Star-Medizinerin erklärt, warum sie fast gar keine Milch mehr trinkt

Star-Medizinerin erklärt, warum sie fast gar keine Milch mehr trinkt

Kaffee mit Milch, Müsli mit Milch und einen Schluck in den Tee: Die weiße Flüssigkeit, die ursprünglich der Ernährung kleiner Kälber dienen sollte, ist aus dem Leben vieler nicht mehr wegzudenken. Ärztin Yael Adler rät aber dringend von übermäßigen Konsum ab: er könnte sogar schädlich sein.

„Seit ich die Studienlage kenne, reduziere ich die Milch massiv“, erklärt Dermatologin und Bestsellerautorin Yael Adler im Gespräch mit FOCUS Online. Sie verzichtet also dort, wo es geht. Einzig Kaffee trinkt sie noch mit Milch.

Als Hautärztin beschäftigt sie sich mit dem Thema Milch vor allem in Verbindung mit Akne. Diese bezeichnet sie zudem als „Zivilisationskrankheit der Milch-in-Massen-und-Latte-Macchiato-Generation“.

Denn zwischen Akne und Milch bestehe ein sicherer Zusammenhang: „Milch vergrößert die Talgdrüsen, was ein maßgeblicher Auslöser für Akne ist. Vergrößerte Talgdrüsen, Vermehrung von Bakterien und eine verstärkte Verhornung in der Pore führen zu Mitessern, die sich dann entzünden“.

Entzündungsrisiko steigt – und dadurch das Risiko für Diabetes und Demenz

Milch begünstige zudem Entzündungen im Körper. Und mit dem Entzündungsrisiko steige auch das Risiko für Diabetes und Demenz. „Vielleicht sogar für Krebs, jedenfalls für Prostatakrebs“, erklärt die Ärztin. Denn Milch habe einen biologischen Auftrag: Sie enthält Signalsysteme, die nach der Geburt das Wachstum ankurbeln. Für Babys und Kinder ist das genau richtig so.

Für Erwachsene könne das aber gefährlich werden: Ihr Wachstum ist bereits abgeschlossen. Deshalb seien große Milchmengen für Erwachsene schädlich. Milch stimuliert das Hormon „insulinartiger Wachstumsfaktor 1“, kurz IGF1. Es fördert Zellwachstum – auch das von Tumorzellen. dpa/Thomas Duffé Yael Adler arbeitet als Fachärztin für Dermatologie in Berlin.

Milch enthält Genboten für Kälber – sie wirken auch in Menschen

In Frischmilch befinden sich einerseits wachstumsfördernde Aminosäuren Leucin, Valin und Isoleucin, andererseits aber auch ein Genbote, der Wachstumsinformationen aus der Kuh an ihre Kälber weitergeben soll. Diese sogenannten Micro-RNAs regulieren und beeinflussen Gene – auch die von Menschen.

Mit ihr nimmt ein Mensch etwa 245 Rinderbotenstoffe zu sich, die auf zirka 11.000 menschliche Gene einwirken können. Diese Manipulation könne zu überhöhtem Gewebewachstum führen und somit nicht nur das Krebs- und Diabetesrisiko erhöhen, sondern auch zu Übergewicht führen und den Alterungsprozess beschleunigen. Das gilt übrigens auch für pasteurisierte Milch.

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Gibt auch positive Effekte – aber auch dafür gibt es Alternativen

Für manche der in Milch enthaltenen Substanzen gebe es zwar auch Studien, die positive Effekte auf die menschliche Gesundheit nachweisen. Denen zufolge sei Milch ein guter Kalzium- und Eiweißlieferant und könne womöglich sogar vor Darmkrebs schützen.

„Diese Effekte bekommen Sie aber auch von Milchprodukten“, deshalb rät die Ärztin lieber zu fermentierten Milchprodukten wie Joghurt oder Käse. „Idealerweise greifen Sie auf Milchprodukte zurück, die lebende Kulturen enthalten, wie zum Beispiel Kefir oder griechischer Joghurt. Denn die unterstützen zudem den Darm“.

Generell rät sie Erwachsenen, nicht mehr als 200 Milliliter Milch pro Tag zu trinken. Kinder könnten bis zu 500 Milliliter zu sich nehmen. Die Obergrenzen ließen sich jedoch nicht genau definieren. „Die Fachwelt ist sich aber einig, dass bei Erwachsenen ab einem Liter pro Tag eine Überdosis denkbar ist“.

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