ABDA stemmt sich gegen Sparpläne im Apothekensektor

ABDA stemmt sich gegen Sparpläne im Apothekensektor

Um die Bevölkerung auf die schwierige Lage der Apotheken und die drohende weitere Verschlechterung durch das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz aufmerksam zu machen, hat die ABDA eine viertelseitige Anzeige in der „FAZ“ geschaltet. Zudem schickt sie in dieser Woche, da das Sparpaket erstmals im Bundestag beraten wird, Fahrräder mit Werbeanhängern durch Berlin, um auch die Abgeordneten für die Nöte der Apotheken zu sensibilisieren.

Am morgigen Freitag berät das Bundestagsplenum erstmals über das Sparpaket aus dem Hause Lauterbach. Um die Abgeordneten darauf einzustimmen, trommelt die ABDA jetzt noch einmal dafür, den Kassenabschlag doch nicht wie aktuell vorgesehen von 1,77 Euro auf 2 Euro zu erhöhen: In der Ausgabe der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ vom gestrigen Mittwoch (21. September) hat die Bundesvereinigung eine viertelseitige Anzeige geschaltet, in der sie vor der geplanten Honorarkürzung der Apotheken warnt.

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Zu sehen ist ein Fahrrad, dessen Vorderrad deutlich zu klein geraten ist – fahren möchte damit wohl niemand gern. „Am falschen Ende gespart“ lautet der zugehörige Slogan. Und weiter heißt es: „Das läuft nicht? Ganz genau! Die Politik will die Apotheken mit weiteren Kürzungen massiv belasten. Aber wer die 18.000 Apotheken schwächt, trifft vor allem die Patientinnen und Patienten.“

In ihrem Newsroom berichtet die ABDA zudem, dass um die „FAZ“-Ausgaben aller Bundestagsabgeordneten zusätzlich noch eine Banderole mit der Aufschrift: „Apotheken stabilisieren“ lag. Seit Wochenbeginn seien zudem vier Fahrräder mit Werbeanhängern im Regierungsviertel unterwegs. Die Strecke führt laut ABDA am Reichstag, dem Paul-Löbe-Haus, dem Bundeskanzleramt sowie am Bundesgesundheitsministerium vorbei. Ein Video von der Aktion finden Sie hier.

Overwiening: Sparpläne gefährden die lokale Arzneimittelversorgung

Auch in einer Pressemitteilung vom heutigen Donnerstag weist die Standesvertretung noch einmal auf die schwierige Lage der Apotheken hin. Die vom Bundesgesundheitsministerium im GKV-Finanzstabilisierungsgesetz vorgesehenen Kürzungen im Apothekenwesen machten die ohnehin angespannte Personalsituation in den Apotheken noch schwieriger, schreibt sie. „Mit den 120 Millionen Euro, auf die die Apotheken im Jahr verzichten sollen, könnten die Gehälter für 2.000 junge Apothekerinnen und Apotheker bezahlt werden, die dringend für die Versorgung einer immer älter und kränker werdenden Gesellschaft gebraucht werden“, sagt dazu ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening.

Die Kürzungspläne kämen zu einem Zeitpunkt, an dem die Apotheken schon enorme zusätzliche Kosten zu bewältigen haben. „Allein der diesjährige Tarifabschluss, der für die Angestellten dringend benötigte Gehaltsaufbesserungen bringt, bedeutet für den Inhaber oder die Inhaberin einer Apotheke vor Ort im nächsten Jahr Mehrkosten von rund 33.000 Euro. Die enorm gestiegenen Energiekosten und die allgemeine Inflation kommen dazu. Die Apotheke kann diese Kosten nicht an ihre Patientinnen und Patienten weitergeben. Weitere Belastungen darf es nicht geben. Sie gefährden die lokale Arzneimittelversorgung“, warnt Overwiening.

In dieser Situation sei statt weiterer Honorarkürzungen dringend eine Entlastung der Apotheken geboten. Die Präsidentin betont: „Es ist richtig und wichtig, wenn die Gesundheitspolitik erwägt, Gesundheitseinrichtungen von den extrem gestiegenen Energiekosten entlasten zu wollen. Auch die Apotheken müssen dazu gerechnet werden. Die Arzneimittelversorgung über die Apotheken ist stark abhängig von der Energieversorgung.“

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