Nordrhein reformiert Beitragssystem – nach 37 Jahren Stillstand

Nordrhein reformiert Beitragssystem - nach 37 Jahren Stillstand

Bei ihrer Kammerversammlung in Neuss stimmten die Delegierten der Apothekerkammer Nordrhein am Mittwoch gleich einem ganzen Strauß an zukunftsweisenden Beschlüssen zu. Mit dabei: Eine grundlegende Reform der Kammerbeiträge. Ziel ist es, vor allem kleine Apotheken finanziell zu entlasten.

Dr. Armin Hoffmann ist mehr als zufrieden. „Wir haben heute einen großen Schritt in Richtung Zukunft gemacht“, sagte der Präsident der Apothekerkammer Nordrhein im Anschluss an die Delegiertenversammlung, die am gestrigen Mittwoch als Präsenzveranstaltung in Neuss stattfand, im Gespräch mit DAZ.online.

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Zuvor hatten die anwesenden Delegierten gleich mehreren Satzungsänderungen zugestimmt. Eine davon ermöglicht es der Kammer, ihre Versammlungen künftig auch digital abzuhalten – denn bis dato war abgesehen von der Aufzeichnung für das Protokoll jeglicher Ton- und Bildmitschnitt untersagt. Damit wappnet sich die Kammer für das Frühjahr. Denn sollte die Coronavirus-Pandemie dann immer noch wüten, könnten die Apotheker:innen auf das Internet ausweichen.

Zudem sollen Zytostatika-herstellende Apotheken in ganz Nordrhein-Westfalen künftig ein Zertifikat beantragen können, in dem die Kammer die Plausibilität des Warenflusses bescheinigt. Eine erneute Prüfung durch den Amtsapotheker entfällt bei Vorliegen eines entsprechenden Testats. Als Kostenpunkt für die Prüfung und die Bescheinigung veranschlagen Nordrhein und Westfalen-Lippe rund 400 Euro, die Inanspruchnahme ist freiwillig. Die Delegierten in Westfalen-Lippe hatten bereits vergangene Woche über das Konzept beraten.

Hintergrund sind die Machenschaften des Apothekers Peter Stadtmann, die als Bottroper Zyto-Skandal in die Annalen der Pharmaziegeschichte eingehen werden. Dieser Vorfall hatte die Schwesterkammern gezwungen, in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium Konzepte zu erstellen, mit deren Hilfe sich die Qualität in den Zyto-Betrieben sichern lässt. Das Ergebnis stimmt Hoffmann und die Präsidentin der Apothekerkammer Westfalen-Lippe, Gabriele Regina Overwiening, positiv für die Zukunft. „Damit holen wir uns als Kammer ein Stück weit die Hoheit über eine unserer Kernkompetenzen, die Herstellung von Arzneimitteln, zurück“, sagte Hoffmann gegenüber DAZ.online.

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