Krankenkassen schreiben größtes Defizit seit 2003: Jetzt drohen höhere Beiträge

Krankenkassen schreiben größtes Defizit seit 2003: Jetzt drohen höhere Beiträge

Die deutschen Krankenkassen haben im Jahr 2020 das höchste Defizit seit 2003 eingefahren. Ein Grund sind die gestiegenen Ausgaben in der Corona-Krise, doch auch Reformen im Gesundheitswesen haben einen Anteil. Nun drohen steigende Beiträge.

Deutschlands Krankenkassen notierten im vergangenen Jahr ein Defizit in Höhe von 2,5 Milliarden Euro. Das berichtet die „Frankfurter Allgemeine“ und beruft sich dabei auf Informationen der Kassenverbände. Im Vergleich zum Vorjahr ist das Minus damit um fast zwei Drittel angestiegen. Ein größeres Minus machten die Kassen zuletzt im Jahr 2003. Damals betrug das Defizit 3,4 Milliarden Euro.

Größtes Defizit seit 2003: Krankenkassen warnen vor höheren Beiträgen

Grund für das Minus sind dabei nicht nur allein die gestiegenen Kosten durch die Corona-Krise. Wie die Zeitung berichtet, machen die Kassen auch die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn veranlassten Reformen für das Minus verantwortlich. Allein die 13 erlassenen Gesetze würden die Kosten in den Jahren 2019 und 2022 um 33 Milliarden Euro in die Höhe treiben. Insbesondere die Gesetze zur Personalstärkung und für einen besseren Terminservice würden die Versicherer treffen.

Vertreter der Kassen warnten bereits vor höheren Beiträgen. „Gibt es keine Konsolidierungsmaßnahmen, besteht das Risiko, dass sich die Zusatzbeitragssätze für das kommende Jahr auf rund 2,5 Prozentpunkte nahezu verdoppeln“, sagte die Vorsitzende des Verbands der Ersatzkassen, Ulrike Elsner, gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen“.

Minus im zweiten Halbjahr 2020 durch nachgeholte Behandlungen

Hohe Ausgaben gab es im vergangenen Jahr vor allem im zweiten Halbjahr, während im ersten sogar noch ein Überschuss von insgesamt knapp 1,3 Milliarden Euro erwirtschaftet wurde. Demgegenüber standen allerdings ein Minus von drei Milliarden Euro im dritten Quartal und eines von knapp 900 Millionen Euro im vierten Quartal 2020. Die Krankenkassen begründeten dies vor allem mit nachgeholten ambulanten und stationären Behandlungen.

 

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