Entwurf: Lockdown soll bis 18. April verlängert werden – kommen Ausgangssperren?

Entwurf: Lockdown soll bis 18. April verlängert werden – kommen Ausgangssperren?

Entwurf: Lockdown bis 18. April – kommen Ausgangssperren?

Wegen der stark steigenden Corona-Infektionszahlen setzt ein Beschlussentwurf aus dem Kanzleramt für die Bund-Länder-Runde an diesem Montag auf eine Verlängerung des Lockdowns bis zum 18. April. Zudem müsse die Anfang März beschlossene Notbremsregelung "konsequent umgesetzt werden". Das Papier, das der Deutschen Presse-Agentur am Sonntagabend aus mehreren Quellen vorlag, hatte den Stand 21. März, 17.30 Uhr. Zuvor hatten der Fernsehsender ntv, die "Bild"-Zeitung und "Business Insider" berichtet.

Der Entwurf enthält zudem eine Passage, die wegen des exponentiellen Wachstums weitere Verschärfungen ("zusätzliche Maßnahmen") für Landkreise mit mehr als 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche vorsieht. Der komplette Passus steht aber in eckigen Klammern, was bedeutet, dass darüber verhandelt werden muss, weil er besonders strittig ist. Unter anderem ist die Rede von einer nächtlichen Ausgangsbeschränkung bis 05.00 Uhr, "sofern dem nicht gewichtige Gründe entgegenstehen". Die Anfangsuhrzeit ist hier offen gelassen. Zudem wird ins Gespräch gebracht, Schulen und Kitas zu schließen beziehungsweise gar nicht zu öffnen, sofern Erzieher, Lehrer und Schüler oder betreute Kinder nicht zweimal pro Woche getestet werden könnten. Ab einer Inzidenz von 200 könnte es demnach eine Schließung von Schulen und Kitas geben.

Angesichts der bevorstehenden Ostertage heißt es in dem Entwurf: "Bund und Länder appellieren weiterhin eindringlich an alle Bürgerinnen und Bürger, auf nicht zwingend notwendige Reisen im Inland und auch ins Ausland zu verzichten". Und weiter: "Das Auftreten von verschiedenen Covid-19-Varianten und deren weltweite Verbreitung haben gezeigt, dass der grenzüberschreitende Reiseverkehr auch weiterhin auf das absolut erforderliche Mindestmaß begrenzt werden muss." Dieser Passus könnte sich auf die derzeit besonders umstrittenen Reisen von Deutschen nach Mallorca beziehen.

Spahns Ministerium kauft Masken von Unternehmen seines Mannes

Das Bundesgesundheitsministerium von Jens Spahn (CDU) hat im vergangenen Jahr FFP2-Schutzmasken von einer Firma gekauft, für die auch Spahns Mann arbeitet. Dies geht aus Unterlagen hervor, die das Ministerium an den Bundestag schickte und über die der "Spiegel" am Sonntag berichtete. Der Masken-Deal könnte Interessenkonflikte bergen, weil Spahns Ehemann Daniel Funke als Lobbyist und Büroleiter der Burda-Repräsentanz in Berlin arbeitet.

Auf AFP-Nachfrage erklärte Spahns Ministerium: "Der Vertrag mit der Burda GmbH ist nach Angebotseingang nach einem standardisierten Verfahren zu marktüblichen Preisen geschlossen und abgewickelt worden." Diese Erklärung hatte es zuvor auch dem "Spiegel" zukommen lassen. Laut "Spiegel" hat die Burda GmbH 570.000 FFP2-Masken an Spahns Ministerium geliefert. Ein Burda-Sprecher sagte dem Magazin: "Der Vorstand der Hubert Burda Media hat dem Gesundheitsministerium im April 2020 angeboten, bei der Maskenbeschaffung zu helfen, als die Bundesregierung auf dringender Suche nach Schutzmarken war." Daniel Funke sei "zu keinem Zeitpunkt über die Transaktion informiert oder involviert" gewesen. Es sei auch keinerlei Provision gezahlt worden.  

Corona-Politik


Jens Spahn: Das Gesicht des Desasters

Europäische Städte planen Corona-Schweigeminute am Mittwoch

In vielen Städten Europas soll es am Mittwoch eine gemeinsame Schweigeminute für die Corona-Opfer geben. Das kündigte der Verband Eurocities am Sonntag an, in dem rund 200 Städte aus knapp 40 Ländern zusammengeschlossen sind. "Europa braucht einen gemeinsamen Augenblick des Gedenkens", erläuterte der Präsident des Verbandes, Dario Nardella, Bürgermeister der italienischen Stadt Florenz. Dazu soll am 24. März um zwölf Uhr mittags eine Minute lang geschwiegen werden.

Aus Deutschland sind in dem Verband unter anderem Berlin, Dresden, Düsseldorf, Essen, Hamburg, München und Stuttgart dabei. Nardella sagte, es gehe darum, die Toten zu betrauern und an die Menschen zu denken, die unter den Folgen der Pandemie litten. Wie ein Sprecher am Sonntag erläuterte, wollen die Bürgermeister mit der Schweigeminute auch unterstreichen, dass die Pandemie eine grenzüberschreitende Krise ausgelöst habe. Dazu soll es auf Youtube auch einen Livestream geben.

Trotz rascher Impfung: Immer mehr Corona-Fälle in Chile

Trotz großer Fortschritte bei der Impfkampagne in Chile häufen sich in dem südamerikanischen Land die Corona-Infektionen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Wochenende gibt es in dem 19-Millionen-Einwohner-Land aktuell etwa 48.000 aktive Fälle – mehr als jemals zuvor. Insgesamt haben sich in Chile etwa eine Million Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Knapp 30.000 Patienten starben im Zusammenhang mit Covid-19.

Die hohe Zahl an Neuinfektionen könnte mit dem verwendeten Impfstoff zusammenhängen. Zum Einsatz kommt vor allem das Produkt des chinesischen Herstellers Sinovac. Der Impfstoff verhindert zwar schwere Verläufe, allerdings liegt der Schutz gegen eine Ansteckung nach einer brasilianischen Studie nur bei etwas über 50 Prozent. Die chilenische Impfkampagne hingegen gilt als Erfolgsgeschichte. Mehr als fünf Millionen Menschen haben dort bereits mindestens eine Impfdosis erhalten. Geimpft wird nach einem recht einfachen Priorisierungsplan ohne komplizierte Terminvergabe – in Gesundheitszentren, Fußballstadien und Impfstraßen.

Miami Beach verhängt Notstand wegen Besucherandrangs

Wegen eines unerwartet starken Andrangs von feiernden Besuchern inmitten der Corona-Pandemie haben die Behörden in Miami Beach im US-Bundesstaat Florida den Notstand ausgerufen. Seit Samstagabend (Ortszeit) gilt auf Beschluss der Stadtverwaltung für 72 Stunden eine Ausgangssperre für die Gegend rund um die Partymeile Ocean Drive. Zufahrtstraßen wurden gesperrt.

Bürgermeister Dan Gelber sagte dem Sender CNN mit Blick auf die vielen Besucher in den Frühjahrsferien: "Es kommen wirklich zu viele, ohne die Absicht, die Regeln zu befolgen. Und das Ergebnis ist ein Ausmaß an Chaos und Unordnung, das wir einfach nicht mehr ertragen können." 

Spring Break


Verstörende Bilder aus Miami: Tausende Studenten feiern, Stadt ruft Notstand aus

SPD-Länder streben Fortsetzung des Lockdown bis April an

Die SPD-Länder wollen den derzeitigen Corona-Lockdown bis in den April hinein verlängern. Dies geht aus einem ersten Entwurf für die Bund-Länder-Spitzenberatungen am Montag hervor, der AFP am Sonntag vorlag. Die Vorschläge sind aber noch nicht mit den anderen Beteiligten abgestimmt. Generelle neue Öffnungsschritte sehen sie nicht vor – allerdings sollen Länder und Regionen in Modellprojekten Öffnungskonzepte erproben. Für Reiserückkehrer aus dem Ausland soll eine allgemeine Test- und Quarantänepflicht eingeführt werden.

Mit dem Entwurf zeichnet sich ab, dass Deutschland auch das Osterwochenende im Lockdown verbringen könnte. Ein exaktes Datum für das Ende der Maßnahmen wird darin noch nicht genannt. Am Montag wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten konkrete Beschlüsse zur weiteren Corona-Politik fassen.

Kanzleramt will angeblich Lockdown bis in den April verlängern

Das Bundeskanzleramt strebt angeblich eine Fortsetzung des derzeitigen Corona-Lockdown bis in den April hinein an. Dies gehe aus dem Entwurf für eine Beschlussvorlage für die Bund-Länder-Spitzenberatungen am Montag hervor, meldeten die Nachrichtenagentur AFP und das Redaktionsnetzwerk RND. Allerdings dementierte der Chef des Bundeskanzleramtes, Helge Braun, den Urspung des Papiers: "Das in Berlin gerade kursierende Papier zur morgigen MPK stammt NICHT aus dem Kanzleramt", twitterte er.

In dem kursierenden Dokument sei kein exaktes Datum für das Ende der Maßnahmen enthalten, meldete AFP. Der Entwurf müsse noch mit den Ländern abgestimmt werden; am Montag wollen dann Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten Beschlüsse zur weiteren Corona-Politik fassen.

Lauterbach fordert harten Lockdown für drei bis vier Wochen

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert angesichts stark steigender Corona-Infektionszahlen eine Rücknahme der jüngsten Lockerungsschritte und schärfere Maßnahmen, als sie bis Anfang März gegolten hatten. "Wir brauchen eigentlich einen härteren Lockdown, als wir ihn bis Anfang März hatten – und zwar jetzt bis Mitte April", sagte Lauterbach am Sonntag im "Welt"-Interview vor den Bund-Länder-Beratungen am Montag. Es gehe darum, die Zeit zu überbrücken, bis die Impfungen an Tempo aufnähmen und flächendeckend in allen Schulen und Betrieben Schnelltests zur Verfügung stünden. "Ideal wäre ein kurzer, harter Lockdown für drei bis vier Wochen, bis das Testen in Schulen und Betrieben richtig steht."

Lauterbach warnte eindringlich vor den Folgen der Ausbreitung der Virus-Variante B.1.1.7. Diese sei ansteckender und tödlicher. Daher steckten sich auch Kinder leichter an, und 70-Jährige würden fast so häufig wie früher 80-Jährige sterben. "Alle Länder, die die Mutation B.1.1.7 in den Griff bekommen haben, brauchten dazu einen härteren Lockdown, als wir ihn derzeit haben. Niemand kam dabei ohne Ausgangssperren aus", sagte der SPD-Politiker.

Studie: Coronavirus existiert möglicherweise seit Oktober 2019

Der Corona-Erreger Sars-CoV-2 hat einer Studie zufolge möglicherweise bereits Monate vor den ersten öffentlich bekannt gewordenen Krankheitsfällen existiert. US-Forscher kombinierten dafür mehrere Methoden zu einer Modellrechnung, die den Zeitraum zwischen Mitte Oktober und Mitte November 2019 als Rahmen für das erste Auftreten von Sars-CoV-2 festlegt. Die Wissenschaftler der University of California in San Diego und der University of Arizona präsentieren ihre Ergebnisse im Fachblatt "Science".

Der erste größere Ausbruch des Coronavirus wird zwar mit einem Fischmarkt im chinesischen Wuhan gegen Ende Dezember 2019 in Verbindung gebracht. "Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass dieses Markt-Cluster den Beginn der Pandemie markiert hat, da Covid-19-Fälle ab Anfang Dezember keine Verbindung zum Markt hatten", schreiben die Forscher in der Studie. Zur Bestimmung des ersten Auftauchens des Erregers berechneten sie unter anderem aus den Mutationen mehrerer Sars-CoV-2-Viren rückwirkend den Ursprungszeitraum.

Dabei betonen die Experten auch den scheinbar deutlichen Einfluss von sogenannten Superspreader-Events mit einer großen Anzahl von Ansteckungen mit dem Coronavirus, durch die die Epidemie an Fahrt aufgenommen haben könnte.

Sieben-Tage-Inzidenz übersteigt bundesweit Wert von 100

Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Neuinfektionen mit dem Coronavirus hat die wichtige Marke von 100 überschritten. Wie das Robert-Koch-Institut am Sonntag unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, stieg die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen bundesweit auf 103,9. Die Marke von 100 spielt eine zentrale Rolle bei dem von Bund und Ländern vereinbarten Notbremsen-Mechanismus für die Lockerung oder Verschärfung von Corona-Auflagen.

Binnen eines Tages wurden zudem 13.733 Corona-Neuinfektionen gemeldet – am Sonntag vor einer Woche waren es noch 10.790 Fälle. Die Sieben-Tage-Inzidenz hatte vor einer Woche bei 79 gelegen. Sie stieg zuletzt wieder an, nachdem sie im Februar zwischenzeitlich auf unter 60 gefallen war.

Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Infektionen in Deutschland seit Beginn der Pandemie erhöhte sich den Angaben zufolge auf 2.659.516. Laut RKI wurden zudem 99 neue Todesfälle im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion binnen 24 Stunden registriert. Die Gesamtzahl der erfassten Corona-Toten in Deutschland erhöhte sich damit auf 74.664. 

Miami Beach ruft wegen „Spring Break“-Feiern Notstand aus

Wegen Scharen von "Spring Break"-Feiernden hat die Stadt Miami Beach den Notstand ausgerufen und eine Ausgangssperre verhängt. Sie gelte ab 20 Uhr in den wichtigsten touristischen Vierteln der Stadt, teilten die Behörden am Samstag (Ortszeit) mit. Auch Restaurants müssten dann schließen. Laut Polizei hatte es in den vergangenen Tagen Ausschreitungen bei den Partys anlässlich der US-Semesterferien gegeben.

Wie die Behörden mitteilten, werden auch die drei Brücken zum Festland zwischen 22 Uhr und 6 Uhr gesperrt. Ausnahmen gelten nur für Anwohner, Pendler und Hotelgäste.

Miami Beach im US-Bundesstaat Florida zieht während der Semesterferien, der sogenannten Spring Break, jedes Jahr zahlreiche Studierende aus dem ganzen Land an. Trotz der Corona-Pandemie waren auch in den vergangenen Tagen wieder viele junge Leute angereist, um in der Strandmetropole wilde Partys zu feiern. 

Söder und Blume informieren über Konsequenzen aus Maskenaffäre

Die CSU-Spitze will umfassende Konsequenzen aus der Maskenaffäre ziehen. Parteichef Markus Söder und Generalsekretär Markus Blume wollen dazu am Sonntagmittag kurzfristig eine Pressekonferenz in München geben – am Morgen lud die CSU dazu ein. Es gehe um "grundlegende Konsequenzen aus dem Fehlverhalten einzelner Mandatsträger" – welche dies sein könnten, blieb zunächst offen.

Dabei wird erwartet, dass es konkret auch um den Fall Alfred Sauter gehen wird. Gegen den Landtagsabgeordneten und früheren bayerischen Justizminister wird im Zuge der Maskenaffäre inzwischen ebenfalls ermittelt. Die Partei- und Fraktionsspitze hat dem 70-Jährigen deshalb mit Konsequenzen gedroht, etwa dem Rauswurf aus der Fraktion, und ihn aufgefordert, seine Parteiämter niederzulegen. Letzteres werde auch passieren, verlautete am Wochenende aus Parteikreisen – zunächst hatten "Focus Online" und die "Augsburger Allgemeine" dies berichtet. Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst aber nicht.

Weltweite Pandemie


Ein Jahr Kampf gegen Corona – hier kommen fünf gute Nachrichten, die Hoffnung machen

Protest an der deutsch-französischen Grenze gegen Corona-Tests

Hunderte Menschen haben an der deutsch-französischen Grenze gegen die verschärften Corona-Regeln bei der Einreise nach Deutschland protestiert. Sie forderten ein Ende der Testpflicht für Pendler, wie die französische Nachrichtenagentur AFP am Samstagabend aus Sarreguemines (Saargemünd) im Département Moselle berichtete. Laut Polizei habe es 600 Teilnehmer gegeben, laut Organisatoren 1000.

Mit der Einstufung des Verwaltungsbezirks Moselle als sogenanntes Virusvariantengebiet gelten die strengeren Regeln seit Anfang des Monats. Menschen aus dem Département müssen bei der Einreise in das angrenzende Rheinland-Pfalz und das Saarland einen negativen Corona-Test vorweisen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Ein Schnelltest ist dabei ausreichend. Dies gilt auch für Pendler. Die Bundespolizei kontrolliert nach früheren Angaben die verschärfte Testpflicht stichprobenartig im Grenzgebiet an die Region Moselle in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Täglich pendeln rund 16.000 Menschen von Moselle ins Saarland.

Polen wird Hochinzidenzgebiet: Testpflicht schon bei Einreise

Wegen stark steigender Corona-Infektionszahlen stuft die Bundesregierung Polen ab diesem Sonntag als Hochinzidenzgebiet ein. Die Einreise aus dem an Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen grenzenden Nachbarland ist dann nur noch mit einem negativen Corona-Test erlaubt.

In Polen sind die Infektionszahlen in den vergangenen Tagen drastisch gestiegen. Als Hochinzidenzgebiet werden die Länder und Regionen eingestuft, in denen die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche über 200 liegt. Auch Bulgarien, Zypern, Kuwait, Paraguay und Uruguay stehen ab Sonntag auf der Liste der Hochinzidenzgebiete. Für die bisherigen Virusvariantengebiete Großbritannien und Irland werden dagegen die Reisebeschränkungen deutlich gelockert.

Härtere Corona-Regeln in Hamburg – Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter

Wegen der mehrtägigen Überschreitung der kritischen Marke von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche gelten in Hamburg nun wieder strengere Corona-Regeln. Unter anderem dürfen Geschäfte Waren seit Samstag nur noch zum Abholen bereitstellen, Termin-Shopping ist nicht mehr erlaubt. Zudem mussten Museen, Galerien, Zoos und botanische Gärten wieder schließen. Strengere Regeln gelten auch bei privaten Kontakten. So darf sich ein Haushalt wieder nur mit einer weiteren Person treffen. Die Beschränkungen gelten nicht für Kinder unter 14 Jahren. Sie dürfen zudem in Gruppen bis zu zehn Jungen und Mädchen im Freien Sport betreiben.

Hamburgs rot-grüner Senat hatte die Corona-Notbremse gezogen und die erst am 8. März vollzogenen Öffnungsschritte zurückgenommen. Er begründete den Schritt am Freitag mit einem Anstieg der sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz – also die Zahl der Infektionen pro 100.000 Einwohner und Woche . auf über 100. Am Mittwoch lag sie bei 100,9, am Donnerstag bei 105,4 und am Freitag bei 108,6. Am Samstag stieg die Sieben-Tage-Inzidenz noch einmal deutlich – auf 115,3, wie die Gesundheitsbehörde mitteilte. Auch nach den generell etwas niedriger liegenden Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) hat Hamburg nun den wichtigen Schwellenwert von 100 fast erreicht.

Gewalt bei Demo gegen Corona-Maßnahmen in Kassel – 10.000 Teilnehmer

Bei einer Massen-Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen ist es am Samstag in Kassel zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Polizei und Gegendemonstranten gekommen. Entgegen den gerichtlich bestätigten Auflagen der Stadt versammelten sich Tausende in der Innenstadt und formierten sich zu einem ebenfalls verbotenen Demonstrationszug. Die meisten hielten sich nicht an die Auflage, Mund- und Nasenschutz zu tragen.

Immer wieder kam es bei dem Umzug zu Auseinandersetzungen mit Gegendemonstranten, und an einer Polizeisperre auch zu massiven Prügeln und Schubsereien. Journalisten wurden angegangen und beschimpft. Die Polizei setzte nach eigenen Angaben Schlagstock und Pfefferspray ein. Einzelne Menschen wurden festgenommen. Die Polizei schätzte am Nachmittag die Zahl der Teilnehmer auf rund 10.000 im gesamten Innenstadtbereich. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP korrigierte die Polizei die Zahl später auf schätzungsweise 15.000 bis 20.000. Zu der Demonstration hatten Veranstalter unter dem Motto "Freie Bürger Kassel – Grundrechte und Demokratie" aufgerufen und bis zu 17.500 Teilnehmer angekündigt. 

Hälfte der Erwachsenen in Großbritannien gegen Coronavirus geimpft

In Großbritannien ist nach Regierungsangaben mittlerweile jeder zweite Erwachsene gegen das Coronavirus geimpft. Seit Beginn der Impfkampagne habe die Hälfte der erwachsenen Briten mindestens eine Dosis erhalten, sagte Gesundheitsminister Matt Hancock am Samstag in einem Twitter-Video. "Das ist ein enormer Erfolg." Zugleich appellierte der Minister an seine Landsleute, sich impfen zu lassen. Dies sei das "Mittel, um aus dieser Pandemie zu kommen".

Das Vereinigte Königreich verabreichte bislang mehr als 26 Millionen erste Impfungen. Allein am Donnerstag wurden mehr als 660.000 Dosen verabreicht. Großbritannien ist in Europa mit mehr als 126.000 Corona-Toten das am schwersten von der Pandemie getroffene Land.

Wegen Corona keine ausländischen Zuschauer bei Olympischen Spielen in Tokio

Wegen der andauernden Corona-Pandemie dürfen ausländische Zuschauer nicht zu den diesjährigen Olympischen Sommerspielen in Tokio. Mit dieser Entscheidung wolle man den im Ausland lebenden Ticketinhabern "Klarheit" verschaffen und ihnen die Möglichkeit geben, ihre Reisepläne "anzupassen", teilten die Organisatoren der Spiele am Samstag in der japanischen Hauptstadt mit. Das Verbot für ausländische Zuschauer gilt demnach auch für die Paralympischen Spiele.

16.033 Corona-Neuinfektionen und 207 neue Todesfälle gemeldet

Die Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) innerhalb eines Tages 16.033 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Außerdem wurden 207 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet, wie aus Zahlen des RKI vom Samstagmorgen hervorgeht. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 3.41 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich.

Am Samstag vergangener Woche hatte das RKI binnen eines Tages 12.674 neue Fälle und 239 neue Todesfälle registriert. Der Höchststand von 1244 neu gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert erreicht worden, er enthielt jedoch 3500 Nachmeldungen.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Samstagmorgen bundesweit bei 99,9 – und damit etwas höher als am Vortag (95,6). Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

Neue Corona-Verschärfungen


"Starke dritte Welle" rollt: Merkel will bei Inzidenz von 100 die Notbremse ziehen

Ärzte schlagen Alarm: Politik muss „Notbremse ziehen“

Vor den Bund-Länder-Beratungen am Montag über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie fordern Mediziner wieder schärfere Beschränkungen. Zugleich warnen sie vor einer Zuspitzung der Lage im Gesundheitswesen. Aus der Wirtschaft kommen derweil Forderungen nach einem Kurswechsel in der Corona-Politik.

Die Chefin des Chefin des Ärzteverbandes Marburger Bund, Susanne Johna, forderte: "Es muss definitiv die vereinbarte Notbremse gezogen werden, da darf es keine Ausnahmen geben." Weiter sagte sie der "Neuen Osnabrücker Zeitung": "Ich rechne ab Ostern mit einer noch kritischeren Lage als zum Jahreswechsel." Der Kapazitätspuffer auf den Intensivstationen "wird rasant wegschmelzen", warnte sie. "Es war unverantwortlich, in die dritte Welle und die Ausbreitung der Mutanten hinein auf diese Art zu lockern. Dadurch droht den Kliniken nun die dritte Extremsituation binnen eines Jahres", sagte Johna.

Auch von Intensivmedizinern kommen nachdrückliche Mahnungen. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz könne ohne Eingreifen sehr schnell auf 200 steigen und zu deutlich höheren Intensivpatientenzahlen führen. "Aus unserer Sicht kann es daher nur eine Rückkehr zum Lockdown vom Februar geben", sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, der "Augsburger Allgemeinen". "Alles, was man sich jetzt erlaubt, muss man später mit Zins und Zinseszins bezahlen", warnte Marx.

Bundesregierung stuft Polen ab Sonntag als Hochinzidenzgebiet ein

Wegen stark steigender Corona-Infektionszahlen stuft die Bundesregierung Polen als Hochinzidenzgebiet ein. Ab Sonntag ist die Einreise aus dem an Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen grenzenden Nachbarland nur noch mit einem negativen Corona-Test erlaubt, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag im Internet bekanntgab.

Bund-Länder-Beratungen


Mehr Flexibilität, Hausärzte steigen ein: Das sind die wichtigsten Beschlüsse des Impfgipfels

Britischer Premier Johnson erhält Impfung von Astrazeneca

Der britische Premierminister Boris Johnson hat seine erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Vor laufenden Kameras ließ sich Johnson am Freitagabend in einem Londoner Krankenhaus mit dem Vakzin des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca impfen. "Ich habe buchstäblich nichts gemerkt. Es war sehr gut, sehr schnell", sagte er anschließend vor Reportern und forderte die Briten auf, sich ebenfalls gegen das Coronavirus impfen zu lassen.

"An alle – wenn ihr eure Impfeinladung bekommt, geht und holt sie euch. Das ist das Beste für euch, eure Familie und alle anderen", sagte der Premierminister. Großbritannien hatte Anfang Dezember als weltweit erstes Land eine Corona-Impfkampagne gestartet und ist inzwischen weit fortgeschritten. Bis Mitte dieser Woche wurden bereits mehr als 25 Millionen Impfdosen gespritzt. Bis Ende Juli soll jedem Erwachsenen ein Impfangebot gemacht werden.

Kultusminister wollen Schulen so lange wie möglich offen halten

Die Kultusminister der Länder wollen sich dafür einsetzen, dass die Schulen in Deutschland trotz steigender Corona-Zahlen so lange wie möglich offen bleiben. Lehrkräfte im Präsenzunterricht sollten in dem Zusammenhang außerdem Vorrang bei der Impfkampagne bekommen, forderten die Ministerinnen und Minister nach Beratungen in der Kultusministerkonferenz (KMK). Grundschullehrer werden zwar inzwischen vorrangig geimpft, Lehrkräfte weiterführender Schulen müssen aber noch warten. Kritik am Beschluss der Minister kam von Bildungsgewerkschaften.

"Wir ringen um jeden Tag der Präsenzbeschulung für Schülerinnen und Schüler", sagte die brandenburgische Bildungsministerin und Präsidentin der KMK, Britta Ernst (SPD), am Freitag bei einer Pressekonferenz. Im Interview im "Bayerischen Rundfunk" fügte sie später hinzu: Man tue Kindern "etwas an", wenn Schulen monatelang geschlossen blieben. Die Aussage der Kultusminister sei ja nicht, Schulen um jeden Preis offen zu halten. "Aber was nicht geht, ist, dass andere gesellschaftliche Bereiche offen gehalten werden, wie Baumärkte, und die Schulen geschlossen werden."

Gericht kippt Fünf-Personen-Regel für Niedersachsen

Das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg hat in einem Eilverfahren eine starre Fünf-Personen-Obergrenze in den Regelungen über die Corona-Kontaktbeschränkungen in Niedersachsen gekippt. Die darin ebenfalls festgelegte Regel, wonach maximal Mitglieder von zwei Haushalten zusammenkommen dürfen, ließen die Richter in ihrer nun verkündeten Entscheidung unangetastet. Geklagt hatte ein Familienvater mit drei Kindern über 14 Jahren. (Az. 13 MN 132/21)

Der Mann argumentierte laut Gericht, dass er zusammen mit seiner Frau und seinen Kindern bereits die Obergrenze von fünf Personen erreiche. Es sei der Familie somit unmöglich, weitere Menschen zu treffen. Ausnahmen von der Fünf-Personen-Regeln sind laut Verordnung nur für Kinder unter 14 Jahren definiert, diese zählen dann nicht. Für ältere Haushaltsmitglieder gilt das nicht.

Die Richter gaben dem Kläger Recht. Die Regel sei "unangemessen", betonten sie. Die Formulierung in der entsprechenden Verordnung schließe alle Haushalte, in denen fünf Menschen im Alter von 15 Jahren und mehr lebten, von "gemeinsamen sozialen Kontakten" aus. Überhaupt nicht berücksichtigt werde darin außerdem die Situation von Haushalten, zu denen ohnehin mehr als fünf Menschen gehörten.

Skandinavier halten vorerst an Astrazeneca-Stopp fest

Dänemark belässt es wie Norwegen und Schweden erst einmal dabei, dass vorübergehend niemand im Land mit dem Impfstoff von Astrazeneca gegen Covid-19 geimpft wird. Trotz des positiven Bescheids der Europäischen Arzneimittelagentur EMA hält Deutschlands nördlichster Nachbar an einem noch bis nächste Woche geltenden 14-tägigen Aussetzen der Impfungen mit dem Präparat fest. Dies geschehe aus einem Vorsorgeprinzip heraus, sagte der Direktor der dänischen Gesundheitsverwaltung Sundhedsstyrelsen, Søren Brostrøm, auf einer Pressekonferenz in Kopenhagen. Man wolle tiefer in der Sache graben, um die Nebenwirkungen besser zu verstehen.

Ähnliche Signale waren nach der EMA-Ankündigung bereits am Donnerstagabend aus Stockholm und Oslo gekommen. Deutschland und einige andere Länder hatten den Einsatz des Corona-Impfstoffes von Astrazeneca dagegen wiederaufgenommen.

Dänemark hatte den Gebrauch des Impfstoffs des britisch-schwedischen Herstellers am 11. März vorsorglich für 14 Tage ausgesetzt. Es war damit das erste Land in der EU gewesen, dass die Verabreichung des Astrazeneca-Mittels komplett gestoppt hatte. Grund dafür waren Berichte über vereinzelte Fälle von Blutgerinnseln im zeitlichen Zusammenhang mit Impfungen. Darunter war auch ein dänischer Todesfall gewesen.

Baden-Württemberg: Ministerpräsident Kretschmann mit Astrazeneca geimpft

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat in der Stuttgarter Liederhalle als einer der ersten Spitzenpolitiker eine Corona-Impfung erhalten. Dem 72-Jährigen und seiner Ehefrau Gerlinde wurde die erste Dosis des Wirkstoffs von Astrazeneca verabreicht, der zuletzt für mehrere Tage gesperrt gewesen war. Er sei Gott dankbar, "dass er uns Menschen so etwas Kreatives wie das Impfen gegeben hat", sagte Kretschmann.

Die Europäische Arzneimittelbehörde und die nationalen Behörden hätten sich bei der Sperrung des Impfstoffs zuletzt besonders vorsichtig gezeigt. Aber der Impfstoff von Astrazeneca sei unbedenklich und habe sich als besonders zuverlässig beim Schutz vor einer Corona-Erkrankung gezeigt, sagte Kretschmann. Er forderte die Bevölkerung auf, seinem Beispiel zu folgen: "Haben Sie vertrauen, lassen sie sich impfen."

Deutscher Astrazeneca-Vize: „Ich verspreche nichts“

Der deutsche Vizechef des Pharmakonzerns Astrazeneca hat vor weiteren Lieferproblemen beim Corona-Impfstoff gewarnt. "Ich kann nichts versprechen", sagte der stellvertretende Konzernchef Klaus Hinterding im RBB-Inforadio mit Blick auf die künftigen Liefermengen. Es sei "schwierig, definitive Zusagen zu machen bei einem so komplexen Prozess wie der Herstellung eines Impfstoffes", sagte er weiter. "Dass es dort natürlich auch mal Schwierigkeiten gibt bei der Produktion, das verwundert mich überhaupt nicht."

Der Konzern kommuniziere "mit den entsprechenden Behörden transparent über Liefermengen, damit Sicherheit besteht und die zugesagten Impfungen auch verimpft werden können", sagte Hinterding. Astrazeneca steht derzeit wegen massiver Lieferrückstände an die EU in der Kritik.

Hinterding zeigte sich zudem optimistisch, dass das Vertrauen in den Astrazeneca-Impfstoff nach der vorübergehenden Aussetzung der Impfungen wieder steige. Möglicherweise habe die "hohe mediale Aufmerksamkeit" dazu geführt, "dass so ein paar Vorurteile ausgeräumt werden und wir jetzt wieder dazu kommen können, dass dieser Impfstoff verimpft wird, damit wir aus dieser Pandemie kommen".

Brasilien: Bolsonaro will Corona-Maßnahmen kippen

Auf dem bisherigen Höhepunkt der Corona-Pandemie in Brasilien will der rechte Präsident Jair Bolsonaro die Maßnahmen einiger Bundesstaaten zur Eindämmung des Virus kippen. Die Regierung beantragte beim Obersten Gerichtshof, Dekrete des Bundesbezirks rund um die Hauptstadt Brasília, Bahia und Rio Grande do Sul beispielsweise zur Einschränkung der Bewegungsfreiheit und nicht systemrelevanter Geschäftsaktivitäten zu kassieren, wie das Nachrichtenportal G1 am Freitag berichtete. Nach Einschätzung der Bundesregierung fehlt den Gouverneuren die Kompetenz für diese Entscheidungen.

Brasilien ist nach den USA das von der Pandemie am stärksten betroffene Land der Welt. Im größten Staat Lateinamerikas wurden zuletzt über 90.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus innerhalb von 24 Stunden vermeldet, pro Tag sterben rund 3000 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Datafolha gaben 79 Prozent der Brasilianer an, dass die Pandemie außer Kontrolle geraten ist. Präsident Bolsonaro hatte das Coronavirus immer wieder verharmlost und sich gegen weitreichende Schutzmaßnahmen gesperrt.

Ramelow: Öffnungen nur mit Tests und Kontaktnachverfolgung denkbar

Lockerungen der Corona-Beschränkungen sind aus Sicht von Thüringens Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Linke) derzeit nur mit elektronischer Kontaktnachverfolgung und Corona-Tests denkbar. "Ohne Kontaktnachverfolgung und ohne Testen bin ich nicht fürs Öffnen, da bin ich für gar nichts. Denn dafür sind die Werte einfach viel zu hoch", sagte Ramelow der Deutschen Presse-Agentur. Der 65-Jährige regiert das Bundesland mit den seit Wochen höchsten Sieben-Tage-Inzidenzzahlen in Deutschland. Am Freitag lag der Wert bei knapp 187 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen 7 Tagen – Tendenz steigend.

Ramelow machte deutlich, dass er eine "strenge Teststrategie" als Voraussetzung für jegliche Lockerungen sieht. Seiner Meinung nach sollten sich in Zukunft auch Geimpfte testen lassen müssen, um zum Beispiel Eintritt zu bestimmten Veranstaltungen zu bekommen. Dies müsse alles elektronisch erfasst werden. "Ich bin auch sehr dafür, dass Geimpfte sich freitesten lassen, weil wir wissen nicht, wie lange die Wirkung hält", sagte Ramelow. Dies sei ein "kleiner Kontrollmechanismus". Man bekomme damit zudem Daten, wie lange der Impfschutz anhalte.

Tschechien bekommt Antikörper-Cocktail gegen Corona

Die Ärzte im stark von der Pandemie betroffenen Tschechien erhalten eine neues Medikament gegen das Coronavirus. Die erste Lieferung des Antikörper-Cocktails von Regeneron werde in den nächsten Tagen erwartet, sagte Ministerpräsident Andrej Babis nach Angaben der Agentur CTK am Freitag. Das Gesundheitsministerium in Prag hat bereits eine Notfallzulassung für das Medikament erteilt, mit dem auch der frühere US-Präsident Donald Trump behandelt worden war. Bereits seit Februar wird in Tschechien ein anderes Antikörper-Präparat, Bamlanivimab, eingesetzt.

Tschechien kämpft mit einer dramatischen dritten Welle. Die Menschen dürfen ihren Bezirk nur in Ausnahmefällen verlassen. Die Minderheitsregierung hat diese Reisebeschränkungen bis zum 28. März verlängert. An diesem Tag läuft der seit Oktober geltende Notstand aus. Über eine erwartete Verlängerung des Lockdowns über Ostern und darüber hinaus will das Kabinett offiziell erst am Montag entscheiden – und auch das Parlament müsste dem noch zustimmen.

Nur über 55-Jährige sollen Astrazeneca in Frankreich erhalten

In Frankreich sollen nur noch Menschen im Alter über 55 Jahre den Impfstoff von Astrazeneca erhalten. Das empfahl die Gesundheitsbehörde (HAS) des Landes am Freitag in Paris. Grund für die Empfehlung sind Berichte über lebensgefährliche Blutgerinnsel nach Impfungen jüngerer Menschen.

Inzidenzwert in Brandenburg bei über 100 –  Elbe-Elster Hotspot

In Brandenburg ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche erstmals wieder über die 100er Marke geklettert. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums lag der Wert am Freitag bei 100,7. Am Donnerstag hatte die Sieben-Tage-Inzidenz landesweit noch 90,6 betragen.

Der Landkreis Elbe-Elster lag mit rund 224 Ansteckungen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche den zweiten Tag in Folge über der kritischen Marke von 200. Am Donnerstag hatte der Wert rund 203 betragen. Vier Landkreise und die kreisfreie Stadt Cottbus haben den Inzidenzwert von 100 überschritten. Dort sollen laut Verordnung zusätzliche Gegenmaßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus getroffen werden. 

Steinmeier ehrt Biontech-Gründer: „Mehr Mut bei Pandemie-Bekämpfung“

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat zu mehr Mut und weniger Verzagtheit im Kampf gegen die Corona-Pandemie aufgerufen. "Gerade jetzt, gerade jetzt im Angesicht der dritten Welle, ist nicht die Zeit für Resignation und Selbstmitleid", sagte er am Freitag bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an die Biontech-Gründer Özlem Türeci und Ugur Sahin. Steinmeier zeichnete sie für ihre herausragende Leistung bei der Entwicklung des ersten Covid-19-Impfstoffs, der in der EU zugelassen wurde, aus. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel war bei der Verleihung im Schloss Bellevue.

Dänemark will trotz grünem Licht der EMA Astrazeneca-Vakzin vorerst nicht nutzen

Ungeachtet des grünen Lichts der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) will Dänemark den Corona-Impfstoff von Astrazeneca vorerst noch nicht wieder einsetzen. Es sollten zunächst die Entscheidung der EMA "und deren Auswirkung auf das dänische Impfprogramm" geprüft werden, erklärte der Chef der Gesundheitsbehörde, Soren Brostrom. Zwar habe die EMA das Vakzin als "sicher und effektiv" eingeschätzt, zugleich aber habe sie auch einen Zusammenhang mit gefährlichen Blutgerinnseln nicht ausgeschlossen.

Schon geimpft oder kurz davor


Hier erzählen Betroffene, was sie vom Astrazeneca-Impfstopp halten

Inzidenz über 100: Hamburg zieht die Corona-Notbremse

Nach drei Tagen mit Sieben-Tages-Inzidenzen über 100 hat Hamburg am Freitag die Corona-Notbremse gezogen. Damit werden von Samstag an die erst Anfang vergangener Woche vollzogenen Öffnungsschritte wieder rückgängig gemacht, sagte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD).

Ab Samstag sollen nun wieder die Regeln von vor dem 8. März gelten. Im Einzelhandel wäre dann statt "Click & Meet" nur noch "Click & Collect" möglich. Private Kontakte müssten sich wieder auf eine Person außerhalb des eigenen Hausstandes beschränken, allerdings würden Kinder bis 14 Jahre diesmal nicht mitgezählt. Auch Sport im Freien wäre für Erwachsene nur noch unter diesen Kontaktbeschränkungen möglich. Die erst Anfang der Woche nach Ende der Ferien teilweise wieder geöffneten Schulen und Kindertagesstätten wären von der Notbremse nicht betroffen.

Historikerin Ute Frevert


Die Bevölkerung stand lange hinter den Corona-Maßnahmen. Jetzt kippt die Stimmung

Spahn, RKI und Lauterbach informieren über aktuelle Corona-Lage

Kurz vor dem Impfgipfel von Bund und Ländern am Nachmittag stellen sich Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach und der Vizepräsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lars Schaade, um 10 Uhr den Fragen der Öffentlichkeit. Im Fokus stehen die steigenden Corona-Zahlen, die Ausweitung der Impfkampagne auf die Hausärzte sowie die Wiederaufnahme der Impfungen mit dem Astrazeneca-Vakzin.

Gesundheitsminister Jens Spahn beginnt: "Das Impftempo hat deutlich zugenommen, dann machten uns die Meldungen über mögliche Nebenwirkungen von Astrazeneca einen vorläufigen Strich durch die Rechnung. Ich verstehe die Sehnsucht nach schnellen Lösungen (…), aber wir müssen vorsichtig, umsichtig und pragmatisch bleiben. Heute starten wir wieder aufgrund der Empfehlung der EMA. Das ist gut, dadurch haben wir jetzt gute drei Tage ausgesetzt und diese Zeit genutzt um mehr Informationen zu bekommen."

Spahn betonte, Impfen sei ein "zentraler Schritt raus aus der Pandemie". Dies brauche aber Zeit. Es gebe in Europa noch nicht genug Impfstoff, um die dritte Welle allein durch Impfen zu stoppen. Es werde "noch einige Wochen dauern, bis die Risikogruppen vollständig geimpft sind". Deshalb seien gerade flächendeckende Testungen ein sehr wichtiges Werkzeug, um die Pandemie einzudämmen, aber "nicht die Lösung der Probleme".

Die derzeit steigenden Fallzahlen könnten laut Spahn dazu führen, "dass wir in den kommenden Wochen keine weiteren Öffnungsschritte vornehmen können – im Gegenteil, vielleicht sogar Schritte rückwärts gehen müssen". Um das Verständnis dafür in der Bevölkerung zu erhalten, sollte es einheitliche Regeln geben, sagte Spahn.

Corona-Politik


Jens Spahn: Das Gesicht des Desasters

Weiter geht es mit dem Vizepräsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lars Schaade: "Das Infektionsgeschehen gewinnt an Dynamik." Angesichts der raschen Ausbreitung der ansteckenderen Virusvariante B.1.1.7 stünden "leider wieder schwere Wochen bevor". Eine Verschlimmerung der Lage um Ostern, vergleichbar mit der Zeit vor Weihnachten, sei gut möglich.

"Dieser Anstieg der Fallzahlen ist real. Nach unseren Daten lässt er sich nicht damit erklären, dass mehr Schnelltests gemacht werden", betonte Schaade. Der Anstieg gehe vor allem auf die ansteckendere und wohl auch tödlichere Variante B.1.1.7 zurück, die mittlerweile etwa bei drei Viertel aller untersuchten Menschen nachgewiesen werde.

Schaade bat darum, Ostern im engsten Kreis zu verbringen und auf Reisen im In- und Ausland zu verzichten. "Mobilität und Kontakte sind die Treiber der Pandemie." Wenn an Ostern Menschen aus verschiedenen Regionen Deutschlands zusammenkämen, könnte demnach die Pandemie zusätzlich angeheizt werden. "Das müssen wir verhindern."

Ab nach Palma


Airlines und Reiseanbieter stocken Mallorca-Angebote zu Ostern deutlich auf

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach fährt fort. "Man kann es drehen und wenden wie man will, wir müssen zurück in den Lockdown." Es mache keinen Sinn zu warten. Je früher man reagiere, desto kürzer müsse der Lockdown sein, um wieder auf eine beherrschbare Fallzahl zu kommen. Lauterbach sprach vom Beginn einer "fulminanten dritten Welle". Seinen Angaben nach ist durch die stattfindende Verdrängung der alten Virusvariante durch neue Varianten Mitte April mit einer bundesweiten Inzidenzzahl von 200 zu rechnen. Wenn die Fallzahlen nicht abgebremst würden, sei eine Überlastung der Intensivstationen in wenigen Wochen zu erwarten.

Mit Testen allein sei die dritte Welle nicht zu bremsen, aber man könne "den R-Wert senken". Zudem müssten jetzt so viele Erstimpfungen vorgenommen werden, wie möglich. Die Impfreihenfolge sollte beibehalten werden. Lauterbach rat ebenfalls dringend von Reisen zu Ostern ab.

Der SPD-Gesundheitspolitiker begrüßte zugleich die für diesen Freitag geplante Fortsetzung der Impfung mit Astrazeneca. Es handele sich dabei um einen sehr wirksamen Impfstoff, der bei den älteren Menschen die Krankenhauseinweisungen und den Tod sehr sicher verhindern könne. "Daher ist der Impfstoff sicher, und der Nutzen ist gewährleistet, und ich begrüße ausdrücklich, dass in Deutschland die Impfung wieder begonnen hat." Er würde diesen Impfstoff jederzeit nehmen, sagte Lauterbach.

Gesundheitsexperte


Der Krisen-Erklärer: Wie sich Karl Lauterbach in der Corona-Pandemie zum politischen Superstar entwickelt

Fast 17.500 Neuinfektionen, Inzidenz über 95

Erneut ist die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner stark angestiegen: Die Sieben-Tage-Inzidenz lag laut Robert Koch-Institut (RKI) am Freitagmorgen bundesweit bei 95,6. Am Donnerstag hatte sie noch bei 90, am Mittwoch bei 86,2 gelegen. Außerdem meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland binnen eines Tages 17.482 Corona-Neuinfektionen – das sind etwa 5000 mehr als vor genau einer Woche. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 05.20 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 226 weitere Todesfälle registriert. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 12.834 Neuinfektionen und 252 neue Todesfälle verzeichnet.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.629.750 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.401.700 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 74 358.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend bei 1,12 (Vortag 1,06). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 112 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Fast zwei Drittel der Deutschen halten die Aufhebung der Reisebeschränkungen für Mallorca für falsch

In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur lehnten 65 Prozent die von der Bundesregierung beschlossene Aufhebung der Quarantäne und Testpflicht für Rückkehrer von der spanischen Ferieninsel ab. Nur 22 Prozent halten diesen Schritt für richtig. 12 Prozent machten keine Angaben.

Der Boom bei den Buchungen für die Lieblingsinsel der Deutschen hält unterdessen an. DER Touristik meldete, dass sich die Zahlen in der Woche seit der Regierungsentscheidung verachtfacht hätten. "Die Nachfrage nach Mallorca-Urlaub ist seit der Öffnung immens hoch."

Die Bundesregierung hatte vor einer Woche entschieden, Mallorca und andere Regionen in Spanien, Portugal, Dänemark und die Bahamas in der Karibik von der Liste der Corona-Risikogebiete zu streichen und damit auch die Reisewarnung des Auswärtigen Amts aufzuheben. Damit ist seit Sonntag Urlaub auf der Lieblingsinsel der Deutschen wieder ohne Quarantäne und Testpflicht bei der Rückkehr möglich. Lediglich bei der Einreise nach Spanien muss ein negativer Test vorgewiesen werden.

Pandemie in Deutschland


Wenn Corona spaltet: Als mein Onkel an Covid-19 stirbt, zerbrechen auch Freundschaften

Immunologe: Astrazeneca-Impfungen schnell wieder hochfahren

Nach der geplanten Wiederaufnahme der Corona-Impfungen mit dem Produkt von Astrazeneca in Deutschland hofft ein Immunologe auf ein schnelles Wiederhochfahren dieser Impfungen. Es gelte, beim Impfen jetzt wieder aufzuholen, sagte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl, der Nachrichtenagentur DPA am Donnerstagabend. Nach bisherigen Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) seien durch das Aussetzen der Impfungen mit dem Präparat des britisch-schwedischen Herstellers mindestens mehrere Zehntausend Impfungen pro Tag verpasst worden. Das könne perspektivisch mehr Todesfälle durch Covid-19 bedeuten.

Die Empfehlung der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA zur Fortsetzung der Impfungen sei zu begrüßen und auch so zu erwarten gewesen, sagte Watzl. "Es muss nun gut darüber informiert werden, dass es das Risiko der seltenen Hirnvenenthrombosen gibt." Nach Einschätzung des Immunologen wäre es hilfreich, wenn bereits genug Daten vorlägen, um möglicherweise besonders gefährdete Gruppen je nach Alter, Geschlecht und Vorerkrankungen zu benennen und sie von der Impfung mit Astrazeneca auszuschließen. Noch könne man dies aber nicht.

 Die Nachrichten zur Coronavirus-Pandemie von Donnerstag, den 18. März 2021

Spahn genehmigt weitere Astrazeneca-Impfungen mit Warnhinweisen

Als Reaktion auf die Empfehlung der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die weitere Verwendung des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca genehmigt – allerdings mit Warnhinweisen. Die Impfungen mit dem Präparat sollten noch im Laufe des Freitags wieder aufgenommen werden, sagte Spahn am Donnerstagabend in Berlin. Die Impfwilligen sollten über Risiken informiert werden.

Frankreich verhängt regionale Ausgangsbeschränkungen – auch in Paris

Frankreich verhängt im Kampf gegen die Corona-Pandemie regionale Ausgangsbeschränkungen – auch Paris ist betroffen. Die Regelung solle zunächst für vier Wochen gelten, sagte Frankreichs Premierminister Jean Castex. Insgesamt sind 16 Départements im Land von den härteren Maßnahmen betroffen. Dazu zählen der gesamte Großraum Paris und zahlreiche Gegenden im Norden des Landes, aber auch Gegenden am Mittelmeer. Dort müssen alle nicht lebensnotwendigen Läden schließen. Schulen sollen generell geöffnet bleiben, es soll aber Einschränkungen für die Oberstufen geben. Im Großraum Paris und anderen Gegenden hatte sich die Corona-Lage zuletzt deutlich verschlechtert. Patientinnen und Patienten wurden in Krankenhäuser in andere Landesteile gebracht, weil es auf den Intensivstationen an Kapazitäten fehlt. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche ist im Großraum Paris zuletzt auf rund 450 geklettert.

Russischer Impfstoff in Privatflieger nach Honduras wohl gefälscht

Der mexikanische Zoll hat nach eigenen Angaben in einem Privatflugzeug nach Honduras 5775 Dosen des russischen Coronavirus-Impfstoffs Sputnik V beschlagnahmt. Diese wurden in 1155 Ampullen, zwischen Getränken und Eiscreme versteckt, in zwei Kühlboxen in dem Flieger entdeckt, wie Mexikos Steuerbehörde mitteilte. Das Präparat sei gefälscht, erklärte Russlands staatlicher Direktinvestmentfonds RDIF. Der RDIF teilte mit, die Fälschung sei unter anderem an einem Rechtschreibfehler beim Namen des Impfstoffs in kyrillischer Schrift auf den Etiketten der Ampullen zu erkennen. Sputnik V ist einer von fünf Impfstoffen, die in Mexiko zugelassen sind.

Die Stunde Null


Für viele war das Haus im Grünen zu teuer – Corona könnte das jetzt ändern

Ministerium: Nächste Corona-Öffnungsschritte in ganz Bayern auf Eis

Angesichts wieder steigender Corona-Zahlen wird es in Bayern am kommenden Montag keine weiteren Öffnungsschritte aus dem Lockdown geben. Theater, Kinos, Konzertsäle und die Außengastronomie müssen damit landesweit weiterhin geschlossen bleiben. Bis auf Weiteres werde das Einvernehmen zu weiteren Öffnungsschritten nicht erteilt, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Ministerpräsident Nach der bayerischen Corona-Verordnung wären am Montag die nächsten Öffnungsschritte möglich gewesen, wenn in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt mindestens 14 Tage lang eine Sieben-Tage-Inzidenz von 50 beziehungsweise 100 nicht überschritten wird – und die Entwicklung des Infektionsgeschehens "stabil oder rückläufig" erscheint. Wegen des besorgniserregenden landesweiten Anstiegs der Infektionszahlen könne bayernweit nicht mehr von einer stabilen Lage im Sinne der Verordnung ausgegangen werden, sagte der Sprecher. Es sei zu erwarten, dass die Sieben-Tage-Inzidenz in Bayern in den nächsten Tagen den Wert 100 übersteige.

Weiter hohe Mallorca-Nachfrage – am Ballermann „schon ziemlich voll“

Schon vor dem Beginn der Osterferien ist auf der spanischen Mittelmeerinsel Mallorca die Zahl der Touristen gestiegen. "Am Wochenende ist es am Ballermann schon ziemlich voll", berichtete Beatrice Ciccardini, die Wirtin der Bar "Zur Krone". Auch deutsche Touristen habe sie wieder an der Bar gehabt. Der größte Reiseanbieter Tui meldet kurz vor dem Start der vorgezogenen Ostersaison auf Mallorca anhaltend starke Buchungen. Man habe bisher etwa doppelt so viele Mallorca-Buchungen in den Systemen wie vor den Osterferien im Jahr 2019, also dem Vergleichszeitraum vor der Corona-Krise, so der Reiseanbieter. Genaue Zahlen, wie viele Urlauber aus Deutschland und anderswo derzeit auf Mallorca und den anderen Baleareninseln sind, hat das örtliche Tourismusministerium nicht.

Biden erreicht Ziel von 100 Millionen Corona-Impfungen deutlich früher

Auf der Zielgeraden: Die USA stehen kurz davor, das von Präsident Joe Biden angekündigte Ziel von 100 Millionen Corona-Impfungen in den ersten hundert Tagen seiner Präsidentschaft zu erreichen. Bidens Versprechen wird voraussichtlich sogar mehr als einen Monat früher als geplant eingelöst. Am Donnerstag, seinem 58. Tag im Amt, wollte der Präsident über die Fortschritte der Impfkampagne informieren. Das Tempo bei den Impfungen war in den vergangenen Wochen deutlich beschleunigt worden. Derzeit werden Behördenangaben zufolge durchschnittlich 2,4 Millionen Dosen pro Tag verimpft. Bei Bidens Amtsantritt am 20. Januar waren es noch knapp eine Million Dosen.

Die Stunde Null


Für viele war das Haus im Grünen zu teuer – Corona könnte das jetzt ändern

„Nutzen liegen deutlich über Risiko:“ Europäische Arzneimittel-Agentur gibt grünes Licht für Astrazeneca-Impfstoff 

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) schätzt das Vakzin des Impfstoff-Herstellers Astrazeneca als "sicheres und wirksames Produkt" ein, "das Menschen vor dem Coronavirus schützt." Das teilte die EMA in einer Pressekonferenz in Brüssel mit. Der Nutzen des Impfstoffes liege "deutlich über den Risiken" und sei bisher nicht mit einer Entwicklung von Hirnvenenthrombosen zu assoziieren, so EMA-Chefin Emer Cooke weiter nach einer Sondersitzung der Behörde. Dennoch sei es nicht ausgeschlossen. Daher würden die Prüfungen und Studien auch fortgesetzt. Es werde eine extra Warnung vor möglichen seltenen Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen bei den möglichen Nebenwirkungen aufgenommen.

Mehrere Länder hatten die Impfungen mit dem Astrazeneca-Impfstoffs als Vorsichtsmaßnahme zunächst gestoppt, darunter auch Deutschland. In einer Pressekonferenz, die für den späteren Verlauf des Abends erwartet wird, will sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zu der EMA-Einschätzung und dem weiteren Vorgehen mit dem Astrazeneca-Vakzin in Deutschland äußern.

Berichte über Blutgerinnsel


EU-Arzneimittelbehörde hält Astrazeneca-Impfstoff für sicher – will aber einen Warnhinweis ergänzen

Söder für Astrazeneca-Impfangebote notfalls auf eigenes Risiko

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder will auch ohne eine offizielle Zulassung am Einsatz des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca festhalten. "Ich würde es auch nicht wegschmeißen, auch wenn es nicht zugelassen wird", sagte der CSU-Chef nach der digitalen Länderkonferenz in München. Auch ohne eine Zulassung der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) müsse geprüft werden, ob dann Impfungen "auf eigenes Risiko" möglich wären.

Umfrage: Debatte um Astrazeneca schadet Impfbereitschaft kaum

Der Impfstopp beim Vakzin von Astrazeneca in mehreren Ländern beeinträchtigt offenbar kaum die Impfbereitschaft der Deutschen. Insgesamt ist die Impfbereitschaft im Vergleich zu Anfang März lediglich um zwei Prozentpunkte auf 71 Prozent gesunken, wie aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag von RTL und n-tv hervorgeht. Ebenfalls 71 Prozent der Befragten, die sich so bald wie möglich impfen lassen wollen, gaben zudem an, Astrazeneca zu akzeptieren, sobald die Impfungen damit wieder aufgenommen werden.

Schon geimpft oder kurz davor


Hier erzählen Betroffene, was sie vom Astrazeneca-Impfstopp halten

Bund und Länder einigen sich auf milliardenschweren Härtefallfonds

Bund und Länder haben sich auf den von Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) angekündigten Härtefallfonds für von den Corona-Beschränkungen betroffene Betriebe geeinigt. Das Programm sei "einsatzbereit" und eine "wertvolle Ergänzung" zu den bestehenden Corona-Hilfen, heißt es in einem Brief von Altmaier an seine Länderkollegen und -kolleginnen, der AFP vorlag. Der Härtefallfonds hat einen Umfang von 1,5 Milliarden Euro, je zur Hälfte von Bund und Ländern finanziert. Der Fonds richtet sich an Unternehmen, die aufgrund besonderer Fallkonstellationen bislang durch das Raster der Corona-Hilfen gefallen sind. 

Bulgarien verschärft Corona-Maßnahmen – Gastronomie schließt wieder

Bulgarien führt wegen besorgniserregend steigender Corona-Fallzahlen ab Montag erneut strengere Einschränkungen ein. Bis Ende März sollen Lokale, Fitnessstudios, Kasinos sowie Schulen, Kitas, Kinos, Theater und Museen zum dritten Mal seit Beginn der Corona-Pandemie geschlossen werden. In Einkaufszentren können nur Supermärkte, Apotheken sowie Banken und Versicherungen geöffnet bleiben, gab Gesundheitsminister Kostadin Angelow bekannt. In dem EU-Land waren erst Anfang März die meisten Corona-Beschränkungen aufgehoben worden. Das Balkanland verzeichnete nach amtlichen Angaben vom Donnerstag 483 Neuansteckungen pro 100.000 Menschen binnen zwei Wochen.

Misstrauen


Warum der Corona-Impfstoff Sputnik V in Russland zum Ladenhüter wird

IWH: Mit Wirtschaftsöffnungen steigen Infektionen überproportional

Die ersten Lockerungen der Corona-Maßnahmen führen nach Ansicht des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH) zu einem Anstieg der wirtschaftlichen Mobilität – aber auch der Neuinfektionen und Todesfälle. Der erwartete Anstieg der ökonomischen Mobilität um gut 10 Prozentpunkte dürfte die Zahl der Neuinfektionen und der Todesfälle in Deutschland um 25 Prozent erhöhen, hieß es in einer Mitteilung des Instituts. Die Forscher betonten, es sei jetzt umso wichtiger, die Lockerungen durch eine bessere Test- und Quarantänestrategie und durch schnelleres Impfen zu begleiten – und so weitere Lockerungen zu ermöglichen.

Hamburger Schulbehörde untersagt Nutzung der vom Bund gelieferten Masken

Die Schulbehörde der Hansestadt hat die Nutzung der vom Bund zur Verfügung gestellten KN95-Masken für das Schulpersonal untersagt. Grund sei der unzureichende Qualitätsstandard der rund 300.000 Corona-Schutzmasken, heißt es in einem Schreiben der Behörde an die Schulen. Nachdem das Bundesgesundheitsministerium noch im Januar mitgeteilt habe, "dass diese Masken in einem mehrstufigen Verfahren geprüft wurden, hat die Bundesregierung nun zu unserer Überraschung kurzfristig den KN95-Masken aus ihren eigenen Lieferungen die Zulassung als medizinische Maske entzogen".

17.504 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz nun bei 90

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100. 000 Einwohner hat erneut einen großen Sprung nach oben gemacht: Die Sieben-Tage-Inzidenz lag laut Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag bundesweit bei 90 – und damit erneut deutlich höher als am Vortag (86,2). Vor einer Woche (11.03.) hatte sie noch bei 69,1 gelegen. Einen Wert von 90 hatte es zuletzt am 2. Februar gegeben. Danach war die Inzidenz noch einige Zeit gesunken, ein Tiefstand wurde mit 56,8 am 19. Februar erreicht. Seither geht es mit dem Wert wieder merklich aufwärts.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 17.504 Corona-Neuinfektionen – gut 3000 mehr als am Donnerstag der Vorwoche. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 272 weitere Todesfälle verzeichnet. Das Infektionsgeschehen schlägt sich stets verzögert in den Todeszahlen nieder, weil zwischen Nachweis der Infektion und dem Tod häufig mehrere Wochen liegen. Die Daten geben den Stand von 09.40 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich. Vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 14 356 Neuinfektionen und 321 neue Todesfälle verzeichnet.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Mittwochabend bei 1,06 (Vortag 1,06). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 106 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Covid-19


R-Wert, Infizierte, Inzidenz, Intensivbetten: Die wichtigsten Corona-Daten

Ost-Ministerpräsidenten werben für russischen Impfstoff Sputnik V

Nach dem vorläufigen Stopp der Corona-Impfungen mit dem Vakzin von Astrazeneca werben mehrere ostdeutsche Ministerpräsidenten für den russischen Impfstoff Sputnik V. "Russland ist ein großes Land der Wissenschaft, und ich habe nicht die geringsten Zweifel, dass die dortige Wissenschaft imstande ist, einen leistungsfähigen Impfstoff herzustellen", sagte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag). "Der Impfstoff sollte zugelassen werden." Schließlich habe Deutschland bei den Impfstoffen Kapazitätsprobleme.

Misstrauen


Warum der Corona-Impfstoff Sputnik V in Russland zum Ladenhüter wird

Sachsen-Anhalts Regierungschef Reiner Haseloff (CDU) verwies wie Kretschmer darauf, dass über Zulassung zunächst die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) zu entscheiden habe. "Grundsätzlich aber gilt: Im Kampf gegen Corona ist uns jeder Impfstoff willkommen, der sicher ist und wirkt und uns so hilft, die Pandemie zu überwinden", sagte er den Funke-Zeitungen. Thüringens Ministerpräsident Bode Ramelow (Linke) sagte den Funke- Blättern: "Ich wünsche mir seit langem viel mehr Druck von der Bundesregierung, dass wir mehr alternative Vakzine zugelassen bekommen." Die Abhängigkeit von Astrazeneca mache die Impfstrategie angreifbar. 

Kassenärzte-Chef hält eingeschränkte Astrazeneca-Zulassung für möglich

Der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, Frank Bergmann, hält eine Einschränkung der Zulassung für den Astrazeneca-Impfstoff für möglich. Die Experten prüften derzeit, ob es einen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Verhütungsmitteln, Rauchen und Impfen gebe, sagte Bergmann der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Donnerstagsausgabe). Möglicherweise hätten sich "hier Risiken potenziert", fügte er hinzu. Dann könne es möglicherweise eine Zulassung mit Einschränkungen geben – "etwa nur für bestimmte Altersgruppen oder beispielsweise ohne gleichzeitige Nutzung der Pille".

Sehen sie im Video: Woran erkennt man die Nebenwirkungen? Arzt gibt wichtige Infos zum Astrazeneca-Impfstoff.

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) berät am Donnerstag in einer Sondersitzung über die Sicherheit des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca. Erwartet wird, dass die EMA am Nachmittag eine abschließende Empfehlung abgibt. Nach Berichten über das Auftreten schwerer Blutgerinnsel bei einigen Impf-Patienten hatten Deutschland und mehrere weitere europäische Staaten die Impfungen mit dem Vakzin des britisch-schwedischen Herstellers vorerst gestoppt. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte dies als reine Vorsichtsmaßnahme bezeichnet. Vom Impfgipfel am Freitag bei der Kanzlerin forderte der Kassenärzte-Chef Klarheit. Er hoffe auf klare Ansagen, wie es mit Astrazeneca weitergehe.

Dreyer für Tests von Corona-Konzepten in Modellregionen

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) wirbt dafür, Konzepte für Lockerungen der Corona-Auflagen in Modellregionen zu testen. Ein Jahr nach dem ersten Lockdown könne die Politik die Menschen "nicht für weitere Monate in ihre vier Wände verbannen", sagte Dreyer der "Welt" (Donnerstagsausgabe). "Ich plädiere dafür, dass wir in Modellregionen stärker ausprobieren sollten, welche Möglichkeiten es zusätzlich gibt."

Vor den nächsten Beratungen von Bund und Ländern am Montag riet Dreyer dazu, auf generelle Schließungen, aber auch auf pauschale Öffnungen zu verzichten. Dreyer will am Montag nach eigenen Angaben unter anderem über die Außengastronomie sprechen. "Ich will lieber, dass die Menschen bei uns Wandern und mit Abstand und Hygiene in ein Gartenlokal gehen können, statt für die Osterferien nach Mallorca zu fliegen und uns möglicherweise Infektionen einzuschleppen", sagte die SPD-Politikerin.

Dänische Studie: Wiederholte Corona-Infektionen selten, aber möglich

Eine Infektion mit dem Coronavirus bietet den meisten Menschen in den Folgemonaten Schutz vor einer Neuansteckung. Zu diesem Ergebnis kommt eine großangelegte Studie in Dänemark, die nun in der Fachzeitschrift "The Lancet" vorgestellt wurde. Bei älteren Menschen über 65 Jahren tritt eine wiederholte Infektion allerdings häufiger auf als bei jüngeren. Diese Erkenntnisse zeigen nach Ansicht der Forscher, dass Maßnahmen zum Schutz älterer Menschen, wie Abstandhalten, auch für diejenigen von grundlegender Bedeutung sind, die bereits Covid-19 gehabt haben.

USA: Geimpfte NBA-Spieler haben deutlich weniger Einschränkungen

Nach einer kompletten Impfung gegen das Coronavirus haben Basketballer in der NBA deutlich weniger Einschränkungen im Alltag und an Spieltagen. ESPN und "The Athletic" berichteten am Mittwochabend von einer Einigung zwischen der Liga und der Spielergewerkschaft NBAPA, die die entsprechenden Regeln für Profis bestimmen. Sobald 85 Prozent aller Spieler und Betreuer eines Teams geimpft sind, gelten die Regeln auch für ganze Mannschaften.

Brasilien meldet Rekord von mehr als 90.000 Neuinfektionen

Brasilien hat am Mittwoch 90.303 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet – so viele wie nie zuvor. Die Zahl der Toten stieg nach Behördenangaben um 2648, der zweithöchste Wert nach einem Rekord von 2841 Todesfällen am Dienstag. In dem südamerikanischen Land wurden damit seit Beginn der Pandemie insgesamt 284.775 Todesfälle verzeichnet. Damit ist Brasilien nach den USA das weltweit am zweitstärksten von der Pandemie getroffene Land. 

 Die Nachrichten zur Coronavirus-Pandemie von Mittwoch, den 17. März 2021

Hansa Rostock soll wieder vor Zuschauern spielen

Trotz bundesweit steigender Corona-Infektionszahlen soll es im deutschen Profifußball erstmals wieder ein Spiel mit Zuschauern geben. Der Landesregierung werde vorgeschlagen, dass für das Heimspiel von Hansa Rostock am Sonnabend gegen den Halleschen FC 777 Zuschauer im 30.000 Zuschauer fassenden Ostseestadion zugelassen werden. Das teilte das Gesundheitsministerium in Schwerin nach Beratungen mit Verantwortlichen der Hansestadt mit.

Dritte Corona-Welle


100er Inzidenz in der Kritik: Warum der Epidemiologe Klaus Stöhr die Lockdown-Marke in Frage stellt

Griechische Regierung droht Ärzten mit Zwangseinzug

Die griechische Regierung hat die Ärzteschaft des Landes zur Unterstützung in der Corona-Krise aufgerufen. Es würden binnen 48 Stunden mindestens 200 Freiwillige verschiedener Fachrichtungen im staatlichen Gesundheitssystem gebraucht, sagte Gesundheitsminister Vassilis Kikilias. Melde sich nicht die entsprechende Zahl an Medizinern, werde man einige zur Hilfe verpflichten, kündigte er an. Diesen Schritt sieht ein Corona-Notfallgesetz vor, das die griechische Regierung bereits vergangenes Jahr verabschiedet hatte. Man befinde sich in der schwierigsten Phase der Pandemie. Die Gesundheitsbehörde des Landes hatte zuvor zwei neue Corona-Negativrekorde vermeldet: Binnen 24 Stunden wurden 3465 Neuinfektionen registriert, und die Zahl der zu beatmenden Patienten stieg auf 630.

Aerosol-Experte: Deutschland beim Masken-Tragen „Entwicklungsland“

Deutschland ist nach Einschätzung des Aerosol-Experten Gerhard Scheuch noch ein "Entwicklungsland" beim Tragen von Masken. Das Mitglied der Gesellschaft für Aerosolforschung (GAeF) sagte, Mund-Nasen-Masken würden heute durch die Frage charakterisiert, wie gut ihr Material Viren zurückhalten könne. Das sei aber nur ein Parameter – wichtig sei auch der richtige Sitz. Nicht jede Maske passe jedem. Deutschland sei zu Anfang der Corona-Pandemie noch nicht daran gewöhnt gewesen, mit Masken zu leben. In ostasiatischen Ländern etwa sei das ganz anders. Es ist wichtig, dass man eben diese Masken richtig benutzt und nicht nur einfach die Masken ausgibt und den Leuten dann sagt: So, jetzt sieh mal zu, wie du damit zurechtkommst." Scheuch erklärte, wie tückisch Aerosole seien. "Ich gehe auf eine Toilette, da saß vielleicht eine halbe Stunde vorher jemand drauf und der hat seine Viren dort aber in der Luft hinterlassen. Dann atme ich die ein."

25 Millionen Menschen in Großbritannien haben erste Impfung erhalten

In Großbritannien haben nun mehr als 25 Millionen Menschen eine erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Das sei fast die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. "Der jüngste Meilenstein ist eine unglaubliche Leistung", twitterte Premierminister Boris Johnson. Mittlerweile sind auch alle über 50-Jährigen aufgerufen, sich impfen zu lassen. Damit liegt die Regierung deutlich vor dem eigenen Zeitplan, dieser Altersgruppe bis Mitte April eine erste Dosis anzubieten. Bis Ende Juli sollen alle Erwachsenen die Möglichkeit haben.

Insgesamt haben gut 25,3 Millionen Menschen eine erste Dosis erhalten, davon 1,76 Millionen die zweite Impfung, die für den vollen Schutz notwendig ist. Großbritannien ist eines der am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder Europas, mehr als 125.000 Menschen sind mit oder an Covid-19 gestorben. Die Regierung meldete am Mittwoch 5758 Neuinfektionen und 141 Todesfälle binnen 24 Stunden, jeweils etwas mehr als am Vortag.

Spahn verteidigt Astrazeneca-Impfstopp: „Wir passen auf“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat den vorsorglichen Stopp von Corona-Impfungen mit dem Präparat von Astrazeneca verteidigt. Dies zeige, dass die Überwachung der Impfkampagne funktioniere, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch in einem Facebook-Video. "Wir passen auf. Wir nehmen gemeldete Vorfälle ernst. Und wenn es was zu überprüfen gibt, dann überprüfen wir es." Dies sollte eigentlich das Vertrauen in Impfungen stärken.

Spahn betonte, die Verwendung des Impfstoffs sei als Vorsichtsmaßnahme für einige Tage ausgesetzt worden, bis man mehr wisse. Er gehe davon aus, dass die Europäische Arzneimittelbehörde EMA an diesem Donnerstag eine Einschätzung geben werde, wie es weitergehen könne. Andernfalls – was aber nicht sehr wahrscheinlich sei – seien auch Lösungen zu finden. Das ganze Video können Sie hier sehen:

FDP will Impfungen mit Astrazeneca-Stoff für Freiwillige

Die FDP will Corona-Impfungen mit dem Impfstoff von Astrazeneca umgehend auf freiwilliger Basis fortzusetzen. Zudem müssten Haus- und Fachärzte sowie Betriebsmediziner eingebunden werden, sagte Parteichef Christian Lindner am Mittwoch in Berlin. "Jede zusätzliche Impfung bringt Schutz und Freiheit", sagte Lindner. Zu Forderungen nach einer Umbildung der Bundesregierung sagte er, für die FDP wolle er das Augenmerk auf die Problemlösung und nicht auf das Personal legen.

WHO empfiehlt vorerst weiter Corona-Impfung mit Astrazeneca-Vakzin

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt vorerst weiter den Einsatz des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca. "Die WHO ist der Meinung, dass die Vorteile die Risiken überwiegen", teilte die Organisation am Mittwoch in Genf mit. Deutschland und zahlreiche andere Staaten haben die Impfung mit dem Astrazeneca-Stoff vorerst ausgesetzt, weil mehrere Fälle mit Thrombosen (Blutgerinnseln) in den Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang zur Impfung gemeldet wurden.

Die WHO betont jetzt, dass eine Impfung gegen Covid-19 keine Krankheiten oder Todesfälle durch andere Ursachen reduziere. Thrombosen (Blutgerinnsel) passierten häufig. "Venöse Thromboembolien gehören zu den häufigsten Herz-Kreislauferkrankungen weltweit", so die WHO. Es sei Routine, mögliche Zwischenfälle bei Impfkampagnen zu registrieren und zu untersuchen. Das zeige, dass die Überwachungssysteme funktionierten. Zwischenfälle in zeitlicher Nähe zu einer Impfung bedeuteten aber nicht zwangsläufig, dass ein kausaler Zusammenhang zwischen beidem bestehe.

Schon geimpft oder kurz davor


Hier erzählen Betroffene, was sie vom Astrazeneca-Impfstopp halten

Bund-Länder-Runde zu Impfungen voraussichtlich Freitag

Bund und Länder wollen voraussichtlich an diesem Freitag (15.00) über das weitere Vorgehen bei den Corona-Impfungen beraten. Sofern die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) zuvor über den Umgang mit dem Präparat von Astrazeneca entschieden hat, wollen sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten per Telefonkonferenz zusammenschalten, wie Vize-Regierungssprecherin Ulrike Demmer in Berlin sagte. Beraten werden soll dabei auch über einen Zeitplan für einen breiten Impfstart in Arztpraxen.

Deutschland verlängert Grenzkontrollen um zwei Wochen

Deutschland verlängert seine stationären Kontrollen an der Grenze zu Tschechien sowie zum österreichischen Bundesland Tirol um weitere zwei Wochen. Das teilte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums mit. Innenminister Horst Seehofer (CSU) sagte dem "Münchner Merkur": "Wir haben die Hoffnung, dass wir die Kontrollen zu Österreich etwas früher beenden können, vielleicht sogar noch im Laufe des März." Dazu werde man die Maßnahmen zum Infektionsschutz und zur Eindämmung des mutierten Virus in Tirol genau beobachten. Am Donnerstag trifft Seehofer den österreichischen Kanzler Sebastian Kurz in Berlin.

Von der Leyen kritisiert Astrazeneca wegen Lieferschwierigkeiten

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hat den Pharmakonzern Astrazeneca wegen der Lieferschwierigkeiten seines Corona-Impfstoffs kritisiert. Die Firma werde im zweiten Quartal nach derzeitigen Angaben nur etwa 70 Millionen Dosen liefern, sagte die deutsche Politikerin in Brüssel. "Das sind erheblich weniger als die 180 Millionen, die sie vertraglich zugesagt haben, zu liefern." Bei Astrazeneca sei noch "viel Luft nach oben". An dem Ziel, dass bis Ende des Sommers 70 Prozent der Erwachsenen in der EU vollständig geimpft sein sollen, hielt von der Leyen fest. Biontech/Pfizer und Moderna hielten ihre Lieferverträge ein.

EU-Kommission erwägt neue Exportauflagen für Corona-Impfstoff

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen erwägt, den Export der knappen Corona-Impfstoffe aus der Europäischen Union stärker zu beschränken. Neue Auflagen könnten dann für jene Länder gelten, die selbst keinen Impfstoff aus dem Land lassen oder die bereits einen höheren Anteil von geimpften Menschen haben als die EU, wie von der Leyen in Brüssel ankündigte. Aus der EU wurden seit dem 1. Februar nach Angaben der Kommission mindestens 41 Millionen Dosen Corona-Impfstoff in 33 Länder exportiert, obwohl in der EU selbst Impfstoff fehlt und Impfungen nur langsam vorankommen. Kritisiert werden vor allem Großbritannien und die USA, weil von dort praktisch kein Impfstoff ausgeführt werde. Aus der EU gingen nach offiziellen Angaben hingegen allein mindestens neun Millionen Dosen an Großbritannien und eine Million in die USA.

Kretschmer hält jüngste Corona-Lockerungen für gescheitert

Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) hält die jüngsten Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz zu Lockerungen in der Corona-Pandemie für gescheitert. "Es funktioniert nicht", sagte er am Mittwoch in einer Videokonferenz mit Kommunalpolitikern aus dem Erzgebirge und verwies dabei auf die erneut wachsende Zahl an Corona-Infektionen. "Jetzt müssen wir versuchen, die Sache wieder einzufangen und vor die Lage zu kommen." Ähnlich hatte sich Kretschmer bereits am Dienstagabend auf einer Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung in Sachsen geäußert.

Schon kleine Veränderungen im Verhalten der Bevölkerung würden sofort für ein anderes Infektionsgeschehen sorgen, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch. Man bewege sich derzeit auf einem sehr dünnen Eis und könne bei jedem Schritt einbrechen. "Es ist nur deswegen noch nicht zum Ertrinken gekommen, weil wir noch nahe genug am Rand sind. Aber wir werden den Teich nicht durchschreiten können."

WHO-Impfrat empfiehlt Zulassung von Johnson & Johnson-Impfstoff

Ein unabhängiger Expertenrat für Impfstoffe empfiehlt der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Zulassung des Corona-Impfstoffs der Firmen Janssen und Johnson & Johnson. Das Mittel habe eine Effizienz von 93,1 Prozent gegen Krankenhauseinweisungen, sagte der Vorsitzende des Rates (SAGE), Alejandro Cravioto, am Mittwoch in Genf. Die Effizienz gegen einen schweren Verlauf von Covid-19 liege nach 28 Tagen bei 85,4 Prozent. Die WHO empfehle das Vakzin auch in Ländern, in denen die Varianten stark verbreitet seien.

Die Notfallzulassung durch die WHO gilt mit dieser Empfehlung als Formsache. Der Rat hatte bereits die Impfstoffe von Biontech und Pfizer, von Moderna und von Astrazeneca zum Einsatz empfohlen. Die Notfallzulassung (EUL – Emergency Use Listing) ist die Voraussetzung, damit UN-Organisationen den Impfstoff einkaufen und verteilen können. Ebenso können Länder, die keine eigenen Kapazitäten für wissenschaftlichen Prüfungen haben, aufgrund der Vorarbeit der WHO eine Zulassung in ihrem Land erteilen. Für Länder wie Großbritannien, die USA oder die Mitglieder der EU und viele weitere spielt die WHO-Notfallzulassung keine Rolle. Sie machen selbst Risikoanalysen und entscheiden über eine Zulassung. 

Coronavirus


Was der Impfstoff von Johnson & Johnson kann – und welche Probleme er nicht lösen wird

Corona-Inzidenz steigt in Hamburg über 100 – „Notbremse“ droht

Die Corona-Inzidenz ist in Hamburg am Mittwoch über die 100er-Grenze gestiegen. 309 neue Infektionen kamen hinzu, pro 100.000 Einwohner gab es damit binnen sieben Tagen 100,9 Fälle, wie die Gesundheitsbehörde mitteilte. Am Dienstag hatte der Senat angekündigt bei einem Überschreiten einer Inzidenz von 100 an mehr als drei aufeinander folgenden Tagen die "Notbremse" zu ziehen. Die jüngsten Lockerungen etwa im Einzelhandel oder bei den Kontaktbeschränkungen würden dann wieder zurückgenommen; Schulen und Kitas wären allerdings nicht betroffen.

Die 309 neuen Fälle am Mittwoch bedeuten einen deutlichen Anstieg: Das sind 100 mehr als am Dienstag und 106 mehr als am Mittwoch vor einer Woche. Die Inzidenz machte damit binnen eines Tages einen Sprung von exakt 10 Punkten. Vor einer Woche hatte dieser Wert in Hamburg noch bei 78,7 gelegen.

Bundesregierung: Impfgipfel „zeitnah“ nach EMA-Stellungnahme zu Astrazeneca

Bund und Länder wollen ihren verschobenen Impfgipfel schnellstmöglich nachholen, sobald sich die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) erneut zum Impfstoff von Astrazeneca geäußert hat. Das Gespräch solle "zeitnah nach der EMA-Abstimmung" erfolgen, "möglicherweise am Freitag", sagte eine Regierungssprecherin der Nachrichtenagentur AFP.

Der EMA-Ausschuss für Impfstoff-Sicherheit hatte am Dienstag über das Astrazeneca-Präparat beraten und will bis zu einer Sondersitzung am Donnerstag zu einer Schlussfolgerung kommen. Die Bund-Länder-Schaltkonferenz war eigentlich für diesen Mittwoch geplant gewesen und wurde verschoben, um die weiteren EMA-Empfehlungen zu Astrazeneca abzuwarten. Die Impfungen mit dem Präparat sind derzeit in Deutschland und einigen anderen Ländern ausgesetzt, um einen möglichen Zusammenhang mit Thrombosen der Hirnvenen zu prüfen.

Schon geimpft oder kurz davor


Hier erzählen Betroffene, was sie vom Astrazeneca-Impfstopp halten

EU-Kommission: Impfausweis soll ab 1. Juni nutzbar sein

Der digitale europäische Impfausweis soll nach dem Willen der EU-Kommission bis 1. Juni fertig sein. Er könnte somit Reisen in den Sommerferien ermöglichen. Dies sagte EU-Kommissionsvize Margaritis Schinas der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vor der offiziellen Vorstellung des Projekts in Brüssel. "Der Nachweis soll bis zum Beginn des Sommers einsetzbar sein, und der Sommer beginnt am 1. Juni."

Die Kommission nennt das Projekt "Digitaler Grüner Nachweis" – angelehnt an den "Grünen Pass" für Geimpfte in Israel. Dokumentiert werden sollen aber nicht nur Impfungen, sondern auch Ergebnisse von zugelassenen PCR- und Schnelltests sowie überstandene Corona-Infektionen. "Wir holen uns unsere europäische Lebensweise zurück", sagte Schinas. Dies solle aber auf sichere Weise geschehen.

RKI registriert 13.435 Corona-Neuinfektionen und 249 Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 13.435 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen des RKI hervor. Das sind deutlich mehr als die 9146 Neuinfektionen, die vor genau einer Woche gemeldet worden waren. Damals hatten zwar die Angaben aus Hamburg gefehlt, diese bewegen sich pro Tag im dreistelligen Bereich. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Auch die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) stieg wieder deutlich an: Sie lag laut RKI am Morgen bei 86,2 und damit höher als am Vortag (83,7). Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 249 weitere Todesfälle verzeichnet. Vor genau einer Woche waren es – ohne die Daten aus Hamburg – 300 gewesen. Vor vier Wochen, am 17. Februar, hatte die Inzidenz noch bei 57,0 gelegen. Die Zahl der neuen Ansteckungen in Deutschland war im Januar und Februar über Wochen deutlich zurückgegangen. Zuletzt stieg sie jedoch wieder an, was auch an der Verbreitung ansteckenderer Varianten liegen könnte.

Dritte Corona-Welle


100er Inzidenz in der Kritik: Warum der Epidemiologe Klaus Stöhr die Lockdown-Marke in Frage stellt

Virologe Drosten: Epidemiologische Lage nicht gut

Angesichts der beginnenden dritten Corona-Welle in Deutschland bedauert der Virologe Christian Drosten die Entwicklungen um Astrazeneca mit ausgesetzten Impfungen und knapperen Liefermengen. Im Moment solle man vor allem daran denken, "dass wir diese Impfung brauchen", betonte der Charité-Wissenschaftler im Podcast "Coronavirus-Update" (bei NDR-Info). Die epidemiologische Lage sei momentan nicht gut in Deutschland. Die ansteckendere Virusvariante B.1.1.7 nehme immer mehr Überhand, ihr Anteil betrage inzwischen drei Viertel. "Wir werden kurz nach Ostern eine Situation haben wie um Weihnachten herum", sagte der Virologe, auch mit Blick auf düstere Prognosen des Robert Koch-Instituts (RKI) von vor einigen Tagen zu einem befürchteten starken Anstieg der Neuinfektionszahlen.

 Die Nachrichten zur Coronavirus-Pandemie von Dienstag, den 16. März 2021

Frankreichs Premier würde sich mit Astrazeneca impfen lassen

Frankreichs Premierminister Jean Castex würde sich mit Astrazeneca impfen lassen, wenn die Europäische Arzneimittelagentur wieder grünes Licht für den Impfstoff gibt. "Bisher hatte ich mir vorgenommen, mich impfen zu lassen, wenn ich an der Reihe bin, und keinen Freifahrtschein zu bekommen", sagte der 55-Jährige dem Sender BFM TV. Angesichts dessen, was gerade mit Astrazeneca passiere, sei es aber vernünftig, sich sehr schnell impfen zu lassen, um den Menschen ein Gefühl der Sicherheit zu geben, so Castex weiter.

Corona-Pandemie


Die dritte Welle ist da. Italien geht in den Lockdown, Österreich macht auf. Wie reagiert Deutschland?

Kretschmann stellt weitere Lockerung des Lockdowns ab Montag infrage

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat wegen steigender Infektionszahlen die für kommenden Montag geplante weitere Lockerung des Lockdowns infrage gestellt. "Natürlich jetzt bei der Situation werde ich mir gut überlegen, ob ich am Montag weitere Öffnungen mache", sagte der grüne Regierungschef in der ZDF-Sendung "Markus Lanz". Er erwäge, die Öffnung erstmals auszusetzen und am Montag zunächst zu besprechen, "was wir riskieren können". Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz ist im Südwesten landesweit auf 79,8 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner gestiegen. Vor einer Woche lag der Wert noch bei 60,7.

Scholz: Möglicherweise zehn Millionen Impfstoffdosen pro Woche ab Ende Juni

Trotz des derzeitigen Mangels an verfügbaren Corona-Vakzinen in Deutschland rechnet Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) mit einer rasanten Beschleunigung der Impfkampagne in den kommenden Wochen. Bereits im April werde es "viele Millionen" Impfstoffdosen pro Woche geben, sagte Scholz im ZDF. "Im Juni, Juli werden wir eine Situation haben, in der vielleicht zehn Millionen Impfdosen pro Woche verimpft werden können." Beim Impfgipfel am Freitag müsse es deshalb vor allem darum gehen, die "große logistische Operation" vorzubereiten, in der möglichst viele Bürger möglichst schnell geimpft werden sollten.

Tochter infiziert – Geimpfte Eltern müssen auch in Quarantäne

Auch wer gegen das Coronavirus geimpft ist, muss in Quarantäne, wenn ein Familienmitglied oder ein anderer Mitbewohner im Haushalt infiziert wurde. Das hat das Verwaltungsgericht in Neustadt an der Weinstraße entschieden. Bisher lägen keine ausreichenden Belege dafür vor, dass Menschen mit vollständigem Impfschutz nicht infektiös erkrankten, argumentierten die Richter. Deshalb seien bisher keine Sonderregelungen für Geimpfte vorgesehen. Im konkreten Fall ging es um ein Ehepaar, das eine Arztpraxis in der Vorderpfalz betreibt und gegen eine bis 18. März verordnete Quarantäne geklagt hatte.

Hausärzteverbandschef will Debatte über Vorteile für Geimpfte

Der Chef des Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, fordert nach dem vorläufigen Aussetzen des Impfens mit dem Astrazeneca-Vakzin eine Debatte über Vorteile für Geimpfte. Der Impfstopp für Astrazeneca sei "ein Schlag ins Kontor für die Impfkampagne", sagte Weigeldt bei ZDFheute. "Ich glaube, wir müssen darüber diskutieren: Welche Vorteile habe ich, wenn ich geimpft bin? Habe ich dann Freiheiten zurück?", so Weigeldt. Man müsse irgendeinen Vorteil haben, sich impfen zu lassen.

Kanada empfiehlt Astrazeneca für über 65-Jährige

Inmitten der Debatte über mögliche Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca will Kanada die Verwendung des Vakzins ausweiten. Das nationale Beratungskomitee für Impfungen (Naci) empfahl, den Impfstoff auch für Menschen ab 65 Jahren einzusetzen. Bislang galt die Empfehlung nur für 18- bis 64-Jährige, da für ältere Menschen nicht genügend Daten aus klinischen Tests vorlagen. 

Die nun erweiterte Empfehlung begründete das kanadische Beratungsgremium mit drei aktuellen Studien aus Großbritannien. Diese hätten gezeigt, dass der Impfstoff bei Senioren "sicher und wirksam ist und insbesondere vor schweren Krankheitsverläufe" schütze. 

Irrationale Impfangst


Angstforscher über Astrazeneca-Impfung: "Die meisten Leute wägen die Risiken völlig falsch ab"

Keine Lockerungen in Berlin und Brandenburg

In Berlin und seinem Nachbarland Brandenburg soll es vorerst keine weiteren Lockerungen der Corona-Maßnahmen geben. Darauf verständigten sich der Senat und das Kabinett in Potsdam vor dem Hintergrund der anhaltenden Corona-Pandemie. Es sei eine schwierige Situation, sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD). Der Senat habe entschieden, an dem festzuhalten, was bisher schon möglich sei, "aber dass wir uns weitere Dinge nicht zutrauen können". Weder für die Gastronomie noch für den Einzelhandel sind damit weitere Öffnungen geplant.

Blutgerinnsel im Hirn: Sechs Frauen und ein Mann betroffen

Die Fälle von Blutgerinnseln im Gehirn, die zur Aussetzung der Astrazeneca-Impfungen auch in Deutschland führten, betrafen sechs Frauen und ein Mann im Alter von etwa 20 bis 50 Jahren. Das berichtete das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) am Dienstag in Langen. Drei der Erkrankten sind demnach verstorben.

Die Erkrankungen seien in einem Zeitraum von vier bis 16 Tagen nach der Impfung mit dem Covid-19-Impfstoff Astrazeneca aufgetreten. Die Anzahl dieser Fälle ist dem PEI zufolge "statistisch signifikant höher" als die Anzahl von Hirnvenenthrombosen, die normalerweise in der Bevölkerung ohne Impfung auftreten.

Estland hält an Impfung mit Astrazeneca fest

Anders als Deutschland und andere europäische Staaten setzt Estland die Verabreichung des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca vorerst nicht aus. Das baltische EU-Land wird nach Angaben von Gesundheitsminister Tanel Kiik das Vakzin trotz der Berichte über Blutgerinnsel weiter verabreichen. "Kein Land hat Beweise dafür, dass der Impfstoff mit diesen tragischen Vorfällen zusammenhängt", sagte er am Dienstag in Tallinn.

Mit diesem Schritt schließt sich Estland der Entscheidung von Litauen an, das ebenfalls mit Astrazeneca weiterimpfen will.

Erste Region in Österreich ist durchgeimpft

Die erste Phase einer regionalen Massenimpfung gegen die südafrikanische Corona-Variante ist in Österreich mit einer hohen Beteiligung zu Ende gegangen. "Schwaz ist die erste europäische Region, die durchgeimpft ist", erklärte Tirols Landeschef Günther Platter. Von 64.000 infrage kommenden Personen hätten 46.000 eine Injektion erhalten, berichtete er. Das entspricht einer Rate von 72 Prozent.

Am vorigen Donnerstag war die Aktion als europäisches Pilotprojekt angelaufen, um die ansteckendere Virus-Variante zurückzudrängen. Mit Hilfe der EU wurden dazu 100.000 Dosen Impfstoff geliefert.

Schritt für Schritt zur Wende


Corona-Massenimpfung: So sieht der Fahrplan für Deutschland und Europa aus

Hamburg und Rheinland-Pfalz stellen bereits vergebene Astrazeneca-Impftermine um

Nach dem bundesweiten Impfstopp für den Astrazeneca-Wirkstoff greifen Hamburg und Rheinland-Pfalz zur Einhaltung bereits vergebener Termine auf andere Impfstoffe zurück. Durch Umstellung auf Ersatzpräparate der Firmen Biontech und Pfizer sowie Moderna sollten bereits vergebene Termine "in möglichst hohem Umfang" eingehalten werden, teilte die Hamburger Gesundheitsbehörde mit. Das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin kündigte an, sämtliche Termine auf diese Wirkstoffe umzustellen.

Neue Coronavirus-Variante in der Bretagne gemeldet

Frankreichs Gesundheitsbehörden haben eine neue Variante des Coronavirus gemeldet, bei der ein Nachweis über die herkömmlichen PCR-Tests erschwert sein könnte. Es habe mehrere Patienten gegeben, die typische Symptome von Covid-19 aufgewiesen, aber ein negatives PCR-Testergebnis erhalten hätten, teilte die Generaldirektionen des französischen Gesundheitsministeriums mit. Aufmerksam wurden die Behörden demnach bei einem Ausbruch in einem Krankenhaus in Lannion in der Bretagne. "Die ersten Analysen dieser neuen Variante lassen nicht den Schluss zu, dass sie ernster oder übertragbarer ist als das ursprüngliche Virus", hieß es. Eingehende Untersuchungen seien im Gang.

Die Gesundheitsbehörden stuften die Variante als "variant under investigation" ein, also eine genau zu beobachtende. Die Generaldirektion betonte, dass Viren sich ständig weiterentwickeln und dementsprechend Systeme zur Überwachung eingerichtet worden seien.

Über 100 Astrazeneca-Impfdosen in Köln unbrauchbar

Der vorläufige Astrazeneca-Impfstopp hat Kommunen überrascht. Im Impfzentrum Köln mussten nach Angaben der Stadt am Montag 117 Astrazeneca-Impfdosen verworfen werden, da sie schon aufgezogen und damit nicht mehr lagerfähig waren. "Aufgezogener Impfstoff darf nur wenige Stunden verwendet werden", erläuterte eine Sprecherin der Stadt. Zunächst seien bis einschließlich Samstag alle Impftermine, bei denen Astrazeneca zum Einsatz kommen sollte, abgesagt worden. Das seien 8706 Termine. Die Termine für die Biontech-Impfungen fänden dagegen planmäßig statt, betont die Stadt.

Keine Lockerungen der Corona-Maßnahmen in Berlin

In Berlin soll es vorerst keine weiteren Lockerungen der Corona-Maßnahmen geben. Darauf hat sich der Senat vor dem Hintergrund der anhaltenden Corona-Pandemie bei seiner Sitzung am Dienstag verständigt. Es sei eine schwierige Situation, sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD). Der Senat habe entschieden, an dem festzuhalten, was bisher schon möglich sei, "aber dass wir uns weitere Dinge nicht zutrauen können". Weder für die Gastronomie noch für den Einzelhandel sind damit weitere Öffnungen geplant.

Die für die Bewertung der Pandemie-Entwicklung wichtige Sieben-Tage-Inzidenz ist in Berlin laut dem Lagebericht der Gesundheitsverwaltung vom Montag weiter gestiegen und hat den Wert von 75,1 erreicht. In der vergangenen Woche lag er noch unter 60.

EMA weiter „zutiefst überzeugt“ von Nutzen des Astrazeneca-Impfstoffs

Die Europäische Arzneimittelagentur hält den Nutzen des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca bis zum Abschluss der laufenden Untersuchungen für größer als die Gefahren. "Wir sind immer noch zutiefst überzeugt, dass die Vorteile des Astrazeneca-Impfstoffs bei der Vorbeugung von Covid-19 mit dem damit verbundenen Risiko eines Krankenhausaufenthalts und dem Tod das Risiko dieser Nebenwirkungen überwiegen", sagte EMA-Chefin Emer Cooke am Dienstag bei einer Videokonferenz. Am Donnerstag wolle die EMA eine Einschätzung zu möglichen Risiken und zur weiteren Verwendung abgeben.

Cooke betonte nun, dass eine Situation wie diese nicht unerwartet sei. Wenn man Millionen Menschen impfe, sei es unausweichlich, dass man seltene oder ernsthafte Vorkommnisse von Erkrankungen habe, die nach der Impfung auftreten. Die EMA prüfe nun, ob dies tatsächlich eine Nebenwirkung sei oder Zufall. Es brauche dazu eine wissenschaftliche Bewertung. "Wir müssen die Fakten zuerst haben." Vorher könne man nicht zu einer Schlussfolgerung kommen.

Tübingen öffnet mit Schnelltestpflicht – Modellversuch für Städte

Einlass nur mit Zertifikat über einen negativen Corona-Test: In Tübingen in Baden-Württemberg ist am Dienstag ein Modellprojekt zu mehr Öffnungsschritten in Corona-Zeiten gestartet. An mehreren Teststellen in der Stadt können die Menschen kostenlose Tests machen, das Ergebnis wird bescheinigt. Damit kann man in Läden oder zum Friseur. Aber auch Außengastronomie und Kultureinrichtungen wie das Theater dürfen Gäste mit Zertifikat empfangen und bedienen.

Bei dem Modellversuch "Öffnen mit Sicherheit" wird geschaut, welche Möglichkeiten es durch intensiven Einsatz von Schnelltests gibt, ohne dass Infektionen deutlich ansteigen. "Jetzt kommt es drauf an, ob wir zeigen können, dass mehr Öffnungen und mehr Sicherheit zusammengeht", sagte Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) zum Auftakt der DPA. Die Universität Tübingen begleite den auf drei Wochen angelegten Versuch wissenschaftlich, sagte Palmer. Das baden-württembergische Staatsministerium unterstützt den Modellversuch, der womöglich auf andere Regionen übertragen werden könne. 

Schulen und Kitas in Hamburg bleiben bei Inzidenz von über 100 offen

Hamburgs Schulen und Kitas bleiben auch bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 100 Corona-Fällen pro Woche und 100.000 Einwohner geöffnet. "Hamburg hat vorgesorgt mit der Eigen- und Schnellteststrategie, den Unterricht so sicher wie möglich zu machen", begründete Vize-Senatssprecherein Julia Offen am Dienstag die Entscheidung des Senats. Aufgrund des Wechselunterrichts seien nur rund 60 Prozent der Kinder und Jugendlichen überhaupt in den Schulen, "so dass wir daran festhalten, dass die Kinder in der Kita und auch in der Schule sein können".

Allerdings würden in anderen Bereichen Lockerungen wieder zurückgenommen, sollte die Sieben-Tage-Inzidenz an drei aufeinander folgenden Tagen 100 oder mehr erreichen. Dann werde Hamburg die bei der jüngsten Ministerpräsidentenrunde mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) vereinbarte Notbremse ziehen und bisherige Lockerungen rückgängig machen, sagte Offen.

Geimpfte müssen bei Kontakt mit Corona-Infizierten in Quarantäne

Bereits gegen das Coronavirus geimpfte Menschen müssen sich laut einem Urteil bei Ansteckung eines Haushaltsmitglieds trotzdem zwei Wochen lang isolieren. Das Verwaltungsgericht in Neustadt an der Weinstraße lehnte einen Eilantrag eines Ärzte-Ehepaars aus der Vorderpfalz gegen die Dauer der Isolierung ab.

Anfang März wurde die Tochter positiv getestet und isoliert sich seitdem in der oberen Etage des Hauses der Familie. Vier Tage nach dem Test schickte der Rhein-Pfalz-Kreis den Ärzten eine Bescheinigung über die Dauer ihrer Quarantäne als Kontaktpersonen. Diese sollte 14 Tage dauern. Dagegen zogen die beiden vor Gericht. Sie machten unter Berufung auf eine israelische Studie geltend, dass sie schon geimpft seien und darum keine Krankheitserreger mehr übertragen könnten. Zudem seien ein PCR-Test und zwei Schnelltests bei ihnen negativ ausgefallen. Das Gericht folgte der Argumentation aber nicht.

Moderna testet Corona-Impfstoff an Kindern

Das US-Unternehmen Moderna prüft die Wirksamkeit und Verträglichkeit seines Corona-Impfstoffs bei Kindern mit einer Testreihe bei unter Zwölfjährigen. An den Tests in den USA und Kanada sollten rund 6750 Kinder im Alter von sechs Monaten bis 11 Jahren teilnehmen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Wie das Mainzer Unternehmen Biontech hat Moderna einen Corona-Impfstoff auf Grundlage der neuen mRNA-Technologie entwickelt; seit dem 6. Januar ist das Vakzin in der EU zugelassen.

Johns-Hopkins-Universität


Mehr als 2,5 Millionen Corona-Tote weltweit

Mehr als 900.000 Corona-Tote in Europa

Die Corona-Opferbilanz in Europa hat die Schwelle von 900.000 Todesfällen überschritten. In den 52 Ländern und Territorien des Kontinents, darunter auch Russland und die Türkei, wurden seit Beginn der Pandemie Ende 2019 insgesamt 900.185 Todesfälle von Corona-Infizierten registriert, wie die Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage von Behördenangaben errechnete. Insgesamt wurden 40.083.433 Ansteckungen in Europa nachgewiesen.

Europa ist die Region mit der höchsten Opferzahl der Pandemie, gefolgt von Lateinamerika mit 721.581 Toten und Nordamerika mit 558.110 Todesopfern. In Asien starben bislang 263.250 Infizierte.

Bayern für einheitliche Corona-Testpflicht für Mallorca-Rückkehrer

Zum Schutz der Bevölkerung in Deutschland wünscht sich Bayern vom Bund eine bundeseinheitliche Testpflicht für Reiserückkehrer von der spanischen Ferieninsel Mallorca. Der Bund müsse überlegen, ob nicht eine verbindliche Testpflicht möglich wäre, sagte Ministerpräsident Markus Söder am Dienstag nach einer Sitzung des Kabinetts in München. Wie bedenklich die Situation sei, zeige die Sorge auf Mallorca vor einem zu großen Ansturm von Touristen, sagte Söder. Bayern werde in jedem Fall seine Flughäfen mit entsprechenden Testkapazitäten ausstatten, damit sich dort jeder testen lassen könne. 

Kein Risikogebiet mehr


"Die Deutschen kommen wieder!": Mallorca jubelt, doch viele Spanier sind stinksauer

Söder will Astrazeneca-Impfstoff künftig bei Hausärzten verimpfen lassen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat die Aussetzung der Astrazeneca-Impfungen als "einfach bitter" bezeichnet. Er habe aber Verständnis für die Entscheidung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), sagte Söder am Dienstag nach einer Sitzung des bayerischen Kabinetts in München. Söder forderte, nach einer Wiederzulassung des Impfstoffs das Vakzin von Astrazeneca vor allem von Hausärzten verimpfen zu lassen. Diese könnten dann im Gespräch mit ihren Patienten die entsprechende Risikoaufklärung machen.

Söder forderte gleichzeitig, dass in Deutschland künftig der Schwerpunkt auf die Erstimpfung gesetzt werde. Es müsse der Abstand zur zweiten Impfung ausgeschöpft werden, die Erstimpfung müsse oberste Priorität haben. Außerdem müsse die Impfbürokratie überarbeitet werden. Der große bürokratische Aufwand koste derzeit zusätzliche Zeit.

Experte zu Covid-Impfung: Autoimmunreaktion möglich, aber sehr selten

Der Immunologe Carsten Watzl hält es für möglich, dass eine Covid-19-Impfung in sehr seltenen Fällen eine Autoimmunreaktion auslösen kann. Bezüglich der ausgesetzten Astrazeneca-Impfungen sei dies auf Grundlage der bekannten Informationen aber "reine Spekulation", so der Leiter der Immunologie am Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der Technischen Universität Dortmund.

Grundsätzlich müsse eine genetische Vorbelastung (Prädisposition) für eine Autoimmunerkrankung vorhanden sein. "Ein Umweltfaktor wie ein Infekt oder eine Impfung kann sie alleine nicht verursachen", erklärte Watzl der Deutschen Presse-Agentur. Eine solche Autoimmunreaktion könne dafür sorgen, dass der Körper Antikörper gegen die eigenen Blutplättchen (Thrombozyten) bilde. Nach dem Auslösen dauert es dem Wissenschaftler zufolge ein bis zwei Wochen, bis sich Auto-Antikörper gebildet haben. Der Immunologe betont: "Selbst wenn das eine kausale Nebenwirkung der Impfung wäre, wäre sie sehr selten." Man müsse nun erst einmal weitere Informationen zu den Fällen einer speziellen Thrombose abwarten, die Anlass des Aussetzens der Astrazeneca-Impfungen waren.

Wacker Chemie will im Frühjahr Curevac-Impfstoff produzieren

Der Chemiekonzern Wacker will noch in diesem Frühjahr mit der Auftragsproduktion des Corona-Impfstoffs für das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac beginnen. Die Zulassung durch die EU-Arzneimittelbehörde EMA werde bis Anfang Mai erwartet, sagte der designierte Wacker-Vorstandschef Christian Hartel am Dienstag in München. Bis Juli soll die Produktion dann auf die volle Kapazität von 100 Millionen Impfdosen pro Jahr erhöht werden.

Das Münchner Unternehmen lässt den Impfstoff in Amsterdam herstellen. Möglich wäre nach Hartels Worten auch eine Verdoppelung der Produktion auf 200 Millionen Dosen pro Jahr. Maximale Kapazität in drei bis vier Jahren mit zusätzlicher Produktion im sächsischen Werk in Nünchritz wären knapp 400 Millionen Dosen. 

Coronavirus


Ein Hoffnungsschimmer? Unternehmen CureVac darf Impfstoff-Kandidaten testen

Labore melden gestiegene Positivrate bei den Corona-Tests

Der Anteil positiver Coronatests nimmt dem Laborverband ALM zufolge in Deutschland wieder zu. Die Positivrate sei im Vergleich zur Vorwoche von 6,4 auf nun 7,2 Prozent gestiegen, teilte der Verband Akkreditierter Labore in der Medizin am Dienstag mit. Demnach fielen 20 Prozent mehr PCR-Tests auf Corona (77.660) positiv aus als in der Vorwoche (64.981). "Wir in den Laboren sind besorgt angesichts dieser Entwicklung, denn auch der Anteil der Varianten, insbesondere von B.1.1.7, nimmt weiter zu", so der ALM-Vorsitzende Michael Müller. Die Anzahl der Tests stieg den Daten aus 173 Laboren (Vorwoche 171) zufolge um fast 64.000 auf gut 1,08 Millionen. 

Von der Leyen: Biontech liefert 10 Millionen Dosen früher an die EU

Die Europäische Union kann vom Hersteller Biontech/Pfizer kurzfristig im zweiten Quartal weitere 10 Millionen Dosen Corona-Impfstoff bekommen. Damit seien allein von diesem Hersteller für die Zeit von April bis Juni insgesamt 200 Millionen Impfdosen für die 27 EU-Staaten zu erwarten, teilte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Dienstag in Brüssel mit.

Die EU-Kommission hatte zwei Verträge mit Biontech/Pfizer abgeschlossen: einen über bis zu 300 Millionen Dosen im vergangenen Jahr; und einen weiteren über 200 Millionen Dosen mit der Option auf noch einmal 100 Millionen Anfang dieses Jahres. Diese Option auf 100 Millionen solle nun gezogen werden, hieß es aus der EU-Kommission. Das Unternehmen habe sich bereit erklärt, daraus 10 Millionen Dosen vorzuziehen, die sonst erst im dritten oder vierten Quartal bereit gestanden hätten.

Hamburg nimmt Impfterminabsagen zurück

Im Zentralen Hamburger Impfzentrum können die ab Mittwoch vereinbarten Impftermine nun doch eingehalten werden. Dies sei durch eine Umstellung der Impforganisation und die Verwendung andere Impfstoffe möglich, teilte die Gesundheitsbehörde am Dienstag mit. Allerdings könnten dadurch wegen des knappen Impfstoffes derzeit keine neuen Termine mehr vereinbart werden. Die Stadt hatte am Montag alle bereits vereinbarten Termine für Impfungen mit dem Vakzin von Astrazeneca abgesagt, nachdem die Bundesregierung die Verwendung des Mittels wegen befürchteter Nebenwirkungen ausgesetzt hatte.

Auch Schweden setzt Impfungen mit Atrazeneca aus

Die schwedische Gesundheitsbehörde Folkhälsomyndigheten hat beschlossen, die Verwendung des Covid-19-Impfstoffs von Astrazeneca auszusetzen, bis die Untersuchung der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA zu vermuteten Nebenwirkungen abgeschlossen ist. Das teilte die Behörde am Dienstag mit. Die Entscheidung sei eine Vorsichtsmaßnahme, sagte Staatsepidemiologe Anders Tegnell. Hintergrund sind Berichte über Thrombosen bei geimpften Menschen. In Schweden sei aber kein solcher Fall bekannt. Es gebe zwar gute Informationen über das Vakzin, so Tegnell, "aber es ist immer noch wichtig, dass wir die Impfung jetzt unterbrechen, bis die EMA untersucht hat, ob diese Ereignisse mit der Impfung zusammenhängen könnten."

Brisant an dem Beschluss ist, dass Astrazeneca teils schwedisch ist: Der Pharmakonzern ist 1999 aus dem Zusammenschluss des schwedischen Unternehmens Astra und dem britischen Konzern Zeneca entstanden. Seinen Hauptsitz hat Astrazeneca im englischen Cambridge.

Zypern setzt Astrazeneca-Impfungen aus und will Sputnik V kaufen

Der EU-Inselstaat Zypern setzt vorübergehend die Corona-Impfungen mit Mitteln des Herstellers Astrazeneca aus und will 50.000 Dosen des russischen Präparats Sputnik V kaufen. "Dies (den Kauf) werden wir machen, sobald die Impfstoffe aus Russland von den europäischen Gesundheitsbehörde genehmigt sind", sagte Regierungssprecher Kyriakos Koushios am Dienstag im Staatsrundfunk (RIK). Eine Sprecherin des zyprischen Gesundheitsministeriums sagte im RIK, die Aussetzung der Astrazeneca-Verimpfungen gelte, bis eine Analyse der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA zeige, wie es weitergehen soll. 

RKI registriert 5480 Corona-Neuinfektionen und 238 Todesfälle

Die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen ist mit 5480 dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge binnen einer Woche um mehr als 1000 gestiegen. Am Dienstag vor genau einer Woche wurden 4252 Neuinfektionen gemeldet und somit 1228 weniger. Das geht aus Zahlen des RKI vom Dienstag hervor. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 238 weitere Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Dienstagmorgen bundesweit bei 83,7 – und damit höher als am Vortag (82,9). Vor etwa vier Wochen, am 16. Februar, hatte die Inzidenz noch bei 59 gelegen. Die Zahl der neuen Ansteckungen in Deutschland war im Januar und Februar über Wochen deutlich zurückgegangen. Zuletzt stieg sie jedoch wieder an, was auch an der Verbreitung ansteckenderer Varianten liegen könnte.

Mehr als 55.000 Corona-Neuinfektionen an einem Tag in den USA

In den USA sind am Montag 55.764 neue Corona-Fälle und 741 Tote im Zusammenhang mit einer Infektion gemeldet worden. Dies geht aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore hervor. Die bisherigen Höchstwerte wurden am 2. Januar mit 300 416 neuen Fällen sowie am 12. Januar mit 4470 Toten registriert.

In dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern haben sich bislang knapp 29,5 Millionen Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert, mehr als 535.000 Menschen starben. In absoluten Zahlen gemessen, aber nicht relativ zur Bevölkerung, sind das mehr als in jedem anderen Land der Welt.

"Amerikanische Rettungsplan"


Großer Erfolg für Biden: Repräsentantenhaus genehmigt 1,9 Billionen US-Dollar Corona-Hilfen

Regierungssprecher: Impfgipfel wird verschoben

Der für Mittwochabend geplante Impfgipfel von Bund und Ländern wird nach der Aussetzung von Corona-Impfungen mit dem Präparat von Astrazeneca verschoben. Das teilte ein Regierungssprecher in Berlin mit. Die Telefonkonferenz zum Thema der Impfkampagne und der Einbeziehung der Hausärzte werde verschoben, bis eine Entscheidung der Europäischen Arzneimittelbehörde zum Astrazeneca-Impfstoff vorliege.

Regierung will wöchentliche Corona-Tests in Bundesbehörden

 Die Bundesregierung plant wöchentliche Corona-Tests für Beschäftigte in Ministerien und Bundesbehörden – an der Umsetzung aber wird noch gearbeitet. Das geht aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine schriftliche Frage des FDP-Abgeordneten Otto Fricke (FDP) hervor. Bund und Länder hatten Anfang März beschlossen, dass die Unternehmen in Deutschland ihren in Präsenz Beschäftigten pro Woche mindestens einen kostenlosen Schnelltest anbieten sollen.

Pandemie


Die Corona-Selbsttests kommen: Wie gut sind sie? Und wo gibt es sie zu kaufen?

Giffey fordert mehr Corona-Schnelltests in Schulen und Kitas

Angesichts der stark steigenden Zahlen von Corona-Neuinfizierten hat Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) mehr Schnelltests in Kitas und Schulen gefordert. Ziel müsse es sein, den wieder angelaufenen Kita- und Schulbetrieb so weit wie möglich aufrecht zu erhalten, sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Das geht aber nur, wenn das Testen vor dem Besuch von Kitas und Schulen ausgeweitet wird, um mehr Sicherheit für alle zu gewährleisten, Infektionsketten zu unterbrechen oder gar nicht erst entstehen zu lassen."

Bolsonaro tauscht zum vierten Mal Gesundheitsminister aus

Inmitten der Coronakrise wechselt der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro erneut seinen Gesundheitsminister aus. Interims-Minister Eduardo Pazuello werde sein Amt verlieren, auf ihn solle Marcelo Queiroga folgen, sagte Bolsonaro am Montag bei einem Treffen mit Anhängern im Präsidialpalast. Bis zur Amtsübernahme würden noch zwei bis drei Wochen vergehen. Queiroga ist Präsident der kardiologischen Gesellschaft Brasiliens. Sein Vorgänger Pazuello war zuvor General und verfügte über keine Erfahrung aus dem medizinischen Bereich. Es ist bereits der vierte Wechsel an der Spitze des Gesundheitsministeriums während der Präsidentschaft des ultrarechten Staatschefs.

Corona in Brasilien


"Sollte uns in Europa zu denken geben" – stern-Journalist zur dramatischen Corona-Lage in Manaus

Weltärztepräsident Montgomery sieht Astrazeneca-Stopp kritisch

Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery zieht den vorläufigen Stopp für Impfungen mit Astrazeneca in Zweifel. "Dass Menschen Thrombosen und Lungenembolien bekommen, muss nicht unbedingt etwas mit der Impfung zu tun haben", sagte Montgomery dem Redaktionsnetzwerk Deutschland vom Dienstag. Nach den ihm bekannten internationalen Studien sei die Thrombose-Häufigkeit in der Placebo-Gruppe und in der Gruppe mit dem Impfstoff etwa gleich gewesen.

Jamaika erhält als erste Karibik-Insel Corona-Impfungen von Covax

Als erstes Land in der Karibik hat Jamaika Impfstoffe gegen das Coronavirus von der internationalen Covax-Initiative erhalten. 14.400 Dosen vom Hersteller Astrazeneca seien am Montag in der Hauptstadt Kingston eingetroffen, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit. Bis Mai sollen demnach 124.800 Impfdosen erhalten. "Wir sind froh, dass Jamaika als erstes Land in der Karibik Impfungen von Covax erhält", sagte Gesundheitsminister Christopher Tufton.

 Die Nachrichten zur Coronavirus-Pandemie von Montag, den 15. März 2021

WHO-Experten beraten Dienstag über Astrazeneca-Impfstoff

Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden über den Impfstoff von Astrazeneca beraten. Das Beratergremium zur Impfstoffsicherheit habe die verfügbaren Daten des Vakzins geprüft, stehe in "engem Kontakt" mit der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) und werde sich am Dienstag zusammensetzen, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Die EMA kündigte für Donnerstag eine Sondersitzung zu dem Vakzin des britisch-schwedischen Herstellers an. Nach einer Reihe von Fällen schwerer Blutgerinnsel nach Impfungen hatten mehrere Länder die Impfung mit dem Vakzin vorsorglich ausgesetzt, zuletzt Deutschland, Frankreich und Italien. Bislang aber ist nicht geklärt, ob die Impfung der Auslöser war. Auch die führende WHO-Wissenschaftlerin Soumya Swaminathan warnte vor Panik.

Sieben Thrombosefälle bei 1,6 Millionen Impfungen: Spahn erklärt vorläufigen Astrazeneca-Stopp

Nach der Aussetzung der Impfungen mit dem Astrazeneca-Vakzin in Deutschland hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn den Schritt in einer extra angesetzten Pressekonferenz begründet: "Das ist eine fachliche Entscheidung und keine politische", sagte der CDU-Politiker in Berlin. Daher folge er der Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts, das nach neuen Meldungen von Thrombosen der Hirnvenen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung in Deutschland und Europa weitere Untersuchungen für notwendig halte. Spahn sprach von sieben berichteten Fällen bei bislang 1,6 Millionen Erstimpfungen mit Astrazeneca in Deutschland.

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA werde entscheiden, ob und wie sich die neuen Erkenntnisse auf die Zulassung des Impfstoffes auswirken, erklärte Spahn weiter. Er hofft auf eine Entscheidung noch in dieser Woche. Der vorläufige Stopp betreffe sowohl die Erst- als auch Zweitimpfungen. Es handele sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme. Spahn empfahl den mit Astrazeneca Geimpften, bei deutlichen Beschwerden unverzüglich einen Arzt aufzusuchen. Dies gelte insbesondere für Menschen, die sich mehr als vier Tage nach der Impfung zunehmend unwohl fühlen, die unter starken Kopfschmerzen beziehungsweise "punktförmigen Hautblutungen" litten.

Auch Frankreich und Italien setzen Impfungen mit Astrazeneca aus

Nach Deutschland stoppen auch Frankreich und Italien vorsorglich vorübergehend die Impfungen mit dem Vakzin von Astrazeneca. Das kündigten der französische Präsident Emmanuel Macron und die italienische Arzneimittelbehörde an. Zuvor waren Fälle schwerer Blutgerinnsel nach Impfungen mit dem Mittel bekannt geworden.

Kampf gegen Corona


Impfstopp für Astrazeneca: Warum die Berichte über Blutgerinnsel irreführend sind

Lauterbach nennt Aussetzung der Impfungen mit Astrazeneca „großen Fehler“

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält es für falsch, dass die Bundesregierung die Impfungen mit Astrazenca-Impfdosen vorsorglich ausgesetzt hat. "Auf der Grundlage der vorliegenden Daten halte ich das für einen Fehler", twitterte Lauterbach. "Die Prüfung ohne Aussetzung der Impfung wäre wegen der Seltenheit der Komplikation besser gewesen. In der jetzt Fahrt aufnehmenden 3. Welle wären die Erstimpfungen mit dem Astrazeneca Impfstoff Lebensretter."

Der Professor für Epidemiologie sprach auch gegenüber der "Rheinischen Post" von einem "großen Fehler" und warnte vor "Verunsicherung und Misstrauen in einer Situation, in der es auf jede Impfung ankommt". Besser sei eine Prüfung bei laufenden Impfungen. "Ich kenne keine Analysen, die ein Aussetzen rechtfertigen würden", sagte er. Das Risiko einer Thrombose läge "in der Größenordnung von 1 zu 100.000 oder weniger" und scheine im Vergleich zu Ungeimpften nicht erhöht zu sein.

Corona-Impfung mit Astrazeneca in Deutschland vorsorglich ausgesetzt

Die Corona-Impfungen mit dem Impfstoff Astrazeneca sind in Deutschland ausgesetzt. Die Bundesregierung folge mit diesem vorsorglichen Schritt einer aktuellen Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), teilte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums am Montag mit. Nach neuen Meldungen von Thrombosen der Hirnvenen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung in Deutschland und Europa halte das Institut weitere Untersuchungen für notwendig. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA werde entscheiden, "ob und wie sich die neuen Erkenntnisse auf die Zulassung des Impfstoffes auswirken". Die EMA erklärte allerdings, dass es keine auffällige Häufung von Thrombosen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung gebe. Der Nutzen der Verabreichung des Astrazeneca-Mittels sei größer als die Risiken.

Impfstoffe im Vergleich


Kann sich Johnson & Johnson gegen Biontech und Co. behaupten?

Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson wird in Dessau abgefüllt

Nach Astrazeneca will auch der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson seinen Corona-Impfstoff teilweise in Dessau produzieren. Die Firma IDT Biologika teilte am Montag mit, dass sie den Impfstoff in der Stadt in Sachsen-Anhalt abfüllen und verpacken werde. Dafür stünden ab sofort für zunächst drei Monate Kapazitäten zur Verfügung, die eigentlich für die Produktion eines Impfstoffkandidaten des japanischen Pharmakonzerns Takeda gegen das Dengue-Fieber reserviert waren. Dessau und IDT spielen damit bereits beim zweiten von derzeit vier in der EU zugelassenen Impfstoffen eine wichtige Rolle: Der britisch-schwedische Impfstoffhersteller Astrazeneca baut derzeit mit IDT eine Anlage mit Bioreaktoren auf, in denen ab kommendem Jahr monatlich mehrere Millionen Impfdosen abgefüllt werden sollen.

Der Impfstoff von Johnson & Johnson ist der vierte Corona-Impfstoff, den die EU zugelassen hat. Anders als die Wirkstoffe von Moderna, Astrazeneca und Biontech muss er für den vollen Impfschutz nur einmal verabreicht werden.

Berlin kündigt Beginn von Impfkampagne für Obdachlose an

Am Mittwoch soll in Berlin die erste Impfeinrichtung für obdachlose Menschen in der Hauptstadt eröffnet werden. Aufgrund ihrer Lebensumstände seien Obdachlose eine besonders vulnerable Gruppe, erklärte die Berliner Senatsverwaltung für Soziales am Montag. Die Sozialverwaltung habe für die Impfkampagne 3000 Impfdosen eingeplant, sagte ein Sprecher der Behörde. Menschen, die in Obdachlosenunterkünften leben oder dort arbeiten, werden in der Impfschutzverordnung der Bundesregierung als prioritär eingestuft. Die Impfungen sollen in ausgewählten Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe in Berlin angeboten werden. Dort steht laut Sozialverwaltung medizinisch geschultes Personal zur Verfügung, durch das außerdem eine mehrsprachige Impfberatung angeboten werden soll. 

Thüringen lockert trotz auf 168 gestiegener Inzidenz

Trotz steigender Infektionszahlen ist in Thüringen wieder Kosmetik und Fußpflege erlaubt. Nach der seit Montag im Freistaat geltenden neuen Verordnung dürfen nun auch erneut diese körpernahen Dienstleistungen angeboten werden. Die Friseursalons haben bereits seit Anfang März geöffnet. Jetzt ziehen Solarien, Buchläden, Bibliotheken und Kinderschuhgeschäfte nach.

Es gelten jedoch strenge Auflagen. So ist die Anzahl der Kunden im Verhältnis zur Verkaufsfläche begrenzt. Dort, wo das Tragen einer Maske nicht möglich ist – wie bei der Gesichtskosmetik – muss ein negativer Corona-Test vorgelegt werden. Die jetzige Verordnung gilt bis Ende März. In Thüringen war am Montag die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen auf rund 168 gestiegen (Vortag: 161,6). 

Corona-Lockdown wirkt sich kaum auf CO2-Ausstoß aus

Der coronabedingte Lockdown hat auf den Klimawandel und die Kohlendioxidbelastung kaum Auswirkungen. Großzügig ausgelegt lasse sich sagen, "die ökonomische Minderung ist nicht mehr als acht Prozent. Das entspricht einem Monat weniger Emissionen", sagt Hans von Storch am Montag zum Auftakt der 12. Deutschen Klimatagung in Hamburg. Das sei nicht sehr viel bei jährlich 40 Gigatonnen CO2-Emissionen. Der Gründer der Tagung und ehemalige Leiter des Instituts für Küstenforschung am Helmholtz-Zentrum Geesthacht betonte, wenn die Pariser Klimaschutzziele eingehalten werden sollen, dann müssten diese 40 Gigatonnen bis 2050 ganz zurückgehen. "Das würde hier bedeuten, dass wir (…) den Lockdown unbegrenzt fortsetzen und jedes Jahr eine weitere Maßnahme mit ähnlicher Wirkung installieren."

Bundesregierung fordert Länder zur Umsetzung der vereinbarten Notbremse auf

Angesichts der steigenden Corona-Zahlen hat die Bundesregierung die Länder eindringlich zur Einhaltung der beschlossenen Notbremse aufgerufen. "Wir müssen den Beschluss vom 3. März umsetzen, nicht nur in seinen erfreulichen Passagen, sondern eben auch in seinen schwierigen", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Bund und Länder hatten beschlossen, dass die Lockdown-Regeln wieder in Kraft treten, wenn die Inzidenz in einem Bundesland oder einer Region an drei aufeinander folgenden Tagen auf über 100 steigt, es also mehr Infektionen als 100 pro 100.000 Einwohnern und sieben Tagen gibt. "Dieser Beschluss ist umzusetzen", sagte Seibert.

"Wenn man Beschlüsse fasst, geht man immer davon aus, dass sie dann auch Realität werden. Die Umsetzung liegt bei den Ländern", sagte Seibert. Die Bundesregierung stehe zu diesem Beschluss. Zwei Landkreise in Brandenburg hatten angekündigt, trotz einer Sieben-Tage-Inzidenz über 100 keine schärferen Corona-Regeln einführen. Seibert sagte: "Wir erkennen als Bundesregierung die Gefährlichkeit der jetzt herrschenden Situation an, und das sollte jeder. Steigende Inzidenzen, steigende Fallzahlen, insbesondere auch in der jüngeren Bevölkerung, kein Rückgang mehr der Belegung der Intensivbetten – das sind ungute Entwicklungen, auf die wir alle zusammen reagieren müssen."

Österreich zieht im Impfstoffstreit obersten Beamten aus EU-Lenkungsausschuss ab

Österreich hat infolge des Streits um die Beschaffung von Corona-Impfstoffen seinen obersten Beamten aus der zuständigen EU-Lenkungsgruppe abgezogen. Clemens Martin Auer habe die Regierung in Wien zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht über die Möglichkeit zur Beschaffung von zusätzlichem Impfstoff von Biontech/Pfizer informiert, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober laut der Nachrichtenagentur APA am Montag im österreichischen Rundfunk. 

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hatte am Freitag eine ungleiche Impfstoffverteilung in der EU angeprangert und von möglichen Nebenabsprachen zwischen einzelnen EU-Mitgliedstaaten und Pharmakonzernen gesprochen. Ein EU-Kommissionssprecher wies die Vorwürfe zurück und erklärte, es sei Sache der Mitgliedstaaten, "mehr oder weniger Impfstoffdosen" zu verlangen als laut EU-Bevölkerungsschlüssel für sie vorgesehen sei. Darüber werde dann in der Lenkungsgruppe beraten. Der österreichische Vertreter in diesem Gremium, Kurz' Parteikollege Auer, war dort bis zuletzt stellvertretender Vorsitzender. Anschober warf ihm laut APA vor, eigenmächtig auf weitere Bestellungen verzichtet zu haben, obwohl genug Geld zur Verfügung gestanden hätte.

Russland meldet Vereinbarung zu Sputnik-V-Produktion in Deutschland

Russland hat nach eigenen Angaben eine Vereinbarung über die Produktion seines Corona-Impfstoffes Sputnik V in Deutschland geschlossen. Auch mit Unternehmen in Frankreich, Spanien und Italien gebe es bereits entsprechende Abkommen, hieß es am Montag in einer Erklärung der russischen Impfstoff-Entwickler. Auch die russische Nachrichtenagentur Tass berichtete. Mit weiteren Unternehmen gebe es Gespräche. "Dadurch wird es möglich sein, ab der Zulassung durch die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) mit der Versorgung des europäischen Marktes mit Sputnik V zu beginnen." 

Sputnik V ist derzeit in der Europäischen Union (EU) noch nicht zugelassen, die EMA hat aber bereits ein sogenanntes rollierendes Verfahren zur Zulassung des Vakzins gestartet. Dabei werden erste Ergebnisse wissenschaftlicher und klinischer Tests nach und nach analysiert, bevor alle für eine Zulassung nötigen Daten vorliegen. Bei den bisher von der EMA zugelassenen Corona-Impfstoffen von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca hatte das Verfahren zwischen mehreren Wochen und drei Monaten gedauert.

Köln bei Inzidenz jetzt über 100

In der größten nordrhein-westfälischen Stadt Köln liegt die Corona-Inzidenzzahl nun wieder über 100. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Montag stieg die Sieben-Tage-Inzidenz für die Millionenstadt auf 100,7. Ein Sprecher von Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) sagte, man wolle nun erst einmal abwarten, ob der Wert in den nächsten Tagen stabil und signifikant über der Marke bleibe.

Wenn das der Fall sein sollte, wolle die Stadt Mitte der Woche Kontakt mit der Landesregierung aufnehmen. Möglicherweise sei dann mit weiteren Maßnahmen zu rechnen. Am Freitag hatte der Krisenstab der Stadt Köln bereits eine Ausweitung der Maskenpflicht beschlossen. Um Ansammlungen von Personen, die keine Maske tragen, auf dem Rheinboulevard vorzubeugen, ist dort zusätzlich Essen und Trinken verboten. Das Alkoholkonsumverbot an Hotspots wurde erweitert um den Abschnitt zwischen Drehbrücke Deutz und Zoobrücke.

Intensivärzte fordern sofortige Rückkehr zu Lockdown

Angesichts steigender Corona-Zahlen fordern Deutschlands Intensivärzte eine sofortige Rückkehr in den Lockdown. "Von den Daten, die wir jetzt haben und sehen und mit dem Durchsetzen der britischen Mutante würden wir sehr stark dafür plädieren, jetzt sofort wieder in einen Lockdown zu gehen, um einfach eine starke dritte Welle zu verhindern", sagte der wissenschaftliche Leiter des DIVI-Intensivregisters, Christian Karagiannidis, am Montag im rbb-Sender Radioeins. DIVI ist die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin.

Karagiannidis sagte, er hoffe sehr, dass die Länder die beschlossene Notbremse eines Inzidenzwerts von 100 durchsetzen. "Ansonsten würden wir jetzt noch einmal 5000, 6000 Patienten auf der Intensivstation sehen", sagte Karagiannidis. Derzeit sind rund 2800 Covid-19-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung. Wichtig sei es, nun die über 50- und über 60-Jährigen schnell zu impfen. Dann würden auch weniger Menschen mit Covid-19 schwer krank. 

Britische Behörde hält Astrazeneca-Impfstoff weiterhin für sicher

Anders als mehrere andere europäische Länder nutzt Großbritannien weiter den Corona-Impfstoff von Astrazeneca. "Wir prüfen die Berichte genau, aber angesichts der großen Anzahl verabreichter Dosen und der Häufigkeit, mit der Blutgerinnsel auf natürliche Weise auftreten können, deuten die verfügbaren Beweise nicht darauf hin, dass der Impfstoff die Ursache ist", sagte Phil Bryan von der britischen Aufsichtsbehörde für Arzneimittel (MHRA) einer Mitteilung zufolge. "Alle Menschen sollten sich gegen Covid-19 impfen lassen, wenn sie dazu aufgefordert werden", sagte Bryan.

Zuletzt hatte die Impfkommission sich für einen vorübergehenden Stopp der Impfungen mit dem Präparat ausgesprochen, das der britisch-schwedische Konzern Astrazeneca gemeinsam mit der Universität Oxford entwickelt hat. Es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme. Zuvor waren einzelne Fälle in Dänemark und Norwegen bekanntgeworden, in denen schwere Blutgerinnsel nach der Verabreichung des Mittels auftraten. In Großbritannien wurden bisher keine Fälle schwerer Nebenwirkungen bekannt.

Coronakrise drosselt privaten Konsum

Die Coronakrise hat den privaten Konsum in Deutschland stark gedrosselt. Die Haushalte gaben im vergangenen Jahr preisbereinigt 5,0 Prozent weniger aus als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Montag berichtete. Das war der stärkste Rückgang seit 1970 und unterscheidet sich fundamental vom Verbraucherverhalten in der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009, als der private Konsum weniger zurückging und die deutsche Volkswirtschaft stützte.

Vor allem während der ersten Jahreshälfte gingen die Ausgaben in fast allen Bereichen zurück. Im ersten Lockdown entfielen unter anderem Kosten für Bahn- und Flugreisen genauso wie für Restaurantbesuche. Lediglich für Nahrungsmittel und Getränke gaben die Menschen mehr Geld aus. Im zweiten Halbjahr wuchs aber die Bereitschaft, langlebige Konsumgüter anzuschaffen. Dazu zählen Autos, Möbel oder größere Elektrogeräte. 

6604 Corona-Neuinfektionen und 47 Todesfälle – Inzidenz steigt erneut

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 6604 Corona-Neuinfektionen gemeldet – und damit 1593 mehr als vor genau einer Woche. Außerdem lag die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) am Montagmorgen bundesweit bei 82,9 und damit deutlich höher als am Vortag (79). Das geht aus Zahlen des RKI vom Montag hervor. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 06.30 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 47 weitere Todesfälle verzeichnet. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 5011 Neuinfektionen und 34 neue Todesfälle verzeichnet. Vor vier Wochen, am 15. Februar, hatte die Inzidenz noch bei 58,9 gelegen. Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Sonntagabend bei 1,19 (Vortag ebenfalls 1,19). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 119 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. 

Kampf gegen Corona


Impfstopp für Astrazeneca: Warum die Berichte über Blutgerinnsel irreführend sind

Lauterbach ruft zu Verzicht auf Reisen zu Ostern auf

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat die Bevölkerung dazu aufgerufen, an Ostern möglichst auf Reisen zu verzichten. "Reisen sollten an Ostern möglichst nicht unternommen werden, erst recht keine Flugreisen", sagte Lauterbach der Düsseldorfer "Rheinischen Post" vom Montag. Er forderte Bund und Länder zu konkreten Regelungen für die bevorstehenden Feiertage auf. "Wir werden Konzepte wie an Weihnachten brauchen, damit Familientreffen an Ostern nicht zu einem Anstieg der Infektionszahlen führen", sagte Lauterbach weiter.

Lehrerverband spricht sich gegen erneute Schließung der Schulen aus

Der Deutsche Lehrerverband hat trotz steigender Corona-Infektionszahlen bei Kindern und Jugendlichen vor erneuten Schulschließungen gewarnt. "Wenn wir nicht wollen, dass die überwiegende Mehrzahl der Schulen wieder auf Distanzunterricht umsteigen muss, weil dort die 100-er Inzidenzgrenze überschritten wird, müssen wir jetzt sofort die Impfungen von Lehrkräften an allen Schularten vorziehen, alle Schülerinnen und Schüler mindestens zweimal wöchentlich testen", sagte der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, der "Rheinischen Post" vom Montag. 

Es sei zu überlegen, ob diese regelmäßigen Schnell- oder Selbsttests wie in Österreich praktiziert und in Sachsen geplant als verbindliche Voraussetzung für den Besuch des Präsenzunterrichts festgeschrieben werden sollten, sagte Meidinger. Außerdem sollten alle schlecht belüftbaren Unterrichtsräume mit Raumluftfilteranlagen ausgestattet werden, forderte Meidinger. Überdies brauche es eine Maskenpflicht für alle Schüler auch während des Unterrichts. 

Umfrage: Mehr als 25.000 Verfahren wegen Betrugs bei Corona-Soforthilfen aufgelaufen

Bei den Staatsanwaltschaften in Deutschland sind im vergangenen Jahr laut einer Umfrage insgesamt mehr als 25.000 Verfahren wegen Betrugs bei Corona-Soforthilfen und anderer Delikte im Zusammenhang mit der Pandemie aufgelaufen. Das berichtete das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Montagausgaben) unter Berufung auf eine Umfrage des Deutschen Richterbundes (DRB) bei Landesjustizverwaltungen und Staatsanwaltschaften der Länder. "Es dürfte mindestens bis Ende dieses Jahres dauern, ehe Polizei, Staatsanwaltschaft und Strafgerichte die teilweise komplexen Verdachtsfälle abgearbeitet haben",  sagte DRB-Bundesgeschäftsführer Sven Rebehn dem RND.

Teilweise versuchten demnach offenbar organisierte Banden, Fördergeld aus den verschiedenen Corona-Hilfstöpfen abzugreifen. Neben missbräuchlichen Anträgen auf Corona-Hilfen beschäftigten andere Betrugsmaschen wie Verkäufe gefälschter Schutzmasken, Medikamente oder Impfstoffe bundesweit die Ermittler. Auch das Ausspähen von Kreditkartendaten auf gefälschten Internetseiten, Trickbetrügereien gegenüber älteren Menschen und Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz kommen laut Umfrage immer wieder vor. 

Auch Niederlande stoppen Impfungen mit AstraZeneca-Vakzin

Nun haben auch die Niederlande Impfungen mit dem Impfstoff des britisch-schwedischen Pharmakonzerns AstraZeneca für zwei Wochen ausgesetzt. Dies geschehe auf der Grundlage "neuer Informationen", teilte Gesundheitsminister Hugo de Jonge am späten Sonntagabend mit. Dabei bezog er sich auf sechs Fälle möglicher Nebenwirkungen in Dänemark und Norwegen an diesem Wochenende. Nach Angaben des Ministeriums wurden in den Niederlanden bisher keine Fälle von schweren Nebenwirkungen bekannt. "Wir müssen immer auf Nummer sicher gehen", sagte der Minister. 

Am Sonntag hatte sich die Impfkommission in Irland für ein Aussetzen der Impfungen mit dem Präparat ausgesprochen, bis Berichte aus Norwegen über vier Fälle schwerer Blutgerinnsel nach Verabreichung des Mittels geprüft seien. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA erklärte allerdings, dass es keine auffällige Häufung von Thrombosen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung gebe und dass der Nutzen der Verabreichung des Astrazeneca-Mittels größer sei als die Risiken. AstraZeneca selbst wies nach einer Analyse von Impfdaten erneut Zweifel an der Sicherheit seines Corona-Impfstoffes zurück.

Quelle: Den ganzen Artikel lesen