RKI-Präsident: „Der zusätzliche Nutzen eines Impfregisters ist für mich nicht erkennbar“

RKI-Präsident: „Der zusätzliche Nutzen eines Impfregisters ist für mich nicht erkennbar“
Braucht Deutschland ein Impfregister? Der Präsidentdes Robert-Koch-Instituts, Prof. Dr. Lothar H. Wieler, vertritt hier eine klare Position. Ersieht in der KV-Impfsurveillance ein deutlich kostengünstigeres Tool – in Zeitender DSGVO sei der Aufwand für ein Register enorm. Allerdings behindert die DSGVOauch die optimale Nutzung der KV-Daten. Daten- oder Gesundheitsschutz? Was wiegt schwerer? Spannende Themen bewegten die Teilnehmer der 15. KV-Impfsurveillance am Mittwoch in Berlin.

Was ist die KV-Impfsurveillance eigentlich? Ganz trivial: Sie liefertAbrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) und das bereits seit 15Jahren. Allerdings zeigen sich erst seit 2006 alle 17 KVen hier so kooperativ. Dass Daten wertvoll sind, wissen nicht nur Google, Facebookund Whatsapp. Auch für das Robert Koch-Institut (RKI) sind die Daten derKV-Impfsurveillance „zu einer unverzichtbaren Säule im Impfsystem Deutschlandsgeworden“, erklärte der Präsident des RKI am vergangenen Mittwoch in Berlin auf der gemeinsamenFachtagung von RKI und Zentralinstitut: „15 Jahre KV-Impfsurveillance –Instrument für ein bundesweites Impfmonitoring auf Basis vertragsärztlicherAbrechnungsdaten.“ Im Gegensatz zu Facebook & Co. nutzt dasRKI die Daten aber nicht gewerblich, das Institut will die gesundheitlicheVersorgung der Menschen optimieren.

Schuleingangsuntersuchungen ungeeignet für Impfquoten

Was viele wissen: Die Impfquoten bei Influenza sind schlecht. Doch dass Impfquoten überhaupt ermittelt werden können, ist tatsächlich noch gar nicht so lange möglich. Denn: Eine bundesweit einheitliche Erhebung von Impfquoten begann erst mit dem Infektionsschutzgesetz 2001. Schuleingangsuntersuchungen dienten hier zunächst als Datenquelle. Dies ist natürlich reichlich spät, manche Impfschemata sind bei Kindern mit sechs oder sieben Jahren bereits abgeschlossen. Auch für die Influenzaimpfungsquote der über 60-Jährigen eignet sich dieses Tool ganz offensichtlich nicht.

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