Ärzte fordern Notfallplan bei TI-Ausfall

Ärzte fordern Notfallplan bei TI-Ausfall

Weil viele Arztpraxen seit mehr als zwei Wochen bestimmte Funktionen in der Telematikinfrastruktur nicht mehr nutzen können, fordert die Kassenärztliche Bundesvereinigung jetzt in einer Resolution ein Notfallkonzept für solche Situationen von der Gematik. Sie solle zu der ihr übertragenen Verantwortung stehen, so die Kassenärzte.

„Seit drei Wochen beschäftigen wir uns mit einer gravierenden Störung der zentralen Telematikinfrastruktur (TI), die potentiell alle Praxen betrifft“, kritisiert die KBV. Dadurch könnten die Praxen bestimmte gesetzliche Aufträge wie das Versichertenstammdatenmanagement, sprich den Abgleich zwischen den bei der Kasse hinterlegten und den auf der Gesundheitskarte des Patienten gespeicherten Informationen, nicht mehr wahrnehmen. Grund dafür ist ein Konfigurationsfehler in der TI, der einige der im Handel befindlichen Konnektoren vom Netz abschneidet.

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„Klar ist: Die Praxen tragen für die Störung keine Verantwortung. Es ist für sie oft nicht möglich, den Fehler überhaupt zu erkennen“, schreiben die Kassenärzte in ihrer Resolution. Sie warnen davor, dass nicht nur das Vertrauen der Ärzteschaft, sondern auch das der Bevölkerung in eine funktionierende Telematikinfrastruktur und eine erfolgreiche Digitalisierung des Gesundheitswesens auf dem Spiel stehe. „Die Gematik darf das Problem nicht auf die leichte Schulter nehmen. Sie muss hier klar und öffentlich die Verantwortung übernehmen und in Richtung Ärzteschaft kommunizieren, wie sie das Problem lösen wird. Es kann nicht sein, dass Praxen drei Wochen mit dem Problem alleine gelassen werden“, so die KBV.

Den Ärzten dürfen demnach durch den Ausfall keine Kosten entstehen. „Es darf also keine Sanktionen geben und es muss eine klare Regelung geben, dass die Praxen von den Kosten der Fehlerbehebung und der Rechnungsabwicklung freigestellt werden. Dies betrifft auch Folgekosten, wie etwa nicht mögliche Abrechnungen.“

Gematik soll zu ihrer Verantwortung stehen

Von der Gematik verlangt die KBV zudem, ein Notfallkonzept vorzulegen, wie sie künftig mit solchen Situationen umzugehen gedenkt. „Wenn in der Zukunft die Versorgung immer mehr von einer funktionsfähigen TI abhängt, ist es umso wichtiger, dass die TI reibungslos funktioniert und bei einem Ausfall schnelle und für die Praxen aufwandsarme Lösungen vorgehalten werden. Die Gematik muss für solche Problemfälle Notfallkonzepte vorhalten. Und auch künftig muss gelten: Die Praxen dürfen nicht für etwas zur Verantwortung gezogen werden, was sie nicht verursacht haben.“ Die Gematik ist laut Ärzteschaft verantwortlich für den technischen Betrieb, aber ebenso politisch verantwortlich für eine sichere Vernetzung des Gesundheitswesens. „Wir erwarten jetzt und für die Zukunft, dass die Gematik zu dieser Verantwortung steht!“

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