Jens Spahns frohe Weihnachtsbotschaft: Corona-Impfung kann starten

Jens Spahns frohe Weihnachtsbotschaft: Corona-Impfung kann starten

In diesem Jahr ist alles anders. Das gilt wohl auch für den Bundesgesundheitsminister, der am heutigen zweiten Weihnachtsfeiertag, statt „den Tag mit der Familie zusammen zu sein, auszuschlafen in die Kirche zu gehen oder zu feiern“, vor die Presse trat. Allerdings nicht mit neuen Hiobsbotschaften zur Corona-Pandemie, sondern mit einer, wie er es nannte, „frohen Weihnachtsbotschaft“: Am morgigen Sonntag startet die Corona-Impfung in Deutschland.

Derzeit rollen LKWs durch Deutschland und Europa und liefern den Anfang der Woche zugelassenen Corona-Impfstoff von Biontech aus. Der Bund lässt mehrere Zehntausend Dosen an insgesamt 27 Standorte liefern. Von dort sollen sie an Impfzentren und mobile Teams verteilt werden. Am morgigen Sonntag sollen bundesweit die Impfungen beginnen. Grund genug für Jens Spahn, am zweiten Weihnachtstag vor die Presse zu treten. „Dieser Impfstoff ist der entscheidende Schlüssel, diese Pandemie zu besiegen. Er ist der Schlüssel dafür, dass wir unser Leben zurückbekommen können“,  erklärte der Minister. Dass er in Deutschland entwickelt wurde, mache ihn stolz und die Tatsache, dass das Forscherpaar dahinter eine bemerkenswerte Einwanderungsgeschichte erzählen könne, dürfe uns auch als Nation stolz machen, erklärte er. Spahn betonte zudem, dass er sich freue, dass morgen in ganz Europa mit dem Impfen begonnen werde. Man habe sich bewusst für den europäischen Weg und nicht für einen nationalen Alleingang mit einer Notfallzulassung entschieden. In Richtung der Kritiker, die diesen Weg als zu langsam kritisiert hatten, merkte Spahn an, dass bis Ende des Jahres in England, wo bereits mit dem Impfen begonnen wurde, auch kaum mehr Menschen geimpft sein werden als in Deutschland. Grund sei die Knappheit des Impfstoffs.

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„Jüngere werden sich noch gedulden müssen“

„Jüngere werden sich aber noch gedulden müssen“, so der Gesundheitsminister weiter. Denn den Anfang machten die besonders Vulnerablen, nämlich die über 80-Jährigen, sowie die, die sie pflegen. Wer wann geimpft wird, hat das Ministerium per Verordnung festgelegt. Bis Ende des Jahres sollen 1,3 Millionen Dosen ausgeliefert werden, weitere 700.000 pro Woche im Januar. Für das erste Quartal avisierte Spahn 10 Millionen Dosen der Biontech-Vakzine. Dazu dürften 1,5 Millionen Dosen des Moderna-Impfstoffs kommen, über dessen Zulassung die EMA Anfang Januar entscheiden will. Spahn zeigte sich optimistisch, dass man Mitte des Jahres Impfungen in der Fläche anbieten könne. „Im kommenden Jahr sollen Herbst und Weihnachten nicht mehr im Zeichen der Pandemie stehen“, erklärte er.

Wie die Menschen über die Möglichkeit der Impfung informiert werden, ist laut Spahn von Land zu Land unterschiedlich geregelt. Mancherorts werden Bürger direkt angeschrieben, andere Länder setzen auf öffentliche Informationen. Auch länderspezifische Internetseiten und Apps stellen Informationen bereit. Spahn verwies zudem auf die Infohotline 116117.

„Es wird an der einen oder anderen Stelle auch mal ruckeln“

Auch auf die Frage, wann sich denn die Bunderegierung impfen lasse, ging Spahn ein. Das könne man eh nur falsch machen, erklärte er. Werden die Kanzlerin und die Minister zuerst geimpft hieße es, warum die zuerst. Warteten sie ab, wecke das Zweifel an der Sicherheit der Impfung. Aktuell gibt es wohl keinen Plan, Regierungsmitglieder priorisiert zu impfen. Spahn betonte allerdings, wenn dies notwendig sei, um Vertrauen zu schaffen, sei man natürlich bereit, sich impfen zu lassen.

Spahn machte aber auch klar, dass das Coronavirus mit dem Start der Impfaktion noch nicht besiegt sei. „Wir werden einen langen Atem brauchen, um diese Pandemie hinter uns zu lassen.“ Zudem werde angesichts der Größe der Kampagne vielleicht nicht alles sofort ganz glatt laufen, so Spahn weiter. „Es wird an der einen oder anderen Stelle auch mal ruckeln, das ist ganz normal.“

 

Die Aufzeichnung der Presskonferenz finden Sie hier.

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