Blutkrebspatientin findet keinen Spender, weil ihr Vater aus Nigeria stammt

Blutkrebspatientin findet keinen Spender, weil ihr Vater aus Nigeria stammt

Seit September 2018 steht es fest: Astrid G. (41) hat Blutkrebs. Diese Schock-Diagnose bekommen mehr als 10.000 Menschen jedes Jahr in Deutschland. Die zweifache Mutter hat eine besonders aggressive Form der Leukämie, AML genannt. Die Krebszellen vermehren sich dabei rasant. Doch es besteht Hoffnung: Mit einer Spende passender Stammzellen kann Astrid gesund werden. Dafür muss ein "genetischer Zwilling" gefunden werden, dessen Gewebemerkmale mit der 41-jährigen Zweifach-Mutter möglichst übereinstimmen. Das ist für die Transplantation wichtig, damit, das Immunsystem die fremden Zellen nicht abstößt. Und hier liegt das Problem.

Astrid G.s Eltern haben unterschiedliche Ethnien. Ihre Mutter ist Deutsche, also Europäerin. Ihr verstorbener Vater stammte aus Nigeria, war also Westafrikaner. Die Gewebemerkmale, die ohnehin in millionenfacher Kombination vorkommen,  sind in in verschiedenen Ethnien unterschiedlich häufig. Kinder bekommen diese sogenannten HLA-Merkmale zur Hälfte von Mutter und Vater vererbt. Krebsmediziner Hermann Einsele sagt: "Bei Stammzellspenden findet man für ein Viertel der Patienten HLA-identische Spender bei Geschwistern. Andere Verwandte sind in weniger als einem Prozent passend."

Nur 3 Prozent der Spender haben eine gemischt-ethnische Herkunft

Ideal wäre für die Frau mit dem strahlenden Lächeln ein Spender, eine Spenderin mit deutschen und nigerianischen Wurzeln. Von allen international registrierten potenziellen Stammzellspendern sind aber gerade einmal drei Prozent gemischt-ethnisch. Deutsch-nigerianisch oder wenigstens europäisch-afrikanisch sind noch viel weniger.

Um diese Nadel im Heuhaufen zu finden, setzt Astrid G. alle Hebel in Bewegung. Die professionell aufgezogene Internet-Seite "help-astrid.com" ruft weltweit zur Registrierung auf. das Motto lautet #Matchmymix.

"Ich will meine Kinder aufwachsen sehen"

Aufgeben sei keine Lösung, sagte die 41-Jährige gegenüber verschiedenen Medien.  "Ich will meine Kinder aufwachsen sehen" – und ihrem Ehemann Florian (43) eine Stütze sein. Er sitzt im Rollstuhl, seit ihn vor fünf Jahren ein Auto auf seinem Roller erfasst hat. www.help-astrid.com Glücklichere Tage: Astrid G. mit ihrer Familie

Unterstützung findet die Deutsch-Nigerianerin an der Würzburger Uniklinik. Dort wird intensiv am Thema Leukämie geforscht und es gibt dort ein Stammzell-Zentrum. Zu den dortigen Spezialisten hat der Würzburger Verein "Hilfe im Kampf gegen Krebs" Astrid G.vermittelt, die selbst aus der Stadt am Main stammt.      

Jetzt sei tatsächlich die größte Schwierigkeit einen passenden Stammzellspender zu finden. Für einen deutschen Patienten ohne Migrationshintergrund werde in mehr als 90 Prozent der Fälle ein passender Spender gefunden, erklärt Krebsforscher Professor Hermann Einsele von der Uniklinik Würzburg.

Transplantation müsste in den nächsten Monaten erfolgen

Seitdem Astrid Blutkrebs diagnostiziert wurde, habe sie viele Menschen kennengelernt, die ebenfalls an Leukämie erkrankt seien und festgestellt: "Alle anderen Patienten, die ich im Laufe meiner Krankheit kennengelernt habe, haben inzwischen einen Spender gefunden." Vielleicht klappt es ja auch bei ihr. Diese Hoffnung gibt sie noch lange nicht auf. Aber sie hat auch keine Zeit zu verlieren. In den nächsten Monaten müsse die Transplantation rettender Stammzellen passieren, meint der Krebsexperte Einsele.

Am Anfang steht die Registrierung als Stammzellspender auf der Seite www.stammzellspenderdatei.de , Kennwort „Astrid“.

Auf dieser Seite gibt es auch umfangreiche Informationen rund um die Stammzellspende, etwa, was die Registrierung für einen potenziellen Spender bedeutet, wie eine Spende abläuft oder welche Risiken es gibt.

Ebenfalls in Richtung Registrierung werden Sie auf der Seite www.help-astrid.com geführt.

Wer sich persönlich melden will: [email protected]

*Der Beitrag „Blutkrebspatientin findet keinen Spender, weil ihr Vater aus Nigeria stammt“ stammt von inFranken.de. Es gibt keine redaktionelle Prüfung durch FOCUS Online. Kontakt zum Verantwortlichen hier.

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