Zum Teil im einstelligen Lebensalter – Experte warnt: In Köln gibt es Grundschüler, die kiffen

Zum Teil im einstelligen Lebensalter - Experte warnt: In Köln gibt es Grundschüler, die kiffen

Seit 13 Jahren ist der Wahl-Rheinländer dort für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahre zuständig. Claus betreut Patienten, die sowohl abhängig von Suchtstoffen als auch von Medien sind.

Konsumenten werden immer jünger

„Es hat in den letzten Jahrzehnten eine deutliche Veränderung stattgefunden“, sagt er. „Das ist zum Teil abhängig davon wie Drogen wahrgenommen werden, ob sie als gefährlich oder ungefährlich eingestuft werden“, erklärt der Experte.

Die Hauptveränderung liege aber darin, dass „der Einstieg tatsächlich immer früher stattfindet.“

Kiffende Grundschüler in Köln?

Vor rund 15 Jahren habe man sich noch über zwölfjährige Cannabis-Konsumenten gewundert, sagt er. „Heute kommen vereinzelt schon Cannabis-abhängige Patienten auf unsere Station, die noch im einstelligen Lebensalter sind.“ Heißt im Klartext: In Köln gibt es Grundschüler, die kiffen!

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Eltern tragen Mitschuld

Aber woran liegt das? „Zum einen oft an der nachweislich falschen Überzeugung, dass Kiffen harmlos sei, weil es ja ohnehin in absehbarer Zeit legalisiert werde,“ sagt Claus. Und: „Gerade in Großräumen wie Köln haben wir nicht wenige Familien, in denen die Eltern oft mehr mit eigenen Problemen beschäftigt sind“, so Claus.

Auch leiden nicht wenige Elternteile von Frühkonsumenten selbst unter einer seelischen Erkrankung oder sind sogar selbst abhängig von Alkohol, Medikamenten oder illegalen Drogen.

Neumodische Erziehungs-Ideale

Aber auch in der Pädagogik habe sich etwas in unserer Gesellschaft verändert. „Es ist heute nicht mehr schick, seinen Kindern Grenzen zu setzen“, weiß Claus. Dadurch entstehe bei vielen Eltern eine Unsicherheit.

„Das fängt damit an, dass sie stillschweigend akzeptieren, dass ihr Kind heimlich raucht und das geht dann über in das stillschweigende Akzeptieren des Cannabiskonsums.“

Alleinerziehende häufiger betroffen

Verleitet werden die Frühkonsumenten oft von Älteren. „Vor allem bei alleinerziehenden Elternteilen oder Eltern, die durch eigene Probleme so in Anspruch genommen sind, dass sie nicht mehr drauf achten, ob das Kind jetzt um 19 oder 22 Uhr oder überhaupt nach Hause kommt“, bestehe die Gefahr, dass ältere „Freunde“ das Kind zum Drogenkonsum verleiten.

Cannabis ist heute viel stärker und gefährlicher

Cannabis und Amphetamine stehen bei jungen Suchtpatienten immer noch an erster Stelle, direkt gefolgt von Alkohol.

Claus: „Cannabis hat heute eine viel stärkere Konzentration als noch vor 15 oder 20 Jahren und ist viel schädlicher für das jugendliche Gehirn, als angenommen.“

Dieser Artikel wurde verfasst von Johanna Ristau

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