Luftverschmutzung als Ursache für einen vorzeitigen Tod? – Naturheilkunde & Naturheilverfahren Fachportal

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Kausale Verbindung zwischen Luftverschmutzung und vorzeitigem Tod festgestellt

Eine langfristige Exposition gegenüber Feinstaub (PM2,5) und Ozon ist mit einer deutlich verkürzten Lebenserwartung verbunden. Dies zeigt wie wichtig es ist, dass die auftretende Luftverschmutzung effektiv reduziert wird.

Bei einer neue Studie der Harvard T.H. Chan School of Public Health wurde festgestellt, dass die Exposition gegenüber Feinstaubpartikeln einen erheblichen Einfluss auf die Lebenserwartung hat. Die Ergebnisse wurden in dem englischsprachigen Fachblatt „Sciences Advances“ publiziert.

Daten von 68,5 Millionen Menschen ausgewertet

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Für die aktuelle Studie analysierten die Forschenden die Daten von 68,5 Millionen Menschen, die Medicare-Leistungen (spezielle Krankenversicherung) in den USA in Anspruch genommen haben (97 Prozent der US-Bevölkerung im Alter über 65 Jahren) aus 16 Jahren. Bei der Analyse wurden Faktoren wie der Body-Mass-Index, Rauchen, ethnische Zugehörigkeit, Einkommen und Bildung berücksichtigt. Bei der Einschätzung der täglichen PM2,5-Luftverschmutzung berücksichtigten die Forschenden auch Satellitendaten, Informationen zur Landnutzung, Variablen des Wetters und andere Faktoren. Sie verwendeten zwei traditionelle statistische Ansätze sowie drei hochmoderne Ansätze, um Ursache und Wirkung herauszuarbeiten.

PM,2,5 und Ozon reduzieren die Lebenserwartung

Die neue Forschungsarbeit baut auf einer Studie aus dem Jahr 2017 auf. Diese hatte ergeben, dass eine langfristige Exposition gegenüber PM2,5-Verschmutzung und Ozon, selbst bei Werten unter den derzeitigen US-Luftqualitätsstandards, das Risiko eines vorzeitigen Todes bei älteren Menschen in den USA erhöht.

Ältere Menschen sind besonders gefährdet

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Die Forschungsgruppe wertete bei ihrer Untersuchung den bisher größten Datensatz älterer Menschen aus den USA aus und verwendete mehrere Analysemethoden, einschließlich statistischer Methoden zur kausalen Schlussfolgerung, um zu zeigen, dass die gegenwärtigen US-Standards für PM2,5-Konzentrationen nicht genügend Schutz bieten. Durch eine Reduzierung könnten besonders gefährdete Bevölkerungsgruppe, wie beispielsweise ältere Menschen, geschützt werden.

Ergebnisse von fünf Analysemethoden waren konsistent

Bei allen fünf verschiedenen durchgeführten Arten von Analysen waren die festgestellten Ergebnisse konsistent. Die Forschenden der Harvard T.H. Chan School of Public Health erklärten in einer Pressemitteilung hierzu, dass dies die bisher robustesten und am besten reproduzierbaren Beweise für den kausalen Zusammenhang zwischen der Exposition gegenüber PM2,5 und der Sterblichkeit darstellt.

Wie würde sich eine Reduzierung der PM2,5-Belastung auswirken?

Die Forschungsgruppe fand heraus, dass eine jährliche Abnahme der PM2,5-Belastung um 10 μg/m3 zu einer sechs bis sieben prozentigen Abnahme des Sterberisikos führen würde. Auf der Grundlage dieses Ergebnisses schätzen die Forschenden, dass eine Reduzierung des jährlichen PM2,5-Standards auf 10 μg/m3 in den USA, alleine in einem Jahrzehnt 143.257 Leben retten könnte.

Wie verhält es sich mit der Feinstaubbelastung in Deutschland?

In Deutschland sind die Feinstaub-Emissionen seit dem Jahr 1995 erheblich zurückgegangen. Allerdings erhöhte sich durch die viel stärker gesunkenen Gesamtstaub-Emissionen der Anteil der Feinstäube am Gesamtstaub über die Jahre deutlich, berichtet das deutsche Umweltbundesamt in einer Pressemitteilung.

Bis zu Jahr 2020 war eine Reduzierung der Emission um 26 Prozent gegenüber dem Jahr 2005 geplant. Dies geht aus einer Emissionsminderungsverpflichtung für PM2,5 für Deutschland hervor. Diese Verpflichtung wurde auch in die Neufassung der Richtlinie über nationale Emissionshöchstmengen übernommen und mit einer Vorgabe für das Jahr 2030 ergänzt. Bis zu diesem Zeitpunkt sollen die deutschen PM2,5-Emissionen um 43 Prozent reduziert werden, ausgehend von den Werten aus dem Jahr 2005. (as)

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