BMG: Modellvorhaben für Grippeimpfungen in der Apotheke und Dauerverordnungen

BMG: Modellvorhaben für Grippeimpfungen in der Apotheke und Dauerverordnungen

Impfen in der Apotheke: Bundesgesundheitsminister Jens Spahnhat das Thema schon mehrfach ins Spiel gebracht – und nun findet es sich auch imReferentenentwurf eines „Gesetzes zur Stärkung der Vor-Ort-Apotheken“. Demnach sollen geschulte Apotheker Grippeschutzimpfungen im Rahmen von Modellvorhaben durchführendürfen. Außerdem schlägt das BMG vor, dass Ärzte künftig fürChroniker Dauerverordnungen ausstellen dürfen, auf die bis zu drei Mal einArzneimittel abgegeben werden kann.

Der Referentenentwurf eines Gesetzes zur Stärkung derVor-Ort-Apotheken, der DAZ.online vorliegt, hat es in sich: Neben derVerankerung der Preisbindung im SGB V, dem Verbot von Abgabeautomaten à la Hüffenhardt, zusätzlichen pharmazeutischen Dienstleistungen und einem neuen Zuweisungsverbot für elektronische Verordnungen enthält ereinen Passus zur Grippeschutzimpfung in Apotheken im Rahmen von regionalenModellprojekten.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte das Thema zuletztbeim westfälsch-lippischen Apothekertag aufs Tapet gebracht. Er könne sich Modellprojektewie in Frankreich vorstellen, sagte er in Münster. Und dieser Vorschlag findetsich nun auch im Entwurf wieder. Es heißt, zur Verbesserung der Impfquotekönnen Krankenkassen oder ihre Landesverbände mit Apothekern Verträge überModellprojekte zur Durchführung von Grippeschutzimpfungen vereinbaren. In denVerträgen sollen die Voraussetzungen für die Durchführung vonGrippeschutzimpfungen in Apotheken sowie deren Durchführung, Vergütung, Abrechnungund Dokumentation geregelt werden. Diese Modellprojekte sollen auf fünf Jahrebegrenzt sein und wissenschaftlich begleitet und ausgewertet werden. SoweitBerufsrecht nicht entgegensteht, könnten Apotheken, zumindest wenn es nach demBMG geht, die Impfung in der Apotheke durchführen. Auch das Argument der Ärzteschaft,Apotheker hätten das Impfen nicht gelernt, versucht das BMG zu entkräften. DieSicherheit der Patienten solle durch ärztliche Schulungen der Impfendensichergestellt werden.

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Diese Schulungen sollen dem Entwurf nach insbesondere umfassen:

  • Kompetenzen zur Durchführung von Grippeschutzimpfungen, einschließlich der Aufklärung und Einholung der Einwilligung,
  • Kenntnis und Beachtung von Kontraindikationen,
  • Kenntnis und Kompetenz zu Notfallmaßnahmen bei eventuellenakuten Impfreaktionen.

Bevor entsprechende Vereinbarungen getroffen werden, siehtder Entwurf vor, dass Stellungnahmen des Robert Koch-Instituts und desPaul-Ehrlich-Instituts einzuholen sind. Diese Stellungnahmen seien auch zuberücksichtigen.

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