Joggen: In diesem Monat gibt es die meisten Laufverletzungen! – Naturheilkunde & Naturheilverfahren Fachportal

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Laufverletzungen: Frauen sind häufiger betroffen als Männer

Regelmäßige Bewegung ist gesund. Doch beim Sport kommt es immer mal wieder auch zu Verletzungen – so etwa beim Joggen. Forschende berichten nun, in welchem Monat es die meisten Laufverletzungen gibt. In ihrer Studie zeigt sich, dass die Kniegelenke besonders häufig betroffen sind und dass sich Frauen häufiger verletzen als Männer.

Sportliche Aktivitäten sind gesund. Regelmäßige Bewegung trägt dazu bei, das Risiko unter anderem für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck zu mindern. Zudem stärkt Sport das Immunsystem und hilft beim Abnehmen und Kondition aufbauen. Doch es kommt dabei auch immer mal wieder zu Verletzungen.

Im März kommt es zu mehr als doppelt so vielen Arztbesuchen

Vor allem während der Corona-Pandemie haben viele Menschen ihre Lust am Laufen (wieder) entdeckt. In Städten und auf dem Land sind unzählige Läuferinnen und Läufer unterwegs.

Joggen ist zwar gesund, doch mitunter kommt es auch zu Verletzungen – und zwar vor allem in einem bestimmten Monat. Das hat eine Studie der Medizinischen Universität (MedUni) Wien und des Orthopädie-Zentrum Innere Stadt mit Daten von Läuferinnen und Läufern aus Wien gezeigt.

Laut einer aktuellen Mitteilung ergab die statistische Auswertung der laufspezifischen Verletzungen eine eindeutige Saisonalität. Demnach kommt es im Monat März im Vergleich zum Durchschnitt der anderen Monate zu mehr als doppelt so vielen Arztbesuchen.

Die Studienergebnisse wurden kürzlich in der Fachzeitschrift „Journal of Clinical Medicine“ veröffentlicht.

Überlastungsverletzungen, die im Winter ihren Ursprung haben

„Wer sich zum Beispiel auf den Marathon in Wien vorbereitet, hat im März das größte Laufpensum und die höchste Trainingsintensität“, erläutert Studienleiter Emir Benca von der Universitätsklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie der MedUni Wien, „hier machen sich dann Überlastungsverletzungen, die bereits im Winter ihren Ursprung haben, bemerkbar.“

Als Grundlage der Studie sammelten die Forschenden der MedUni Wien für die Auswertung Daten von Patientinnen und Patienten vom Orthopädie-Zentrum Innere Stadt.

Basierend auf den fachärztlichen Diagnosen und ausgefüllten Fragebögen mit biometrischen und anamnestischen Daten der Patientinnen und Patienten konnten sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein deutliches Bild der häufigsten Verletzungen und ihrer Zusammenhänge machen.

Am häufigsten sind Kniegelenke betroffen

Den Angaben zufolge betrafen die häufigsten Verletzungen die Kniegelenke. Das retropatellare Schmerzsyndrom (Schmerz im Bereich der Kniescheibe), oder das umgangssprachlich als „Läuferknie“ bezeichnete Ilio-tibiale Bandsyndrom und andere Kniebeschwerden machten 41,2 Prozent der Verletzungen aus.

Danach kamen Blessuren am Fuß- und Sprunggelenk (25,6 Prozent), am Unterschenkel/Achillessehne (13 Prozent) sowie Hüft- und Beckenbeschwerden (8,5 Prozent) und weitere Verletzungen.

Die Forschenden konnten signifikante Zusammenhänge zwischen körperlichen Voraussetzungen und Verletzungsregionen feststellen.

„Menschen mit Skoliose, also Wirbelsäulenverkrümmung, hatten zum Beispiel eine deutlich größere Anfälligkeit für Wirbelsäulen-, Hüft- und Beckenverletzungen. LäuferInnen mit O-Beinen hatten ein größeres Risiko für Kniegelenksverletzungen“, so Benca.

Frauen verletzen sich häufiger

Obwohl laut den Fachleuten in Österreich mehr Männer als Frauen regelmäßig laufen gehen und viel mehr Männer am Vienna City Marathon teilnehmen, waren Frauen in der Studie mit 56 Prozent deutlich überrepräsentiert.

„Diese Vermutung gab es schon bei anderen internationalen Studien, unsere Daten bestätigen dies nun“, sagt Studienautor Stephan Listabarth von der MedUni Wien, „Frauen dürften für Laufverletzungen anfälliger sein“.

Wie es in der Mitteilung heißt, könnten hormonelle Effekte eine Erklärung dafür sein oder auch anatomische Unterschiede, die die Biomechanik des Laufens beeinflussen.

Verletzungen meist nicht durch einen einzelnen Risikofaktor bedingt

Den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zufolge sind die meisten Verletzungen nicht durch einen isolierten Risikofaktor bedingt, sondern entstehen durch eine Kombination aus Fehlstellungen, bereits vorangegangenen Verletzungen sowie einem falschen Trainingspensum.

„Der Bewegungsapparat braucht eine gewisse Mindestbeanspruchung, um sich adaptieren zu können, während eine zu hohe Trainingsbelastung zur Ermüdung führt. Es gibt also so etwas wie eine „goldene Mitte“ in Bezug auf den Laufumfang,“, erläutert Stephan Listabarth, selbst professioneller Marathonläufer mit einer persönlichen Bestzeit von 2:18:23 Stunden.

Die Auswertung der Daten der Patientinnen und Patienten ergab ein Durchschnittsalter von 33 Jahren, eine Lauferfahrung von rund sieben Jahren und ein wöchentliches Laufpensum von rund drei Stunden pro Woche.

Die meisten der Läuferinnen und Läufer liefen auf Asphalt (76 Prozent) und in den Abendstunden (38 Prozent). Viele hatten eine Aufwärm- (51,6 Prozent) und Abkühlroutine (44,9 Prozent) und dehnten sich vor (35,9 Prozent) oder nach dem Lauf (83,7 Prozent). (ad)

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