EMA erteilt Omega-3-Fettsäuren erneute Absage

EMA erteilt Omega-3-Fettsäuren erneute Absage

Arzneimittel, die Omega-3-Fettsäurenenthalten, verhindern keine weiteren Herzerkrankungen nach einem Herzinfarkt. Betroffene Arzneimittel sollen nicht mehr in der Sekundärprävention eingesetzt werden. Dasteilte die europäische Arzneimittelbehörde EMA vergangenen Freitag erneut ineiner Pressemitteilung mit. Sie bestätigt damit ihre eigene bereits im Dezember 2018ausgesprochene Empfehlung. 

Warum bestätigt die europäische Arzneimittelbehörde EMA ihreeigene bereits im Dezember 2018 bekannt gegebene Empfehlung zu Arzneimitteln,die Omega-3-Fettsäuren enthalten? Weil einige Zulassungsinhaber betroffenerArzneimittel offenbar mit dem Urteil der EMA nicht zufrieden waren und eineerneute Prüfung durch den CHMP (Ausschuss für Humanarzneimittel) beantragthatten, was die EMA im Februar 2019 bekannt gab.

Die EMA kam der Forderung nach. Allerdings hat sie vergangenen Freitag dieselben Ergebnisse verkündet, wie bereitsim Dezember 2018: „Die EMA bestätigt, dass Omega-3-Fettsäure-haltigeArzneimittel nicht wirksam sind, um weitere Herzerkrankungen nach einemHerzinfarkt zu verhindern“, liest man auch auf den Seiten des BfArM(Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte). 

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Arzneimittel, die eine Kombination aus einem Ethylester derEicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) enthalten, sind in einerDosis von 1 g pro Tag in der Sekundärprävention demnach nicht wirksam – das heißt, siekönnen keine weiteren Probleme mit Herz und Gefäßen bei Patienten verhindern,die einen Herzinfarkt erlitten haben. In der Folge sollten diese Arzneimittelnur noch in einer ihren bisherigen Indikationen zum Einsatz kommen, schreibt die EMA, nämlich: beiHypertriglyceridämie (Typ IV in Monotherapie und Typ IIb/III in Kombination mitStatinen, falls die Kontrolle der Triglyceride durch die Statine nichtausreichend ist). Die Indikation „Adjuvante Behandlung zur Sekundärprophylaxenach Herzinfarkt, zusätzlich zu anderer Standard-Behandlung (z.B. Statine,Thrombozytenaggregationshemmer, Betablocker, ACE-Hemmer)“ dürfte also bald ausden Fachinformationen von Präparaten wie „Omacor“, „Zodin“ und Co. gestrichen werden.

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