Lebensmittel-Engpässe: Tausende Briten sind jetzt von Quarantäne-Regeln ausgenommen

Lebensmittel-Engpässe: Tausende Briten sind jetzt von Quarantäne-Regeln ausgenommen

Alle Neuigkeiten zur Corona-Pandemie: Die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland steigt weiter. Das RKI meldet 1919 Neuinfektionen. Besonders die 15- bis 34-Jährigen scheinen betroffen zu sein. Währenddessen spricht sich Ärzte-Chef Gassen klar gegen einen vierten Lockdown aus. Alle aktuellen News zur Corona-Pandemie finden Sie hier im News-Ticker von FOCUS Online.

News zu Corona in Deutschland vom 24. Juli

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Ärzte-Chef Gassen: "Vierte Welle darf und wird nicht zum vierten Lockdown führen"

08.50 Uhr: Ärzte und Krankenhäuser sehen trotz steigender Corona-Infektionszahlen in Deutschland keinen Grund zu besonderer Aufregung. "Corona wird für Geimpfte ungefährlicher, das sehen wir bislang an den Zahlen in Großbritannien und auch an den bisherigen Daten aus Deutschland. Impfen ist der beste Individual-Schutz", sagte Andreas Gassen, Vorstandschef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (RND/Samstag). "Die vierte Welle darf und wird deswegen nicht zu einem vierten Lockdown führen.“

Man benötige nun zusätzliche Parameter als die reine Fallzahl, so Gassen. "Es braucht einen Plan, wie genau die Länder und der Bund bei steigenden Infektionszahlen unter zusätzlicher Berücksichtigung weiterer Parameter reagieren, um überhastetes und unvorbereitetes Vorgehen nach altem holzschnittartigem Muster zu verhindern.“ Die Vorbereitungen für eine vierte Welle müssten vor allem in den Schulen getroffen werden. "Es ist niemandem mehr zu vermitteln, dass wir eineinhalb Jahre nach Corona die Schulen immer noch nicht fit haben für das neue Schuljahr", so Gassen. Dass sich jedes Kind impfen lassen sollte, hält Gasser nicht für notwendig. "Das geben die wissenschaftlichen Daten zumindest bisher nicht her.“

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, sagte dem RND: "Die weitere Entwicklung der Pandemie hängt maßgeblich an Impfquote und Impfgeschwindigkeit.“ Er sieht auch bei steigenden Inzidenzen anders als noch im Frühjahr keinen direkten Zwang zu Lockdowns, denn die besonders gefährdeten Gruppen seien weitgehend durchgeimpft. Ulrich Weigeldt, der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, appellierte, die Bürgerinnen und Bürger klüger zum Impfen zu motivieren. "Die Frage sollte nicht sein, ob die vierte Welle den bisherigen Impferfolg bremst, sondern wie sehr unser Impferfolg eine vierte Welle bremsen kann. Ich vermisse in Deutschland eine Kommunikation, die motiviert durch positive Botschaften und nicht immer nur auf Katastrophenalarm setzt."

RKI: 1919 Corona-Neuinfektionen, 28 Tote – Inzidenz bei 13,6

Samstag, 24. Juli, 07.17 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt seit zweieinhalb Wochen kontinuierlich an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Samstagmorgen lag sie bei 13,6 – am Vortag betrug der Wert 13,2 und beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli 4,9. Demnach meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland dem RKI zuletzt binnen eines Tages 1919 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen vom Samstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.35 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 1608 Ansteckungen gelegen.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 28 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 22 Tote gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.754.511 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.644.100 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.520.

Barbesucher auf Sylt mit Corona infiziert – Dutzende Gäste betroffen

18.47 Uhr: Auf der Insel Sylt müssen Dutzende Besucher einer Bar in Corona-Quarantäne, weil ein Gast positiv auf das Virus getestet wurde. Wie der Kreis Nordfriesland am Freitag mitteilte, waren in der fraglichen Zeit in der Nacht zum Mittwoch etwa 80 Gäste anwesend. Da es wegen eines technischen Fehlers der Luca-App nicht gelinge, die gespeicherten Daten der Besucher abzurufen, rufe das Gesundheitsamt des Kreises alle Gäste, die in der Nacht ab 0.38 Uhr länger als zehn Minuten in dem Lokal waren, öffentlich auf, sich in Quarantäne zu begeben. Sie müssten entweder in ihrer Wohnung oder in ihrem Urlaubsquartier bleiben.

"Dies gilt automatisch – auch ohne, dass wir dies den Betroffenen gegenüber direkt angeordnet haben", erläuterte die für Gesundheit zuständige Fachbereichsleiterin Nina Rahder. «Es besteht das Risiko, dass die anderen Anwesenden sich infiziert haben, zum Beispiel über Aerosole.» Die Betroffenen seien zudem verpflichtet, sich unverzüglich per E-Mail beim Kreisgesundheitsamt unter [email protected] zu melden.

Spanien und Niederlande als Corona-Hochinzidenzgebiete eingestuft

15.53 Uhr: Die Bundesregierung stuft Spanien und die Niederlande von Dienstag an als Corona-Hochinzidenzgebiete ein. Das gab das Robert Koch-Institut am Freitag bekannt. Die Entscheidung folgt auf einen deutlichen Anstieg der Infektionszahlen in beiden Ländern in den vergangenen Wochen.

Wer aus einem Hochinzidenzgebiet nach Deutschland zurückkehrt und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne, kann diese aber durch einen negativen Test nach fünf Tagen verkürzen.

Um Lebensmittel-Engpässe zu vermeiden, sind Tausende Briten jetzt von Quarantäne-Regeln ausgenommen

12.44 Uhr: Zur Vermeidung von Engpässen sind tausende Beschäftigte im britischen Lebensmitteleinzelhandel künftig von den geltenden Quarantäne-Regeln ausgenommen. "Wir müssen unsere Lebensmittelversorgung sicherstellen", sagte Landwirtschafts- und Umweltminister George Eustice am Freitag dem Sender Sky News. Daher müssten Angestellte der Branche bei einem Kontakt mit einem Corona-Erkrankten ab sofort künftig nicht wie vorgeschrieben zehn Tage in häusliche Quarantäne. Sie müssen sich aber täglich an ihrem Arbeitsplatz testen lassen.

Die Ausnahmen gelten demnach für über 10.000 Beschäftigte in Supermärkten, Molkereibetrieben und Bäckereien – insgesamt für 500 Betriebe. Die Regierung habe sich zu dem Schritt entschieden, nachdem es in dieser Woche zu hohen personellen Ausfällen im Lebensmittelsektor gekommen sei, sagte Eustice. 

Handel und Lebensmittelhersteller auf der Insel hatten vor Engpässen bei der Versorgung gewarnt, britische Zeitungen zeigten am Donnerstag Fotos von leeren Supermarktregalen. Die Presse sprach bereits von der "Pingdemie" – benannt nach dem Geräusch des Smartphones, wenn die Corona-Warnapp den Kontakt zu einem Corona-Erkrankten meldet. 

Söder will neue Maßstäbe für Corona-Auflagen einführen

11.25 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder strebt neue Bewertungsmaßstäbe für künftige Corona-Auflagen an. "Wir müssen jetzt die Zeit nutzen, um die Frage zu klären: ab wann greift man ein", sagte der CSU-Chef nach Angaben von Teilnehmern bei der Klausur des Parteivorstands am Freitag in Gmund am Tegernsee. Für die Entscheidungen müssten neben der Inzidenz auch die erfolgten Impfungen und die Krankenhauszahlen zugrunde gelegt werden. Sven Hoppe/dpa Markus Söder (r, CSU) und Markus Blume sitzen vor Beginn der Klausur des CSU-Vorstands auf ihren Plätzen.

Weiter: "Wir wollen keinen weiteren Lockdown, aber wir müssen die Denkaufgabe für den Herbst lösen." Söder kündigte an, sich in der kommenden Woche mit den sogenannten B-Ländern, also den unionsgeführten Bundesländern, und dem von den Grünen regierten Baden-Württemberg, darüber abstimmen zu wollen.

"Übliche zwei Schnelltests reichen nicht aus": Ärztepräsident will tägliche Corona-Tests an Schulen

10.14 Uhr: Die Bundesärztekammer und der Lehrerverband haben angesichts steigender Corona-Inzidenzen und der Delta-Variante mehr Schutzmaßnahmen an Schulen gefordert. Zur Verringerung der Infektionsdynamik und um Wechselunterricht zu vermeiden, müssten "tägliche Testungen vor Unterrichtbeginn" ermöglicht werden, sagte Bundesärztekammer-Präsident Klaus Reinhardt den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitagsausgabe). "Die bisher in vielen Ländern üblichen zwei Schnelltests pro Woche reichen bei weitem nicht aus", warnte er.

"Kinder und Jugendliche brauchen für eine gesunde Entwicklung einen geregelten Schulbetrieb mit sozialen Kontakten", zeigte sich der Ärztepräsident besorgt. Deshalb müssten in den Sommerferien Infektionsschutzmaßnahmen vorbereitet werden. Wolfgang Kumm/dpa Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer.

"Wir brauchen zum Schuljahresstart eine Phase mit besonderen erhöhten Infektionsschutzmaßnahmen an Schulen, unserer Ansicht nach eher für zwei Monate als für einen Monat", sagte auch Lehrerverbandspräsident Heinz-Peter Meidinger den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "In dieser Phase sollte eine vollständige Maskenpflicht auch während des Unterrichts für alle Altersstufen gelten", fügte er hinzu. "Dies ist notwendig, um eine verstärkte Einschleppung der Deltavariante über ungeimpfte Kinder in die Schulen zu verhindern."

RKI registriert 2089 Neuinfektionen – 7-Tage-Inzidenz erneut angestiegen

Freitag, 23. Juli, 06.03 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt seit über zwei Wochen kontinuierlich an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Freitagmorgen lag sie bei 13,2 – am Vortag betrug der Wert 12,2 und beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli 4,9. Demnach meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland dem RKI zuletzt binnen eines Tages 2089 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen vom Freitagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.25 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 1456 Ansteckungen gelegen. Oliver Berg/dpa/Symbolbild Ein Abstrich wird in einem Labor auf das Coronavirus untersucht.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Deutschlandweit wurde nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 34 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 18 Tote gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.752.592 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.643.300 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.492. Der R-Wert, der angibt, wie viele Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt, lag laut aktuellem RKI-Lagebericht am Donnerstagabend bei 1,23. Das bedeutet, dass 100 Infizierte das Virus an durchschnittlich 123 Personen weitergeben.

Corona-Fälle nach Party in Aachen – Kontaktnachverfolgung scheitert an der Gästeliste

20.34 Uhr: Nach zwei Corona-Nachweisen unter den Besuchern der Aachener Diskothek "Apollo" hat die Städteregion Aachen alle Gäste vom 16. und 17. Juli aufgefordert, sich "sofort und unmittelbar" in häusliche Quarantäne zu begeben. Beide Personen seien mit der Delta-Variante infiziert, sagte eine Sprecherin am Donnerstag.

Dem Gesundheitsamt sei am Mittwoch gemeldet worden, dass eine erkrankte Person am 16. Juli im Apollo feiern war, teilte die Behörde mit. Auf der Kontaktpersonenliste stünden rund 450 Personen. Namen und Telefonnummern seien allerdings oft unleserlich. "Somit scheitert die Kontaktpersonennachverfolgung am katastrophalen Zustand der Liste", hieß es weiter. Am Donnerstag wurde der Behörde ein zweiter Fall bekannt. Diese Person habe am 17. Juli dort gefeiert und sei nachweislich infektiös. Erneut stünden rund 450 Personen auf der ebenfalls oft unleserlichen Liste.

Wer in Quarantäne gehe, könne ab dem 28. Juli einen PCR-Test bei einem niedergelassenen Arzt machen, hieß es. "Ist dieser negativ, kann die Quarantäne aufgehoben werden." Ein Schnelltest sei nicht ausreichend.

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