160.000 mehr Tote in Europa: Zahlen deuten auf hohe Übersterblichkeit durch Corona hin

160.000 mehr Tote in Europa: Zahlen deuten auf hohe Übersterblichkeit durch Corona hin

Die Corona-Pandemie hält die Welt weiterhin in Atem: Mehr als 15 Millionen Menschen haben sich bisher mit dem Coronavirus infiziert, 206.467 davon in Deutschland. Die USA melden nahezu täglich neue Rekordzahlen. Aktuelle Nachrichten zur Corona-Krise aus Deutschland, Europa und der Welt lesen Sie im News-Ticker von FOCUS Online.

Corona-News aus Deutschland und der Welt – die Topmeldungen: +++ USA erleben grausamen Dienstag: 1592 Todesfälle in 24 Stunden (06.12 Uhr) +++ 700 Corona-Infektionen auf Kreuzfahrtschiff gehen auf einen Passagier zurück (04.23 Uhr) +++ Bundesländer melden mehr als 700 Neuinfektionen – Berliner Corona-Ampel springt auf Rot (21.46 Uhr)

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Trotz strenger Maßnahmen: Corona-Fälle in China steigen wieder

07.00 Uhr: Trotz strenger Vorsichtsmaßnahmen erlebt China die höchste Zahl neuer täglicher Infektionen seit drei Monaten. Obwohl die Volksrepublik das Virus weitestgehend im Griff hat, meldete die Gesundheitskommission am Mittwoch in Peking rund 100 neue Fälle. Größere Ausbrüche gibt es in Ürümqi in der Nordwestregion Xinjiang und in Dalian. Von der nordostchinesischen Hafenstadt haben sich die Infektionen durch Reisende in neun andere Städte ausgebreitet – auch nach Peking, das den ersten Fall seit drei Wochen verzeichnete. AP

Da China praktisch eine "Null-Fälle-Politik" verfolgt, reagieren die Behörden mit strengen Maßnahmen. In Dalian, wo der Ursprung des Ausbruchs in einer Fischfabrik vermutet wird, wurde schon die Hälfte der sechs Millionen Einwohner getestet. In Ürümqi stehen die Tests der 3,5 Millionen Einwohner vor dem Abschluss. Die Hauptstadt von Xinjiang berichtete am Montag 89 neue Infektionen.

Im Vergleich zu der dramatischen Entwicklung in anderen Ländern sind die Zahlen in China mit rund 500 offiziell berichteten aktuellen Erkrankungen eher gering. Trotzdem wurden Hunderte Flüge und Züge gestrichen. Der öffentliche Nahverkehr in Dalian wurde eingestellt. Reisende aus Risikobezirken der Hafenmetropole müssen in der umliegenden Provinz Liaoning 14 Tage in Quarantäne.

TOP-NEWS: USA erleben grausamen Dienstag: 1592 Todesfälle in 24 Stunden

06.12 Uhr: Die Zahl der täglich verzeichneten Todesopfer des Coronavirus in den USA ist am Dienstag stark angestiegen. Binnen 24 Stunden wurden 1592 Verstorbene gezählt, wie aus Zahlen der Johns-Hopkins-Universität hervorgeht. Dies ist die höchste Zahl seit zweieinhalb Monaten. Die Gesamtzahl der registrierten Corona-Toten im Land liegt inzwischen bei mehr als 149.000. 

Zudem wurden mehr als 60.000 neue Infektionsfälle innerhalb eines Tages gezählt. Dies stellt einen erneuten Anstieg der Infektionsrate dar, nachdem die Ansteckungszahlen in den Vortagen etwas zurückgegangen waren. Insgesamt wurden in den USA laut Johns-Hopkins-Universität bereits fast 4,35 Millionen Coronavirus-Infektionen verzeichnet. Die USA sind sowohl von den Infektions- als auch den Totenzahlen her das mit Abstand am stärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt. dpa/David J. Phillip/AP/dpa In den USA sind insgesamt mehr als vier Millionen Menschen Corona-positiv getestet worden.

US-Präsident Donald Trump hatte angesichts der steigenden Zahlen zuletzt die Bevölkerung zum Tragen von Atemschutzmasken aufgerufen. Dies war eine Kehrtwende, nachdem Trump zuvor das Tragen von Mund-Nasen-Schutz lächerlich gemacht hatte. Von dem rasanten Anstieg der Infektionszahlen in den vergangenen Wochen sind vor allem Bundesstaaten im Süden und Westen der USA betroffen.

TOP-NEWS: 700 Corona-Infektionen auf Kreuzfahrtschiff gehen auf einen Passagier zurück

04.23 Uhr: Die mehr als 700 Corona-Infektionen auf dem Kreuzfahrtschiff "Diamond Princess" gehen einer Studie zufolge höchstwahrscheinlich auf einen einzigen Passagier zurück. Eine genetische Analyse zeige, dass alle Coronaviren dieselbe Mutation aufwiesen, berichtete ein Team des japanischen Instituts für Infektionskrankheiten in der US-Fachzeitschrift PNAS. Dies deute darauf hin, dass "die Ausbreitung von SARS-CoV-2 an Bord der Diamond Princess von einem einzigen Ereignis vor Beginn der Quarantäneperiode ausging", folgerten die japanischen Wissenschaftler.

Die Forscher entnahmen Virus-Genomsequenzen von 148 Passagieren und Besatzungsmitgliedern des Schiffes, das am 3. Februar von den japanischen Behörden im Hafen von Yokohama unter eine 14-tägige Quarantäne gestellt worden war. Zuvor war ein 80-jähriger Passagier, der in Hongkong von Bord gegangen war, positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Ansteckungen begannen den Forschern zufolge wahrscheinlich während großer Versammlungen in Gemeinschaftsräumen, "wo die Passagiere tanzten, sangen, einkauften und Shows besuchten". dpa/—/kyodo/dpa Passagiere verlassen das Kreuzfahrtschiff Diamond Princess.

Die "Diamond Princess" mit mehr als 3600 Menschen an Bord hatte im Februar für Schlagzeilen gesorgt, nachdem sich 712 Menschen an Bord mit dem Coronavirus infiziert hatten und sieben Menschen starben. Zeitweise wurden dort die meisten Infektionen außerhalb Chinas registriert.

TOP-NEWS: Bundesländer melden mehr als 700 Neuinfektionen – Berliner Corona-Ampel springt auf Rot

21.46 Uhr: In Deutschland haben sich bislang 206.467 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, wie aus den Daten der Landesgesundheits- und Sozialministerien hervorgeht. Das sind 717 mehr Fälle als noch am Montag. Kein Bundesland blieb am Dienstag ohne Neuinfektionen. 9097 Menschen sind an den Folgen des Coronavirus gestorben. Die Zahl der Genesenen beziffert das Robert Koch-Institut auf 190.800. Somit sind rund 6600 Menschen in Deutschland akut infiziert (aktive Fälle). Die Reproduktionszahl ist unterdessen auf 1,25 angestiegen. Sie gibt an, wie viele weitere Menschen eine infizierte Person im Schnitt ansteckt.

In Berlin wurde, nachdem zum dritten Mal in Folge eine erhöhte Reproduktionszahl gemeldet wurde, die erste von drei Corona-Ampeln auf Rot gestellt. Wenn zwei der drei Ampeln (Reproduktionszahl, Neuinfektionen pro Woche, Covid-19-Hospitalisierungszahlen) gleichzeitig auf Rot stehen, besteht laut Senat Erörterungsbedarf und die Vorbereitung möglicher Maßnahmen ist erforderlich.

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg: 37.047 (1843 Todesfälle)
  • Bayern: 50.589 (2617 Todesfälle)
  • Berlin: 9070 (223 Todesfälle)
  • Brandenburg: 3550 (173 Todesfälle)
  • Bremen: 1761 (55 Todesfälle)
  • Hamburg: 5337 (230 Todesfälle)
  • Hessen: 11.743 (518 Todesfälle)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 849 (20 Todesfälle)
  • Niedersachsen: 14.254 (649 Todesfälle)
  • Nordrhein-Westfalen: 47.740 (1730 Todesfälle)
  • Rheinland-Pfalz: 7445 (239 Todesfälle)
  • Saarland: 2831 (174 Todesfälle)
  • Sachsen: 5522 (224 Todesfälle)
  • Sachsen-Anhalt: 1999 (64 Todesfälle)
  • Schleswig-Holstein: 3379 (156 Todesfälle)
  • Thüringen: 3351 (182 Todesfälle)

*Diese Bundesländer haben keine neuen Fallzahlen gemeldet

Gesamt (Stand 28.07.2020, 21.41 Uhr): 206.467 (9097 Todesfälle)

Vortag (Stand 27.07.2020, 20.25 Uhr): 205.750 (9092 Todesfälle)

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien.

Die Zahl der Geheilten liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei rund 190.800

Die Zahl der aktiven Fälle liegt damit bei rund 6600

Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl:  1,25 (Stand 28.07.20)

Bericht: Gesetzliche Krankenversicherung soll Corona-Tests für Reisende bezahlen

19.45 Uhr: Die gesetzliche Krankenversicherung soll einem Medienbericht zufolge die Kosten für Corona-Tests bei allen Reiserückkehrern aus dem Ausland übernehmen. Das geht aus dem Entwurf einer Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums hervor, aus dem am Dienstagabend der "Spiegel" zitierte. Demnach soll das Geld aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds entnommen werden.

Um "das Risiko der Einschleppung von Infektionen" zu verhindern, sollten alle Rückkehrer aus dem Ausland grundsätzlich getestet werden können, heißt es demnach in dem Referententwurf, "soweit deren Einreise noch nicht mehr als 72 Stunden zurückliegt". dpa/Karl-Josef Hildenbrand/dpa/dpa-tmn/Symbolbild Corona-Test wird bei einer Patientin durchgeführt.

Die Tests will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) demnach aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds bezahlen. Der Fonds sammelt Beiträge und Steuermittel und verteilt das Geld dann an die Kassen. Für die Kosten nennt der Referentenentwurf dem Bericht zufolge eine grobe Schätzung: Für eine Million ungebündelter Tests belaufen sich die Mehrausgaben für die Labordiagnostik demnach auf rund 50,5 Millionen Euro.

Für Reisende aus Risikogebieten sollen die Tests Spahns Plänen zufolge verpflichtend sein. Betroffen sind Reisende aus den rund 140 Ländern, die das Robert-Koch-Institut als Risikogebiete ausgewiesen hat. Alle anderen Reiserückkehrer können sich freiwillig testen lassen.

Surftipp: Reisende aus Risikogebieten – Bald verpflichtende Corona-Tests: An diesen Flughäfen können sich Urlauber bereits testen lassen

Gericht in NRW stellt klar: Maskenpflicht ist verhältnismäßig

19.39 Uhr: Aus Sicht des nordrhein-westfälischen Oberverwaltungsgerichts ist die Maskenpflicht zur Eindämmung der Corona-Pandemie weiterhin verhältnismäßig. Mit einer erneuten Entscheidung zu dem Thema bekräftigten die Richter am Dienstag ihre Haltung, dass das Tragen von Alltagsmasken etwa beim Einkauf oder in Bus und Bahn rechtens sei (A.: 13 B 675/20 NE). 

Laut Gerichtsmitteilung hatte ein Mann aus Kleve sich per Eilverfahren gegen die Regelung gewandt. Er vertritt die Auffassung, die Mund-Nase-Bedeckungen seien ungeeignet, die Ansteckungsgefahr zu minimieren – sie vermittelten im Gegenteil trügerische Sicherheit. Zudem seien die angebotenen Masken auf dem Markt mit Chemikalien belastet.

TOP-NEWS: 160.000 mehr Todefälle in Europa im Frühjahr als im gleichen Zeitraum der Vorjahre

18.44 Uhr: Die Statistikbehörde Eurostat hat die Zahl der Todesfälle im Zeitraum zwischen März und Mai (Kalenderwoche 10 bis 22) in 24 europäischen Staaten ermittelt – und kam dabei zu einem erschreckenden Ergebnis. Laut Behörde wurden in dieser Zeit insgesamt 160.000 Todesfälle mehr als im jeweils gleichen Zeitraum der vier Jahre zuvor (2016-2019) gemeldet. Weiter sei die Zahl der Todesfälle in der ersten Aprilwoche (Kalenderwoche 14) besonders stark gestiegen. Allein in diesem Zeitraum lag die Zahl der Todesfälle in den untersuchten Ländern laut Eurostat bei rund 120.000.

Die Zahlen geben einen Hinweis darauf, wie hoch die durch die Corona-Pandemie verursachte Übersterblichkeit in Europa ist – auch wenn die Zahlen als solche zunächst nicht angeben, worauf die Todesfälle zurückzuführen sind. Mit der Betrachtung der Übersterblichkeit lässt sich unabhängig von den offiziell gemeldeten Corona-Todesfällen untersuchen, inwiefern sich die Sterberate in der Bevölkerung in einem bestimmten Zeitraum verändert hat.

Allerdings zeigen die Daten auch gravierende Unterschiede zwischen den Staaten. Während unter anderem Spanien, Italien oder Belgien einen deutlichen Anstieg gegenüber dem Durchschnitt der Vorjahre verzeichnen, gab es etwa Bulgarien oder der Slowakei sogar weniger Todesfälle.

Wichtig auch: Großbritannien, das nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität die drittmeisten Corona-Todesfälle weltweit zu beklagen hat, wurde in der Statistik nicht berücksichtigt. Andernfalls läge die Zahl noch deutlich höher.

Gericht kippt Übernachtungsverbot in Bayern

17.03 Uhr: Das Bayerische Verwaltungsgericht hat das Beherbergungsverbot für Gäste aus Corona-Hotspots in anderen Bundesländern gekippt. Das von der Staatsregierung in München erlassene Verbot sei "nicht verhältnismäßig", urteilte das Gericht in dem am Dienstag veröffentlichten Beschluss. Geklagt hatte ein Hotelier aus der Oberpfalz: Er hatte unter anderem argumentiert, dass die Pflicht zur Prüfung der Herkunft seiner Gäste für ihn nicht erfüllbar sei. Das Gericht gab ihm Recht. (Az. 20 NE 20.1609)

Die bislang gültige Regelung untersagte die Aufnahme von Gästen, die aus einem Gebiet stammen, in dem in den vorangegangenen sieben Tagen die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus laut Robert-Koch-Institut (RKI) höher als 50 pro 100.000 Einwohnern liegt.  dpa/Sven Hoppe/dpa Das Hotel Schloss Elmau in Bayern.

Das Gericht argumentierte nun, dass für die Bürger "nicht erkennbar" sei, wo sie die aktuellen Infektionszahlen finden könnten. Der Verweis aufs RKI reiche nicht. Außerdem sei der "Rückschluss, wonach eine Neuinfektionshäufigkeit in sieben Tagen von mehr als 50 pro 100.000 Einwohner eines Landkreises/einer kreisfreien Stadt im Wege eines Automatismus zu einem Beherbergungsverbot führe, nicht verhältnismäßig", heißt es in dem Urteil.

Zahl der Infizierten nach Trauerfeier in Schwäbisch Gmünd gestiegen

16.13 Uhr: Nach einer Trauerfeier in Schwäbisch Gmünd (Baden-Württemberg) ist die Zahl der Corona-Infizierten gestiegen. Inzwischen wurden 58 Menschen positiv auf das Virus getestet, darunter auch zwölf Kinder, wie das Landratsamt am Dienstag mitteilte. Am Vortag waren 47 Coronafälle bekannt. Daneben habe man inzwischen ermitteln können, welcher Trauergast als erster mit dem Virus infiziert gewesen sein könnte, hieß es. Den Angaben zufolge könnten sich noch weitere Menschen angesteckt haben. 150 Trauergäste und Kontaktpersonen seien bereits vergangene Woche getestet worden, 250 weitere seit Beginn dieser Woche.

Corona-Tests an Berliner Flughäfen sollen am Mittwoch starten

15.49 Uhr: An den Berliner Flughäfen sollen sich Reiserückkehrer aus sogenannten Risikogebieten von diesem Mittwoch an auf das Coronavirus testen lassen können. Dafür laufen alle Vorbereitungen, wie ein Sprecher der Senatskanzlei am Dienstag sagte. Die Tests in den Terminalgebäuden der Flughäfen Tegel und Schönefeld sollen für die Reisenden kostenlos sein. Derzeit sind sie noch freiwillig. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat angekündigt, dass sie verpflichtend werden sollen. dpa Passagiere gehen am Flughafen Berlin-Tegel zur Sicherheitskontrolle.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte die Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten am vergangenen Donnerstag für diese Woche in Aussicht gestellt. Die Umsetzung liegt in der Verantwortung der Charité. Die Gesundheitsministerkonferenz von Bund und Ländern hatte sich darauf verständigt, dass Reisende aus solchen Gebieten im Ausland künftig unmittelbar nach Rückkehr auf das Coronavirus getestet werden sollen. Dazu sollen bundesweit an Flughäfen Teststellen entstehen.

18 Corona-Infizierte nach Bar-Besuch in Berlin – Stadt sucht nach anonymen Gästen

14.42 Uhr: Wegen Corona-Fällen sucht das Gesundheitsamt des Berliner Bezirks Neukölln Besucher einer Kneipe im Schillerkiez. Zwischen dem 16. und 18. Juli sei es im Brauhaus Neulich in der Selchower Straße zu einem "nachgewiesenen Infektionsgeschehen" mit bisher 18 bestätigten Fällen gekommen, teilte das Bezirksamt am Dienstag mit. Gesucht würden nun weitere Gäste, die in dem Zeitraum in dem Lokal waren. "Bisher stehen 68 Gäste und 7 Beschäftigte des Brauhaus Neulich unter Quarantäne."

Der Bezirk hat bei der Nachverfolgung der Kontakte zu kämpfen: Insbesondere würden 41 Gäste gesucht, deren Namensangaben in den Listen vom 16. Juli unvollständig oder falsch seien. Wie der Bezirk weiter erklärte, gibt es Anhaltspunkte, dass die verpflichtende Anwesenheitsdokumentation "nicht zu jedem Zeitpunkt ordnungsgemäß geführt wurde", hieß es. Man müsse davon ausgehen, dass weitere Gäste bisher unerkannt blieben. "Das Bezirksamt Neukölln prüft in diesem Zusammenhang die Einleitung eines Ordnungswidrigkeitsverfahrens." imago/Schöning In Berlin-Neukölln ist es zu einem Corona-Ausbruch in einer Bar gekommen. (Symbolbild)

Jeder Gastwirt, aber auch jeder Gast trage eine Verantwortung für die vollständige und wahrheitsgemäße Dokumentation der Anwesenheiten, erklärte der Neuköllner Gesundheitsstadtrat Falko Liecke (CDU). "Wer diese Verantwortung nicht ernst nimmt, trägt eine Mitschuld an der weiteren Verbreitung der Infektion, an möglicherweise schweren Krankheitsverläufen und an möglicherweise erneuten tiefen Einschnitten in unser aller Freiheit durch neue harte Eindämmungsmaßnahmen."

Erst vergangene Woche hatte der Bezirk Mitte nach Corona-Fällen im Zusammenhang mit einem Party-Abend in einer Bar unter dem Fernsehturm Gäste aufgerufen, sich zu melden. Laut Bezirk waren auch dort Kontaktlisten fehlerhaft und unvollständig.

Kitas in NRW kehren am 17. August zurück in den Regelbetrieb

12.46 Uhr: Die Kindergärten in Nordrhein-Westfalen sollen ab dem 17. August zurück in den Regelbetrieb. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur in Düsseldorf am Dienstag aus Regierungskreisen. Alle Kinder können dann ihre Kita oder ihre Tageseltern wieder im vertraglich vereinbarten Umfang besuchen. Die Neuregelung steht unter dem Vorbehalt des weiteren Corona-Infektionsgeschehens.

TOP-NEWS: Auswärtiges Amt rät von Urlaubsreisen nach Barcelona ab

11.01 Uhr: Wegen des starken Anstiegs der Corona-Infektionen in Spanien rät das Auswärtige Amt nun von touristischen Reisen in mehrere Regionen des beliebtesten Urlaubslands der Deutschen ab. Betroffen sind Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona und den Stränden der Costa Brava sowie die westlich davon im Landesinneren liegenden Regionen Aragón und Navarra. Die Balearen mit der beliebten Ferieninsel Mallorca oder die Kanaren bleiben verschont. Das Auswärtige Amt begründete den Schritt am Dienstag in seinen Reisehinweisen für Spanien mit den "hohen Infektionszahlen und örtlichen Absperrungen".

Auf eine Reaktivierung der formellen Reisewarnung für die stark betroffenen Regionen verzichtete das Ministerium zunächst. Ein solcher Schritt hätte Urlaubern die kostenlose Stornierung von Buchungen ermöglicht. Das Abraten von Reisen ist quasi eine Alarmstufe darunter.

Das Auswärtige Amt hatte die Reisewarnung für das besonders stark von der Corona-Pandemie getroffene Spanien erst am 21. Juni aufgehoben, nachdem die Regierung einen 14-wöchigen Notstand beendet hatte. Die Infektionszahlen waren in den vergangenen Tagen in einigen Gebieten wieder dramatisch gestiegen. dpa/Emilio Morenatti/AP/dpa Urlauber aus Deutschland können wieder zu beliebten Zielen in Europa aufbrechen.

Die drei am stärksten betroffenen Regionen werden von der Bundesregierung aber trotz der hohen Infektionszahlen zunächst nicht zu Risikogebieten gezählt. Rückkehrer aus solchen Gebieten müssen künftig in Deutschland einen Corona-Test machen. In der Europäischen Union gilt das derzeit nur für Luxemburg.

Die katalanische Gesundheitsbehörde teilte am Montagabend mit, dass in den vergangenen 24 Stunden 724 neue Infektionen registriert worden seien. Regionalpräsident Quim Torra rief die Menschen zu größter Vorsicht auf. «Die Lage ist sehr kritisch», sagte er. Die nächsten zehn Tage seien «die wichtigsten dieses Sommers». Man befinde sich schon fast wieder in einer Situation wie im März. Wenn die Zahlen weiter stiegen, müssten drastischere Maßnahmen ergriffen werden. Ausgangsbeschränkungen würden dann nicht mehr ausgeschlossen.

Mit mehr als 270 000 nachgewiesenen Infektionen und über 28 400 Toten ist Spanien eines der von der Pandemie am schwersten betroffenen Länder Europas.

Großbritannien hatte am Sonntag mit einer deutlich drastischeren Maßnahme als Deutschland auf die neue Infektionswelle reagiert und eine zweiwöchige Quarantänepflicht für Rückkehrer aus ganz Spanien verhängt. Dies habe der spanischen Tourismusbranche «den Rest gegeben», schrieb die Tageszeitung "El País" am Montag. Die spanische Tourismusindustrie kommt in Normalzeiten für zwölf Prozent des spanischen Bruttoinlandsprodukts auf.

TOP-NEWS: RKI meldet 633 neue Fälle – so viele gab es seit 11. Mai an einem Montag nicht mehr

08.05 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 633 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Wie der "Welt"-Journalist Olaf Gersemann auf Twitter schreibt, ist das die höchste Zahl an einem Montag seit dem 11. Mai.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 27.7., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,28 (Vortag: 1,22). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 27.7., 0.00 Uhr, bei 1,10 (Vortag: 1,16). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg: 37.047 (1843 Todesfälle)
  • Bayern: 50.589 (2617 Todesfälle)
  • Berlin: 9070 (223 Todesfälle)
  • Brandenburg: 3550 (173 Todesfälle)
  • Bremen: 1761 (55 Todesfälle)
  • Hamburg: 5337 (230 Todesfälle)
  • Hessen: 11.743 (518 Todesfälle)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 849 (20 Todesfälle)
  • Niedersachsen: 14.254 (649 Todesfälle)
  • Nordrhein-Westfalen: 47.740 (1730 Todesfälle)
  • Rheinland-Pfalz: 7445 (239 Todesfälle)
  • Saarland: 2831 (174 Todesfälle)
  • Sachsen: 5522 (224 Todesfälle)
  • Sachsen-Anhalt: 1999 (64 Todesfälle)
  • Schleswig-Holstein: 3379 (156 Todesfälle)
  • Thüringen: 3351 (182 Todesfälle)

*Diese Bundesländer haben keine neuen Fallzahlen gemeldet

Gesamt (Stand 28.07.2020, 21.41 Uhr): 206.467 (9097 Todesfälle)

Vortag (Stand 27.07.2020, 20.25 Uhr): 205.750 (9092 Todesfälle)

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien.

Die Zahl der Geheilten liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei rund 190.800

Die Zahl der aktiven Fälle liegt damit bei rund 6600

Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl:  1,25 (Stand 28.07.20)


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