Corona-Alarm auf Kreuzfahrtschiff – Inzidenz-Wert in Hamm steigt deutlich über 100

Corona-Alarm auf Kreuzfahrtschiff - Inzidenz-Wert in Hamm steigt deutlich über 100

Die Corona-Pandemie hat Deutschland und die Welt weiterhin fest im Griff: Die Zahl der Ansteckungen mit dem Virus steigt fast überall wieder an – auch in Deutschland. Weltweit sind mehr als eine Million Menschen durch das Virus gestorben. Alles Wichtige zur Corona-Pandemie finden Sie hier im News-Ticker von FOCUS Online.

  • Live-Karte zum Virus-Ausbruch und Coronavirus-Radar mit Zahlen und Fakten
  • Mehr News, Service und Ideen zur Corona-Pandemie finden Sie auf unserem Überblicksportal

Topmeldungen zur Corona-Krise in Deutschland und der Welt:

  • Mehr als eine Million Corona-Tote weltweit – USA trauriger Spitzenreiter (06.05 Uhr)
  • Bayern meldet höchste Zahl an Neuinfizierten – Baden-Württemberg mit starkem Anstieg (20.26 Uhr)
  • Ausbruch nach Familienfeier: Über 1500 Menschen in Bielefeld in Quarantäne (15.20 Uhr)

Streeck: Fehlende pragmatische Lösungen und zu viel Angst

06.44 Uhr: Deutschland hat es aus Sicht des Virologen Hendrik Streeck im Sommer verpasst, pragmatische Lösungen für Zeiten mit steigenden Corona-Infektionszahlen zu finden. "Ich glaube, im Gesundheitssystem sind wir sehr gut vorbereitet", sagte Streeck mit Blick auf den Herbst und Winter der Deutschen Presse-Agentur. "Mental sind wir dagegen in Deutschland weniger gut vorbereitet, so empfinde ich es zumindest."

Es sei zu viel Angst vorhanden, sagte der Virologe. "Und wir haben es über den Sommer hinweg nicht geschafft, pragmatische Lösungen zu finden, wie man in bestimmten Bereichen weitermachen kann, wenn die Infektionszahlen deutlich steigen. Da wurden Chancen ausgelassen." Seine Sorge sei nun, dass im Herbst wenig über Lösungen diskutiert werde – und "zu viel darüber, wie wir das Leben wieder zurückfahren". dpa/Federico Gambarini/dpabild Hendrik Streeck steht in einem Labor der Uniklinik Bonn.

Streeck erklärte, dass es in der aktuellen Situation vor der kalten Jahreszeit nicht darum gehen könne, das Virus komplett einzudämmen. Es sei bereits Teil unseres Alltags. "Wir würden es nur mit den allerhärtesten Maßnahmen schaffen, es einzudämmen. Dann aber errichten wir eine Art künstlichen Staudamm, während es in anderen Ländern weiterläuft", sagte der Direktor des Instituts für Virologie am Uniklinikum Bonn. Irgendwann würde es auch in Deutschland wieder losgehen. Der Virologe plädierte dafür, das Geschehen "mit Augenmaß und intelligenten Systemen" zu kontrollieren. Als Beispiel nannte er Schnelltests am Eingang von Pflegeheimen.

Verstöße gegen Corona-Regeln: Privatparty in Gelsenkirchen aufgelöst

06.35 Uhr: Die Stadt Gelsenkirchen hat am Wochenende erstmals eine Party wegen erheblicher Verstöße gegen die lokal verschärften Corona-Regeln aufgelöst. Mit 100 Gästen seien in der angemieteten Gaststätte doppelt so viele Menschen gewesen wie zulässig, teilte die Stadt am Montag mit. Zudem sei gegen die geltenden Hygieneregeln verstoßen worden. Den Vermieter der Gaststätte sowie den Veranstalter der den Behörden nicht gemeldeten privaten Feier erwarte ein Ordnungswidrigkeitsverfahren sowie ein Zwangsgeld. Nachbarn der Gaststätte hatten sich über laute Musik beschwert und das Ordnungsamt verständigt. Gemeinsam mit der Polizei schritten die Ordnungskräfte am Samstag ein, schickten die Gäste nach Hause und versiegelten die Zugänge zur Gaststätte.

Seit der vergangenen Woche dürfen in der Ruhrgebietsstadt Feste nur mit höchstens 50 Teilnehmern und unter Einhaltung strenger Auflagen stattfinden. Die Anordnung gilt, weil die Neuinfektionen auf den kritischen Warnwert von mehr als 35 neuen Fällen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen geklettert waren, ab dem Kommunen und Kreise besondere Gegenmaßnahmen zur Eindämmung ergreifen müssen. Nach Angaben des RKI lag der Sieben-Tage-Wert am Montag weiterhin bei mehr als 37 – der dritthöchste Wert in NRW nach Remscheid und Hamm.

TOP-NEWS: US-Forscher: Mehr als eine Million Corona-Tote weltweit

06.05 Uhr: Seit Beginn der Corona-Pandemie sind US-Wissenschaftlern zufolge weltweit bereits mehr als eine Million Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben. Das ging am Montagabend (Ortszeit) aus Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervor. Mehr als 33,2 Millionen Infektionen wurden nachgewiesen. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. Rund ein Fünftel aller erfassten Todesfälle beklagt die USA, wo mehr als 205.000 Menschen starben. In Brasilien sind mehr als 142.000, in Indien mehr als 95.000 Menschen gestorben.

Die Opferzahl in den USA, wo rund 330 Millionen Menschen leben, ist weltweit die bislang höchste in absoluten Zahlen. Relativ zur Einwohnerzahl ist die Zahl der Toten jedoch in einigen europäischen Ländern höher. In den USA starben den Daten der Johns-Hopkins-Universität zufolge rund 63 Menschen pro 100.000 Einwohner, in Großbritannien liegt dieser Wert ein wenig höher. In Spanien kommen 67 Tote auf 100.000 Einwohner, in Deutschland 11. Anupam Nath/AP/dpa

Die Webseite der Hopkins-Universität wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden die Zahlen zuletzt aber auch wieder nach unten korrigiert.

Der WHO erfasste bis Montag mehr als 996.000 Todesfälle und gut 33 Millionen bekannte Infektionen. Die Coronavirus-Pandemie begann um den Jahreswechsel in China. Das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 kann die Erkrankung Covid-19 auslösen, die vor allem bei älteren oder immungeschwächten Patienten tödlich verlaufen kann.

Niederlande und Tschechien verschärfen Corona-Regeln

21.20 Uhr: Die Niederlande verschärfen angesichts schnell steigender Fallzahlen ihre Corona-Regeln für zunächst drei Wochen. "Jeder hat die alarmierenden Berichte gesehen", sagte Ministerpräsident Mark Rutte am Montagabend in Den Haag. Daraus müssten jetzt Konsequenzen gezogen werden.

Dazu gehört, dass ab Dienstagabend alle Sportveranstaltungen ohne Publikum stattfinden müssen. Cafés und Restaurants müssen um 22.00 Uhr schließen und dürfen ab 21.00 Uhr keine neuen Gäste mehr einlassen. Außerdem dürfen insgesamt nur noch 30 Menschen zugleich in einem Lokal sein, im Freien 40. Für alle Kontaktberufe wie Friseur oder Masseur ist eine Registrierung der Kunden verpflichtend. Mund- und Nasenschutz wird für Geschäfte empfohlen, ist aber nicht Pflicht. Zuhause soll man nur noch drei Gäste empfangen. Außerdem sollen alle wieder möglichst von zu Hause aus arbeiten.

"Entweder wir schaffen es, die Zahl der Infizierungen zu senken oder wir schaffen es nicht", sagte Gesundheitsminister Hugo de Jonge. "Dann sind härtere Maßnahmen nötig." Dies könne die Stilllegung des gesamten Gastronomie-, Sport- und Kultursektors sein. Es gehe dann wieder in Richtung Lockdown.

Die Zahl der Corona-Infektionen ist in den Niederlanden zuletzt stark angestiegen. Am Samstag gab es laut der Universität Johns Hopkins rund 2760 Neuinfektionen in dem Land mit rund 17,5 Millionen Einwohnern. Die täglichen Fallzahlen waren damit höher als in Deutschland, das mehr als viermal so viele Einwohner hat.

Auch Tschechien plant scheinbar eine drastische Reaktion auf die steigenden Corona-Infektionszahlen. Wie bereits im Frühjahr will das Land den Ausnahmezustand wieder verhängen. Regierungschef Andrej Babis von der polpulistischen Partei ANO sagte am Montagabend dem Fernsehsender Nova, er gehe davon aus, dass das Kabinett am Mittwoch in Prag zu einer Sondersitzung zusammenkommen werde, um diesen Schritt zu beschließen.

Der Ausnahmezustand würde es der Regierung unter anderem ermöglichen, Bürgerrechte wie die Versammlungsfreiheit auszusetzen. Zudem können die Gerichte höhere Strafen verhängen. Tschechien hatte in den letzten 14 Tagen die höchste Zahl an Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in Europa nach Spanien und Frankreich. Am Sonntag kamen 1305 Fälle hinzu, wie aus Behördendaten hervorging.

TOP-NEWS: Bayern meldet höchste Zahl an Neuinfizierten – Baden-Württemberg mit starkem Anstieg

20.26 Uhr: Die Gesundheitsämter der Bundesländer haben am Montag 1684 neue Fälle gemeldet. Mit insgesamt 360 gab Bayern die höchste Zahl an Neuinfizierten an – allerdings hatte das Bundesland auch zuvor am Sonntag keine aktuellen Zahlen herausgegeben. In NRW ist die Zahl der Neuninfizierten von 492 gemeldeten Fällen am Sonntag auf 325 am Montag gesunken.

Zwei Bundesländer melden deutlich höhere Infektionszahlen als am Tag zuvor. In Baden-Württemberg wurden 307 neue positive Fälle gemeldet – das sind 114 mehr als noch am Tag zuvor. In Berlin ist die Zahl der Neuinfizierten mit 131 im Vergleich zum Sonntag um 48 gestiegen. Die Reproduktionszahl ist im Gegensatz zum Sonntag minimal von 1,17 auf 1,18 gestiegen. Damit liegt sie weiter über der kritischen Marke von 1,0. Sieben Menschen sind in den vergangenen 24 Stunden an den Folgen einer Corona-Infektion verstorben – 9435 Todesfälle gibt es in Deutschland insgesamt.

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg: 49.199 (+307) / 1880 Todesfälle (+0)
  • Bayern: 67.375 (+360) / 2657 Todesfälle (+2)
  • Berlin: 14.326 (+131) / 228 Todesfälle (+0)
  • Brandenburg: 4256 (+7) / 173 Todesfälle (+0)
  • Bremen: 2385 (+64) / 59 Todesfälle (+0)
  • Hamburg: 7749 (+60) / 239 Todesfälle (+0)
  • Hessen: 18.644 (+37) / 550 Todesfälle (+0)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 1169 (+13) / 20 Todesfälle (+0)
  • Niedersachsen: 19.954 (+116) / 683 Todesfälle (+0)
  • Nordrhein-Westfalen: 68.718 (+325) / 1865 Todesfälle (+1)
  • Rheinland-Pfalz: 10.595 (+51) / 253 Todesfälle (+2)
  • Saarland: 3343 (+3) / 177 Todesfälle (+1)
  • Sachsen: 7132 (+91) / 232 Todesfälle (+0)
  • Sachsen-Anhalt: 2620 (+75) / 68 Todesfälle (+1)
  • Schleswig-Holstein: 4724 (+38) / 161 Todesfälle (+0)
  • Thüringen: 4054 (+6) / 190 Todesfälle (+0)

Gesamt (Stand 28.09.2020, 20.21 Uhr): 286.210 (9435 Todesfälle)

Vortag (Stand 27.09.2020, 19.32 Uhr): 284.526 (9428 Todesfälle)

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien.

Die Zahl der Geheilten liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei rund 252.500

Die Zahl der aktiven Fälle liegt damit bei 24.275 (-23)

Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl (Stand 28.09.): 1,18  (Vortag: 1,17)

Zahl der Intensivbetten laut DIVI-Intensivregister, die von Covid-19-Patienten belegt werden: 353 (+28)

Zahl der aktuell invasiv beatmeten Covid-19-Patienten: 191 (+11)

Die Zahl der Intensivbettenbelegung liegt bei 353. Damit sind 28 Personen mehr in intensivmedizinischer Behandlung als noch am Vortag. Aktive Corona-Fälle sind im Moment 24.275 zu verzeichnen – 23 weniger als am Vortag.

Berlins Bürgermeister rechnet mit schärferen Corona-Regeln

19.17 Uhr: In Berlin ist wie anderswo in Deutschland auch die Zahl der Infizierten mit dem Covid-19-Virus deutlich gestiegen – über mögliche Konsequenzen berät am Dienstag (ab 10 Uhr) der Senat. Dabei sind wie schon mehrfach in der Vergangenheit Experten eingeladen, unter anderem der Virologe der Berliner Charité, Prof. Christian Drosten. Die Senatsmitglieder wollen darüber diskutieren, ob strengere Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie nötig sind.

Das gilt zum Beispiel mit Blick auf die Höchstgrenzen für Veranstaltungen in Innenräumen. Ab 1. Oktober erlaubt die jetzige Infektionsschutzverordnung bis zu 1000 statt bis dahin 750 Anwesende. Ob es dabei bleibt, steht nach Angaben einer Senatssprecherin noch nicht fest. Auch über die maximale Teilnehmerzahl bei privaten Feiern will der Senat sprechen.

Außerdem berät der Senat, welche konkreten Konsequenzen ein Umspringen der Corona-Ampel standardmäßig haben sollte, zum Beispiel stärkere Kontaktbeschränkungen. Vor einer Woche zeigte die Ampel vorübergehend zum ersten Mal zweimal Gelb – weil die Grenzwerte für die sogenannte Reproduktionszahl und für die Fallzahlen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschritten wurden. Auch inwieweit stärkere Kontrollen und mehr Bußgelder zum besseren Einhalten der Corona-Regeln beitragen können, ist Thema im Senat. dpa/Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa Michael Müller (SPD) gestikuliert.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller stimmte die Bevölkerung auf eine mögliche Verschärfung von Corona-Regeln ein, darunter bei den Kontaktmöglichkeiten. "Ich glaube schon, dass wir etwas neu verabreden werden", sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur vor der Senatssitzung und einer anschließenden Schalte der Länderchefs mit Kanzlerin Angela Merkel an diesem Dienstag.

TOP-NEWS: Corona-Ausbruch nach Familienfeier – Über 1500 Menschen in Bielefeld in Quarantäne

15.20 Uhr: Nach dem Anstieg der Corona-Fallzahlen im nordrhein-westfälischen Bielefeld infolge einer Familienfeier befinden sich dort mittlerweile über 1500 Menschen in Quarantäne. Darunter seien allein 950 Schüler und Lehrer, sagte ein Stadtsprecher am Montag. Betroffen seien zehn Schulen. Zusätzlich befänden sich aktuell noch mindestens 560 weitere Menschen jenseits der betroffenen Schulen in Quarantäne.

Der Anstieg der Fallzahlen sorgte am Montag für großen Andrang an einer städtischen Drive-In-Teststation. Die Stadt bat die Bürger am Mittag darum, die Station am Montag nicht mehr anzufahren. "Das Testzentrum ist überlaufen, und der Verkehr staut sich bereits zurück", hieß es in einer Mitteilung. dpa/Friso Gentsch/dpa Eine Corona-Testung in Bielefeld.

In der 334.000-Einwohner-Stadt gab es am Montag nach Schätzung des Landeszentrums Gesundheit NRW 130 infizierte Personen. Laut RKI haben sich in den vergangenen sieben Tagen 16,8 Menschen pro 100.000 Einwohner mit dem Virus infiziert. Ab einem Wert von 35 müssen die Behörden in NRW besondere Gegenmaßnahmen zur Eindämmung einleiten.

 

Weitere News zu Corona finden Sie auf den nächsten Seiten.

Alles zur Entwicklung der Pandemie: Corona-Trends des Tages – Drei Werte zeigen, ob Lage unter Kontrolle bleibt

 

Bei Parteitagsrede: Als sich Söder Tee eingießt, verwandelt sich seine Tasse

FOCUS Online/Wochit Bei Parteitagsrede: Als sich Söder Tee eingießt, verwandelt sich seine Tasse

Surftipp: Coronakrise – Das bedeutet der Begriff Covidiot

Quelle: Den ganzen Artikel lesen