BVPta: Apotheken gehen nicht gestärkt aus diesem „Reförmchen“ hervor

BVPta:  Apotheken gehen nicht gestärkt aus diesem „Reförmchen“ hervor

Das Apotheken-Stärkungsgesetz könnte schon im September erstmals im Bundesrat besprochen werden. Nach vielen anderen Verbänden hat sich nun auch der BVpta dazuzu Wort gemeldet. Die Bundesvorsitzende Katja Hennig kritisiert die geplante Apothekenreform – sie sieht darin keine Stärkung der Apotheken. Und auch was die Rolle des PTA-Berufsin der Zukunft angeht, ist sie mit der aktuellen Entwicklung nicht zufrieden und lässtin diesem Zusammenhang auch an der Standesvertretung kein gutes Haar.

Vor knapp drei Wochen hat das Bundeskabinett den Gesetzentwurfzur Stärkung der Vor-Ort-Apotheken sowie den zugehörigen Entwurf für eineÄnderungsverordnung beschlossen. Damit können die Pläne vonBundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für ein im Sozialrecht verankertesRx-Boni-Verbot ins parlamentarische Verfahren gehen. Unter anderem an der Begründung der Regelung,mit der die Einhaltung der einheitlichen Apothekenabgabepreise ins Sozialrechtüberführt werden soll, wurde im Vergleich zu den vorherigen Entwürfen nocheinmal gefeilt. Es wird nun nicht mehr nur auf das Sachleistungs-, sondern auchauf das Solidaritätsprinzip als eines der tragenden Strukturprinzipien desGKV-Systems verwiesen. Während ABDA-Präsident Friedemann Schmidt die bereitsdritte Fassung des Entwurfs grundsätzlich begrüßte, kommt aus einigenMitgliedsorganisationen erneut scharfe Kritik, auch der Ruf nach einemRx-Versandhandelsverbot reißt nicht ab. Nun hat sich auch die Bundesvorsitzendedes BVpta Katja Hennig zu Wort gemeldet. 

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Schon der Name des Gesetzes, so Hennig, sei eineLuftbuchung. Denn gestärkt gingen die Apotheken aus diesem „Reförmchen“ ganzbestimmt nicht hervor. Kaum etwas von dem, was die Apotheker ursprünglichgefordert haben, werde kommen. Das Versandhandelsverbot werde erst gar nichtmehr diskutiert und die Regel, wonach alle rezeptpflichtigen Arzneimittelüberall in Deutschland den gleichen Preis kosten, gelte bald für privatKrankenversicherte auch nicht mehr. „Immerhin“, so die Bundesvorsitzende, „solles 150 Millionen pro Jahr für die so genannten neuen Dienstleistungen geben.Was viel klingt, sind jedoch im Schnitt nicht einmal 8.000 Euro pro Apotheke.Retten lässt sich damit wenig – und attraktiver wird der Arbeitsmarkt Apothekeso erst recht nicht.“

Es war noch nie so ernst wie unter dem „kommunikativenFleißminister“

Es möge die Apothekerspitze freuen, so Hennig weiter, dass nochkein Bundesgesundheitsminister mehr mit ihnen kommuniziert hat als Jens Spahn.Das ändere aber nichts daran, dass auch noch keiner seiner Vorgänger sointensiv an den Grundfesten der Apotheken gerüttelt habe wie der aktuelle.Selbst die Einführung des Versandhandels unter Ulla Schmidt habe nichtannähernd so tiefgreifende Folgen, wie sie der Beginn vom Ende derGleichpreisigkeit haben werde. Es könne sicher immer noch schlimmer kommen.Viel schlimmer als jetzt gehe aber fast kaum, so die Bundesvorsitzende.

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