Österreich kehrt zurück in den Voll-Lockdown – Söder: Lockerungen vor Monatsende machen „keinen Sinn“

Österreich kehrt zurück in den Voll-Lockdown – Söder: Lockerungen vor Monatsende machen „keinen Sinn“

Die Coronavirus-Pandemie hält die Welt weiterhin fest im Griff. In Deutschland gilt ein neuer Lockdown. Eine schnelle Lockerung der Maßnahmen schließt die Bundesregierung aus – das betonte nun auch noch einmal Wirtschaftsminister Peter Altmaier. Alles Wichtige zur Corona-Pandemie finden Sie hier im News-Ticker von FOCUS Online.

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Topmeldungen zur Coronavirus-Pandemie in Deutschland und der Welt

  • Großteil der Deutschen in Umfrage für schnelle Lockerungen (07.04 Uhr)
  • Altmaier: Wende noch nicht erreicht – Mehrere Monate Einschränkungen (07.01 Uhr)
  • 17.968 Neuinfektionen in Deutschland – R-Wert steigt wieder über 1,0 (20.39 Uhr)

Bayerischer Landkreis überschreitet 7-Tage-Inzidenz von 400

08.45 Uhr: 90 Prozent der deutschen Regionen gelten als Corona-Hotspots, ein bayerischer Landkreis wartet nun mit einer besonders hohen Covid-Rate auf. Wie aus den neuesten Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervorgeht (Stand: 15. November, 0 Uhr), liegt die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Freyung-Grafen bei 404,5 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Den zweithöchsten Wert verzeichnet der Berliner Bezirk Mitte, hier registrierte das RKI 359,8 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen.   
 
 

Fast die Hälfte der Deutschen lehnt Corona-Warn-App ab

08.02 Uhr: Fast die Hälfte der Deutschen lehnt laut einer Umfrage die Nutzung der Corona-Warn-App ab. 44 Prozent der Befragten erklärten, dass sie die App nicht heruntergeladen hätten und dies auch nicht planten, wie die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag des Sachverständigenrates für Verbraucherfragen berichtete. Der Städte- und Gemeindebund forderte derweil eine Weiterentwicklung der App.

Insgesamt vier Prozent gaben demnach an, die App wieder gelöscht zu haben. Fünf Prozent erklärten, die App habe bei ihnen nicht funktioniert. Befragt wurden online mehr als 1000 Deutsche über 18 Jahre. Tatsächlich dürfte die Ablehnung der App laut "Welt" noch viel weiter verbreitet sein. "Die Umfrage wurde digital durchgeführt und erreichte damit vor allem Personen, die der Nutzung von Apps grundsätzlich positiver gegenüberstehen als der Durchschnitt der Bevölkerung", sagte Gert Wagner, Mitglied des Sachverständigenrats, der Zeitung. Das Gremium berät das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz.

Aktuell haben sich dem Bericht zufolge rund 22 Millionen Deutsche die Corona-App heruntergeladen. Allerdings melden nicht alle Nutzer, die einen positiven Corona-Test erhalten, diesen auch digital. In der Woche vom 2. bis 8. November gaben laut "Welt" täglich durchschnittlich nur 2200 Menschen in der App an, infiziert zu sein. Die Behörden registrierten im selben Zeitraum jedoch im Schnitt 18.000 neue Erkrankungen pro Tag.  dpa/Oliver Berg/dpa/Symbolbild

Großteil der Deutschen in Umfrage für schnelle Lockerungen

07.04 Uhr: Eine deutliche Mehrheit der Menschen in Deutschland hat sich in einer Umfrage gegen eine Fortsetzung des Teil-Lockdowns im Dezember ausgesprochen. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Kantar für die "Bild am Sonntag" gaben 78 Prozent der Befragten an, dass die Restaurants im Dezember wieder öffnen sollten. 18 Prozent wollen, dass die Restaurants auch im Dezember geschlossen bleiben.

Für die Öffnung von Kultureinrichtungen wie Museen, Theater oder Kinos sprachen sich demnach 68 Prozent aus, 28 Prozent sind dagegen. Anders sieht es bei den geltenden Kontaktbeschränkungen aus: So ist eine Mehrheit von 59 Prozent dagegen, die Kontaktbeschränkungen im Dezember aufzuheben, nur 35 Prozent sind dafür.

"Die Leute wollen ihre Freizeit anders gestalten als das aktuell möglich ist. Aber sie haben auch verstanden, dass das nur geht, wenn sie ihre Kontakte einschränken", sagte Torsten Schneider-Haase vom Meinungsforschungsinstitut Kantar der "Bild am Sonntag". "Offensichtlich trauen sich viele zu, Restaurant- oder Kinobesuche verantwortungsvoll wieder aufzunehmen."

Bislang reagieren die Menschen der Umfrage zufolge vergleichsweise gelassen auf den November-Lockdown. Jeder Dritte (33 Prozent) gab an, dass ihn die Einschränkung des öffentlichen Lebens stark oder sehr stark beslastet – im April waren es noch 45 Prozent. Eine deutliche Mehrheit von 67 Prozent gab an, dass sie der Lockdown wenig (48 Prozent) oder gar nicht (19 Prozent) belastet. Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/

Altmaier: Wende noch nicht erreicht – Mehrere Monate Einschränkungen

07.01 Uhr: Wirtschaftsminister Peter Altmaier sieht noch keine wesentlichen Erfolge des Teil-Lockdowns. "Zur Zwischenbilanz gehört auch, dass die Infektionszahlen nach wie vor viel zu hoch sind. Sehr viel höher sogar als vor zwei Wochen", sagte der CDU-Politiker der "Bild am Sonntag". "Trotz aller Anstrengungen ist eine Wende zum Besseren noch nicht erreicht", sagte Altmaier. Für das Öffnen von Restaurants und Kinos sehe er wenig Spielraum. "Wir sind aus dem Gröbsten noch nicht raus." Einen "Jo-Jo-Shutdown" mit ständigem Öffnen und Schließen der Wirtschaft könne sich Deutschland nicht leisten.

Altmaier rechnet nach eigener Aussage damit, dass sich die Deutschen noch weit über den Dezember hinaus einschränken müssen. "Wir werden zumindest in den nächsten vier bis fünf Monaten mit erheblichen Vorsichtsmaßnahmen und Einschränkungen leben müssen."

Auch Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer sieht keine Chance für Lockerungen. "Aus meiner Sicht gibt es für Lockerungen aufgrund der hohen Infektionszahlen keine Grundlage", sagte er der Zeitung. "Wir sollten uns deshalb in sieben Tagen noch einmal treffen, um über die Entwicklung zu sprechen. Eingriffe in die Grundrechte der Menschen müssen sehr genau erklärt und begründet werden."

Am Montag wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten eine Zwischenbilanz des Teil-Lockdowns ziehen. Derzeit haben unter anderem Restaurants geschlossen, Hotels dürfen keine Urlauber aufnehmen, auch Kultur- und Freizeiteinrichtungen mussten schließen. dpa/Bernd von Jutrczenka/dpa Insgesamt sollen die Novemberhilfen ein Volumen von rund 10 Milliarden Euro haben. Altmaier war in den vergangenen Tagen zunehmend in die Kritik geraten.

17.968 Neuinfektionen in Deutschland – aber Hoffnung auf sinkende Fallzahlen

20.39 Uhr: In Deutschland haben sich nach Angaben der Gesundheitsämter der Bundesländer vom Samstag 17.968 weitere Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Nach 23.112 Neuinfektionen am Vortag ist die Zahl zwar rückläufig, das liegt aber mit hoher Wahrscheinlichkeit daran, dass es am Wochenende zu Meldeverzögerungen kommt. dpa/Oliver Berg/dpa/Symbolbild Ein Wattestäbchen mit einem Abstrich wird im Labor für einen Corona-Test verarbeitet.

Was aber Hoffnung gibt: Im Vergleich zum vergangenen Samstag sinkt die Zahl der Neuinfektionen um 716. Denn vor Wochenfrist meldeten die Gesundheitsämter 18.684 neue Corona-Fälle.

Seit Beginn der Pandemie haben sich insgesamt 780.677 Menschen in Deutschland mit dem Virus angesteckt. 12.383 Menschen sind gestorben – das sind 145 neue Fälle.

Laut Robert-Koch-Institut gelten 493.200 Menschen, die sich infiziert hatten, inzwischen wieder als genesen. Die Zahl der aktiven Fälle liegt damit bei 275.094 – das sind 6323 mehr als am Vortag. Der R-Wert stieg am Samstag von 0,92 auf 1,11. Ein Infizierter steckt damit im Schnitt mehr als eine Person an.

Die meisten neuen Infektionen meldeten NRW (+5352), Bayern (+3953) und Baden-Württemberg (+2122). Als einziges Bundesland nannte Sachsen am Samstag keine neuen Zahlen.

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg: 115.657 (+2122), 2257 Todesfälle (+16)
  • Bayern: 153.665 (+3953), 3115 Todesfälle (+33)
  • Berlin: 47.265 (+831), 358 Todesfälle (+10)
  • Brandenburg: 13.348 (+445), 247 Todesfälle (+8)
  • Bremen: 8210 (+192), 94 Todesfälle (+0)
  • Hamburg: 19.978 (+528), 262 Todesfälle (+0)
  • Hessen: 62.462 (+1407), 854 Todesfälle (+18)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 4396 (+108), 38 Todesfälle (+1)
  • Niedersachsen: 54.355 (+1482), 898 Todesfälle (+9)
  • Nordrhein-Westfalen: 196.359 (+5352), 2616 Todesfälle (+35)
  • Rheinland-Pfalz: 31.990 (+615), 362 Todesfälle (+6)
  • Saarland: 10.339 (+231), 231 Todesfälle (+1)
  • Sachsen: 32.705, 480 Todesfälle – Gesundheitsamt meldet am Samstag nicht –
  • Sachsen-Anhalt: 8044 (+99), 105 Todesfälle (+0)
  • Schleswig-Holstein: 11.357 (+158), 219 Todesfälle (+1)
  • Thüringen: 10.547 (+450), 247 Todesfälle (+7)

Gesamt (Stand 14.11., 20.38 Uhr): 780.677 (+17.968), 12.383 Todesfälle (+145)

Vortag (Stand 13.11., 20.23 Uhr): 762.709, 12.238 Todesfälle

 

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien.

Die Zahl der Genesenen liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei rund 493.200 (Vortag: Rund 481.700)

Die Zahl der aktiven Fälle liegt damit bei: 275.094 (Vortag: 268.771)

Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl (Stand: 14.11.): 1,11 (Vortag: 0,92)

Zahl der Intensivbetten laut DIVI-Intensivregister, die von Covid-19-Patienten belegt werden: 3325 (+20)

Zahl der aktuell invasiv beatmeten Covid-19-Patienten: 1872 (+15)

Brand auf Intensivstation: Zehn Covid-19-Patienten sterben in Flammen

20.35 Uhr: Zehn schwerkranke Covid-19-Patienten sind am Samstagabend in einem Krankenhaus der nordostrumänischen Stadt Piatra Neamt an schweren Verbrennungen gestorben. Das Feuer war in der Intensivstation ausgebrochen, wo insgesamt 16 Patienten künstlich beatmet wurden. Sieben weitere Menschen erlitten schwere Verbrennungen, darunter auch der für die Intensivstation verantwortliche Arzt. Nach Angaben der Behörden dürfte ein Kurzschluss den Brand ausgelöst haben. dpa Rumänien: Feuerwehrfahrzeuge und Krankenwagen sind vor dem Krankenhaus in Piatra Neamt zu sehen.

Medien kommentierten, dass der Sauerstoff in den Beatmungsvorrichtungen das Feuer wohl noch verstärkt habe. Gesundheitsminister Nelu Tataru reiste umgehend zum Unglücksort. Es wurde erwartet, dass die Staatsanwaltschaft zu den Ursachen ermitteln werde.

Zwölf Tote nach Corona-Ausbruch in Altenheim in Berlin

16.17 Uhr: In einem Alten- und Pflegeheim in Berlin-Lichtenberg sind nach einem Corona-Ausbruch innerhalb von fünf Wochen zwölf infizierte Menschen gestorben. Elf davon seien im Krankenhaus gestorben, wohin sie mit Symptomen überwiesen worden seien, teilte eine Sprecherin der Betreiberfirma Kursana am Samstag der Deutschen Presse-Agentur mit. "Nach unserer Kenntnis hatten alle schwerwiegende Vorerkrankungen oder befanden sich in der Palliativphase." Der "Tagesspiegel" hatte zuvor darüber berichtet.

Am 8. Oktober sei ein erster Bewohner bei einem Krankenhausaufenthalt positiv getestet worden, sagte die Sprecherin. "Danach erfolgten Teil-Testreihen in einzelnen Wohnbereichen. Zum 3. November lagen erstmals Testergebnisse für das gesamte Haus vor. Aktuell sind 27 Bewohner und 17 Mitarbeiter Corona-positiv."

Seit dem Auftreten des ersten Falles sei das Heim für Besucher geschlossen worden. "Alle Hygienemaßnahmen nach RKI-Standard werden umgesetzt, die Mitarbeiter arbeiten alle mit FFP-2 Masken und zusätzliche Flächendesinfektion wird regelmäßig durchgeführt." Wohnbereiche mit Covid-19-Fällen seien unverzüglich unter Quarantäne gestellt worden.

Berlin: Velodrom und Flughafen Tempelhof sollen Impfzentren werden

14.57 Uhr: Wie die "Berliner Morgenpost" berichtet, sollen die sechs in Berlin geplanten Impfzentren in leerstehenden Hallen eingerichtet werden. Unter anderem der Flughafen Tempelhof, die Messe und das Velodrom seien in der engeren Auswahl. Auch über ein Impfmobil, das Patienten versorgen soll, die nicht in die jeweiligen Zentren kommen können, soll jede Anlaufstelle verfügen. Geplant ist, dass die Zentren bis Mitte Dezember einsatzbereit sind, heißt es in dem Bericht weiter.

14.19 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat einer zu frühen Lockerung der aktuellen Anti-Corona-Maßnahmen eine klare Absage erteilt. Bis Ende November gebe es „auf keinen Fall eine Lockerung – das macht überhaupt keinen Sinn“, sagte der CSU-Chef am Samstag in einer Rede bei einer Internet-Landesversammlung der bayerischen Jungen Union.

Söder schloss weder eine Verlängerung des befristeten Teil-Lockdowns noch eine weitere Verschärfung der Maßnahmen aus. Mit Blick auf neue Bund-Länder-Beratungen am Montag sagte er: „Ob's verlängert werden muss – möglich, wir werden sehen. Ob mehr gemacht werden muss – das wird dann alles entschieden.“

13.00 Uhr: Unternehmen und Solo-Selbstständige können mit einem weiteren Corona-Hilfspaket im Umfang von 22 Milliarden Euro bis Ende Juni 2021 rechnen. Bei der Zahl handelt es sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vom Samstag um das geschätzte Programmvolumen für die von Januar bis Ende Juni 2021 geplante „Überbrückungshilfe III“, auf die sich Wirtschafts- und Finanzministerium geeinigt haben. Zuerst hatten das Nachrichtenportal „The Pioneer“ und der Deutschlandfunk über das Volumen berichtet.

Bei der zudem verabredeten Konkretisierung der sogenannten Novemberhilfe, die Umsatzeinbußen während des Teil-Lockdowns ausgleichen soll, wird nun nach Schätzungen von einem Volumen in Höhe von etwa 14 Milliarden Euro ausgegangen. Bisher war mit einem Volumen von etwa 10 Milliarden Euro gerechnet worden. Mit der Konkretisierung wird klargestellt, dass auch Beherbergungsbetriebe und Veranstaltungsstätten als direkt betroffene Unternehmen antragsberechtigt sind. Damit wird nach Angaben beider Ministerien sichergestellt, dass auch Pensionen, Jugendherbergen und Konzerthallen Novemberhilfe erhalten können.

Auch mittelbar von den Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie betroffene Unternehmen sollen nach der Einigung Anträge stellen können, wenn sie regelmäßig 80 Prozent ihrer Umsätze mit direkt von den Schließungsmaßnahen betroffenen Unternehmen erzielen. Dies helfe etwa Unternehmen und Selbstständigen aus der Kultur- und Veranstaltungswirtschaft wie Tontechnikern, Bühnenbauern oder Beleuchtern.

12.12 Uhr: Die österreichische Regierung will zur Eindämmung der Corona-Krise für drei Wochen Geschäfte und Schulen schließen und Ausgangsbegrenzungen rund um die Uhr verordnen. Das ging am Samstag aus einem Verordnungsentwurf hervor, der der Deutschen Presse-Agentur in Wien vorlag. Zuerst hatten die „Bild“-Zeitung und die „Krone“ berichtet.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) und weitere Regierungsmitglieder sollen den Plan am Nachmittag bei einer Pressekonferenz verkünden. Gelten sollen die Maßnahmen ab Dienstag und bis einschließlich Sonntag, dem 6. Dezember.

Geplant sind demnach weitreichende Eingriffe wie im sogenannten strengen Lockdown im Frühjahr, als erstmals wegen der Pandemie ein völliger Stillstand des öffentlichen Lebens inklusive Ausgangsregeln galt. Schon seit dem 3. November sind Gastronomie, Tourismus, Kulturbetrieb und Freizeiteinrichtungen geschlossen. Außerdem gelten Ausgangsbeschränkungen von 20 bis 6 Uhr, die das Verlassen des „privaten Wohnraums“ nur für mehrere konkrete Gründe wie etwa die Erfüllung von Grundbedürfnissen, Arbeit und Ausbildung, die Betreuung Hilfsbedürftiger sowie zur Erholung im Freien zulassen.

Diese Ausgangsbeschränkung gilt laut dem Entwurf nun rund um die Uhr. Private Treffen sind demnach nur mit einem Partner, einzelnen engsten Angehörigen oder einzelnen wichtigsten Bezugspersonen erlaubt. Offen bleiben nur Geschäfte für die Deckung des täglichen Bedarfs, etwa Supermärkte, Drogerien, Apotheken und Kioske. Schulen stellen auf Fernunterricht um und bieten Betreuungsmöglichkeiten bei Bedarf.

Die Infektionszahlen sind trotz des sogenannten Teil-Lockdowns seit Anfang November weiter gestiegen. Mediziner befürchten einen Zusammenbruch der Intensivversorgung. Der Durchschnittswert der Neuansteckungen binnen sieben Tagen lag am Freitag österreichweit bei 554,2 Fällen pro 100 000 Einwohner, regional aber bei bis zu 850.

Pfarrer plant Weihnachten mit bis zu 2000 Besuchern im Stadion

11.32 Uhr: Angesichts der Corona-Beschränkungen will ein katholischer Pfarrer Weihnachten mit bis zu 2000 Besuchern im Stadion von Hannover 96 feiern. „Wir können das natürlich nur machen, wenn das Gesundheitsamt grünes Licht gibt und die Infektionslage es erlaubt“, sagte Heinrich Plochg von der St.-Joseph-Gemeinde der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (HAZ/Samstag). Es nicht zumindest zu versuchen, würde Stillstand bedeuten, sagte Plochg dem Blatt.

Dem Bericht nach ist der Mietvertrag bereits unterschrieben und das Hygienekonzept der Gemeinde sieht vor, dass professionelle Ordner bis zu 2000 Besucher auf der Westtribüne platzieren. Nur jede dritte Reihe soll besetzt werden.

Nach Einschätzung aus dem Gesundheitsministerium in Hannover wäre eine solche Veranstaltung nach der aktuellen Corona-Verordnung des Landes möglich. Darin heißt es, dass Religionsausübung unabhängig von der Zahl der teilnehmenden Personen zulässig ist, wenn sichergestellt ist, dass Maßnahmen aufgrund eines Hygienekonzepts getroffen werden. Die derzeit geltenden Beschränkungen durch den Teil-Lockdown sind allerdings zunächst bis zum 30. November befristet. Welche Regelungen an Weihnachten gelten werden, ist also noch unklar.

Virologe Kekulé: „Verstehe jeden, der sagt: Ich will nicht der Erste in der Reihe sein“

11.14 Uhr: Anfang der Wochen haben die Firmen Biontech und Pfizer einen Durchbruch in der Impfstoff-Entwicklung verkündet. Virologe Alexander Kekulé hat vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen jedoch Verständnis für alle geäußert, die sich nicht sofort impfen lassen würden. Im Gespräch mit der "Welt" sagt er: "Da verstehe ich wirklich jeden, der sagt: Ich will jetzt nicht der Erste in der Reihe sein. Der Großteil der Bevölkerung wird erst mal warten, wie das mit den Nebenwirkungen laufen wird." Schließlich handele es sich um ein RNA-Vakzin – etwas, das es in dieser Form noch nicht gegeben habe. imago images/APress Virologe Alexander Kekulé

Der Virologe selbst würde sich jedoch trotzdem impfen lassen. Die "Welt" zitiert ihn mit den Worten: "Ich sage ganz ehrlich: Da bin ich pragmatisch. Ich lege keinen besonderen Wert darauf, unter den ersten 100.000 zu sein." Gleichzeitig betont er, dass wohl niemand in Deutschland unter den ersten 100.000 Impfkandidaten sein werde. Seine Vermutung begründet Kekulé mit dem Zulassungsdatum: "Es sind ja jetzt schon 20.000 Probanden, und bis der Impfstoff hier zugelassen ist, werden ihn weit über 100.000 im Rahmen von Studien bekommen haben."

Ärzte fordern OP-Stopp wegen Corona: "Belastungsgrenze schon bald überschritten"

08.53 Uhr: Deutschlands Klinikärzte fordern die Bundesländer mit vielen Corona-Fällen zu einem Stopp verschiebbarer Eingriffe in den Krankenhäusern auf. In einer der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Erklärung kritisieren die Ärzteorganisation Marburger Bund und die intensivmedizinischen Fachgesellschaften, dass Krankenhäuser aus Umsatzgründen ihre Kapazitäten nicht auf Covid-19-Patienten konzentrierten. Fabian Strauch/dpa

"Die Krankenhäuser in stark belasteten Regionen müssen unverzüglich von der Politik aufgefordert werden, plan- und verschiebbare stationäre Eingriffe je nach Belastungssituation zu reduzieren beziehungsweise einzustellen", fordern die Ärzte. "Nur dann ist es möglich, kurzfristig weiteres Personal für die Versorgung akut und kritisch erkrankter Patienten einzusetzen", so die Ärzte. "Ohne diese zusätzliche Unterstützung ist die Belastungsgrenze insbesondere auf vielen Intensivstationen schon bald überschritten."

Derzeit seien die Verantwortlichen für die Finanzen in den Kliniken nicht bereit, verschiebbare Eingriffe zurückzustellen, kritisierten die Mediziner. Deshalb müsse die Politik für eine Gegenfinanzierung der Erlösausfälle sorgen, die entstünden, wenn verschiebbarer Behandlungen zurückgefahren werden. Zu den Unterzeichnern gehören die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI), die Deutsche Gesellschaft für Interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA) und die Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN).

Bereits am Freitag hatte die Gewerkschaft Verdi Alarm geschlagen. So seien es nicht nur Einzelfälle, dass mit Corona infiziertes Pflegekräfte Dienst tun müssten, um einen Zusammenbruch der Versorgung zu verhindern, sagte ein Sprecher. Denn viele Krankenhäuser unterließen es aus Umsatzgründen, trotz dramatisch steigender Infektionszahlen nicht nötige Eingriffe zurückzufahren, so dass einfach zu viel zu tun sei in den Kliniken. Kapazitäten müssten für die Versorgung von Covid-19-Patienten geschaffen werden, mahnte der Verdi-Sprecher. In der Erklärung der Ärzte heißt es: "Wenn wir jetzt nichts ändern können, wird bald in einigen Regionen Deutschlands die Versorgung aller Patienten nicht mehr sicherzustellen sein. Die Zeit drängt."

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Hessen: Über 1000 Altenheimbewohner mit Coronavirus infiziert

08.40 Uhr: In den hessischen Altenheimen sind derzeit rund 1030 Bewohner mit dem Coronavirus infiziert. Das sind fast 1,8 Prozent der in den Einrichtungen lebenden Menschen, wie aus Zahlen des zuständigen Regierungspräsidiums (RP) Gießen hervorgeht (Stand 11. November). Seit Beginn der Pandemie starben 368 Heimbewohner mit oder durch das Virus. Von den Mitarbeitern sind aktuell knapp 600 mit dem Erreger infiziert, fast 700 sind in Quarantäne. Corona-Ausbrüche gibt es dem RP zufolge in 181 von 835 Einrichtungen. Ältere und kranke Menschen gehören zur Corona-Risikogruppe. dpa/Oliver Berg/dpa/Symbolbild Eine Pflegerin hält im Altenheim die Hand einer Bewohnerin.

"Die Versorgung in den von größeren Ausbrüchen betroffenen Einrichtungen ist gewährleistet, insbesondere auch durch überdurchschnittliches Engagement der nicht erkrankten Mitarbeitenden", teilte das RP mit. Zudem gebe es die Möglichkeit der sogenannten Arbeitsquarantäne. Das bedeute, infizierte, aber arbeitsfähige Beschäftigte könnten nach wie vor in einer vom Coronavirus betroffenen Einrichtung die Versorgung infizierter Bewohner übernehmen. Auch Zeitarbeitende stünden zur Überbrückung von Engpässen zur Verfügung.

Ein größerer Corona-Ausbruch in Hessen wurde beispielsweise in einer Frankfurter Einrichtung Anfang November bekannt: Dort hatten sich mehr als 60 Bewohner und rund 30 Mitarbeiter angesteckt.

Samstag, 14. November, 07.05 Uhr: In der Corona-Krise werden die Krankentransportwagen des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) knapp. Das liege zum einen daran, dass mehr Patienten transportiert werden müssten, sagte ein Sprecher des BRK in München. Zum anderen würden Corona-Einsätze länger dauern. So müssten Sanitäter mehr Zeit einplanen, um etwa ihre Schutzbekleidung zu wechseln und die Wagen zu desinfizieren.

Patienten, die keine Notfälle seien, müssten womöglich mit etwas mehr Wartezeit rechnen. Wegen der vielen stark ausgelasteten Krankenhäuser müssten zudem häufig weiter entfernte Kliniken mit freien Betten angefahren werden. Unversorgt bleibt laut dem Sprecher deswegen aber niemand.

Wenn es Engpässe gibt, springen wie schon vor Corona Ehrenamtliche ein – zum Beispiel von der Wasser- oder Bergwacht. "Es geht nicht darum, dass jemand mit beispielsweise einem Herzinfarkt Angst haben muss, dass kein Rettungsdienst kommt", sagte der Sprecher. In diesen Fällen kämen Rettungswagen zum Einsatz.

20.26 Uhr: In Deutschland haben sich nach Angaben der Gesundheitsämter der Bundesländer vom Freitag 23.112 weitere Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das ist der höchste gemessene Wert seit Beginn der Pandemie. Bisher stand der Höchstwert bei 23.069 Neuinfektionen an einem Tag (6.11.).

Seit Beginn der Pandemie haben sich insgesamt 762.709 Menschen in Deutschland mit dem Virus angesteckt. 12.238 Menschen sind gestorben. Das sind 201 neue Fälle.

Laut Robert-Koch-Institut gelten 481.700 Menschen, die sich infiziert hatten, inzwischen wieder als genesen. Die Zahl der aktiven Fälle liegt damit bei 268.771 – das sind 9011 mehr als am Vortag. Der R-Wert stieg am Donnerstag von 0,79 auf 0,92. Ein Infizierter steckt damit im Schnitt weniger als eine Person an.

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg: 113.535 (+2905), 2241 Todesfälle (+17)
  • Bayern: 149.712 (+4638), 3082 Todesfälle (+32)
  • Berlin: 46.434 (+1328), 348 Todesfälle (+14)
  • Brandenburg: 12.903 (+421), 239 Todesfälle (+4)
  • Bremen: 8018 (+170), 94 Todesfälle (+1)
  • Hamburg: 19.450 (+535), 262 Todesfälle (+0)
  • Hessen: 61.055 (+1684), 836 Todesfälle (+15)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 4288 (+127), 37 Todesfälle (+1)
  • Niedersachsen: 52.873 (+1602), 889 Todesfälle (+8)
  • Nordrhein-Westfalen: 191.007 (+5872), 2581 Todesfälle (+64)
  • Rheinland-Pfalz: 31.375 (+1146), 356 Todesfälle (+4)
  • Saarland: 10.113 (+229), 230 Todesfälle (+11)
  • Sachsen: 32.705 (+1493), 480 Todesfälle (+18)
  • Sachsen-Anhalt: 7945 (+300), 105 Todesfälle (+0)
  • Schleswig-Holstein: 11.199 (+296), 218 Todesfälle (+5)
  • Thüringen: 10.097 (+351), 240 Todesfälle (+6)

Gesamt (Stand 13.11., 20.23 Uhr): 762.709 (+23.112), 12.238 Todesfälle (+201)

Vortag (Stand 12.11., 20.23 Uhr): 739.597, 12.037 Todesfälle

 

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien.

Die Zahl der Genesenen liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei rund 481.700 (Vortag: Rund 467.800)

Die Zahl der aktiven Fälle liegt damit bei: 268.771 (Vortag: 259.760)

Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl (Stand: 13.11.): 0,92 (Vortag: 0,79)

Zahl der Intensivbetten laut DIVI-Intensivregister, die von Covid-19-Patienten belegt werden: 3305 (+95)

Zahl der aktuell invasiv beatmeten Covid-19-Patienten: 1857 (+28)

 

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