Afterschmerzen und starker Juckreiz können auf Madenwurminfektion hinweisen – Naturheilkunde & Naturheilverfahren Fachportal

Afterschmerzen und starker Juckreiz können auf Madenwurminfektion hinweisen – Naturheilkunde & Naturheilverfahren Fachportal

Madenwurminfektion bei Kindern

Madenwürmer verursachen die weltweit häufigste Wurmerkrankung des Menschen. Kinder kommen besonders oft mit diesen Parasiten in Kontakt, weil sie alles anfassen und häufig auch in den Mund stecken. Fachleute erklären, welche Symptome auf eine Madenwurminfektion hinweisen, wie man sich infiziert und was man dagegen unternehmen kann.

Wenn Kinder über starken Juckreiz, gelegentlich auch Schmerzen am After klagen (vor allem in der Nacht) und unter Umständen sogar kleine weiße Würmchen im Kot sichtbar sind, dann handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um eine Infektion mit Madenwürmern – die bei uns häufigste Wurmerkrankung, erklärt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) auf dem Internetportal „kindergesundheit-info.de“.

Wie man sich infiziert

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Laut den Fachleuten sind Madenwürmer etwa drei bis zwölf Millimeter lang und sitzen an der Schleimhaut des Darmes. Nachts bewegen sich die Weibchen aus dem Darmausgang heraus, um in den Falten um den After ihre Eier abzulegen – daher auch der heftige nächtliche Juckreiz.

Der BZgA zufolge findet die Ansteckung mit Madenwürmern in der Regel über Spuren von infizierten Kotresten statt, (beispielsweise in Erde oder Sand, aber auch an Gegenständen wie Spielzeug), die in den Mund gelangen.

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Zudem kann die Infektion über Lebensmittel, die mit Kot verunreinigt sind (zum Beispiel Salat), übertragen werden. Gerade Kinder stecken sich oft selbst erneut an, indem sie sich am Po kratzen und dann Wurmeier über die Finger wieder in den Mund gelangen.

Infektionen verlaufen oft harmlos

Madenwurminfektionen verlaufen in der Regel völlig harmlos – häufig werden sie nicht einmal bemerkt. Durch das Jucken am After kommt es aber nicht selten zu Schlafstörungen, die sich in Tagesmüdigkeit, Konzentrationsschwäche und Ähnlichem äußern können. Zudem kann es laut dem BZgA zu folgenden Komplikationen kommen:

  • In Einzelfällen können in der Darmschleimhaut Entzündungen entstehen.
  • Durch das Kratzen kann es auch am Darmausgang zu Wunden und Entzündungen oder einem Ekzem kommen. Bei Mädchen und Frauen kann die Entzündung auf die Geschlechtsorgane übergehen, und es kann zu vaginalem Ausfluss kommen.
  • In Fällen von besonders schwerem Befall mit Madenwürmern können auch Bauchkrämpfe oder eine Bauchfellentzündung auftreten.

Nachweis einer Infektion

Wie die Techniker Krankenkasse (TK) erklärt, stellen Ärztinnen oder Ärzte die Diagnose meist schon anhand der vom Betroffenen beziehungsweise den Eltern geschilderten Beschwerden. In den meisten Fällen sind die Würmer im Stuhl mit dem bloßen Auge zu erkennen. Manchmal findet man in der Bettwäsche oder im Schlafanzug tote Würmer. Mit einem Klebestreifen können Wurmeier von dem Bereich um den After abgenommen und anschließend unter dem Mikroskop nachgewiesen werden.

Streng auf die Hygiene achten

Besteht bei einem Kind der Verdacht auf eine Infektion mit Madenwürmern, sollte ein Kinder- und Jugendarzt oder eine Kinder- und Jugendärztin aufgesucht werden. Am besten wird vorher bereits ein Klebestreifen-Test gemacht und der Klebestreifen – zum Beispiel in einem verschlossenen Glas – mit in die Praxis gebracht.

Der TK zufolge erfolgt eine Behandlung mit Wurm abtötenden Medikamenten. Die Therapie, die meist wenige Tage bis zu einer Woche dauert, ist in der Regel gut verträglich. Neben den Wurmmitteln können einige Hausmittel gegen Würmer wie Kürbiskerne oder Kokosöl unterstützend gegeben werden. Zudem ist nachts eng anliegende Unterwäsche empfehlenswert, um das Kind am Kratzen zu hindern.

In der Regel wird bei Madenwürmern geraten, gleich bei der ganzen Familie die Entwurmung durchzuführen, da sich enge Kontaktpersonen (eventuell auch außerhalb der Familie) mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls angesteckt haben.

Laut der BZgA ist es bei Infektionen mit Madenwürmern besonders wichtig, sehr streng auf die Hygiene zu achten:

  • Häufiges Händewaschen
  • Tägliches Wechseln von Unter- und Bettwäsche
  • Waschen der Unter- und Bettwäsche bei mindestens 60° Grad Celsius
  • Kurzschneiden der Fingernägel

Da die Ansteckung mit Madenwürmern auch durch Einatmen von „Staubeiern“ erfolgen kann, die beispielsweise mit der Bettwäsche aufgeschüttelt werden, sind Madenwurminfektionen aber laut der TK selbst durch die beste Hygiene nicht hundertprozentig zu verhindern. (ad)

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