Corona-Impfung: Darauf müssen Allergiker unbedingt achten! – Heilpraxis

Corona-Impfung: Darauf müssen Allergiker unbedingt achten! – Heilpraxis

Corona-Impfung: Allergische Reaktionen möglich

In Deutschland haben die Corona-Schutzimpfungen begonnen. In anderen Ländern wie Großbritannien und den USA wird schon seit einigen Wochen geimpft. Von dort wurden auch Berichte über allergische Zwischenfälle nach der Injektion bekannt. Doch was steckt dahinter? Und bedeutet dies ein erhöhtes Risiko für Menschen mit Allergien?

Wie auf der Webseite der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) erklärt wird, gab es in Großbritannien im Dezember zunächst Berichte von zwei allergischen Zwischenfällen nach der ersten Injektion des BioNTech COVID-19-Impfstoffs BNT162b2 und später waren drei weitere Fälle in den USA aufgetreten. Muss man sich daher Sorgen machen wegen der Impfung?

Schwere allergische Reaktionen gemeldet

Nach der positiven Beurteilung des COVID-19 Impfstoffes BNT162b2 von BioNTech/Pfizer ist auch in Deutschland mit den Impfungen begonnen werden. Bereits in den ersten Impftagen wurden jedoch in Großbritannien und den USA schwere allergische Reaktionen gemeldet.

Diese haben inzwischen für erhebliche Verunsicherung unter den geschätzt 105 Millionen Allergikerinnen und Allergikern in der EU geführt, von denen allein 24 Millionen in Deutschland leben, heißt es in einer Mitteilung.

Die Deutschen Allergie-Gesellschaften AeDA (Ärzteverband Deutscher Allergologen), DGAKI (Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie) und GPA (Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin) äußern sich in einer gemeinsamen Stellungnahme zu den Risiken für Menschen mit Allergien durch die Impfung und mögliche vorbeugende Maßnahmen.

Reaktionen womöglich durch Zusatzstoff

Aus allergologischer Sicht stellt sich nun die Frage, worauf haben die Betroffenen reagiert? Die Liste der Inhaltsstoffe des COVID-19 Impfstoffs BNT162b2, die die US-Behörde für Lebens- und Arzneimittel FDA veröffentlicht hat, enthält neben der modifizierten Virus-mRNA zusätzlich Saccharose, diverse Salze und Lipide, eines davon mit Polyethylenglykol (PEG) 2000 verlängert.

Diese nicht-toxische Substanz (PEG) ist laut der DGAKI vielen Alltags-, Kosmetik- und medizinischen Produkten zugesetzt und kann in seltenen Fällen allergische Reaktionen auslösen. Dieser Zusatzstoff könnte also die mögliche Ursache für die beschriebenen allergischen Impfreaktionen darstellen.

„Wir vermuten, dass mit PEG (Polyethylenglykol) ein Zusatzstoff der Impfung die allergischen Reaktionen bei den Patienten ausgelöst hat“, erläutert Professor Ludger Klimek, Leiter des Allergiezentrums in Wiesbaden und federführender Autor der Publikation.

„BNT162b2 enthält grundsätzlich weniger Allergie-auslösende Substanzen als andere, herkömmliche Impfstofftypen. Dennoch kann jede Impfung allergische Reaktionen oder einen allergischen Schock auslösen“, so der Experte.

Kein dauerhafter Verzicht auf die Impfung

Allergische Reaktionen traten in der Zulassungs-Studie von Pfizer/BioNTech lediglich bei 0,63 Prozent der Patientinnen und Patienten auf, die den Impfstoff erhielten und bei 0,51 Prozent der Personen in der Placebo-Gruppe. Allerdings waren Patientinnen und Patienten mit schweren Allergien von dieser Studie ausgeschlossen.

„Die hier noch fehlenden Daten zur Verträglichkeit bei Anaphylaxiegefährdeten Patienten müssen nun schnellstmöglich erhoben werden“, sagt der Allergie-Spezialist. Doch auch die meisten Patientinnen und Patienten mit schweren Allergien werden wohl nicht dauerhaft auf die Impfung verzichten müssen. Denn derzeit werden entsprechende Tests entwickelt, die schon bald zur Verfügung stehen werden.

„ Allergische Reaktionen auf Impfstoffe sind nicht ungewöhnlich, kommen glücklicherweise aber sehr selten vor. Sobald wir von den Kollegen in UK und USA Informationen über die auslösenden Allergene im BioNTech-Pfizer Impfstoff erhalten, werden wir entsprechende Allergietests durchführen können, die gefährdete Patienten erkennen. Für PEG wäre das relativ einfach möglich“, so Prof. Klimek.

Keine nachhaltige Verunsicherung

Der Allergie-Experte hält es für möglich, dass schon bald entsprechende Tests zur Verfügung stehen werden. „Hier sind wir unbedingt auf eine enge Kooperation mit den Unternehmen Pfizer und BioNTech angewiesen, die meines Wissens bislang auch in UK und USA bei der Aufklärung der Anaphylaxien bestmöglich mitwirken“, sagt Prof. Klimek.

„Die meisten Allergiker müssen durch die aktuelle Situation nicht nachhaltig verunsichert sein Nur sehr wenige Personen werden wohl aufgrund des Allergie-Risiko´s von einer Impfung ausgeschlossen werden müssen“ bewertet der Experte die aktuelle Situation. (ad)

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