Polizei warnt vor Corona-Enkeltrick – Trump prescht erneut mit wüster Prophezeiung vor

Polizei warnt vor Corona-Enkeltrick - Trump prescht erneut mit wüster Prophezeiung vor

Corona-Krise in Deutschland: 76 Menschen sind bereits gestorben, rund 22.000 sind mit dem Coronavirus infiziert. Weltweit sind es bereits knapp 300.000 Infizierte. Das öffentliche Leben kommt zunehmend zum Erliegen. Alle Informationen zum Coronavirus finden Sie im News-Ticker von FOCUS Online.

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Baden-Württemberg will Corona-Patienten aus Frankreich aufnehmen

Topmeldung (10.56 Uhr): Baden-Württemberg will schwerkranke Corona-Patienten aus Frankreich in Kliniken aufnehmen. Dafür habe das Gesundheitsministerium die Krankenhäuser im Südwesten gebeten, freie Beatmungsbetten zu melden, berichtete die «Schwäbische Zeitung» (Samstag). "Herr Ministerpräsident Kretschmann hat die Unterstützung Baden-Württembergs zugesagt", heißt es demnach aus einem Schreiben an die Kliniken, das der Zeitung vorliege. Ein Regierungssprecher bestätigte am Samstag auf Anfrage, das Gesundheitsministerium sei beauftragt worden, mit der Bitte auf die Krankenhäuser zuzugehen. Die Kliniken sollten durch die Versorgung der Menschen aber nicht in Nöte geraten. "In einer Krise ist Solidarität gefragt – aber im Rahmen des Möglichen." dpa/Sebastian Gollnow/dpabild Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen) spricht während einer Pressekonferenz.

Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte der Zeitung: "Es geht um Menschen, die ohne Beatmung in den kommenden Tagen sterben." Der Südwesten habe derzeit genügend Beatmungsplätze, nämlich rund 2300. Aktuell seien 80 Prozent davon belegt, allerdings mit weniger als 20 Corona-Patienten, berichtete die Zeitung. Das Coronavirus löst die Lungenkrankheit Covid-19 aus. Bei vielen Menschen verläuft die Krankheit zwar eher milde, bei schweren Verläufen müssen Patienten aber im Krankenhaus behandelt und dabei zum Teil auch beatmet werden.

Das Universitätsklinikum Freiburg hat angekündigt, zwei an Covid-19 erkrankte Patienten aus Frankreich aufzunehmen. Es stellt nach eigenen Angaben zwei Beatmungsplätze zur Verfügung. Die Patienten sollten im Lauf des Samstags nach Freiburg verlegt werden. Das südliche Elsass, das an Baden-Württemberg grenzt, ist von der Corona-Pandemie besonders schwer getroffen. Dort sind die Intensivstationen der Krankenhäuser nach Angaben der zuständigen Präfektur komplett belegt. Es fehle in den elsässischen Krankenhäusern an Betten mit Beatmungsgeräten, Material und Personal, hieß es bereits Mitte der vergangenen Woche. Und die Zahl der Menschen, die mit Sars-CoV-2 infiziert seien, steige weiter.

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Polizei warnt vor Corona-Enkeltrick: Täter geben sich als Infizierte aus

Topmeldung (10.05 Uhr): Allen Warnungen der Polizei zum Trotz ist eine 83 Jahre alte Frau in Mannheim Corona-Trickbetrügern auf den Leim gegangen und um einen fünfstelligen Geldbetrag betrogen worden. Die unbekannten Täter nutzen den sogenannten Enkeltrick bereits seit einigen Tagen in einer neuen Variante: Sie geben sich dabei zum Beispiel als infizierte vermeintliche Angehörige aus und ziehen alten Menschen für angebliche Behandlungskosten das Geld aus der Tasche. dpa/Karl-Josef Hildenbrand/dpabild Eine ältere Frau telefoniert mit einem schnurlosen Festnetztelefon.

Auch die Frau in Mannheim wurde wegen einer angeblichen finanziellen Notlage von einer Anruferin um Hilfe gebeten, da diese sonst festgenommen werden würde. Der Trick: Die 83-Jährige sollte das Geld vor die Tür legen, denn die Anruferin werde einen Fahrer schicken, der aber aus Angst vor dem Coronavirus nicht klingeln werde. Zu spät kamen der Seniorin Zweifel – als sie die Polizei einschaltete, war das Päckchen bereits fort.

Der Präsident des Landeskriminalamtes (LKA), Ralf Michelfelder, rät, niemals Fremden Eigentum auszuhändigen. Die älteren Menschen sollten darauf bestehen, dass die Anrufer selbst ihren Namen sagen anstatt sich dazu verleiten zu lassen, den Namen von Enkeln oder Neffen und Nichten zu erraten. Hilfreich sei auch, nach Begebenheiten zu fragen, die nur echte Verwandte wissen. Weitere Empfehlung des LKA-Chefs: Details zu Verwandtschafts- und Vermögensverhältnissen nie preisgeben und es der Polizei unter 110 melden, wenn ein Betrug vermutet wird.

Helfen Sie mit und informieren Sie Ihre Angehörigen über die Hinweise der Polizei und wie sie richtig reagieren können.

 

  
 

Zahl bestätigter Coronavirus-Fälle in Deutschland steigt auf 22.364 – 84 Todesfälle

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder (Stand: 22.3.2020, 9:00 Uhr).

Baden-Württemberg: 3818 (17 Todesfälle) 

Bayern: 3695 (21 Todesfälle) 

Berlin: 1025 (1 Todesfall)

Brandenburg: 315 (1 Todesfall)

Bremen: 127

Hamburg: 768 (1 Todesfall)

Hessen: 1166 (2 Todesfälle)

Mecklenburg-Vorpommern: 182

Niedersachsen: 1452 (4 Todesfälle)

Nordrhein-Westfalen: 6740 (23 Todesfälle/Landkreis Heinsberg besonders betroffen) 

Rheinland-Pfalz: 1062 (2 Todesfälle)

Saarland: 285 (1 Todesfall)

Sachsen: 650 (1 Todesfall)

Sachsen-Anhalt: 253

Schleswig-Holstein: 383 (1 Todesfall)

Thüringen: 207 (1 Todesfall)

Gesamt (Stand 22.03., 9.00 Uhr): 22.364 (84 Tote, mindestens 289 Geheilte)

Stand vom Vortag (21.03., 20.00 Uhr): 22.128 (76 Tote, mindestens 207 Geheilte)

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien, Quelle zu Geheilten: John Hopkins University, Corona Resource Center  
 

Lesen Sie dazu: Infizierte im Landkreis: Die aktuellen Zahlen für alle Kreise in Deutschland

Corona-Krise: Viele Bundesländer schränken öffentliches Leben weiter ein

Baden-Württemberg schränkt das öffentliche Leben wegen des Coronavirus weiter ein. Menschenansammlungen auf öffentlichen Plätzen mit mehr als drei Personen sind nicht mehr erlaubt, wie Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Freitag in Stuttgart sagte. Ausnahmen gebe es für Familien und Paare.

Zur Eindämmung des Coronavirus gelten in ganz Bayern ab Samstag weitreichende Ausgangsbeschränkungen. Das Verlassen der eigenen Wohnung ist dann nur noch mit triftigen Gründen erlaubt. Dazu zählen unter anderem der Weg zur Arbeit, notwendige Einkäufe, Arztbesuche, aber auch Sport und Bewegung an der frischen Luft – dies aber nur alleine oder mit den Personen, mit denen man zusammenlebt. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Freitag in München an. Die Ausgangsbeschränkungen gelten zunächst bis zum 3. April. Die Polizei und die Behörden sollen deren Einhaltung kontrollieren – und Söder drohte mit "hohen Bußgeldern".

Auch die rheinland-pfälzische Landesregierung verschärft im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus die Einschränkungen für das öffentliche Leben. Sie ordnete am Freitag die Schließung von Gaststätten an und untersagte Versammlungen von mehr als fünf Menschen.

Niedersachsen schließt zur Bekämpfung der Corona-Epidemie ab Samstagabend alle Restaurants und Cafés. Das kündigte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Freitag in Hannover an. Der Außer-Haus-Verkauf von Speisen soll allerdings weiter möglich bleiben.

Hessen will unterdessen nach den Worten von  Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) vorerst auf Ausgangssperren wegen der Corona-Krise verzichten. Diese seien "eine der letzten Maßnahmen" die man setzen könne, sagte Bouffier am Freitag in  Wiesbaden. Das Land hatte zuvor angekündigt, dass Versammlungen auf maximal fünf Personen beschränkt werden. Bei Verstößen könnten Bußgelder verhängt werden, sagte Bouffier. Er bezifferte die Größenordnung auf 100 bis 300 Euro. Er appelliere aber erstmal an die Vernunft der Menschen.

Hamburg erlässt zur Eindämmung des Coronavirus weiterreichende Beschränkungen. Alle Restaurants werden geschlossen und Ansammlungen von mehr als sechs Personen untersagt, wie Bürgermeister Peter Tschentscher am Freitag nach einer Senatssitzung mitteilte. Ausnahmen gelten demnach für Lieferdienste sowie für Familien oder Gruppen von Berufstätigen.

Lesen Sie hierzu: Ausgangssperre droht: Einkaufen, Joggen, Gassi gehen – was Bürger beachten müssen

Wichtige Telefonnummern bei Coronavirus-Verdacht

Die Regierung empfiehlt: Bei Covid-19-Symptomen ist es besser anzurufen, statt im Wartezimmer zu sitzen.

  • 116 117: Ärztlicher Bereitschaftsdienst
  • 115: Einheitliche Behördennummer
  • 0800 011 77 22: Unabhängige Patientenberatung Deutschland
  • 030 346 465 100: Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums
  • “ target=“_blank“ class=“ps-tracking-comlinks ps-trackingname_FOLJAM_11741568 externalLink“ title=“Hier geht es zur kostenlosen Videosprechstunde beim Arzt“ rel=“nofollow“>Coronavirus-Verdacht? Hier geht es zur kostenlosen Videosprechstunde beim Arzt

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Um zu erfassen, wer getestet werden muss: Norwegen startet neues Corona-System

11.13 Uhr: In Norwegen können nun Menschen ihren Verdacht, sich selbst mit dem Coronavirus infiziert zu haben, den Gesundheitsbehörden online mitteilen. Auf der Webseite der Behörden liegt ein Schema bereit, in das man eintragen kann, welche Symptome man hat, seit wann und ob man an chronischen Krankheiten leidet. Die Angaben sind anonym und sollen dem Gesundheitsinstitut helfen, einen Überblick zu bekommen, wie viele an dem Virus erkrankt sein könnten. Wie in vielen anderen Ländern kann auch in Norwegen nicht jeder getestet werden, der Erkältungssymptome hat. Bis Samstag waren in Norwegen rund 50 000 Menschen getestet worden, rund 2000 waren positiv. Sieben Menschen starben.

Bundeswehr liefert Atemschutzmasken und Kittel an den Kreis Heinsberg

10.54 Uhr: In der Corona-Krise hat die Bundeswehr am Sonntagmorgen damit begonnen, Nothilfe an den besonders betroffenen Kreis Heinsberg zu leisten. Dazu übergaben Soldaten den Hilfskräften in Erkelenz 3000 Atemschutzmasken, 15 000 Mund- und Nasenschutzmasken sowie 8000 Kittel. Zudem stellte die Bundeswehr zwei Beatmungsgeräte für Intensivstationen zur Verfügung, wie das Landeskommando Nordrhein-Westfalen der Bundeswehr mitteilte.

Der Landkreis an der Grenze zu den Niederlanden gehörte schon früh zu den Brennpunkten der Infektionswelle und hatte die Bundeswehr um Hilfe gebeten. Das Material hatten die Streitkräfte an mehreren Standorten in Deutschland zusammengestellt und mit Lastwagen in Richtung Heinsberg gefahren.

Sorge in Israel: Zahlreiche Corona-Infizierte besuchten Synagogen

10.38 Uhr: In Israel wächst die Sorge vor einer Welle von Corona-Infektionen durch religiöse Veranstaltungen. Rund ein Drittel der zuletzt mit dem Virus diagnostizierten Personen haben in den Tagen vor ihrer Diagnose Synagogen, Torah-Schulen und andere religiöse Einrichtungen besucht, wie die Zeitung "Haaretz" (Samstagabend) berichtete. Das Gesundheitsministerium veröffentlichte die Bewegungsmuster von 95 Patienten. 32 von ihnen hielten sich demnach in den Tagen vor ihrer Infektion in jüdisch-religiösen Einrichtungen auf.

Die jüngsten Richtlinien des Gesundheitsministeriums sehen vor, dass Israelis nur in dringenden Fällen ihre Wohnungen und Häuser verlassen dürfen, einschließlich zur Teilnahme an religiösen Feiern. Zusammenkünfte sind auf eine maximale Teilnehmerzahl von zehn Personen begrenzt. Ein öffentlicher Gottesdienst erfordert nach jüdischem Religionsrecht für seine Gültigkeit die Anwesenheit von mindestens zehn Männern (Minjan).

Iran lehnt Hilfe der USA in Corona-Krise ab: "Schlimmster Feind"

10.26 Uhr: Irans oberster Führer hat in der Corona-Krise ein Hilfsangebot der USA abgelehnt und erneut die Möglichkeit in den Raum gestellt, dass die Amerikaner das Virus selbst verbreitet haben. "Wir haben viele Feinde, aber der schlimmste sind die USA (…), und die wollen uns jetzt helfen", sagte Ajatollah Ali Chamenei am Sonntag im Staatsfernsehen. Chamenei zufolge gibt es Spekulationen, dass die USA das Virus selbst hergestellt und verbreitet haben, um ihre Feinde China und den Iran zu schwächen. "Unter diesen Umständen sollte man solchen Angeboten keine Beachtung schenken", sagte er weiter. dpa/Patrick Semansky/AP/dpa US-Präsident Donald Trump

Ungeachtet der Spannungen zwischen Washington und Teheran hatte US-Außenminister Mike Pompeo dem Iran Ende Februar Hilfe bei der Bekämpfung des Virus Sars-CoV-2 angeboten. Chamenei hatte damals bereits gesagt, es sei möglich, dass es sich bei der Verbreitung des Coronavirus im Iran um einen biologischen Angriff der USA handle.

Von den Iranern erwarte er, dass sie sich an die Anweisungen des Gesundheitsministeriums hielten und auch die Schließung der heiligen islamischen Stätten im Iran zu tolerierten, sagte Chamenei am Sonntag weiter. Zwar passiere dies zum ersten Mal in Irans Geschichte, aber die Menschen sollten sich an die Anweisungen halten. "Der Iran hat in den letzten 41 Jahren bewiesen, dass das Land das Potenzial hat, alle Krisen zu meistern. Das wird auch diesmal der Fall sein", sagte Irans oberster Führer, der laut der Verfassung das letzte Wort in allen strategischen Belangen hat.

Coronavirus: Südkorea meldet abnehmende Fallzahlen

08.16 Uhr: Südkorea erlebt weiter einen starken Wechsel von an- und absteigenden Zahlen bei den erfassten Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Am Samstag seien 98 Fälle hinzugekommen, meldeten die Gesundheitsbehörden am Sonntag. Am Freitag waren 147 Menschen positiv auf den Sars-CoV-2-Erreger getestet worden. Die Gesamtzahl stieg auf knapp 8900. Die Zahl der Todesfälle, die mit dem Virus in Verbindung gebracht werden, wurde mit 104 angegeben.

Zwar hatte sich im März nach dem Höhepunkt Ende Februar mit über 900 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden ein Abwärtstrend eingestellt. Doch Sorge bereitete den Behörden zuletzt eine Zunahme von kleineren Häufungen von Ansteckungen in Kirchengemeinden, Kliniken oder Pflegeheimen sowie von infizierten Personen, die aus dem Ausland eintreffen.

Am Sonntag traten deshalb noch einmal verschärfte Einreisebestimmungen bei Ankünften aus Europa in Kraft. Sämtliche Reisende oder Rückkehrer werden auf das Virus getestet. Selbst wenn der Test negativ ausfällt, müssen sich die Betroffenen in häusliche Quarantäne begeben, soweit sie länger in Südkorea bleiben.

Die Mehrheit der neu gemeldeten Infektionsfälle wurde erneut in der südöstlichen Millionenstadt Daegu und der umliegenden Region festgestellt. Die größte Häufung im Land gibt es unter Anhängern der christlichen Sekte Shincheonji-Kirche Jesu, die in Daegu stark vertreten ist und auch Verbindungen nach China hat.

Trump will Malaria-Medikament für Covid-19-Behandlung einsetzen

08.19 Uhr: US-Präsident Donald Trump wirbt mit Nachdruck für den Einsatz eines Malaria-Medikaments bei der Behandlung von Covid-19-Erkrankten. Der Wirkstoff Chloroquin könne in Kombination mit dem Antibiotikum Azithromycin "einer der größten Durchbrüche der Geschichte der Medizin sein", warb Trump. Die Kombination solle "SOFORT" eingesetzt werden, forderte er am Samstag über Twitter. "Was haben wir zu verlieren?" fragte er im Anschluss bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus.

Kritiker warnten jedoch, dass der Einsatz eines Medikaments für einen neuen Zweck nie ohne Risiken sei. Der Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten, Anthony Fauci, bemühte sich im Weißen Haus dann auch, Trumps Begeisterung etwas zu relativieren: Es gebe bislang nur vereinzelte Berichte über eine Wirksamkeit des Medikaments, aber keine ernsthaften klinischen Studien. Fauci zufolge gehe es nun darum, das Medikament kontrolliert und begrenzt einzusetzen, um Daten über die Wirksamkeit zu gewinnen.

Auch das Tübinger Institut für Tropenmedizin plant, das Medikament im Kampf gegen Corona-Erkrankungen an Menschen zu testen. Zumindest im Reagenzglas wirke das Malaria-Medikament auch gegen das Virus Sars-CoV-2, wie Institutsleiter Peter Kremsner am Mittwoch erklärt hatte. In China und Italien sind Kremsner zufolge sehr viele Covid-19-Patienten mit Chloroquin behandelt worden. Unklar sei aber, ob mit Erfolg, da die Erkrankten Chloroquin teils in sehr hoher Dosierung und gemeinsam mit vielen weiteren Medikamenten bekommen hätten. "Es kann auch sein, dass es nicht wirkt oder sogar schadet", sagte Kremsner. 

Corona-Krise: Italien schließt alle "nicht lebensnotwendigen" Unternehmen

23.59 Uhr: Italien hat im Kampf gegen das verheerende Coronavirus die Schließung aller "nicht lebensnotwendigen" Unternehmen und Fabriken angeordnet. Ministerpräsident Giuseppe Conte sagte am Samstagabend in einer Fernsehansprache, die Regierung habe entschieden, landesweit jegliche Produktion einzustellen, "die nicht ausdrücklich notwendig, entscheidend, unverzichtbar ist, um unsere grundlegenden Waren und Dienstleistungen sicherzustellen".

Davon seien unter anderem Supermärkte, Banken, Post und Apotheken ausgeschlossen, sagte Ministerpräsident Giuseppe Conte am Samstagabend. Er sprach von der "größten Herausforderung nach dem Zweiten Weltkrieg". dpa/Roberto Monaldo.Lapress/LaPresse via ZUMA Press/dpa

Das Land hatte am Samstag an nur einem Tag fast 800 Tote vermeldet und damit so viele wie nie seit dem Ausbruch des Virus im Land. Bisher starben 4825 Menschen, teilte der Zivilschutz in Rom mit. Das sind 793 mehr als am Vortag. Besonders stark betroffen ist die nördliche Region Lombardei, wo das Virus Ende Februar ausgebrochen war und die Krankenhäuser mittlerweile vor dem Kollaps stehen.

Italien ist das Land mit den meisten offiziell gemeldeten Toten wegen des Coronavirus auf der Welt. Die Regierung hatte daher erst am Freitag die Ausgangssperren verschärft, die seit dem 10. März landesweit gelten. Allerdings forderten Regionalpolitiker im Norden weitere Maßnahmen, auch weil sich einige Menschen immer noch nicht an die Auflagen halten. In der Lombardei war der Ausbruch vor einem Monat bemerkt worden. Bisher waren zum Beispiel viele Fabriken und Büros noch geöffnet, in die die Menschen zur Arbeit gingen.

Erster Corona-Schnelltest in den USA zugelassen

23.03 Uhr: In den USA ist ein Schnelltest zugelassen worden, der innerhalb von 45 Minuten eine Infizierung mit neuartigen Coronavirus nachweisen soll. Die beschleunigte Zulassung markiere einen wichtigen Schritt, um die Verfügbarkeit und die Geschwindigkeit von Tests zu erhöhen, erklärte der Chef der Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde FDA, Stephen Hahn, am Samstag.

Der Test soll dem Hersteller Cepheid zufolge vorwiegend in Krankenhäusern zum Einsatz kommen und eine mögliche Infektion mit Sars-CoV-2 innerhalb von 45 Minuten erkennen. In der FDA-Mitteilung hieß es, der Test ermögliche es, "innerhalb von Stunden" Ergebnisse zu bekommen. Bisher müssen Tests in den USA an Labore geschickt werden; Ergebnisse sind in der Regel erst nach mehreren Tage verfügbar. Cepheid will die Tests ab kommender Woche ausliefern.

So funktioniert der Test Cepheid zufolge: Bei einem Patienten wird mit einem Wattestäbchen eine Probe entnommen, zum Beispiel aus der Nase. Die Probe wird dann in eine spezielle Lösung des Herstellers gegeben und in eine kleine Kartusche transferiert – nicht unähnlich einer Druckerpatrone. Diese wird dann in einem bereits für die Prüfung auf andere Infektionen zugelassenen Diagnostik-Gerät analysiert. Weltweit gebe es bereits 23.000 der sogenannten GeneXpert Maschinen, fast 5000 davon in den USA, erklärte das Unternehmen.

Wo tritt Coronavirus auf? Die Echtzeit-Karte zeigt die Verbreitung der Krankheit

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