Jetzt 30 Infizierte nach Mega-Hochzeit in NRW

Jetzt 30 Infizierte nach Mega-Hochzeit in NRW

Die Corona-Pandemie ist noch lange nicht ausgestanden. Die Lage in Deutschland hat sich zuletzt dramatisch verschärft. Die Zahl der Neuinfektionen liegt auf dem höchsten Stand seit Monaten. Die Stadt Offenbach reißt nun den Grenzwert – es droht eine Verschärfung der Maßnahmen.

Jetzt 30 Infizierte nach Mega-Hochzeit in NRW

Nach zwei Hochzeitsfeiern eines Brautpaars in Kelsterbach im Kreis Groß-Gerau am 7. und 14. August 2020 mit einmal 100 und einmal 160 Gästen sind mittlerweile 30 Menschen (Stand: Freitag, 21. August, 14 Uhr) positiv auf Covid-19 getestet worden. Besonders betroffen ist eine Familie des Hochzeitspaars. „Die 160 Hochzeitsgäste sind ermittelt und in häuslicher Quarantäne“, sagte der Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernent Walter Astheimer am Freitag in Groß-Gerau. „Ein achtköpfiges Team des Kreisgesundheitsamts ist rund um die Uhr mit der Nachverfolgung beschäftigt. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, den Infektionsverläufen nachzugehen und die Infektionsketten zu unterbrechen.“

Auf einer Pressekonferenz hatten Walter Astheimer sowie Dr. Angela Carstens und Ute Kepper vom Gesundheitsamt am Donnerstag über das aktuelle Ausbruchsgeschehen und die allgemeine Lage im Kreis Groß-Gerau informiert. Denn positiv getestete Reiserückkehrer und weitere Infektionsfälle hatten bereits am vergangenen Wochenende dazu geführt, dass die Inzidenz – eine wichtige Kennziffer für die Entwicklung der Pandemie – über den Wert 20 gestiegen war. Das bedeutet Eskalationsstufe 2 des fünfstufigen Plans. Die Kennziffer gibt Auskunft über die Neuinfektionen binnen sieben Tage pro 100.000 Einwohner.

Schon vor Bekanntwerden des Infektionsgeschehens auf der Hochzeit, wo eine
oder mehrere Personen ohne es zu wissen Personen der Hochzeitsgesellschaft mit dem Virus angesteckt haben, hatte der Kreis Groß-Gerau auf steigende Corona-Zahlen reagiert: Bis zum 30. August 2020 gelten strengere Versammlungsregeln: Abweichend von der Corona-Verordnung des Landes Hessen wurde die Teilnehmendenzahl bei öffentlichen und privaten Anlässen von 250 auf 150 begrenzt. Mund-Nassen-Bedeckung hatte Landrat Thomas Will bereits am Montag für die Schulen des Nordkreises angeordnet – diese Regelung wurde nun auf Mörfelden-Walldorf ausgeweitet. Auch müssen Gäste im Kreis beim Betreten und Verlassen von Gaststätten und Hotels und auf den Wegen zur Toilette eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.

Nach aktuellen Angaben befindet sich im Zusammenhang mit der Hochzeitsfeier eine Person in stationärer Behandlung. Astheimer betonte, dass alle rund 160 Gäste, die bei der zweiten Feier als Überträger des Virus in Frage kommen, getestet und in Quarantäne geschickt wurden. Die Kontaktnachverfolgung ist sehr aufwändig: „Bei den Kontaktpersonen ermitteln wir jetzt natürlich wieder deren Kontaktpersonen und auch diese werden unter Quarantäne gestellt. Sobald eine Person symptomatisch wird, wird sie getestet. Somit versuchen wir die Infektionskette zu unterbrechen und die Weiterverbreitung des Virus einzudämmen“, so Ute Kepper, Leiterin des Fachbereichs Gesundheitsschutzes des Gesundheitsamts.

Folgen der Hochzeitsfeier sind nun auch an der Bertha-von-Suttner Schule in Mörfelden-Walldorf zu spüren. Dort sind mittlerweile zwei Klassen mit 48 Schülerinnen und Schüler sowie einige Lehrkräfte in Quarantäne geschickt worden. Der Unterricht geht aber nach derzeitigem Stand am Montag in den anderen Klassen regulär weiter – mit Maskenpflicht, die auch hier seit Freitag verfügt wurde. „Die Pandemie ist noch lange nicht vorbei“, so Mörfelden-Walldorfs Bürgermeister Thomas Winkler: „Wir müssen uns alle an die Regeln halten und uns gut überlegen, ob aktuell der richtige Zeitpunkt für große Feiern ist.“

Astheimer wies darauf hin, wie dynamisch sich das Geschehen entwickelt: „Das Geschehen, dass uns im Kreis Groß-Gerau zurzeit ereilt, wurde von uns nicht herbeigesehnt. Wir haben immer davor gewarnt, dass es ganz schnell geschehen kann, dass das Virus uns erneut erreicht.“ Der Kreisbeigeordnete: „Um nicht auf die Zahl 35 als Tagesinzidenz zu kommen, bei der wir noch schärfere Maßnahmen ergreifen müssen, was wir alle nicht wollen, haben wir mit Allgemeinverfügungen reagiert. Doch nach wie vor gilt: Die Menschen müssen die AHA-Regeln, einhalten: Abstand halten, Hygienemaßnahmen befolgen, Alltagsmasken tragen.“

Frau Dr. Carstens ergänzt: „Mit den neuen Maßnahmen, Mund-Nasen-Schutz auch im Unterricht tragen zu müssen, wollen wir auf keinen Fall die Kinder bevormunden oder schikanieren. Dies dient einzig und alleine dem vorsorgenden Gesundheitsschutz, weil wir wissen, wie leicht sich in den Klassenräumen in denen der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, die Infektion verbreiten kann.“

Vize-Ministerpräsident NRW: Sämtliche Karnevalsumzüge wegen Corona absagen

14.56 Uhr: Der nordrhein-westfälische FDP-Chef und stellvertretende Ministerpräsident Joachim Stamp hat sich dafür ausgesprochen, alle Karnevalsumzüge in der kommenden Saison abzusagen. Ausgelassenes Feiern sei angesichts der derzeitigen Corona-Lage nicht möglich, sagte Stamp am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf.

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