COVID-19: Sollte nach überstandener Erkrankung trotzdem noch geimpft werden? – Heilpraxis

COVID-19: Sollte nach überstandener Erkrankung trotzdem noch geimpft werden? – Heilpraxis

Was bei einer Impfung nach COVID-19 zu beachten ist

Wenn Menschen bereits an COVID-19 erkrankt waren, wie sinnvoll ist dann eine Impfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2? Und welche Vor- oder Nachteile bringt diese für betroffene Personen mit sich?

Der Experte Dr. Neal Chaisson der Cleveland Clinic (USA) erklärt, warum es durchaus sinnvoll ist, sich auch nach einer überstandenen Erkrankung an COVID-19 gegen das Coronavirus impfen zu lassen.

Impfung trotz vorheriger überstandener Erkrankung

Die Centers for Disease Control and Prevention in den USA empfehlen zum Thema Impfung und COVID-19, dass Menschen sich impfen lassen sollten, wenn sie damit an der Reihe sind, auch wenn sie bereits vorher an COVID-19 erkrankt waren.

Wenn Sie bereits COVID-19 hatten, werden Sie wahrscheinlich nach ihrer Erholung eine gewisse natürliche Immunität dagegen entwickelt haben. Aber es ist noch nicht genau bekannt, wie lange diese natürliche Immunität anhält. Wir glauben, dass der Impfstoff Ihren Schutz verstärken kann, ohne Schaden anzurichten, erläutert Dr. Chaisson in einer Pressemitteilung der Cleveland Clinic.

In welchen Fällen sollte nicht geimpft werden?

Wenn Sie jedoch mit monoklonalen Antikörpern oder Rekonvaleszenzplasma behandelt wurden, als Sie COVID-19 hatten, wird empfohlen, dass Sie besser zunächst 90 Tage warten, bevor Sie sich impfen lassen. Diese Empfehlung gilt auch dann, wenn Sie erkrankt sind und diese Behandlungen erhalten haben, während Sie auf Ihre zweite Impfdosis warten, fügt der Experte hinzu.

Auftreten von Nebenwirkungen?

Es gibt derzeit keine Hinweise dafür, dass eine bereits überstandene Erkrankung die Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen des Impfstoffs erhöht oder reduziert. Typische Nebenwirkungen der Impfung sind beispielsweise leichte Schmerzen im Arm, Müdigkeit, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen oder Fieber. Dies gilt besonders nach der zweiten Dosis, berichtet Dr. Chaisson.

Nach Impfung weiterhin Vorsichtsmaßnahmen beachten

Auch nach einer Impfung ist es natürlich wichtig, dass weiterhin eine Maske getragen wird und andere Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden. Auch nach der zweiten Impfung sind Sie nicht zu 100 Prozent immun gegen die Möglichkeit, sich mit COVID-19 anzustecken, und Sie können das Virus weiterhin auf andere Personen zu übertragen. Bis also mehr Menschen geimpft werden können, sollten wir alle unser Bestes tun, um uns und unsere Mitmenschen zu schützen, erläutert der Experte weiter.

Informationen des Robert-Koch Instituts

Das Robert Koch-Institut erklärt in einer Pressemitteilung zu diesen Thema, es sei davon auszugehen, dass Personen, die von einer SARS-CoV-2-Infektion oder COVID-19 genesen sind zumindest vorübergehend über einen gewissen Schutz vor einer Erkrankung verfügen. Über die Dauer und die Qualität einer solchen Schutzwirkung liegen derzeit jedoch noch keine ausreichenden Daten vor.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) sieht daher grundsätzlich die Notwendigkeit einer Auffrischimpfung auch nach durchgemachter SARS-CoV-2-Infektion. Der geeignete Zeitpunkt hierfür kann jedoch noch nicht angegeben werden, berichtet das Robert Koch-Institut.

Personen, die eine labordiagnostische gesicherte Infektion mit SARS-CoV-2 durchgemacht haben, sollten allerdings laut STIKO vorerst nicht geimpft werden. So könne der Impfstoff für die Personen verwendet werden, die bisher weder eine Erkrankung durchgemacht haben, noch geimpft sind.

Impfungen in Pflegeheimen?

Die Experten erklären weiter, dass falls das Zurückstellen und wieder Einbestellen bzw. Aufsuchen von Genesenen beispielsweise in Senioren- oder Altenpflegeheimen logistisch schwierig ist, allen in einem Heim Lebenden oder Tätigen eine Impfung angeboten werden sollte, sobald ausreichend Impfstoffdosen vorhanden sind.

Auswirkungen auf Verträglichkeit oder Wirksamkeit?

Nach den bisher vorliegenden Daten gibt es keinen Hinweis darauf, dass die Impfung nach bereits unbemerkt durchgemachter SARS-CoV-2-Infektion hinsichtlich der Verträglichkeit oder Wirksamkeit ein Problem darstellt, berichtet das RKI. Entsprechend bestehe keine Notwendigkeit vor Verabreichung einer COVID-19-Impfung, das Vorliegen einer akuten, asymptomatischen oder unerkannt durchgemachten SARS-CoV-2-Infektion labordiagnostisch auszuschließen.

Menschen mit Vorerkrankung vertrugen Impfung besser

In den Zulassungsstudien der beiden mRNA-Impfstoffe waren auch Teilnehmende eingeschlossen, die bereits im Vorfeld eine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht hatten. Insgesamt wurde die Impfung von diesen Personen besser vertragen als von primär seronegativen (Menschen, bei denen durch serologische Untersuchungsmethoden keine Antikörper gegen spezifische Antigene nachweisbar sind) Teilnehmenden. Lokale und systemische Reaktionen nach den Impfungen waren weniger stark ausgeprägt. Es gib außerdem keine Unterschiede in der Effektivität der Impfung, wenn bereits eine SARS-CoV-2-Infektion vorangegangen ist, fügen die Experten des Robert Koch-Instituts hinzu. (as)

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