Yoga hilft bei Herzrhythmusstörungen – Naturheilkunde & Naturheilverfahren Fachportal

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Wie wirkt sich Yoga bei Herzrhythmusstörungen aus?

Yoga scheint bei Vorhofflimmern zu signifikanten Verbesserungen beizutragen. Laut einer aktuellen Studie könnte dieser weitverbreiteten Form von Herzrhythmusstörung, die auch das Risiko für Schlaganfälle erheblich erhöht, mit Yoga entgegengewirkt werden.

Die Durchführung von Yoga kann signifikante Verbesserungen der Herzfunktion bewirken. Dies stellten Forschende bei einer neuen Studie fest, deren Ergebnisse auf dem diesjährigen ESC Congress 2020 vorgestellt wurden.

Studie mit 538 Teilnehmenden

Die Forschenden untersuchten in ihrer Studie, ob Yoga die Symptome bei Personen mit Vorhofflimmern lindert. Die Untersuchung umfasste 538 Personen, die zunächst angewiesen wurden zwölf Wochen ohne Durchführung von Yoga zu verbringen. Danach nahmen sie 16 Wochen lang jeden zweiten Tag an 30-minütigen Yoga-Übungen teil. Zusätzlich wurden die Teilnehmenden gebeten, erlernte Bewegungen, Positionen und Atmung auch täglich zu Hause zu trainieren.

Wie weit verbreitet ist Vorhofflimmern?

Vorhofflimmern ist die am häufigsten auftretende Herzrhythmusstörung. Einer von vier Menschen mittleren Alters in Europa und den USA leidet an der Erkrankung. Vorhofflimmern verursacht etwa 20 bis 30 Prozent aller Schlaganfälle, erhöht das Sterberisiko bei Männern um das 1,5-fache und bei Frauen sogar um das 2-fache, berichten die Forschenden. Betroffene Personen leiden häufig zusätzlich unter einer verminderten Lebensqualität.

Symptome von Vorhofflimmern

Zu den Symptomen von Vorhofflimmern gehören beispielsweise Herzklopfen, rasender oder unregelmäßiger Puls, Kurzatmigkeit, Müdigkeit, Brustschmerzen und Schwindel. „Die Symptome von Vorhofflimmern können beunruhigend sein. Sie kommen und gehen, verursachen bei vielen Personen Angstgefühle und schränken ihre Fähigkeit ein, ein normales Leben zu führen”, so Studienautor Dr. Naresh Sen vom HG SMS Hospital, Jaipur in Indien in einer Pressemitteilung der European Society of Cardiology.

Wie wurden die Auswirkungen von Yoga gemessen?

Während beider Studienperioden wurden die Symptome und Episoden von Vorhofflimmern in einem Tagebuch festgehalten. Einige Personen trugen zusätzlich auch noch einen Herzmonitor, um Episoden von Vorhofflimmern zu überprüfen. Die Teilnehmenden füllten einen Fragebogen zu Ängsten und Depressionen aus und einen weiteren Fragebogen, um ihre Fähigkeit zur Bewältigung täglicher Aktivitäten und zur Kontaktaufnahme sowie ihr Energieniveau und ihre Stimmung zu beurteilen. Außerdem wurden Herzfrequenz und Blutdruck gemessen.

Yoga führte zu Verbesserungen in allen Bereichen

Schließlich wurden die Ergebnisse der Yoga- und der Nicht-Yoga-Periode verglichen. Während der 16-wöchigen Yoga-Periode erlebten die Teilnehmenden im Vergleich zur 12-wöchigen Nicht-Yoga-Periode signifikante Verbesserungen in allen Bereichen, berichten die Forschenden.

Weitere Auswirkungen von Yoga

Beispielsweise durchlebten die teilnehmenden Personen während der Nicht-Yoga-Periode durchschnittlich 15 symptomatische Episoden von Vorhofflimmern im Vergleich zu acht Episoden während der Yoga-Periode. Außerdem war der durchschnittliche Blutdruck nach dem Yoga um 11/6 mmHg reduziert.

Yoga vorteilhaft für körperliche und geistige Gesundheit

„Unsere Studie legt nahe, dass Yoga für Menschen mit Vorhofflimmern weitreichende Vorteile für die körperliche und geistige Gesundheit hat und zusätzlich zu den üblichen Therapien eingesetzt werden könnte“, fügt Dr. Sen hinzu. (as)

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