Blut ist im Sommer Mangelware – was Sie zur Blutspende wissen sollten

Blut ist im Sommer Mangelware – was Sie zur Blutspende wissen sollten

Ganze 15.000 Blutspenden werden jeden Tag in Deutschland benötigt – für die Behandlung von Krebspatient:innen, für Bluttransfusionen bei Herz-, Magen- und Darmkrankheiten, Komplikationen während einer Geburt oder um Unfallopfer zu behandeln. In der Corona-Krise war es nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) schwierig, den Normalbedarf an Blutkonserven zu decken. Im Sommer wird generell weniger Blut gespendet.  Zum Weltblutspendetag wird deshalb erneut zum Spenden aufgerufen. Die wichtigsten Fragen und Antworten über eine Blutspende.

Wie groß ist die Bereitschaft der Deutschen für eine Blutspende?

Jeder fünfte Deutsche hat schon einmal Blut gespendet, so das Ergebnis einer repräsentativen Studie des digitalen Versicherungsmanagers Clark in Zusammenarbeit mit YouGov, bei der rund 1000 Menschen befragt wurden. Bei den Menschen, die noch nie Blut gespendet haben, gibt es dafür eine Bereitschaft: 25 Prozent der 18- bis 34-Jährigen können sich eine Blutspende vorstellen, bei Menschen ab 55 Jahren sinkt die Bereitschaft zur ersten Blutspende auf 14 Prozent. Fast jeder fünfte Mensch in Deutschland hat jedoch bisher noch nie Blut gespendet und kann es sich auch in Zukunft nicht vorstellen.

Der wichtigste Grund für eine Blutspende ist für fast die Hälfte der Deutschen der Wunsch, der Allgemeinheit damit zu helfen. Finanzielle Anreize spielen nur für 18 Prozent eine Rolle.

Die Diagnose


Sie kann kaum noch gehen. Doch das hat nichts mit ihrem Rücken zu tun. Sondern mit Blut

Reichen die Blutspenden?

Insgesamt spenden laut DRK nur knapp drei Prozent der Bevölkerung regelmäßig Blut. Um die Versorgung mit Blutpräparaten langfristig ausreichend zu sichern, müssten etwa sechs Prozent regelmäßig spenden. Sorgen bereitet den Experten vor allem der demografische Wandel. Jährlich scheiden deutschlandweit rund hunderttausend aktive Blutspender:innen aus Altersgründen oder wegen einer Krankheit aus. Auf der anderen Seite steigt der Bedarf unter Älteren.

Vor allem im Sommer, wenn viele Menschen im Urlaub sind, werden die Blutkonserven zudem regelmäßig knapp. Zusätzlich hielt die Corona-Pandemie zahlreiche potenzielle Spender:innen ab. So brachen die Blutspenden am Anfang der Corona-Krise stellenweise dramatisch ein. Doch sank auch der Bedarf, weil Kliniken viele Operationen absagten, und zwischendurch war die Lage auch wieder stabil. Doch die Zahl der Eingriffe steigt nun, auch wegen zahlreicher Nachholoperationen. Laut DRK-Blutspendedienst gibt es derzeit kaum Reserven.

Wer kann Blut spenden?

Blut spenden darf grundsätzlich jeder zwischen 18 und 68 Jahren ab einem Gewicht von 50 Kilogramm, informiert die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Die Höchstgrenze für die erstmalige Spende liegt bei 60 Jahren. Grundsätzlich kommen dafür auch ältere Menschen noch in Frage, wenn das ihr Gesundheitszustand zulässt.

Wie oft darf man Blut spenden?

Frauen dürfen höchstens vier Mal und Männer höchstens sechs Mal innerhalb von zwölf Monaten Blut spenden. Zwischen zwei Vollblutspenden muss ein:e Spender: in mindestens acht Wochen warten.

Wer darf kein Blut spenden?

Wer Kontakt zu einer mit Covid-19 infizierten Person hatte, darf erst zehn Tage nach dem Kontakt wieder Blut spenden. Nach einer Corona-Infektion mit Fieber beträgt die Wartezeit nach Symptomfreiheit laut DRK 28 Tage. Während der Schwangerschaft und auch nach der Geburt sollen Frauen vorübergehend nicht Blut spenden. Ein zeitlich begrenzter Ausschluss gilt auch nach vielen Impfungen und Auslandsreisen in Malariagebiete oder Länder mit Hepatitisrisiko. Vorübergehend nicht gespendet werden kann nach größeren Operationen oder bei Einnahme bestimmter Medikamente. Wer einen Eisenmangel hat, darf kein Blut spenden, bis die Eisenreserven wieder aufgefüllt sind.

Online-Check zur Blutspende

Wer unsicher ist, ob er oder sie als Blutspender:in in Frage kommt, kann sich bei dem Spende-Check des DRK online einen ersten Überblick verschaffen. Das DRK bietet auch eine kostenfreie Hotline für weitere Fragen. Diese ist montags bis freitags zwischen 8 und 17 Uhr erreichbar unter 0800/1194911.

Weitere Informationen zur Blutspende beim DRK oder der BZgA.

Nach Akupunkturbehandlungen, sofern diese nicht nachweislich steril durchgeführt wurden, sowie Piercings und Tätowierungen wird mindestens vier Monate bis zur nächsten Spende gewartet, um Infektionen sicher auszuschließen. Karenzzeiten gelten auch für Menschen, deren Sexualverhalten mit einem höheren Risiko für die Übertragung einer Infektionskrankheit wie Hepatitis oder HIV verbunden sein kann.

Gibt es Menschen, die dauerhaft von der Blutspende ausgeschlossen werden?

Dieser gilt beispielsweise bei bestimmten Vorerkrankungen wie insulinpflichtiger Diabetes, Hepatitis oder chronisch-entzündlichen Erkrankungen.

Was erwartet mich bei einer Blutspende?

Wer Blut spendet, muss beim Blutspendedienst zunächst einen Fragebogen ausfüllen und ein Arztgespräch mit Gesundheitscheck durchlaufen. Die Blutspende selbst dauert rund zehn Minuten. Dabei werden rund 500 Milliliter Blut entnommen. Nach der Blutspende müssen sich Spender: innen noch eine halbe Stunde beim Blutspendedienst ausruhen, bevor sie nach Hause gehen. Zur Vorbereitung der Blutspende sollte viel Flüssigkeit zu sich genommen werden – das DRK empfiehlt zwei Liter Wasser. Außerdem sollte eine Blutspende nicht auf nüchternen Magen durchgeführt werden.

Was muss ich nach der Blutspende beachten?

Der Tag nach der Blutspende sollte am besten ruhig angegangen werden. Auf größere körperliche Anstrengungen – wie den Besuch im Fitnessstudio oder der Sauna – sollte einen Tag verzichtet werden.

Hat eine Blutspende einen Vorteil für die Spender: innen?

Wer Blut spendet, durchläuft einen kleinen Gesundheitscheck. Es werden Blutdruck und Temperatur gemessen, der Hämoglobinwert wird bestimmt. Ist der Hämoglobinwert zu niedrig, zeigt dies an, dass ein Mensch zu wenig Eisen im Blut hat. Das Blut wird nach der Spende auf Infektionskrankheiten wie HIV oder Syphilis untersucht und die Blutgruppe bestimmt. "Menschen, die regelmäßig Blut spenden, haben im Vergleich zu Menschen, die kein Blut spenden, ein geringeres Risiko, an einem Herzinfarkt zu erkranken", heißt es bei der BZgA. Studienergebnisse darauf hin, dass eine regelmäßige Blutspende eine blutdruckmindernde Wirkung bei Menschen mit Bluthochdruck hat.

Bekommt man für eine Blutspende Geld?

Wer Blut spendet, kann von den Blutspendediensten eine sogenannte Aufwandsentschädigung bekommen. Das kann neben Geld auch ein Gutschein oder ein kleines Geschenk sein.

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Wo kann ich in meiner Nähe Blut spenden?

Die BZgA bietet online eine Liste mit Blutspendediensten. Mit der Eingabe der Postleitzahl können Spendewillige Blutspendedienste in ihrer Nähe finden.  

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