DocMorris schwächelt beim Rx-Geschäft

DocMorris schwächelt beim Rx-Geschäft
Der Schweizer Arzneimittel-Versender Zur Rose-Gruppe ist unverändert aufWachstumskurs, wie aktuelle Umsatzzahlen für das Jahr 2018 zeigen. Doch beimVerkauf von verschreibungspflichtigen Medikamenten kommt der Mutterkonzern vonDocMorris im Kernmarkt Deutschland nur schleppend voran. Zuletzt ging es indiesem Bereich sogar rückwärts.

Das große ganze Bild sieht für denSchweizer Versandhändler und Ärztegrossisten Zur Rose-Gruppe gut aus: Wie das Frauenfelder Unternehmen in einer Presseinformation aufBasis vorläufiger Zahlen mitteilte, hat es im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018den Konzernumsatz gegenüber dem Vorjahr um 22,8 Prozent über dieMilliardenschwelle gehievt – am Ende stand ein Gesamterlös von 1,207 MilliardenFranken in den Büchern. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda)dürfte nach Einschätzung des Managements ausgeglichen ausfallen, also etwa beiplus-minus Null liegen. Sonder- und Akquisitionskosten seien hier allerdingsnicht berücksichtigt.

Hui und Pfui in Deutschland

Auch für das wichtige Deutschlandgeschäft,das zum größten Teil von der niederländischenVersandtochter DocMorris betrieben wird, vermelden die Schweizer auf den erstenBlick positive Zahlen. Auf Euro-Basis legte der Umsatz hier gegenüber 2017 umfast 34 Prozent auf über 581 Millionen Euro zu. Der Marktanteil imArzneimittelversand kletterte von 18 Prozent auf 31 Prozent, während die Zahlder aktiven Kunden von 1,8 auf über 5 Millionen stieg.

Der Blick ins Detail zeigt allerdings,dass das Wachstum wie bisher vor allem mit dem Verkauf von OTC-Produktengeneriert worden ist. Deren Deutschland-Umsatz kletterte im abgelaufenen Jahrum 72,6 Prozent von 185 Millionen Euro auf 319,3 Millionen Euro. Dagegen legteder Erlös mit rezeptpflichtigen Medikamenten auf Jahressicht nur um 5Prozent zu, und zwar von 249,6 Millionen auf 262,1 Millionen Euro.

Leichter Rx-Rückgang im 4. Quartal

Bemerkenswert ist der Blick auf dasletzte Quartal 2018: Während der OTC-Bereich unverändert stark gewachsen ist, gingder Umsatz mit Rx-Arzneien hierzulande um 1,1 Prozent zurück auf einen Wert von64,5 Millionen Euro – auf Basis von Schweizer Franken lag das Minus gar bei 3,1Prozent. Auch im Vergleich zum Vorjahr fällt die Rx-Umsatzentwicklung schwachaus: Im Gesamtjahr 2017 legte der Verkauf mit verschreibungspflichtigenMedikamenten in Deutschland noch um 10,2 Prozent zu, imletzten Quartal 2017 lag das Plus gar bei 11,8 Prozent. Die aktuelleEntwicklung dürfte den Versandhändler betrüben, denn im Rx-Bereich sind dieMargen deutlich höher als im preislich hart umkämpftenOTC-Segment.

Wie wichtig der deutsche Markt für ZurRose ist, zeigt die Tatsache, dass der Konzern im vergangenen Jahr hier gleich zweiÜbernahmen von Versandhändlern über die Bühne gebracht hat. Anfang November2018 schloss die Gruppe die Integration der Versandhandelsaktivitäten desHamburger Unternehmens Apo-rot ab. Zudem übernahm Zur Rose dieVersandaktivitäten von Deutschlands drittgrößter E-Commerce-Apotheke Medpex ausLudwigshafen; diese Akquisition wurde Anfang Januar 2019 abgeschlossen. Darüberhinaus übernahmen die Schweizer 2018 mit Promofarma den größten spanischenMarktplatz-Plattformbetreiber.

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