Ich wurde von der Nachbarskatze gebissen – und bin fast daran gestorben

Ich wurde von der Nachbarskatze gebissen - und bin fast daran gestorben

Eigentlich wollte er nur einer Katze zu Hilfe eilen, die fürchterlich schrie. Doch der Rettungsversuch kostete einen jungen Mann aus München fast das Leben – denn sie biss den Katzenliebhaber in beide Hände.

Nur noch zwei kleine Narben sind an seinen Händen zu sehen. Sie sind gut verheilt. Dabei sind sie Überbleibsel einer gefährlichen Erkrankung, durch die der 28-Jährige Münchner, Moritz P., nicht nur seinen Finger und seine Hand hätte verlieren können, sondern auch sein Leben. Verursacht durch den Biss einer Katze.

„Ich hörte vor dem Haus meiner Freundin eine Katze ganz herzzerreißend schreien“, schildert er die Geschehnisse im vergangenen Juli gegenüber FOCUS Online. Als er vor die Tür trat, sah er die Katze einer Nachbarin, die schon seit einer Woche vermisst war.

"Sie biss plötzlich wie wild geworden um sich"

„Ich lockte sie mit einer Wurst und nahm sie auf den Arm, um sie der Besitzerin zurück zu bringen“, schildert Moritz den Vorfall. Doch als die Katze sich erschrak, biss sie wie wildgeworden um sich und verletzte ihn am linken Ringfinger und dem Handrücken der rechten Hand. „Die Bisswunden waren zwar klein, doch weil ich weiß, dass Tierbisse lebensgefährlich sein können, bin ich sofort in die Notaufnahme gefahren“, erzählt der Münchner.

FOL Die Wunde nach dem Eingriff am linken Ringfinger

Im Krankenhaus wurden die Wunden desinfiziert und versorgt. Danach wurde Moritz P. wieder nach Hause geschickt – mit der Aussage, dass alles „nicht so schlimm“ sei und er sich an den Hausarzt wenden solle, wenn er Schmerzen bekäme. Seinen Einwand, dass daraus schlimme Entzündungen entstehen könnten, tat der zuständige Arzt mit „alles Quatsch“ ab.

"Meine Hände waren dick angeschwollen"

Als Moritz am nächsten Tag aufwachte, waren seine Hände dick angeschwollen. „Ich fühlte mich nicht wohl, hatte Schmerzen“, erzählt er. Nach einem Anruf in der Münchner Handklinik bestellte ihn diese sofort ein: „Als ich dort ankam, wurde ich ohne Wartezeit gleich hingelegt und mit einer Maximaldosis Antibiotika behandelt – drei Stunden später lag ich unterm Messer“, so Moritz.

FOL Die Hände und der Arm wurden dick eingebunden

Denn tatsächlich hatten sich die Katzenbisse bei Moritz lebensgefährlich entzündet, so das Phlegmone entstanden sind. Dabei handelt es sich um schwerwiegende Entzündungen des tieferliegenden Gewebes, bei der es zu eitrigen Prozessen und zum Absterben des Gewebes kommt. Wird dieser Prozess nicht unterbrochen, kann eine tödlichen Sepsis, also eine Blutvergiftung die Folge sein.

Zwei Wochen mit eingebundenen Armen im Krankenhaus

Bei einer Operation entfernten die Ärzte bei Moritz das infizierte Gewebe an beiden Händen und konnten so das Schlimmste verhindern.

Ganze zwei Wochen lag er mit eingebundenen Armen im Krankenhaus – mit permanenter Antibiotikagabe. Als Moritz P. das Krankenhaus endlich verlassen konnte, war er noch eine Woche lang krankgeschrieben. „Ich hatte höllische Schmerzen und konnte wegen der Wunden kaum die Finger bewegen". Nachdem die Wunden einigermaßen geheilt waren, hatte er auch Probleme mit der Motorik: „Ich hatte Schwierigkeiten bei der Computerarbeit, weil ich mit dem Finger nur schwer tippen konnte“.

FOL Unscheinbar und dennoch so gefährlich: Die Wunde am linken Ringfinger nach der OP

Vier Monate später blickt Moritz auf seine Hände und ist heilfroh, dass alles gut ausgegangen ist. Denn Katzenbisse gehören schnellstmöglich behandelt, weil das Infektionsrisiko enorm hoch ist. Durch die langen, spitzen Zähne sind die Wunden oft sehr tief, so dass sich gerade dort Phlegnome bilden können. Vor allem an den Händen können sich Erreger durch die lange Sehnen- und Sehnenscheiden besonders gut im Körper ausbreiten.  

Aus dieser leidvollen Erfahrung hat Moritz vor allem eins gelernt: „Ich werde nie wieder fremde Katzen anfassen und kann allen nur raten, vorsichtig zu sein.“ Denn Tierbisse gehören sofort medizinisch behandelt.

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