Corona-Impfung: Menschen mit Diabetes können früher geimpft werden – Heilpraxis

Corona-Impfung: Menschen mit Diabetes können früher geimpft werden – Heilpraxis

Diabetes: Corona-Impfstrategie abgeändert

Im Dezember hat die Bundesregierung festgelegt, in welcher Reihenfolge die Menschen in Deutschland einen Anspruch auf eine Impfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 beziehungsweise die durch den Erreger ausgelöste Erkrankung COVID-19 haben. Nun soll die Corona-Impf-Strategie abgeändert werden. Dadurch können viele Menschen mit Diabetes früher als geplant geimpft werden.

So lange die Corona-Impfstoffe noch knapp sind, muss bei der Vergabe priorisiert werden. Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat daher im Dezember ihre Empfehlung zur COVID-19-Impfung veröffentlicht. An dieser Empfehlung orientiert sich die Corona-Impf-Strategie der Bundesregierung. Nun soll es hier eine Abänderung geben, die dafür sorgt, dass viele Diabetikerinnen und Diabetiker früher geimpft werden können.

Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs

Es ist bekannt, dass ältere Menschen und chronisch Kranke bei einer COVID-19 Erkrankung häufig einen schwereren Verlauf und auch eine höhere Mortalität aufweisen, erklärt die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) auf ihrer Webseite.

Zudem weisen Daten auf ein erhöhtes Risiko eines schweren COVID-19-Verlaufs bei Adipositas, Diabetes, Bluthochdruck, chronischen Organerkrankungen, Gefäßerkrankungen, Autoimmunerkrankungen oder neurologischen Erkrankungen hin.

Die DDG hat daher bereits vor dem Impfstart empfohlen, Erwachsene mit Diabetes gegen COVID-19 zu impfen. Nun sollen die Impfempfehlungen der Regierung abgeändert werden, was zu früheren Impfungen für Diabetikerinnen und Diabetiker führen könnte.

Priorisierung soll verändert werden

Wie die DDG in einer aktuellen Mitteilung erklärt, regelt eine Impfverordnung des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) aus dem Dezember 2020, wer in Deutschland wann ein Anrecht auf eine Corona-Impfung hat.

Aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse soll jetzt die Priorisierung verändert werden und Menschen mit Diabetes (unabhängig vom jeweiligen Typ) oder bestimmten anderen Vorerkrankungen sollen früher als bislang vorgesehen gegen Corona geimpft werden können.

Die DDG und die gemeinnützige Organisation diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe begrüßen diese Änderung, weil Menschen mit der chronischen Stoffwechselerkrankung bei einer Ansteckung mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 häufiger als Stoffwechselgesunde einen schwereren Verlauf der Erkrankung COVID-19 erleiden.

Früher für die Impfung anmelden

Die Priorisierungsgruppen der Corona-Impf-Strategie sollen aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse abgeändert werden. Wie das BMG informiert, betreffen die Änderungen vor allem Personen unter 65 Jahren sowie schwer oder chronisch Erkrankte.

Damit können sich jetzt Menschen mit einem Diabetes mellitus und einem HbA1c-Wert ≥58 mmol/mol beziehungsweise ≥7,5 Prozent früher als bislang vorgesehen für eine Corona-Impfung anmelden.

„Wie die vergangenen Monate gezeigt haben, erleiden ältere sowie chronisch kranke Menschen bei COVID-19 häufiger als Stoffwechselgesunde einen schwereren Verlauf“, erläutert DDG Mediensprecher Professor Dr. med. Baptist Gallwitz aus Tübingen die Begründung der Änderungen in der Priorisierung.

Änderung wird befürwortet

Der Fachmann berichtet, dass der DDG aktuelle Daten aus anderen europäischen Ländern vorliegen, die den Verdacht auf ein erhöhtes Risiko für einen schweren oder fatalen COVID-19-Verlauf bei verschiedenen Erkrankungen bestätigen.

Darunter fallen Adipositas (Fettleibigkeit), Diabetes mellitus, Hypertonie (Bluthochdruck), chronische Organ-, Gefäß-, Autoimmun- oder neurologischen Erkrankungen. Die DDG hat deswegen bereits im Dezember eine Stellungnahme zu Impfungen bei COVID-19 und Diabetes veröffentlicht.

Die Beschlüsse des BMG werden auch von Dr. med. Jens Kröger, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe und niedergelassener Diabetologe, bestätigt: „Deshalb kann eine frühere Corona-Impfung Menschen mit Diabetes mellitus Typ 1 oder Typ 2 mit einem Langzeitblutzuckert ≥ 7,5 Prozent besseren Schutz vor weiteren ernsthaften Komplikationen bieten.“

Dies betreffe insbesondere jene mit instabiler Stoffwechsellage. Vor diesem Hintergrund ist die geplante Änderung der Impfverordnung zur Corona-Impfung eine sehr positive Entwicklung, deren Umsetzung DDG sowie diabetesDE befürworten. (ad)

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