Weniger Neuinfektionen über Weihnachten: Warum die Zahlen nicht aussagekräftig sind

Weniger Neuinfektionen über Weihnachten: Warum die Zahlen nicht aussagekräftig sind

Wie viele Coronavirus-Neuinfektionen meldet das RKI heute? Wie viele Fälle sind noch aktiv, wie viele Menschen genesen oder gestorben? Wie viele andere steckt ein Infizierter im Durchschnitt an? FOCUS Online liefert Ihnen die wichtigsten Daten zur Entwicklung der Covid-19-Pandemie in Deutschland am Mittwoch.

Montag, 28. Dezember: Die Covid-19-Lage am Morgen

1. Neuinfektionen

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus sinkt in Deutschland über die Weihnachtsfeiertage weiterhin. Das Robert-Koch-Institut meldet am Montagmorgen lediglich 10.976 neue Corona-Fälle innerhalb eines Tages. Vor genau einer Woche waren 16.643 Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet worden.

Die Zahl der Neuinfizierten sind aber nur bedingt mit den Werten der Vorwoche vergleichbar, da das RKI während der Feiertage und zum Jahreswechsel hin mit einer geringeren Zahl an Tests und auch weniger Meldungen von den Gesundheitsämtern rechnete. Erst nach Normalisierung der Datenlage in den nächsten Tagen wird sich zeigen, ob der Trend tatsächlich zu weniger Neuinfektionen führt.

Insgesamt sind in Deutschland laut RKI seit Beginn der Pandemie bislang 1.651.834 Covid-19-Fälle bekannt.

RKI/FOL/Datawrapper

Die sogenannte Sieben-Tages-Inzidenz betrug nach Angaben des Instituts am Montagmorgen 157,8. Ihr bisheriger Höchststand war am vergangenen Dienstag mit 197,6 erreicht worden. Dabei handelt es sich um die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in diesem Zeitraum. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verhängung und Lockerung von Maßnahmen gegen die Ausbreitung des neuartigen Virus. Ziel der Bundesregierung ist es, die Inzidenz auf unter 50 zu drücken.

2. Tote, Genesene, aktive Fälle

Die Zahl der mit oder an dem Coronavirus gestorbenen Menschen hat in Deutschland die Grenze von 30.000 überschritten. Die Gesundheitsämter meldeten binnen 24 Stunden 348 weitere Todesfälle – damit stieg die Zahl auf 30.126, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Montagmorgen bekannt gab. . RKI/FOL/Datawrapper

Die Zahl der Genesenen stieg auf 1.255.700, insgesamt gibt es aktuell rund 396.134 aktive Fälle in Deutschland.

3. 7-Tage-Inzidenz

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Montagmorgen bei 157,8. Ihr bisheriger Höchststand war am vergangenen Dienstag mit 197,6 erreicht worden.

Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die 7-Tage-Inzidenz liegt laut RKI-Dashboard am Montagmorgen erneut in Sachsen mit 371,3 am höchsten. Im Vergleich zum Vortag (376) ist sie gesunken. Am zweitstärksten betroffen ist Thüringen mit einer Inzidenz von 288,2 (Vortag: 290). Auf Platz 3 folgt Sachsen-Anhalt mit einer Inzidenz von 182,9 (Vortag: 187). Den niedrigsten Wert hatte erneut Mecklenburg-Vorpommern mit 77,0 (Vortag: 78).

RKI/FOL/Datawrapper

Wie aus dem Lagebericht des RKI vom Sonntagabend hervorgeht, ist die Lage in Sachsen weiterhin am dramatischsten. Deutschlands Corona-Hotspot bleibt aber die bayerische Stadt Coburg mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 543. Dicht darauf folgt der thüringische Landkreis Altenburger Land (538,1). Platz drei und vier im Landkreis-Ranking belegt Sachsen mit dem Kreis Bautzen (488,4) und dem Kreis Mittelsachsen (487,7).

. Screenshot RKI Die Lage in Sachsen ist weiterhin dramatisch

4. R-Wert

Der R-Wert gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter in der Regel ansteckt. Der bundesweite Sieben-Tage-RWert liegt laut RKI-Lagebericht vom Sonntag aktuell bei 0,83 – er ist im Vergleich zum Vortag (0,89) erneut leicht gesunken. Dieser R-Wert bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 83 weitere Menschen anstecken.

Da die Zahl der infizierten Personen derzeit in Deutschland sehr hoch ist, bedeutet dies weiterhin eine hohe Zahl von täglichen Neuerkrankungen. Ab einem Wert von 0,7 oder niedriger geht man davon aus, dass das Infektionsgeschehen kontrollierbarer wird. RKI/FOL/Datawrapper

5. Intensivbettenbelegung in Deutschland

Das Divi-Intensivregister meldet 5562 Covid-19-Patienten in Intensivbetten (Stand Sonntag). Von den 5562 Patienten sind 2960 an Beatmungsgeräte angeschlossen, das sind rund 53 Prozent der Covid-Intensivpatienten. Screenshot DIVI

Insgesamt sind laut Intensivregister aktuell 21.367 Intensivbetten belegt und 5146 Betten frei – das entspricht einer Auslastung von 80,6 Prozent.

Hinweis: Zahlen können aufgrund von Meldeverzug von den tatsächlichen Zahlen abweichen.

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