Lebensgefährliche Pilzinfektion mit Kombination bestehender Medikamente therapierbar – Heilpraxis

Lebensgefährliche Pilzinfektion mit Kombination bestehender Medikamente therapierbar – Heilpraxis

Neue Möglichkeit zur Behandlung resistenter Pilzinfektionen

Infektionen mit dem Pilz Candida auris sind schwer therapierbar und können durchaus einen lebensbedrohlichen Verlauf nehmen. Mit einer neuen Kombination bereits bestehender Medikamenten kann der Pilz auf der Haut jedoch signifikant reduziert und seine Ausbreitung kontrolliert werden.

Die Verwendung einer eigenen Formulierung der topischen Medikamente Terbinafin oder Clotrimazol habe das Wachstum und die Ausbreitung des Pilzes Candida auris (C. Auris) auf der Haut reduziert, berichtet ein Forschungsteam der Case Western Reserve University von seinen aktuellen Studienergebnissen. Die Studie wurde in der englischsprachigen Fachzeitschrift „Antimicrobial Agents and Chemotherapy“ veröffentlicht.

Candida auris ist nur schwer abzutöten

„Es ist ein sehr schwer abzutötender Pilz, weil er sehr resistent und opportunistisch ist – er greift im Allgemeinen bei Menschen an, deren Immunsystem bereits mit anderen Bedrohungen kämpft”, erklärt Mahmoud Ghannoum von der Case Western Reserve University. Nach Aussage des Experten ist es besonders vielversprechend, dass das Team in der Lage war, den Pilz mit einer einzigartigen Formulierung von Medikamenten, die bereits zugelassen und verfügbar sind, zu dekolonisieren (den Pilz von der Haut zu entfernen).

Sterblichkeitsrate von Candida auris liegt bei etwa 60 Prozent

Die U.S. Centers for Disease Control (CDC) haben den Pilz Candida auris als eine ernsthafte Bedrohung für die öffentliche Gesundheit eingestuft, weil er resistent gegen die Behandlung durch bestehende Medikamente ist. Der Pilz wurde erstmals 2009 in Japan identifiziert und wurde seitdem in Indien, den Vereinigten Staaten und anderen Ländern entdeckt. Die Sterblichkeitsrate durch die Infektion liegt laut früheren Untersuchungen bei etwa 60 Prozent, berichtet das Team.

Eine Übersicht zu den wichtigsten Fakten bezüglich Candida auris bietet ein Kurzinfoblatt des Robert Koch-Instituts (RKI).

Candida auris besonders häufig in Krankenhäusern

Infektionen mit Candida auris treten besonders häufig in Krankenhäusern auf – der Pilz lebt unentdeckt auf der Haut vieler Personen, kann aber auch auf Kleidung, Bettwäsche und anderen Oberflächen überleben, erläutern die Forschenden. Viele Menschen, die sich infizieren, sind immungeschwächt, einschließlich Personen, die Antibiotika einnehmen, welche das Vorhandensein von gesunden Bakterien unterdrücken können, die bei der Bekämpfung des Pilzes helfen, so die Forschungsgruppe weiter.

Identifizierung und Diagnose von Candida auris schwierig

Die Identifizierung des Pilzes und die Diagnose der von ihm verursachten Infektionen waren lange äußerst schwierig, doch der Einsatz neuer molekularer Testmethoden, welche den Organismus definitiv nachweisen können, findet immer mehr Verbreitung, betont Ghannoum.

Candida auris nur schwer zu behandeln oder auszurotten

„Während es viele Arten von Bakterien gibt, welche gegen Medikamente resistent sind, steht C. auris in dieser Hinsicht unter den Pilzen allein da – und stellt, wenn er sich einmal festgesetzt hat, eine große Herausforderung für die Behandlung dar“, berichtet Ghannoum in einer Pressemitteilung der Case Western Reserve University.

Untersuchung wurde an Mäusen durchgeführt

Die Forschenden suchten daher nach neuen Behandlungsoptionen und testeten an Mäusen eine eigene Medikamentenformulierung – eine neuartige transdermale Mischung aus einem Prozent Terbinafin oder einem Prozent Clotrimazol, welche mit einer neuen Methode hergestellt wurde, der sogenannten Advanced Penetration Technology. Die Ergebnisse der Untersuchungen waren laut den Forschenden sehr überzeugend und sie versuchen nun eine Genehmigung zu erhalten, um die Medikamentenmischung an menschlichen Freiwilligen zu testen.

Noch viel zu lernen

Da C. Auris nach der einzige multiresistente Pilz ist, haben wir noch eine Menge zu lernen, auch dazu, wie weit verbreitet C. auris im Gesundheitswesen ist, betont Ghannoum. Sein Team hoffe, dass die neuen Erkenntnisse „ein Teil des Puzzles bei der Lösung dieser ernsten weltweiten Gesundheitsbedrohung“ sein können, fügt der Experte hinzu. (as)

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