Corona Deutschland: Müller kündigt Lockdown für Berlin bis 10. Januar an

Corona Deutschland: Müller kündigt Lockdown für Berlin bis 10. Januar an

Die Corona-Pandemie hält Deutschland fest im Griff. Das RKI meldet fast 30.000 Neuinfektionen in Deutschland. Wegen der gestiegenen Fallzahlen geht Baden-Württemberg nach Weihnachten in den Lockdown. Alles Wichtige zur Corona-Pandemie finden Sie hier im News-Ticker von FOCUS Online.

Topmeldungen zur Corona-Pandemie am 11. Dezember

  • Baden-Württemberg geht nach Weihnachten in den Lockdown (08.38 Uhr)
  • Altenheim und Schlachthof: Zwei neue Corona-Massenausbrüche in Bayern (07.11 Uhr)
  • Fast 30.000 Neuinfektionen und 600 Todesfälle: RKI meldet neue Höchststände (06.05 Uhr)

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Baden-Württemberg geht nach Weihnachten in den Lockdown

08.38 Uhr: Baden-Württemberg geht wegen der ungebremst steigenden Corona-Infektionen nach Weihnachten bis mindestens 10. Januar in den Lockdown. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) kündigte am Freitag an, zur Not eine gemeinsame Lösung mit den Nachbarländern Baden-Württembergs anzustreben, sofern keine bundeseinheitliche Lösung gefunden werden könne.

Wegen stark steigender Corona-Neuinfektionen in ganz Baden-Württemberg kommt das grün-schwarze Kabinett am Freitag in Stuttgart zu einer Sondersitzung zusammen. Anschließend ist eine Pressekonferenz mit Ministerpräsident Kretschmann und Innenminister Thomas Strobl (CDU) geplant.

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen war zuvor innerhalb eines Tages um 4208 Fälle auf insgesamt 179 154 Ansteckungen gestiegen. Landesweit lag der Wert für Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen bei 168,8 und damit nochmals höher als an den Vortagen.

Sanofi-Impfstoff wird erst Ende 2021 fertig – Test-Ergebnisse bei älteren Menschen nicht so gut wie erhofft

08.07 Uhr: Der Corona-Impfstoff von Sanofi und GlaxoSmithKline (GSK) wird nach Angaben der beiden Pharmakonzerne erst Ende 2021 fertig. Bei älteren Menschen waren die Ergebnisse der ersten klinischen Tests nicht so gut wie erhofft, wie die beiden Unternehmen am Freitag mitteilten. Der französische Konzern Sanofi und das britische Unternehmen GSK müssen ihren Impfstoffkandidaten daher überarbeiten und neue Tests vornehmen.

Bei Erwachsenen zwischen 18 und 49 Jahren wurde den Angaben zufolge in den ersten beiden Testphasen eine Immunantwort wie nach einer überstandenen Covid-19-Erkrankung festgestellt. Bei älteren Erwachsenen sei die Immunantwort aber "unzureichend" gewesen. Daher müsse nun die Antigen-Konzentration in dem Mittel überarbeitet werden.

Sanofi und GSK forschen gemeinsam an einem Corona-Impfstoff. Die klinischen Tests begannen im September. Die Pharmakonzerne waren ursprünglich davon ausgegangen, noch vor Ende des Jahres die dritte Testphase beginnen und in der ersten Hälfte des nächsten Jahres die Zulassung beantragen zu können.

Nun sollen nach Angaben der beiden Unternehmen im Februar erst einmal neue Tests mit einer verbesserten Rezeptur starten. Mit der Verfügbarkeit des Impfstoffs wird wegen dieser Verzögerung nun erst im vierten Quartal 2021 gerechnet.

Altenheim und Schlachthof: Zwei neue Corona-Massenausbrüche in Bayern

07.11 Uhr: In Bayern hat es zwei neuerliche Fälle von Corona-Masseninfektionen gegeben: In der Oberpfalz ließ das Schwandorfer Landratsamt am Donnerstagabend ein Altenheim in Burglengenfeld teilweise räumen, weil sich dort fast 40 Bewohner und 19 Mitarbeiter infiziert haben. Und im Landshuter Schlachthof sind 70 Mitarbeiter infiziert und stehen nun mit ihren Familien und den bekannten Kontaktpersonen unter Quarantäne, wie das dortige Landratsamt mitteilte. dpa/Sven Hoppe/dpa Ein Bewohner eines Altenheims geht mit seinem Rollator über einen Flur.

In Burglengenfeld gab es einen Großeinsatz in der Seniorenresidenz Naabtalpark. Das Heim hat zwei Häuser, in einem dieser beiden Häuser waren die meisten Bewohner infiziert. Einige waren so krank, dass sie in Kliniken behandelt werden, weitere sollten nach Regensburg in die ambulante Intensivpflege gebracht werden, andere im Heim bleiben dürfen. Am Abend waren 65 Einsatzkräfte mit der Evakuierung beschäftigt, inklusive Feuerwehrleute, die zusätzliche Beleuchtung aufstellten. Die Behörden stellten den "Pflegenotstand" fest und organisierten für die Nacht Notbetreuung durch einen Rettungsdienst. Im zweiten Haus der Seniorenresidenz haben sich demnach bislang keine Bewohner infiziert.

Im Landshuter Schlachthof waren bereits vor zwei Tagen 43 Corona-Fälle in der Belegschaft festgestellt worden, am Donnerstag kamen 27 weitere dazu. Es ist nicht der erste niederbayerische Schlachthof, in dem es eine Masseninfektion gibt: Im November war der Schlachthof in Vilshofen unweit von Passau zeitweise geschlossen worden, nachdem sich dort 80 Mitarbeiter infiziert hatten. Beide Schlachthöfe gehören der Vion-Gruppe aus Buchloe.

Baden-Württemberg will Corona-Maßnahmen massiv verschärfen

06.31 Uhr: Baden-Württemberg will wegen der ungebremst steigenden Corona-Infektionen das öffentliche Leben im Land weiter herunterfahren. So seien unter anderem zu Anfang nächster Woche eine nächtliche Ausgangssperre sowie tagsüber Ausgangsbeschränkungen geplant, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur in Stuttgart nach einem Gespräch der grün-schwarzen Landesregierung mit den kommunalen Spitzenverbänden am Donnerstag. Wer das Haus tagsüber verlässt, soll das nur noch mit einem triftigen Grund tun, etwa für die Arbeit.

Die neuen drastischen Auflagen will das Kabinett an diesem Freitag in einer Sondersitzung beschließen und um 12.00 Uhr auf einer Pressekonferenz verkünden. Damit reagiert Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) auf die stark steigenden Infektionszahlen und greift einer möglichen Absprache mit den Länder-Regierungschefs und der Kanzlerin vor. Als Starttermin für die Maßnahmen im Land war zuletzt der kommende Dienstag im Gespräch, hieß es.

Allerdings muss noch geklärt werden, was alles unter einem triftigen Grund für das Verlassen des Hauses zu verstehen ist. Zuletzt war vor allem noch umstritten, ob nur noch das Einkaufen für den täglichen Bedarf ein triftiger Grund sein soll. Das würde bedeuten, dass der Einzelhandel bis auf Lebensmittelgeschäfte praktisch schließen müsste.

Geklärt werden muss zudem die Frage, ob die Schulen nun doch schon nächste Woche geschlossen werden sollen, wie es etwa Kanzlerin Angela Merkel (CDU) fordert. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hatte sich zuletzt vehement gegen eine solche flächendeckende Maßnahme gewehrt.

US-Arzneimittelbehörde empfiehlt Corona-Impfstoff von Biontech

06.21 Uhr: Eine Expertenkommission der US-Arzneimittelbehörde FDA hat eine Notfallzulassung des Corona-Impfstoffs des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer empfohlen. Das Gremium stimmte am Donnerstag in einer öffentlichen Sitzung für die Zulassung in den USA, die damit nun binnen weniger Tage beschlossen werden könnte.

Zwar ist das Votum des Expertengremiums nicht bindend. Es spricht aber alles dafür, dass der Biontech-Impfstoff bald eine Notfallzulassung erhält. Bereits am Dienstag hatte die FDA erklärt, sie stufe den Impfstoff als sicher und wirksam ein. Am Mittwoch kündigte das US-Gesundheitsministerium an, den Biontech-Impfstoff bereits ab Anfang kommender Woche in Krankenhäusern und Altenheimen einsetzen zu wollen. dpa/Ralf Hirschberger/zb/dpa/Illustration Eine Impfung wird vorbereitet.

Der Impfstoff ist bereits in Großbritannien, Kanada und weiteren Ländern zugelassen. In der EU läuft die Prüfung für eine Notfallzulassung. Wie Vertreter des Unternehmens bei einer Anhörung der US-Arzneimittelbehörde FDA verkündeten, will Pfizer im April eine reguläre US-Zulassung für den Impfstoff beantraten.

Der Biontech-Impfstoff beruht auf der sogenannten mRNA-Technologie. Anders als bei herkömmlichen Impfstoffen werden hierbei nicht der Erreger oder Teile des Erregers gespritzt, sondern der genetische Bauplan des Erregers weitergegeben, so dass der Körper das Antigen selbst bildet und eine Immunantwort entwickelt.

"Erhebliche Einschnitte": Müller geht von dreiwöchigem harten Lockdown aus

06.15 Uhr: Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller geht davon aus, dass sich die Bundesländer mit dem Bund auf einen dreiwöchigen harten Lockdown verständigen. Es zeichne sich ab, auch in den Gesprächen mit den Kollegen der Bundesländer, "dass ab 20. es doch erhebliche Einschnitte gibt" und der Einzelhandel "deutlich" heruntergefahren werde, sagte Müller am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "Markus Lanz". dpa/Markus Schreiber/AP POOL/dpabild Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller (SPD), spricht.

Die Schulferien hätten dann ohnehin begonnen, viele Menschen gingen nicht mehr arbeiten und im Nahverkehr werde es ruhiger. "Zwischen dem 20. Dezember und 10. Januar haben wir praktisch drei Wochen massiver Einschränkungen, die auch mit Sicherheit auch dazu führen werden, dass die Inzidenzen runtergehen", sagte der SPD-Politiker, der auch Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz ist.

Müller äußerte die Erwartung, dass sich die Ministerpräsidentenkonferenz darauf verständigen werde, dass das öffentliche Leben in diesen drei Wochen weitestgehend heruntergefahren wird. Das zeichne sich auch ab. Auch jene, deren Länder niedrige Infektionszahlen aufwiesen, sagten nun, man befinde sich bundesweit in einer Krisensituation, in der man solidarisch sein müsse. Die eindringlichen Appelle von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) seien hier sehr hilfreich gewesen.

Fast 30.000 Neuinfektionen und 600 Todesfälle: RKI meldet neue Höchststände

Freitag, 11. Dezember, 06.05 Uhr: Die Zahlen der täglichen Neuinfektionen und Corona-Toten in Deutschland haben neue Höchststände erreicht. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Freitagmorgen 29.875 Neuansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus binnen eines Tages sowie 598 neue Todesfälle. Damit wurden die bisherigen Rekordwerte von 23.679 Neuinfektionen am Donnerstag und 590 Sterbefällen binnen 24 Stunden am Mittwoch übertroffen.

Mittlerweile wurden hierzulande mehr als 1,27 Millionen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen. Insgesamt 20.970 Infizierte starben laut RKI. Wegen der weiter steigenden Fallzahlen wird von vielen Seiten eine Verschärfung des Corona-Lockdown gefordert. Es wird damit gerechnet, dass die Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Wochenende darüber beraten.

 

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg: 174.946 (+4042), 3228 Todesfälle (+59)
  • Bayern: 239.150 (+3982), 4431 Todesfälle (+108)
  • Berlin: 74.554 (+1123), 749 Todesfälle (+17)
  • Brandenburg: 25.361 (+663), 501 Todesfälle (+20)
  • Bremen: 11.188 (+147), 147 Todesfälle (+4)
  • Hamburg: 27.700 (+333), 382 Todesfälle (+25)
  • Hessen: 99.560 (+1658), 1578 Todesfälle (+49)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 7360 (+298), 88 Todesfälle (+2)
  • Niedersachsen: 79.982 (+1011), 1338 Todesfälle (+42)
  • Nordrhein-Westfalen: 294.733 (+4071), 4167 Todesfälle (+103)
  • Rheinland-Pfalz: 52.125 (+962), 759 Todesfälle (+23)
  • Saarland: 15.068 (+454), 318 Todesfälle (+9) 
  • Sachsen: 75.893 (+2694), 1424 Todesfälle (+66)
  • Sachsen-Anhalt: 16.462 (+609), 241 Todesfälle (+14)
  • Schleswig-Holstein: 16.565 (+297), 276 Todesfälle (+5)
  • Thüringen: 22.020 (+583), 467 Todesfälle (+15)

Gesamt (Stand 09.12., 21.06 Uhr): 1.232.667 (+22.927), 20.094 Todesfälle (+561)

Vortag (Stand 08.12., 20.45 Uhr): 1.209.612 (+17.890), 19.533 Todesfälle (+566)

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien.

Die Zahl der Genesenen liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei rund ca. 902.100 (+20.300)

Die Zahl der aktiven Fälle liegt damit bei: 310.473 (Vortag: 308.185)

Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl (Stand: 09.12.): 0,91 (Vortag: 1,03)

Zahl der Intensivbetten laut DIVI-Intensivregister, die von Covid-19-Patienten belegt werden: 4286 (+29)

Zahl der aktuell invasiv beatmeten Covid-19-Patienten: 2523 (-12)

  
 

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