Indische Corona-Mutante: Schutz nach Erstimpfung nur bei 33 Prozent

Indische Corona-Mutante: Schutz nach Erstimpfung nur bei 33 Prozent

Großbritannien wurde in Europa lange Zeit für seine schnelle Impfkampagne beneidet. Die Rückkehr zur Normalität war dort bereits zum Greifen nah, bis Juni wollte die Regierung um Boris Johnson alle Corona-Maßnahmen aufheben. Dann wurde die zuerst in Indien nachgewiesene Virus-Mutation B.1.617 entdeckt. Sie breitet sich in Indien rasend schnell aus und ist mittlerweile auch in weiteren Ländern nachgewiesen worden, darunter Großbritannien. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft die Variante als besorgniserregend ein, die deutsche Bundesregierung erklärte Großbritannien zum Virusvariantengebiet.

So gut schützen Biontech und Astrazeneca

Unklar war bislang, wie gut die bereits zugelassenen Impfstoffe gegen die neue Coronavirus-Variante wirken. Nun wurde eine britische Studie veröffentlicht, die auf 13.000 Virusproben basiert, von denen mehr als 1000 zur indischen Variante gehörten. Aus der Untersuchung der Regierungsbehörde Public Health England geht hervor, dass das Mittel Comirnaty von Biontech/Pfizer zwei Wochen nach der zweiten Impfdosis zu 88 Prozent wirksam gegen symptomatische Erkrankungen durch die indische Variante ist. Zur besseren Einordnung: Bei der hierzulande dominierenden, britischen Variante (B.1.1.7) sind es 93 Prozent.

Ebenfalls untersucht wurde der Wirkstoff von Astrazeneca. Dieser schützt der Studie zufolge gegen die indische Mutation mit 60 Prozent Wirksamkeit, verglichen mit 66 Prozent bei der britischen Variante.

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Allerdings haben sowohl in Großbritannien wie auch in Deutschland der Großteil der Geimpften erst eine Impfdosis erhalten. Der Studie zufolge weisen beide Wirkstoffe – also die von Astrazeneca und Biontech – nach drei Wochen eine Effektivität von 33 Prozent gegen die indische Mutation auf. Bei der britischen Variante sind es zum gleichen Zeitpunkt bereits rund 50 Prozent. Bei der Ursprungsvariante des Virus waren es Untersuchungen aus dem März zufolge sogar 60 Prozent Impfschutz nach drei Wochen. Nach der Erstimpfung ist der Schutz gegen die indische Variante also noch vergleichsweise schwach.

Kritik an Studiendesign

Vor allem in Großbritannien könnte die geringere Effektivität zum Problem werden. Wie der Epidemiologe Eric Feigl-Ding auf Twitter schreibt, wurden zwei Drittel der dortigen Impfungen mit dem Wirkstoff von Astrazeneca durchgeführt.

Die britische Professorin Patricia Greenhalgh kritisiert die Studie, die als Vorversion ("Preprint") veröffentlicht wurde, jedoch für ihr "schwaches Design", weil sie nicht randomisiert kontrolliert aufgebaut ist (RCT-Studie). Auch die geringen Fallzahlen moniert sie. So wurden etwa nur 13 (Biontech) beziehungsweise 14 (Astrazeneca) Probanden mit positivem Nachweis der indischen Coronavirus-Mutante nach der zweiten Impfdosis untersucht. Angesichts der geringen Zahlen ist die Aussagekraft nur eingeschränkt.

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