftsführer der ApothekerkammerSchleswig-Holstein. Zwar nicht in der Notfall-Tele-Medizin aber eben auch digital und vernetzt.„Was nützt es, wenn die Patienten per Internet den Arzt konsultieren, sich dannaber doch das Papier-Rezept abholen müssen“, sagt er.

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E-Rezept-Projekt

GERDA startet (erst) im November 2019

Daher wolle man nun zügig ein Projekt starten, mit dem die Apotheker in Schleswig-Holstein ebenfalls in die Tele-Medizin-Projekte eingebunden werden könnten. Ganz ähnlich wie in Baden-Württemberg, wo eigentlich bereits seit dem 2. Quartal 2019 das Projekt GERDA, das steht für „Geschützter E-Rezept Dienst der Apotheken“, starten sollte, will man auch im Norden ein E-Rezept erproben.

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