In der Schule angesteckt? Berliner Lehrer stirbt nach Corona-Infektion

In der Schule angesteckt? Berliner Lehrer stirbt nach Corona-Infektion

Eine Berliner Schule trauert um ihren Lehrer. Der junge Familienvater soll sich mit dem Coronavirus infiziert haben – womöglich in der Schule. Bildungsgewerkschafter erheben nun schwere Vorwürfe gegen den Senat.

Die Todesanzeige, die in den sozialen Medien kursiert, lässt das Ausmaß des Verlustes erahnen. „Wir werden seine Lebensfreude, seine Zugewandtheit und seinen Humor vermissen“, heißt es in der Anzeige, die offenbar von der Schule des Lehrers Soydan A. gestaltet worden war. „Mir fehlen noch die Worte!Unser Kollege ist an Folgen einer Corona-Infektion gestorben!“, schreibt dazu der Berliner Pädagoge und Gewerkschaftsvorsitzende Gökhan Akgün. „Die Infektion erfolgte höchstwahrscheinlich im Dienst!“

Soydan A. gibt es tatsächlich. Die Berliner Bildungssenatorin Sandra Scheeres übermittelte am Samstagabend „ihr tiefes Mitgefühl“. Verwandte von A. und Eltern seiner Schüler trauern öffentlich in den sozialen Medien um den Lehrer. Auch der Berliner „Tagesspiegel“ berichtete am Samstag, A. sei nach einer Corona-Infektion gestorben. Der junge Familienvater soll keinerlei Vorerkrankungen gehabt haben.

Nach fünf Tagen ins Krankenhaus

Einen Beweis dafür, dass der Lehrer sich während seiner Arbeit infiziert hat, gibt es nicht. A. soll nach „Tagesspiegel“-Informationen jedoch selbst davon ausgegangen sein. In einer Klasse, in der er unterrichtete, soll es mehrere Corona-Fälle gegeben haben. A. soll am 10. November unter Quarantäne gestellt worden sein, fünf Tage später soll er erste Symptome gezeigt haben und ins Krankenhaus eingeliefert worden sein. Dort sei er nun diesen Donnerstag verstorben.

Lehrer-Gewerkschafter Akgün erhebt nun schwere Vorwürfe gegen die Bildungsverwaltung des Berliner Senats. „Wir wollen, dass die Senatsverwaltung nicht mehr weiterhin erklärt, dass an Schulen das Risiko für eine Ansteckung sehr gering sei“, sagte er dem „Tagesspiegel“. „Die Senatsverwaltung als Arbeitgeber hat dafür zu sorgen, dass Schülerinnen und Schüler sowie das Lehrpersonal einen sicheren Arbeitsplatz haben und muss deshalb die entsprechenden Maßnahmen ergreifen.“

„Nie behauptet, dass Schulen ohne Risiko sind“

In Berlin sind in Zuge des bundesweiten Lockdowns seit Mittwoch alle Schulen geschlossen. Die Vorwürfe des Lehrergewerkschafters weist die Bildungsverwaltung zurück. „Wir haben nie behauptet, dass Schulen ohne Risiko sind“, hieß es in einer Stellungnahme. „Deshalb ist es unsere Hauptaufgabe, Standards festzulegen, mit denen das Risiko minimiert wird.“ Am aktuell in Berlin geltenden Hygiene-Plan für Schulen waren auch die Lehrergewerkschaften beteiligt.

Unter Experten ist umstritten, inwieweit Schulen ein Risiko für die Verbreitung des Coronavirus darstellen. Studien kamen bislang zu widersprüchlichen Ergebnissen. Einigkeit besteht allerdings darin, dass es in schlecht belüfteten Klassenzimmer ein vielfach höheres Infektionsrisiko gibt.  

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