Interview: Das sagt ein Arzt zum Coronavirus

Interview: Das sagt ein Arzt zum Coronavirus

Die Medien sind Spezialisten für immer neue Horrorszenarien, ganz besonders in Sachen Coronavirus. Wir haben einen Arzt befragt, wie er seinen Praxis-Alltag mit all den Corona-Infizierten überhaupt noch bewältigen kann.

  • Autor: Carina Rehberg
  • Aktualisiert: 31. März 2020

So erlebt ein deutscher Arzt die Corona-Krise in seiner Praxis

Aus den Medien erfährt man insbesondere die neuesten Zahlen der Corona-Infizierten und natürlich der Corona-Toten. Wie wenig aussagekräftig Zahlen sind, haben wir bereits hier erläutert (Wie Sie mit der Angst vor dem Coronavirus umgehen unter Tipp 1).


Auch sieht man im TV und Internet seit Wochen nichts anderes als vermummte Gestalten. Sie transportieren Kranke oder Tote – oder sie desinfizieren. Wie aber sieht es eigentlich direkt in einer Arztpraxis aus?

Dort dürfte das Telefon bei den – wie immer betont wird – exponentiell steigenden Infiziertenzahlen nicht mehr stillstehen. Wir haben daher (am 25. März 2020) einen Arzt befragt (der anonym bleiben möchte), wie er seinen Praxis-Alltag in Corona-Zeiten erlebt. Er ist in einer Gemeinschaftspraxis in Deutschland tätig und immer wieder auch als Notarzt im Einsatz.

ZDG: Wie ist in Corona-Zeiten die Stimmung unter den Patienten?

Ich habe noch keinen Corona-Infizierten gesehen. Und im Praxisalltag spielt Corona auch von Seiten der Patienten so gut wie keine Rolle.

ZDG: Wollen Ihre Patienten auf Corona getestet werden?

Einige wenige fragten am Anfang der Panikmache in den Medien nach dem Test. In der letzten Woche keiner mehr.

ZDG: Kommen mehr Leute als sonst zum Arzt, auch wenn sie nur leichte Erkältungssymptome haben, nur aus Angst, mit dem Coronavirus infiziert zu sein?

Nein. Interessant ist dazu eine Mitteilung der Deutschen Apotheker- und Ärztebank, in der Folgendes zu lesen war: „Der Coronavirus bringt die medizinische Versorgung gerade an ihre Grenzen“. Aber nicht wegen irgendwelcher Infizierten, sondern „weil in allen Praxen und Apotheken jederzeit damit zu rechnen ist, dass Mitarbeiter/innen in Quarantäne bleiben müssen oder dass aufgrund fehlenden Schutzmaterials die Arbeit eingeschränkt wird. In Facharzt- und Zahnarztpraxen ist bereits ein teilweise deutlich spürbarer Rückgang der Patientenzahlen zu verzeichnen.“

Da die Praxen angewiesen sind, ihren Patienten zu sagen, dass sie – wegen angeblicher Ansteckungsgefahr – nur noch in dringenden Fällen die Praxis aufsuchen sollen, ist in unserer Praxis deutlich weniger zu tun.

ZDG: Erleben Sie als Notarzt mehr Menschen mit Atemnot aufgrund grippaler Infekte als sonst?

Nein. Ich hatte in den letzten vier Wochen 8-mal Notdienst (Fahrdienst) im Ärztlichen Bereitschaftsdienst (mit ca. 3-10 Patienten pro Dienst) und in jeder freien Minute ca. täglich einen Hausbesuch im privatärztlichen Akutdienst. Es waren Dienste wie immer, d. h. sowohl Fallzahlen als auch Diagnosen waren wie eh und je. Und auch für 90 % der Patienten war Corona nicht das Thema. Gäbe es den Test nicht und würde man nicht ständig in den Medien darüber hören, würden wir von Corona im ärztlichen Alltag nichts merken. Erst, wenn das Corona-Virus angesprochen wird, fällt bei einigen die Angst und Verunsicherung zum leidigen Thema auf.

ZDG: Werden Sie von der Ärztekammer informiert? Erhalten Sie Anweisungen, wie Sie sich bei Patienten mit grippalen Infekten zu verhalten haben?

Ja, man wird seitenweise und von allen Seiten bombardiert mit ausführlichen Instruktionen zum Umgang mit dem Virus. Zusammengefasst geht es dann aber letztendlich um nicht viel mehr als

1. den politischen Willen zur solidarischen Hilfe,
2. den Zusammenhalt in schweren Zeiten,
3. die Probleme bei der Beschaffung von Schutzkleidung und Masken,
4. Instruktionen über Hygieneregeln in der Praxis inkl. der Order, dass Patienten nur noch einzeln im
Wartezimmer und am Tresen bedient werden sollen etc.
5. dass man an bestimmten Stellen Abstrich-Entnahmestellen oder spezialisierte Ambulanzen einrichten will. Diese gibt es aber de facto erst seit wenigen Tagen.

Um dort getestet zu werden, benötigen Patienten jedoch die Indikationsstellung durch ihren Arzt und eine Überweisung. D.h. wir Ärzte bekamen von der Kassenärztlichen Vereinigung folgende Infos:


Der niedergelassene Arzt entscheidet über die Indikation zum Abstrich. Immer noch gilt das Flussdiagramm des RKI (Robert Koch Institut). Begründete Verdachtsfälle werden telefonisch in der Abstrichstelle angemeldet. Von dort erhalten sie eine Uhrzeit (und evtl. Nummer). Die Patienten erhalten vom niedergelassenen Arzt eine Laborüberweisung (mit Stempel der Praxis): Auftrag „PCR Coronavirus“

ZDG: Testet man in der Arztpraxis die Patienten auf Corona? Und auch auf Grippe? Oder nur in den Krankenhäusern?

Doch wir testen schon, allerdings nur in begründeten Fällen nach dem sog. Flussdiagramm des RKI, d.h. dass aus logistischen und medizinischen Gründen nur Patienten getestet werden sollen, die Kontakt mit Infizierten hatten oder von einem Risikogebiet zurückkommen und Erkältungssymptome wie Fieber, Schnupfen und Co. haben.

Inwieweit der Test überhaupt Gültigkeit hat, da er bis dato nicht validiert ist und angeblich nur in 48% der Fälle richtig testet, und was er überhaupt testet (die Corona-Viren der letzten Jahre oder ausschließlich SARS Cov2) können wir den Patienten nicht sicher sagen.

ZDG: Wie sieht es mit der „ganz normalen“ Grippe aus? Gibt es mehr Grippefälle als sonst?

Nein, eher weniger.

ZDG: Gibt es sonst irgendwelche Erfahrungen/Erlebnisse, die für Aussenstehende wissenswert wären?

Was mich erschüttert ist, dass selbst medizinisch einigermassen aufgeklärte, normalerweise ganzheitlich eingestellte Patienten mit ökologischem Bewusstsein sich komplett durch die Medien verunsichern lassen und nun Angst geschürt zu Hause sitzen, was ihnen nicht gut bekommt.

Noch erschütternder für mich ist ein Bericht in der Medical Tribune, dass eine Berliner Fachärztin für Allgemeinmedizin angezeigt wurde, nur weil sie in einem nüchtern-seriösen Ratgeber an ihre Patienten neben der Priorität zur Einhaltung der Hygieneregeln auch Arsenicum album C30 als homöopathisches Unterstützungsmittel in der Corona-Krise empfohlen hat.

Dies ist – evtl. im Wechsel mit Gelsemium C30 – ein auch bei anderen guten homöopathischen Therapeuten bekanntes und auch in Indien empfohlenes und erfolgreich in der Corona-Krise eingesetztes Mittel. (Hinweis: In Indien gibt es an 7 Universitäten Lehrstühle für Homöopathie. Diese ist in Indien – zusammen mit der traditionellen Ayurvedischen Medizin – gleichrangig mit der konventionellen Medizin.)

Ich fürchte deshalb sehr um die zunehmende Diffamierung und Hetze gegen die Naturheilkunde im Allgemeinen und die Homöopathie im Speziellen, aber auch ganz allgemein um unsere freie Therapeuten- und Therapiewahl und die zunehmende Einschränkung von Grundrechten in Deutschland.

ZDG: Herzlichen Dank für dieses Interview und alles Gute!

Wenn Sie sich weniger für Panikmache interessieren, als vielmehr wissen möchten, was Sie selbst tun können, um gesund und fit zu bleiben (schliesslich gibt es noch andere Viren und Krankheiten, vor denen man geschützt sein will), findet bei uns viele Informationen: Wie Sie sich vor dem Coronavirus schützen können und Hausmittel zum Schutz gegen Viren

Fernausbildung zum ganzheitlichen Ernährungsberater

Sie interessiert, was in unserem Essen steckt und wollen wissen, wie sich Nähr- und Vitalstoffe auf den Körper auswirken? Sie wünschen sich ein gesundes Leben für sich, Ihre Familie und Mitmenschen? Ernährungsberater sind beliebt – doch oft geht bei der Beratung der ganzheitliche Aspekt vergessen, den es für eine nachhaltige Gesundheit braucht. Lernen Sie bei der Akademie der Naturheilkunde die Zusammenhänge zwischen Lebens- und Ernährungsweise sowie physischem und psychischem Wohlbefinden kennen.

Teilen Sie diesen Artikel

Quelle: Den ganzen Artikel lesen