Was Koriander und Chanel No 5 verbindet

Was Koriander und Chanel No 5 verbindet

Klassische Spekulatius mit ihren Bildern vom Heiligen Nikolaus von Myra und dem typischen würzigen Duft werden nicht nur am heutigen 6. Dezember, dem Nikolaustag, verschenkt und gegessen, sie gehören für viele einfach zur Weihnachtszeit dazu. Doch was verbindet duftende Spekulatius mit dem Duft Chanel No 5?

Spekulatius haben nichts mit Spekulationen zu tun. Der Begriff soll vom lateinischen „Speculum“ (Spiegel) und „Speculator“ stammen, mit dem im Christentum Bischöfe bezeichnet werden. Zur Erinnerung an den Heiligen Nikolaus von Myra, einem Bischof aus der kleinasiatischen Region Lykien, war es früher üblich, Gebäck mit aufgeprägten religiösen Motiven und seinem Abbild zu verschenken. Der Heilige Nikolaus hat viel Gutes für die Notleidenden seiner Zeit getan und viele Wunder vollbracht, darum wurde ihm am 6. Dezember gedacht – und für diese Art der Motiv-Kekse hat sich die Bezeichnung Spekulatius durchgesetzt. Zu den typischen Spekulatiusgewürzen gehören unter anderem Zimt, Koriander, Sternanis, Nelken, Piment, Orangenschalen, Kardamom, Ingwer und Muskatnuss. Einige davon werden Ihnen in unseren 24 Fragen zum Adventsrätsel begegnen. Heute geht es um den Koriander (Coriandrum sativum).

Es ist eines der ältesten Gewürze, schon im Alten Testament und im Papyrus Ebers wird Koriander erwähnt. Koriander wurde entweder als frisches Kraut, in Form der getrockneten Früchte (Koriandersaat) oder als gemahlenes Pulver verwendet. Heutzutage scheiden sich die Geister, vor allem am frischen Korianderkraut. Einige schwören darauf beim Aromatisieren von Speisen, andere empfinden den Geschmack der frischen Blätter als seifig, den Geruch der enthaltenen Aldehyde als sehr aufdringlich und bezeichnen Koriander als „Wanzenkraut“. Die getrockneten, reifen Früchte sind eher akzeptiert. Sie werden bei milder Hitze in der Pfanne geröstet und gemahlen vielfältig als Gewürz verwendet.

Aufgüsse der zerquetschten Früchte oder ethanolische Extrakte werden bei dyspeptischen Beschwerden, Appetitlosigkeit, Völlegefühl, Durchfall und Reizdarm-Syndrom eingesetzt, Einreibungen bei rheumatischen und Gelenkbeschwerden. Ätherisches Korianderöl wird in der Parfum-Industrie verwendet, womit wir bei der anfangs gestellten Frage wären. Hauptbestandteil der Früchte sind ätherische Öle (0,1 bis 2 Prozent). Hauptkomponenten sind Linalool (Coriandrol), α-Pinen und γ-Terpinen. In unreifen Früchten kommen auch die eigentlich für das Kraut typischen ungesättigten Aldehyde vor. Der Anteil an ungesättigten aliphatischen Aldehyden im ätherischen Öl aus dem Korianderkraut kann bis zu bis 83 Prozent betragen. Darunter sind (E)-Tridec-2-enal, das für den wanzenartigen Geruch verantwortlich ist, und (Z)-Dec-2-enal, das als Hauptgeruchsträger gilt. Die Aldehyde sollen auch für eine postulierte antibiotische Aktivität von Koriander verantwortlich sein. Das Potenzial der intensiv riechenden Aldehyde erkannte auch der Parfümeur Ernest Beaux. Er entwickelte den „Aldehyd-Komplex C-10/C-11/C-12“, der Decanal, Undecanal und Dodecanal im Verhältnis 1:1:1 enthielt und Parfums eine blumige Duftnote verlieh. Beaux experimentierte mit den Aldehyden in nie zuvor verwendeten hohen Konzentrationen und komponierte den unverwechselbaren Duft von Chanel No 5. Bis heute ist Chanel No 5 einer der meistverkauften Düfte der Welt.

Frage: Wissen Sie, wann das Parfum Chanel No 5 für die Damen auf den Markt gebracht wurde?

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