Hochdosisgrippeimpfstoff Efluelda nun ab 60 Jahren

Hochdosisgrippeimpfstoff Efluelda nun ab 60 Jahren

Seit kurzem gilt die Hochdosisgrippeimpfung als Standard bei ab 60-Jährigen. Nun gibt es auch einen passenden Influenzaimpfstoff: Elfuelda erhielt eine Indikationserweiterung und darf fortan bei Menschen ab 60 Jahren geimpft werden. Bislang war die Vakzine erst ab einem Alter von 65 Jahren zugelassen. Wichtig ist vor allem, dass ab der nächsten Grippesaison 2021/22 ab 60-Jährige somit ausschließlich mit der Hochdosisvakzine geimpft werden dürfen.

Sanofi Pasteurs Antrag auf Zulassungserweiterung bei Efluelda® war erfolgreich: Der Hochdosisgrippeimpfstoff darf somit bereits ab einem Alter von 60 Jahren, statt bislang 65 Jahren, geimpft werden. Erstmals hatte Sanofi im Mai 2020 die EU-Zulassung für Efluelda® erhalten, war jedoch in der aktuellen Grippesaison 2020/21 nicht mit Efluelda® am Markt.  Der Hochdosisgrippeimpfstoff adressiert speziell Senioren, deren Immunsystem aufgrund von Immunoseneszenz meist träger als das jüngerer Menschen auf Impfungen reagiert. Durch die im Vergleich zu standarddosierten Vakzinen vierfache Antigenmenge – 60 µg statt 15 µg – je Grippevirusstamm, will man diesem Problem beikommen und den Grippeschutz bei Älteren erhöhen. Efluelda® ist der erste und einzige tetravalente Hochdosisgrippeimpfstoff in der EU, in den USA ist das Pendant unter Fluozone High Dose Quadrivalent am Markt, dieser war auch Teil der Nationalen Grippeimpfstoffreserve des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) in dieser Saison.

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Erst im November des vergangenen Jahres hatte die STIKO (Ständige Impfkommission) am Robert-Koch-Institut ihre Grippeimpfempfehlung für Senioren ab 60 Jahren geändert: Seither rät sie, dass Menschen ab 60 Jahren standardmäßig mit Hochdosisgrippeimpstoffen vor Influenza geschützt werden sollen. Im Januar folgte der G-BA (Gemeinsame Bundesausschuss) dieser Empfehlung, änderte die Schutzimpfungs-Richtlinie dahingehend und ebnete dadurch den Weg, dass Efluelda® fortan Leistung der Krankenkassen wird. Die geänderte Schutzimpfungs-Richtlinie soll am 1. April 2021 in Kraft treten, so das BMG diese nicht beanstandet.

STIKO zur Hochdosisgrippeimpfung

„Im Vergleich zu konventionellen Influenza-Impfstoffen wurde für den Influenza-Hochdosis-Impfstoff eine geringfügige, aber signifikante Überlegenheit der Impfeffektivität bei älteren Menschen nachgewiesen. Aufgrund der Häufigkeit und Schwere von Influenza-Infektionen in der älteren Bevölkerung zeigen mathematische Modellberechnungen, dass auch bei einer nur geringfügig höheren Impfeffektivität eine relevante Anzahl an Influenza-bedingten Arztkonsultationen, Hospitalisierungen und Todesfällen zusätzlich verhindert werden kann (durchschnittlich pro Saison 23.013 zusätzlich verhinderte Influenza-bedingte Arztkonsultationen, 314 Hospitalisierungen und 162 Todesfälle). Die Qualität der vorliegenden Evidenz in Bezug auf eine bessere Effektivität des Hochdosis-Impfstoffes bei der Verhinderung von laborbestätigten Influenza-Erkrankungen wurde als hoch eingestuft.“

Epidemiologischen Bulletin 1|2021.

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