Millionen Betroffene: Jüngere Astrazeneca-Geimpfte sollen auf anderes Präparat umsteigen

Millionen Betroffene: Jüngere Astrazeneca-Geimpfte sollen auf anderes Präparat umsteigen

Informationen zur Coronavirus-Impfung vom 14. April 2021

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Lauterbach nicht überrascht: "Sinusvenenthrombosen waren auch bei Johnson & Johnson zu erwarten"

08.33 Uhr: Trotz des Impfstopps in den USA und des verzögerten Marktstarts in Europa geht SPD-Gesundheitssexperte Karl Lauterbach davon aus, dass das Johnson & Johnson-Präparat gegen das Coronavirus bald in Deutschland eingesetzt wird. "Ich glaube nicht, dass es ein permanenter Rückschlag ist, die Sinusvenenthrombosen waren auch bei Johnson & Johnson zu erwarten", sagte der SPD-Politiker am Mittwochmorgen im Deutschlandfunk. © 2021 SID Lauterbach spricht sich gegen derzeitige EM-Planung aus

Die Komplikationen seien aber so rar, "dass der Impfstoff nach einiger Zeit wieder verimpft wird, in den Vereinigten Staaten, und der Impfstart in Europa dann auch beginnen wird", sagte Lauterbach. "Man wird wahrscheinlich auch hier wieder darüber nachdenken müssen, ob man den Impfstoff bei den über 60-Jährigen spezifisch einsetzt".

Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson hatte am Dienstag wegen Berichten über sogenannte Sinusvenenthrombosen nach der Impfung den Marktstart seines Präparats in Europa aufgeschoben. Zuvor hatten Behörden in den USA ein vorübergehendes Aussetzen der Impfungen empfohlen, nachdem im Land sechs Fälle der Hirnvenenthrombosen erfasst worden waren.

Pfizer sagt USA zehn Prozent mehr Corona-Impfdosen bis Ende Mai zu

7.36 Uhr: Der US-Pharmakonzern Pfizer will der US-Regierung bis Ende Mai 20 Millionen Impfdosen mehr liefern als bisher vereinbart. Dies seien zehn Prozent mehr Dosen. Das sei durch eine Steigerung der Produktion möglich, erklärte der Vorstandsvorsitzende Albert Bourla am Dienstag über Twitter.

Die USA bekämen damit bis Ende kommenden Monats 220 Millionen Dosen des gemeinsam mit Biontech entwickelten Impfstoffs. Die Gesamtmenge der bis Ende Juli vereinbarten Lieferung von 300 Millionen Dosen bleibe aber gleich, schrieb Bourla.

Die vorgezogene Pfizer-Lieferung dürfte den USA auch helfen, mögliche Verzögerungen beim Impfstoff des Herstellers Johnson & Johnson auszugleichen. US-Gesundheitsbehörden hatten die Impfungen mit dem Wirkstoff am Dienstag vorsorglich ausgesetzt, um Berichte über vereinzelte Fälle schwerer Nebenwirkungen zu prüfen.

Das Weiße Haus betonte, die Aussetzung der Impfungen mit dem Präparat würden "keine bedeutenden Auswirkungen" auf die Impfkampagne in den USA haben. Es könnten weiterhin pro Tag rund drei Millionen Menschen geimpft werden, hieß es. Die USA haben sich bis Ende Juli bei den Herstellern Moderna und Biontech/Pfizer genügend Impfstoff für 300 Millionen Menschen gesichert. Präsident Joe Biden hat allerdings versprochen, schon bis Ende Mai genügend Impfstoff für alle rund 260 Millionen Erwachsenen im Land zu haben.

Die Impfkampagne schreitet weiter zügig voran. Seit Mitte Dezember wurden amtlichen Daten zufolge bislang fast 192 Millionen Impfdosen gespritzt. 47 Prozent der Erwachsenen haben demnach mindestens eine Impfdosis bekommen, knapp 29 Prozent sind voll geimpft.

Jüngere Astrazeneca-Geimpfte sollen auf anderes Präparat umsteigen

Mittwoch, 14. April, 6.28 Uhr: Klarheit für mehr als zwei Millionen Menschen unter 60 Jahren, die in Deutschland bereits eine Erstimpfung mit Astrazeneca erhalten haben: Sie sollen bei der notwendigen Zweitimpfung auf ein anderes Präparat umsteigen. Auf diese Empfehlung haben sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern einstimmig geeinigt. Sie folgen damit dem Vorschlag der Ständigen Impfkommission (Stiko) von Anfang April.

Bei den Beratungen sei klar geworden, dass die Zweitimpfung mit einem einen mRNA-Imfpstoff, also dem Präparat von Biontech/Pfizer oder Moderna, eine gute Basis sei, um die Menschen wirksam zu schützen, sagte der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Bayerns Ressortchef Klaus Holetschek, am Dienstagabend der Deutschen Presse-Agentur in München. Nicolas Armer/dpa Der Impfstoff Astrazeneca.

Hintergrund der Empfehlung sind Fälle von Hirnvenen-Thrombosen nach einer Impfung mit Astrazeneca. Experten vermuten, dass das sehr geringe Risiko vor allem jüngere Menschen betrifft. Bund und Länder hatten deshalb kürzlich beschlossen, dass in der Regel nur noch Menschen über 60 mit Astrazeneca geimpft werden sollen. Laut Bundesgesundheitsministerium haben in Deutschland aber bereits rund 2,2 Millionen Menschen unter 60 eine erste Impfung mit dem Präparat erhalten.

Schwesig: Sputnik V könnte Anfang Juni nach Mecklenburg-Vorpommern geliefert werden

22.45 Uhr: Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, hat die Hoffnung geäußert, dass die ersten 500.000 Dosen des russischen Impfstoffs Sputnik V Anfang Juni zur Verfügung stehen. "Jeder Impfstoff, der zugelassen ist, jeder Impfstoff, der wirkt, ist ein guter Impfstoff, den wir brauchen. Und es ist nicht entscheidend, woher er kommt", sagte Schwesig und bot an, Sputnik V auch im Nordosten produzieren zu lassen: "Wir bieten dafür gute Voraussetzungen." Ziel sei es, schon Anfang Juni nach einer Zulassung eine halbe Million Dosen zu bekommen. Bislang gibt es noch keine Zulassung in der EU für Sputnik V. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) prüft derzeit den Antrag dazu. Schwesig mahnte, das Prüfverfahren zügig durchzuführen, dabei aber auch alle Sicherheitsstandards zu beachten.

Südafrika legt Einführung des Impfstoffs von Johnson & Johnson auf Eis

22.36 Uhr: Südafrika hat die Einführung des Corona-Impfstoffs von Johnson & Johnson wegen des Risikos möglicher Blutgerinnsel bei Geimpften vorsorglich auf Eis gelegt. "Wir haben beschlossen, unseren Rollout freiwillig auszusetzen, bis der Zusammenhang zwischen der Entwicklung von Blutgerinnseln und dem Johnson-&-Johnson-Präparat ausreichend geprüft ist", teilte das Gesundheitsministerium am Dienstag mit. Kurz zuvor hatte die US-Zulassungsbehörde Food and Drug Administration (FDA) eine vorübergehende Aussetzung der Impfungen mit dem Wirkstoff von Johnson & Johnson empfohlen, nachdem bei sechs Menschen im Land nach der Impfung Sinusvenenthrombosen diagnostiziert worden waren.

Jessica Hill/FR125654 AP/dpa US-Behörden haben eine vorübergehende Aussetzung der Impfungen mit dem Wirkstoff von Johnson & Johnson empfohlen.  

Bericht: Mehr als 373.000 Impfstoff-Dosen fallen bis Ende April aus

20.00 Uhr: Das Bundesgesundheitsministerium hat seine bundesweiten Impfstoff-Lieferpläne für Impfzentren und Arztpraxen innerhalb von nur vier Tagen erneut verändert – und dabei die bis Ende April erwartete Menge an Impfstoff kräftig nach unten korrigiert. Das berichtet das Wirtschaftsmagazin „Business Insider“.

Laut eines Vergleichs der Lieferpläne vom 8. und 12. April fallen bundesweit innerhalb der nächsten knapp zwei Wochen 373.290 Dosen aus. Vor allem zwei Hersteller haben ihre Mengen deutlich reduziert: Rund 134.000 fallen bei Moderna aus, mehr als 240.000 von AstraZeneca. Biontech liefert dagegen geringfügig mehr. Verglichen mit noch früheren Lieferplänen vom 6. April ist der Schwund sogar deutlich größer. Danach hatte das Bundesgesundheitsministerium für die 15, 16. und 17. Kalenderwoche im April allein bei AstraZeneca mit 3,36 Millionen Dosen für Impfzentren und Praxen gerechnet. Nun werden es im gleichen Zeitraum rund 420.000 sein – also mehrt als 2,9 Millionen Dosen weniger.

Doch allein die Änderung jetzt innerhalb von nur vier Tagen sorgt bei Verantwortlichen in Impfzentren und Praxen für Ernüchterung. Wie in so kurzer Zeit so viel Impfstoff plötzlich offenbar ausfällt, ist bislang aber unklar. Vor allem AstraZeneca gilt jedoch als unzuverlässiger Lieferant, dessen Angaben sich sehr kurzfristig ändern können.

Der plötzliche Schwund betrifft zu zwei Dritteln Praxen – also die, die gerade erst in den letzten Tagen für einen Impfturbo in Land mit gesorgt haben.  

Johnson & Johnson verschiebt Auslieferung von Corona-Impfstoff in Europa

15.49 Uhr: Wegen möglicher schwerer Nebenwirkungen verschiebt der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson die Auslieferung seines Corona-Impfstoffs in Europa. "Wir haben die Entscheidung getroffen, die Markteinführung unseres Impfstoffs in Europa aufzuschieben", erklärte der Konzern am Dienstag. Zuvor hatten die US-Gesundheitsbehörden eine Pause bei den Impfungen mit dem J&J-Vakzin empfohlen, nachdem vereinzelte Fälle von seltenen Blutgerinnseln gemeldet worden waren.

Die Arzneimittelbehörde FDA und die Gesundheitsbehörde CDC verwiesen auf eine laufende Untersuchung zu sechs Fällen von Blutgerinnseln in den USA. Bis zum Abschluss der Untersuchung werde "vorsichtshalber" eine "Pause" bei den Impfungen empfohlen.

Der Corona-Koordinator des Weißen Hauses, Jeff Zients, erklärte in der Folge, dies werde keine "bedeutsamen Auswirkungen auf unseren Impfplan" haben. Bislang mache das Vakzin von Johnson & Johnson weniger als fünf Prozent der verabreichten Impfdosen aus. Außerdem habe die Regierung ausreichend Impfdosen der Hersteller Biontech/Pfizer und Moderna gesichert, um nahezu die gesamte US-Bevölkerung zu impfen.

Israel will geimpften Touristen Einreise erlauben

14.31 Uhr: Nach Großbritannien stehen bei einem weiteren Impf-Spitzenreiter die Zeichen auf Öffnung. Israel will Touristen, die gegen das Coronavirus geimpft sind, ab Ende Mai die Einreise in das Land gestatten. In einem ersten Schritt soll ab dem 23. Mai Gruppen erlaubt werden, in den Mittelmeerstaat zu reisen, wie das Gesundheits- und das Tourismusministerium mitteilten. Impfnachweise und negative Corona-Tests sind demnach Voraussetzung dafür.

Das Land hatte sich nach Beginn der Pandemie praktisch abgeschottet. Das Neun-Millionen-Einwohner-Land setzt seit dem 19. Dezember erfolgreich eine Impfkampagne um. Die Zahl der Neuinfektionen und der schweren Erkrankungen ist stark zurückgegangen. Die Marke von fünf Millionen Zweitimpfungen könnte in wenigen Tagen durchbrochen werden.

US-Behörde empfiehlt Aussetzung von J&J-Impfungen wegen Thrombosefällen

13.30 Uhr: Die US-Behörden haben eine Aussetzung der Impfungen mit dem Corona-Vakzin von Johnson & Johnson empfohlen. Die Arzneimittelbehörde FDA und die Gesundheitsbehörde CDC verwiesen in ihrer Empfehlung am Dienstag auf eine laufende Untersuchung zu sechs Fällen von seltenen Blutgerinnseln, die nach Impfungen mit dem Produkt des US-Pharmakonzerns gemeldet wurden. Bis zum Abschluss der Untersuchung werde "vorsichtshalber" eine "Pause" bei den Impfungen empfohlen.

Bei den Betroffenen handle es sich um Frauen im Alter zwischen 18 und 48 Jahren. Nach offiziellen Angaben sei eine Frau gestorben, eine zweite sei in Nebraska in kritischem Zustand ins Krankenhaus eingeliefert worden.

13.00 Uhr: Menschen, die gegen Corona geimpft sind, bekommen in Berlin etwas mehr Freiheiten. Sie werden künftig wie Menschen mit einem negativen Test behandelt, wie die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag nach der Senatssitzung erfuhr. Betroffene dürfen demzufolge ohne vorherigen Corona-Test auch abseits des Lebensmittelhandels Einkaufen gehen oder ein Museum besuchen.

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