Darf man den Preisanker überschreiten?

Darf man den Preisanker überschreiten?

Laut Rahmenvertrag setzt die ärztliche Verordnung densogenannten Preisanker. Konkret heißt das, wenn es keinen Rabattvertrag gibtoder ein vorhandener Rabattvertrag nicht erfüllt werden kann, darf dasabgegebene Arzneimittel nicht teurer sein als das namentlich verordnete. Waskann man tun, wenn nur ein teureres verfügbar ist? Darf man den Preisanker dannüberschreiten?

Der neue Rahmenvertrag ist seit dem 1. Juli in Kraft und mit ihmso einige Neuregelungen. Nicht grundsätzlich neu ist hingegen die Regelung mitdem Preisanker, der durch die ärztliche Verordnung gesetzt wird. Der Preisanker besagt, dass das abgegebeneArzneimittel nicht teurer sein darf als das vom Arzt  verschriebene. Wann kommt er zum Tragen? DerPreisanker wird wichtig, wenn es für einen Wirkstoff keinen Rabattvertrag gibtoder ein bestehender Rabattvertrag nicht erfüllt werden kann. Zum Beispiel weiles pharmazeutische Bedenken gibt oder der Rabattartikel nicht lieferbar ist. 

DAP-Arbeitshilfen zum Rahmenvertrag

Das DeutscheApothekenPortal  stellt Arbeitshilfen zum Rahmenvertrag zur Verfügung, unter anderem eine Arbeitshilfe zum Preisanker. 

Zur Übersicht über alle Arbeitshilfen geht es hier. 

So gilt laut Rahmenvertrag, wenn man sich im importfähigen Markt (siehe Kasten) bewegt und keine Rabattverträge geschlossen sind oder kein Rabattarzneimitel abgegeben wird, Folgendes:  

Nicht teurer als das namentlich verordnete

Im importrelevanten Markt, wenn die Abgabe einesrabattierten Fertigarzneimittels nicht möglich ist, ist grundsätzlich die Abgabe vonReferenzarzneimittel, Importarzneimittel und preisgünstigen Importarzneimittelnmöglich. Aber: Es darf nur ein Fertigarzneimittel ausgewählt werden, das unterBerücksichtigung der gesetzlichen Rabatte nicht teurer als das namentlichverordnete Fertigarzneimittel ist.

Das bedeutet, das namentlich verordnete Mittel setzt denPreisanker. Ist der günstigste Import verordnet kann auch nur dieser abgegeben werden. Ist hingegen das Original verordnet, kann dieses sowie alle gleichpreisigenund billigeren Importe abgegeben werden. Zur Erfüllung des Einsparziels bietet sichein preisgünstiger Import an.

Importrelevanter Markt

  • bei Verordnungen über Fertigarzneimittel, zudenen es außer dem Importarzneimittel keine Auswahlmöglichkeit gibt – also,wenn zum Beispiel ein patentgeschütztes Original verordnet ist 
  • im Falle einer Importverordnung, wenn es außer dem Original keineAuswahlmöglichkeit gibt. 
  • bei Verordnungen mit Aut-idem-Kreuz
  • bei Verordnungen von Präparaten, deren Wirkstoffe auf der Substitutionsausschlusliste stehen. 
  • bei Verordnungen überFertigarzneimittel, die biotechnologisch hergestellt sind und zu denen es kein Bioidenticalgibt.

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