Neuer Ebola-Ausbruch im Kongo – zusätzlich zur COVID-19 Pandemie – Naturheilkunde & Naturheilverfahren Fachportal

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Ebola, Masern und COVID-19 – gefährliche Ausbrüche im Kongo

In der Demokratische Republik Kongo (DRK) ist ein erneuter Ebola-Ausbruch zu verzeichnen. Gleichzeitig kursiert auch das neue Coronavirus und das Land hat mit einer massiven Masern-Epidemie zu kämpfen.

Eigentlich galt die Ebola-Epidemie im Kongo nach 22 Monaten als nahezu überstanden. Insgesamt 2.268 Todesopfer waren bislang im Zuge des Ausbruchs zu verzeichnen. Nun sind mehrere Neuinfektionen auf der anderen Seite des Landes aufgetreten und auch COVID-19 hat den Kongo erreicht. Zudem wütet seit zwei Jahren eine Masern-Epidemie, die bereits tausende Todesopfer gefordert hat. Durch das kombinierte Ausbruchsgeschehen droht eine erhebliche Verschärfung der Situation, auch wenn der Gesundheitsminister Eteni Longondo hofft, den neuen Ebola-Ausbruch schnell eindämmen zu können.

Letzter Ausbruch fast überstanden

Zahlreiche Ebola-Ausbrüche waren in der Demokratischen Republik Kongo in den vergangenen Jahrzehnten zu verzeichnen. Der letzte begann im Jahr 2018 und konzentrierte sich auf die Provinz Nord-Kivu im Osten des Landes. Dieser gilt als nahezu überstanden – wenn bis zum 25. Juni keine neuen Fälle auftreten, wäre das Ziel erreicht. Allerdings sind nun sechs neue Fälle, darunter vier Todesfälle, in der Nähe von Mbandaka in der Provinz Equateur, 1000 Kilometer westlich der Provinz Nord-Kivu, bekannt geworden, berichtet das „Britisch Medical Journal“ (BMJ).

Übertragung aus der Tierwelt

Der neue Ausbruch ist der elfte im Kongo und Mbandaka war bereits bei dem neunten Ebola-Ausbruch betroffen. Es wird daher nicht davon ausgegangen, dass die neuen Infektionen aus Nord-Kivu eingeschleppt wurden, sondern eine Übertagung aus der Tierwelt (zoonotische Übertragung) vor Ort gilt als wahrscheinlich. Zwar bleibe der natürliche Wirt des Virus unbekannt, doch gelten Fledermäuse dabei als Hauptverdächtige und es wird angenommen, dass sich der größte Teil des Kongos innerhalb der potentiellen zoonotischen Übertragungszone befindet.

Mehrere Ausbruchsgeschehen parallel

Bei den neuen Ebola-Infektionen habe die Suche nach Kontaktpersonen bereits begonnen und es wurden spezielle Teams ausgesendet, um den neuen Ausbruch zu bekämpfen, berichtet das BMJ. Begleitend haben die Gesundheitsbehörden jedoch noch die Eindämmung des Coronavirus zu bewältigen und zur Bekämpfung der Masern-Epidemie wären vermehrte Impfungen erforderlich.

COVID-19 bisher gut unter Kontrolle

Bisher wurden in der Demokratischen Republik Kongo 3.495 COVID-19-Infektionen und 75 diesbezügliche Todesfälle gemeldet. Bei einer Bevölkerung von rund 86 Millionen eine durchaus erfreulich geringe Zahl, was auch auf die umfänglichen Maßnahmen zu Eindämmung des Virus zurückgeführt wird. Diese Maßnahmen erschweren jedoch insbesondere den Kampf gegen die Masern, so die Warnung im BMJ.

Dramatische Masern-Epidemie

Seit Beginn der Masern-Epidemie im Januar 2019 sind laut Angaben des Fachjournals 6.600 Menschen an Masern gestorben – fast alle waren Kleinkinder. Eine effektive Eindämmung der Epidemie ließe sich nur durch Impfungen erreichen, doch ist das Misstrauen in der Bevölkerung gegenüber dem medizinischen Personal und gegenüber Schutzimpfungen in den vergangen Jahren deutlich gestiegen.

„Die Impfanstrengungen gegen Masern und verschiedene andere Krankheiten waren bereits in den ersten beiden Monaten dieses Jahres ins Stocken geraten“, berichtet das BMJ. Laut UNICEF drohe in dem Land auch ein Wiederaufleben von Polio, Windpocken, Gelbfieber, Hepatitis B, Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten und Meningitis.

Impfkampagnen schwer umsetzbar

Impfkampagnen sind in der Demokratischen Republik Kongo ohnehin nur schwer umsetzbar. Denn das Land verfügt beispielsweise nur über 2200 Kilometer asphaltierten Straßen und es stelle bereits eine enorme Herausforderung dar, Impfstoffe während des langen Transports zu kühlen. Und die Maßnahmen, die zur Eindämmung von COVID-19 erforderlich sind, „wirken sich auf die gesamte Masern-Bekämpfung aus, einschließlich des Transports von Impfstoffen, der Zusammenstellung von Spezialteams und der Durchführung von Impfkampagnen“, betont Emmanuel Lampaert, Koordinator für Ärzte ohne Grenzen in der Demokratischen Republik Kongo.

„Jede Verzögerung und jedes Hindernis erhöht das Risiko, dass sich die Masern-Epidemie weiter ausbreitet und noch mehr Kinder tötet“, so Lampaert. Gleiches sei während des letzten Ebola-Ausbruchs zu beobachten gewesen, als die Masernimpfung unterbrochen wurde. Dies habe zu einem Wiederaufflammen der Krankheit geführt. So könnte das kombinierte Ausbruchsgeschehen zu einer deutlichen Zuspitzung des Situation führen, warnt der Experte. (fp)

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