„Diese Apotheke muss bleiben!“

„Diese Apotheke muss bleiben!“

Eine Bürgerstiftung erbt eine alte Apotheke. Was tun? Um den Fortbestand der Apotheke zu sichern, sucht die Stiftung händeringend eine Apothekerin, einen Apotheker – nach großen Bemühungen mit Erfolg: Apothekerin Dr. Ulrike Ruland, eine Mitarbeiterin der Apotheke, übernimmt die Apotheke. Im Podcast-Gespräch sagt sie, was sie dazu bewogen hat.

Damit hatte die Bürgerstiftung Sundern, eine Gemeinde im Sauerland, nicht gerechnet: Im vergangenen Jahr ist ihr ein eher ungewöhnliches Stiftungsvermögen zugeflossen – eine Apotheke! Und das kam so: Die Inhaberin Monika Voß hatte in ihrem Testament verfügt, dass die Bürgerstiftung neben anderen Vermögensbestandteilen auch ihre Antonius-Apotheke in Allendorf (ein Ortsteil von Sundern) erbt. 

Als dann Apothekerin Voß im vergangenen Jahr plötzlich starb, ging diese Apotheke in den Besitz der Bürgerstiftung über. Da kam eine besondere Herausforderung auf die Stiftung zu. Zum einen lag es der Stiftung sehr am Herzen, die 1846 gegründete Apotheke zu erhalten, zum andern kann eine Stiftung keine Apotheke betreiben, sie musste eine Apothekerin, einen Apotheker suchen – und zwar innerhalb eines Jahres. Denn das Apothekengesetz erlaubt nur für diese Übergangszeit, eine Apothekenverwaltung einzusetzen.

Mehr zum Thema

Hirsch Apotheke seit 250 Jahren in Mülheim – seit 150 Jahren im Besitz der Familie Liekfeld

Stadt-Apotheke Metzingen 100 Jahre im Besitz der Familie Kleinknecht

Nach knapp einem Jahr zeichnete sich Anfang Mai die Lösung ab: Apothekerin Dr. Ulrike Ruland, die bereits seit einigen Jahren in der Apotheke arbeitet und auch die Verwaltung übernommen hatte, entschloss sich, die Apotheke zu übernehmen. Die Bürgerstiftung ist erleichtert über diese Lösung und freut sich, dass Frau Ruland die Apotheke fortführt. Ein Kommentator der örtlichen Presse, Achim Gieseke, meinte dazu: „Hut ab – auch vor der neuen Apotheken-Betreiberin. Denn in der Regel ist es eher umgekehrt, verschwinden viele Angebote aus der Fläche. Was zugleich den Trend der Landflucht unheilvoll verstärkt: Nicht so in Allendorf.“

Ich fragte Frau Ruland im Podcast-Gespräch, was sie letztlich dazu bewogen hat, die Antonius-Apotheke fortzuführen. „Diese Apotheke muss bleiben“, so ihre Antwort. Ihr sei klar geworden, dass sie dazu beitragen will, diese alte Apotheke zu erhalten, die flächendeckende Arzneimittelversorgung in ihrer Region zu sichern und den Menschen möglichst kurze Wege zur Apotheke zu bieten. Und natürlich sollen auch die Arbeitsplätze ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erhalten bleiben. 

Einfach werden all diese Herausforderungen für Frau Ruland allerdings nicht. Die Übernahme verlangt von ihr viel Einsatz, die Bewältigung von immens viel Bürokratie. Dazu kommen noch erforderliche Modernisierungsmaßnahmen für die Apotheke, wie sie im Gespräch anklingen lässt. Von Schwierigkeiten lässt sie sich jedoch nicht abbringen, sie ist sich sicher, dass die Antonius-Apotheke eine gute Zukunft hat, auch im Zeitalter des E-Rezepts.

Quelle: Den ganzen Artikel lesen