Corona-Impfung: Warnung vor Falschinformationen – Heilpraxis

Corona-Impfung: Warnung vor Falschinformationen – Heilpraxis

Warnung: Fehlinformationen über Corona-Impfung

Die Impfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 und die durch den Erreger verursachte Erkrankung COVID-19 soll den Weg aus der Pandemie ebnen. Jeder Mensch hierzulande kann sich im Laufe der nächsten Monate kostenlos impfen lassen. Doch manchen Personen wird oft auch davon abgeraten. Diese Empfehlungen sind nicht selten auf Fehlinformationen zurückzuführen, warnen Fachleute.

Nachdem aus Großbritannien und den USA über allergische Zwischenfälle nach der Corona-Schutzimpfung berichtet wurde, war die Sorge unter Allergikern und Allergikerinnen zunächst groß. Doch nach einer Auswertung der Datenlage kamen Fachleute zu dem Ergebnis, dass ein generell erhöhtes Risiko für schwerwiegende unerwünschte Wirkungen für Menschen mit bekannten allergischen Erkrankungen bei dieser Impfung nicht abzuleiten ist. Auch Rheuma-Patientinnen und -Patienten wird manchmal von der Impfung abgeraten. Doch dieser Rat ist fehl am Platz.

Verunsicherte Anfragen

Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (DGRh) warnt in einer aktuellen Mitteilung vor Informationen, die von einer SARS-CoV-2-Impfung von Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen abraten.

Denn in den vergangenen Tagen erreichten die DGRh dazu vermehrt verunsicherte Anfragen aus der Bevölkerung, von Patientinnen und Patienten, Rheumatologinnen und Rheumatologen sowie von anderen ärztlichen Kolleginnen und Kollegen bezüglich der Impfempfehlung für Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen.

Anlass dazu geben Falschinformationen seitens Landesregierungen, Krankenkassen und Medien, die kommunizieren, dass eine Impfung gegen eine Infektion mit SARS-CoV-2 für Menschen mit Rheuma risikobehaftet und damit nicht in Anspruch zu nehmen sei.

Dies trifft jedoch nicht zu, betont die DGRh in einer aktuellen Stellungnahme. Stattdessen empfiehlt die Fachgesellschaft ausdrücklich die Impfung von Patientinnen und Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen.

Falschinformationen sind potenziell lebensgefährlich

Der SARS-CoV-2- Impfstoff „BNT162b2“ (Handelsname Comirnaty) der Firma BioNTech ist für Personen ab 16 Jahren zugelassen, der Moderna-Impfstoff ab 18. Das schließt Menschen mit chronischen Erkrankungen und Autoimmunerkrankungen ebenso ein wie jene unter „immunsuppressiver“ Therapie, die deren körpereigene Abwehr mindert.

Der Impfstoff ist zwar für diese Patientinnen und Patienten noch nicht systematisch getestet. „Erfahrungen mit anderen Totimpfstoffen zeigen aber, dass die Impfungen auch bei Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen in aller Regel sicher und wirksam durchführbar sind“, erklärt Prof. Dr. med. Andreas Krause, Präsident der DGRh aus Berlin.

Also sei es auch aus juristischer Sicht zulässig, Menschen mit Rheuma mit den zugelassenen Impfstoffen gegen SARS-CoV-2 zu impfen. „Die Falschinformationen zur Impfung sind nicht nur unbegründet, sie sind sogar potenziell lebensgefährlich für die Betroffenen, denen man die Impfung verwehrt“, sagt Professor Krause, ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin am Immanuel Krankenhaus Berlin.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) rät sogar generell, Patientinnen und Patienten mit einem eingeschränkt funktionierenden Immunsystem vorrangig zu impfen. Eine Überempfindlichkeit gegenüber einem der Inhaltsstoffe des Impfstoffs wäre die einzige Gegenanzeige. Darüber hinaus sollten auch Schwangere zurzeit nicht geimpft werden.

Keine weiteren Fehlinformationen verbreiten

Die DGRh empfiehlt wie die STIKO dringend die Impfung von Patientinnen und Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen. „Das gilt jetzt schon vor allem für Menschen, die aufgrund ihres Alters zusätzlich gefährdet sind“, erklärt Professor Dr. med. Hendrik Schulze-Koops, 2. Vizepräsident der DGRh aus München.

Zudem warnt die DGRh davor, weitere Fehlinformationen zu verbreiten. „Wir raten ausdrücklich dazu, die fehlerhaften Informationen umgehend zu korrigieren und bitten zudem alle informierenden Stellen, Landesregierungen, Krankenkassen und Medien, die korrekte Information an die Bevölkerung und damit die Betroffenen zu verbreiten“, sagt Professor Dr. med. Christof Specker, 1. Vizepräsident der DGRh aus Essen.

Des Weiteren befürwortet die Fachgesellschaft, zügig gezielte Impf-Studien für Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen aufzunehmen. (ad)

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