Doch mehr Biontech-Impfstoff bestellbar – bis 14 Uhr

Doch mehr Biontech-Impfstoff bestellbar – bis 14 Uhr

Die Kritik an den erneuten Bestellobergrenzen für den Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer ist nach wie vor groß – es war vorgesehen, dass Praxen für die kommende Woche nur noch 30 Dosen bestellen dürfen. Ein bisschen mehr gibt es jetzt allerdings doch: Wie die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) in ihren Praxisnachrichten mitteilt, wird die Impfstoffmenge für die kommende Woche aufgestockt – auf Druck der Ärzteschaft, heißt es. Aufgrund der kurzfristigen Änderungen kann die Impfstoffbestellung in den Apotheken heute bis 14 Uhr statt wie üblich bis 12 Uhr erfolgen.

Es gibt doch ein bisschen mehr Biontech-Impfstoff Comirnaty® für die kommende Woche! Es stehen laut Newsletter der KBV statt wie bisher angekündigt zwei Millionen nun drei Millionen Dosen zum Verimpfen zur Verfügung. Die Impfstoffmenge werde auf Druck der Ärzteschaft für die kommende Woche um eine Million Dosen aufgestockt, heißt es. Die zusätzliche Menge soll nach Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) nur an die Arztpraxen und Betriebsärzte ausgeliefert werden, nicht an Impfzentren oder mobile Teams. Damit erhöht sich die Bestellmenge pro Praxis von bislang 30 Dosen auf 48, also von 5 auf 8 Vials. Abhängig von der Anzahl der Bestellungen können aber auch weniger als 48 Dosen ausgeliefert werden.

Bestellungen in der Apotheke ausnahmsweise bis 14:00 möglich

Aufgrund der kurzfristigen Änderungen wird das Bestellfenster verlängert: Praxen können ihre Bestellungen – bis statt wie sonst 12 Uhr – am heutigen Dienstag ausnahmsweise bis 14 Uhr in der Apotheke aufgeben. Wer bereits bestellt hat, kann bis 14:00 noch auf bis zu 48 Dosen aufstocken.

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Für den zweiten mRNA-Impfstoff von Moderna gibt es nach wie vor keine Obergrenzen. Die KBV weist allerdings darauf hin, dass mögliche Kürzungen bei dem Impfstoff von BioNTech/Pfizer nicht automatisch durch entsprechende Mehrlieferung des Impfstoffes von Moderna ausgeglichen werden.

Hintergrund ist, dass der Impfstoff von BioNTech/Pfizer nur noch in begrenztem Umfang zur Verfügung steht. Der von Moderna soll noch ausreichend vorhanden sein, zudem drohen die Bestände wohl demnächst zu verfallen und sollen deswegen bevorzugt verimpft werden.

Kritik von Ärzte- und Apothekerschaft

Wegen der kurzfristigen Ankündigung, dass Ärztinnen und Ärzte bei der heute fälligen Impfstoff-Bestellung höchstens 30 Dosen Comirnaty® ordern dürfen, erntete Spahn einiges an Kritik – obwohl der Impfstoff von Moderna als gleichwertig gilt und ausreichend zur Verfügung steht. Denn offenbar haben viele Praxen mit der Vakzine von Biontech/Pfizer geplant und entsprechend ihre Impflinge geladen. „Wir rechnen mit deutlich erhöhtem Beratungs- und auch Aufklärungsbedarf für die Ärztinnen und Ärzte, weil Patientinnen und Patienten, die mit Biontech/Pfizer im Rahmen ihrer Grundimmunisierung geimpft wurden, nun eine Auffrischimpfung mit Moderna erhalten werden“, sagte etwa KBV-Vize Stephan Hofmeister dazu.

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Und auch bei der Apothekerschaft gab es wenig Verständnis für die Kürzung. Die Vertreterversammlung der Landesapothekerkammer Rheinland-Pfalz beispielsweise suchte den Schulterschluss mit der Ärzteschaft: Sie fordert den geschäftsführenden Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf, die Einführung der Höchstbestellmengen von Biontech-Impfstoff zurückzunehmen. „Die besondere Kurzfristigkeit dieser Maßnahme, sowie die zu befürchtete mangelnde Akzeptanz seitens der zu impfenden Menschen als auch der impfenden Ärzteschaft in Deutschland gefährden unnötig den Erfolg der Impfkampagne“, heißt es in einer am vergangenen Samstag beschlossenen Resolution der Vertreterversammlung.

Die Gesundheitsminister:innen von Bund und Ländern haben bereits angekündigt, die Kontingentierung für den COVID-19-Impfstoff von Biontech/Pfizer beenden zu wollen.

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